Fliegen die viel kleineren Varroamännchen auch mit ? (Reinvasion)

  • Hallo Honigmaul,


    da liegst Du nicht richtig,
    eine Bedampfung wirkt eine ganze Woche nach, das habe ich soeben bei meinen Völkern wiederum festgestellt.


    Mich würde interessieren wie man feststellt, dass eine OS-Behandlung eine Woche nachwirkt. Jetzt nur jetzt nicht sagen, durch die Gemülldiagnose, denn genau das ist falsch. Es wurde festgestellt, dass nach einer OS-Behandlung der Abfall ca 5 Wochen anhält. Das heißt aber nicht, dass die Wirkung 5 Wochen anhält, es heißt nur, dass die Milben bis zu 5 Wochen brauchen bis sie tatsächlich abfallen.


    MfG
    Honigmaul

  • Für mich stellt sich nach wie vor die Frage, wenn es so hochgiftig ist wie immer geschrieben, warum ist es dann in anderen Ländern zugelassen? Sind die da weniger verantwortungsbewusst oder zieht da die OS-Wolke prinzipiell nicht zum Nachbar oder zu Nachbars Kaninchen?


    Beste Grüße
    Hartmut

  • @Cyberdrohn: :lol: das mit der Gasmaske kannst du vergessen - du bist physisch NICHT in der Lage, den Dampf einzuatmen, weil du beim allerersten Hauch einen Hustenanfall kriegst.
    Gefährlicher ist es, ohne Handschuhe damit zu hantieren, weil man das Zeug auch über die Haut aufnehmen kann, ohne es zu merken.
    Aber ne P2 Maske ist schon nett.
    Bei allen Verdampfern finde ich die Materialschlepperei absolut grausig, grad wenn man die Bienen nicht in Haussteckdosen-Reichweite hat. Statt Autobatterie/Akku tut es zwar auch ein Powerpack, aber bei großen Völkerzahlen ist die ganze Nummer enorm aufwendig.
    In Amiland gibt es Vielfach-Verdampfer, wo man mit Hilfskräften immer 20-40 Völker auf einmal bedampfen kann, aber Blockbehandlungen sind trotzdem extrem teuer durch die Arbeitszeit.....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Cyberdrohn!


    Zitat

    Nach über 30 Jahren Varroa ist es den "fähigen" Wissenschaftlern immer noch nicht gelungen, ein wirklich 100% (oder 99%) wirksames Mittel zu finden, hätten sie das, hätten wir heute keine Varroa mehr.
    Der Lösungsansatz scheint mir doch nur in einer varroaresistenten/-toleranten Biene zu liegen ... wir brauchen den "Bruder Adam des 21. Jahrhunderts"!


    Solange sich die Bienen von Stock zu Stock verfliegen, nützt auch ein 100% wirksames Mittel nichts, von wilden Schwärmen ganz abgesehen. Das Problem dürfte sich tatsächlich nur durch Varroatoleranz lösen lassen. Intersessant wäre nur, warum die Milbe über Millionen von Jahren in ihrer ursprünglichen Heimat bleibt und sich plötzlich über fast die gesamte Welt verbreitet. Da kann die Verfrachtung von Völkern alleine nicht schuld sein. Interessant ist auch, dass vor ca 150 Jahren die jetzige Promorsky-Biene in das dortige Gebiet und somit in die Heimat der Milbe eingeführt wurde und über ca 120 Jahre von der Milbe unbehelligt blieb. Meine Vermutung ist, dass sich bei der Milbe eine Mutation abgespielt hat und die Milbe plötzlich zu unserer Biene passte. Vielleicht mutiert ein noch unbekannter Parasit und vernichtet die Milbe. Leider steht das Jahrtausend der Mutation noch nicht fest.


    MfG
    Honigmaul

  • @ Erich
    Dass OS-Verdampfer keine varroabedingten Verluste haben, höre ich jetzt zum ersten Mal.


    Doch, ich hatte schon Verluste trotz Dampf. Bin mir aber nicht sicher, ob ich damals rechtzeitig vernebelt hatte.


    Ich zitiere mich mal selber:


    Zitat

    Da gibt es keine Verluste durch die Behandlung!


    Das ist für mich der Grund, AS abzulehnen.
    Zeit spielt für mich nicht wirklich eine Rolle.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Honigmaul,
    die Varroamilbe kam einzig allein durch menschliche Eingriffe auf die Westliche Honigbiene.
    Man brachte die Westliche Honigbiene in die Heimat der Östlichen Honigbiene,
    es gab sogar Tipps, wie man Königinnen in diese Völker einweiselt.
    Zurück kamen die Bienen dann durch Völkerhandel, Königinnenversand und Völker, die für Forschungszwecken hier gehalten wurden.
    Und es brauchte dafür keine Mutation.
    Durch unsere Völkerführung und dadurch, das sie ein neuer Parasit ist, findet sie eine bessere Lebensgrundlage als in ihren Ursprungswirt.
    Seit vierzig Jahren gibt es die Milbe in Deutschland, seit 35 Jahren ist sie als Bienenschädling bekannt.
    Es hätte am Anfang eine Möglichkeit gegeben, zu einer natürlichen Toleranz zu gelangen.
    Einfach nichts tun und mit den überlebenden Völkern weiterzüchten.
    Aber das widersprach dem Wunsch und den Zwang, was tuen zu wollen oder müssen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.


  • Wieso sollten ausgerechnet die Deutschen Imker für mangelnde Toleranz verantwortlich sein?
    Das Tierchen hat sich seit fast 100 Jahren auf der westlichen Honigbiene verbreitet.
    Genauer gesagt feiert sie nach dieser Karte im nächsten Jahr 100 Jahre erfolgreiche Verbreitung:


    http://www.bremer-imker.de/Wis…rbreitung_der_varroa.html


    Da sind bestimmt genügend Länder darunter in denen die Milbe erst Jahre nach dem ersten Auftreten erkannt wurde.
    Zeit genug für eine Toleranz.
    Viele Grüße
    Hubert


  • Ach nö, laß ruhig das Forum dran teilhaben, verlustfreie Behandlungsmethoden sollten schon der ganzen Imkerschaft zugänglich sein.
    Gruß Hermann


  • Nun nach einer weiteren Woche wurden sind bei den 10 Völkern nochmals 2000 Milben zusammengekommen.
    Es bestätigt sich somit die über 1 Woche anhaltende Wirkung der Behandlung mit dem Umlaufverdampfer.
    Alle Völker sind stark und gesund.


    Erich

  • Hallo Lothar!


    Dass die Milbenverbreitung durch den Völkerhandel begünstigt wurde, steht außer Zweifel. Ich kann aber trotzdem nicht glauben, dass über Millionen von Jahren die Ausbreitung durch natürliche Grenzen verhindert worden ist. Irgendwo gab es immer schon Berührungspunkte mit der asiatischen Honigbiene.
    Ich bin der Meinung, dass der Parasit früher einfach nicht zu unserer Biene gepasst hat.
    Seit mehr als 3000 Jahren wird nachweislich Bienenhaltung betrieben. Es ist auch anzunehmen, dass Bienenvölker verfrachtet wurden und genau in den letzten 40 Jahren sollte es passiert sein, dass die Milbe durch Menschenhand verschleppt worden ist. So einfach dürfte das nicht sein.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Honigmaul,
    wenn man sich Verbreitungskarten der Bienenrassen anschaut,
    sieht man sehr wohl, das ungefähr im Bereich von Iran und Pakistan ein breiter Streifen ohne Berührung beider Populationen sich befindet.
    Dieser hat seine Fortsetzung Richtung Kaspisches Meer und Ural.
    Bienenfrei ist ursprünglich auch Sibirien, der Himalayabereich bis Zentralchina außer um Peking herum.
    Dort sind Steppen, Wüsten und Bereiche, wo der Winter so lang ist, das dBienenvölker ohne menschliche Hilfe dort nicht überwintern können.
    Das reicht völlig aus, um aus einer Urbiene sich zwei andere Rassen entwickeln zu lassen.
    Ob diese Urbiene schon die Varroa kannte und verborgene Abwehrmechanismen bei unsere Biene schlummern, weiß ich nicht.
    Der Kontakt wurde hergestellt (oder wieder hergestellt?) durch den Kolonialismus.
    Irgendwer hat da dann seine Bienen aus Europa mitgebracht.
    Bei uns in Deutschland wäre die Varroa erst vermutlich einige Jahre später angekommen,
    wenn nicht hier mit Asiatischen Bienen geforscht worden wäre.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.