Reinvasion - aber so stark?

  • Bernhard : Ich denke schon seit geraumer Zeit nach, die Futtersaftmenge messen zu können. Mir fällt dabei nur eine Methode ein: die radioaktive Markierung des gereichten Futters. Dazu bräuchte man allerdings ein Labor und fundiertes Wissen. Also was für echte Bienenwissenschaftler. An der Ausarbeitung der Testbedingungen helfe ich aber gerne mit.

  • Also wenn die Zusammenhänge so sind wie Bernhard sie so schön zusammengefasst sind, dann müßte es doch mal eine wissenschaftliche Untersuchung gegeben haben, die das Them "Futtersaftstand" geprüft hat.
    Ich kenne die Studien zum Thema Lebensalter, Milbenaktivität usw. aber die zum Futtersaftstand, Futtersaftversorgung, Versorgungsgrad der Larven einfach noch nicht. Grundsätzlich lassen sich Bienen ja ganz gut im Labor aufziehen, da könnte man die erforderlichen Mindesmengen usw. zumindest unter Laborbedingungen prüfen aber wie prüft man ob das auch im Volk so ist?


    Melanie

  • Dazu bräuchte man allerdings ein Labor und fundiertes Wissen.

    Mir fehlt das Labor auch ... :daumen:



    Jung, es gibt da so ein Gesetz von der Erhaltung der Masse. Zellinhalt bleibt Zellinhalt und eben konstant, solange ein Deckel drauf ist. Und es gibt da so Waben mit Mobilzellen oder auch die Cupularve. Da brauchts keine Radioaktivität. Da braucht es Geduld und eine Feinwaage. Und auch den Mut zu wissenschaftlicher Arbeit ohne Voreingenommenheit.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ich kenne die Studien zum Thema Lebensalter, Milbenaktivität usw. aber die zum Futtersaftstand, Futtersaftversorgung, Versorgungsgrad der Larven einfach noch nicht.



    Andiskutiert wurde das hier schon ein paar Mal. Siehe:


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=24446


    Daraus:



    Weiter:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=18688&p=211176#post211176


    Auf Grundlage von: http://www.ars.usda.gov/Services/docs.htm?docid=2744&page=14


    Eine - etwas flüchtige Suche - nach Studien ergab:


    http://www.culturaapicola.com.…_parasitos_sobre_Apis.pdf
    http://www.culturaapicola.com.…sanidad/357_Martin_28.pdf
    http://onlinelibrary.wiley.com…07-6962.2001.00254.x/full
    http://www.springerlink.com/content/t1q1875056w5ju3p/


    Ich denke, daß über die Literaturhinweise in diesen Dokumenten noch mehr aufzuspüren ist. Ob sich eine einfache Methode für Imker außerhalb von Laboren ableiten läßt, wird sich zeigen. Manchmal sind Lösungen ganz simpel.


    Gruß
    Bernhard

  • Moin ich muss da Henry, zustimmen.


    die Milbevermehrung hat nix mit der Rasse Carnica/Buckfast zutun. Ich habe beide, und bei beiden ist der Milbenfall gleich stark nach der Behandlung. Ich war beim Thomas, nur Carnica da sah es genauso aus.


    Was ich nur am Überlegen bin ob man um gesunde Winterbienen zu haben nicht wirklich eine komplette Brutentanahme macht bei Altvölkern und dann diese Behandelt mit Oxal und getrennt woanders die Brutscheunen.. siehe cellar rotationsverfahren. So denke ich mal ist es vielleicht am optimalsten.
    Dann kommen mehr gesündere Winterbienen hoch als bei den anderen Verfahren.


    Ich bin auch übergegangen selektiv Stände zubehandeln. Wie viel fält natürlich und dann eben Behandeln oder nicht.
    Nur wichtig dann den ganzen Stand sonst bringt es nicht!! Meine Meinung nach wegen der Reinvasion..
    Die Frage ist nur was macht der Nachbarimker in 500-1000 meter Entfernung!!


    Vielleicht hilft da ein koordiniertes Vorgehen wenn man sehr nah bei einander ist?


    Wie sehen das die anderen..

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Kommst Du an diese Studien ran:


    Donze´ G, Guerin PM. 1994.
    Behavioral attributes and parental care of varroa mites parasitizing honeybee brood.
    Behav. Ecol. Sociobiol. 34:305–19


    Donze´ G, Guerin PM. 1997. Time-activity budgets and space structuring by the different life stages of Varroa jacobsoni in capped brood of the honey bee, Apis
    mellifera.
    J. Insect Behav. 10:371–93


    Donze´ G, Schnyder-Candrian S, Bogdanov S, Diehl P-A, Guerin PM, et al.
    1998.
    Aliphatic alcohols and aldehydes of the honey bee cocoon induce arrestment behavior in Varroa jacobsoni (Acari: Mesostigmata), an ectoparasite of
    Apis mellifera.
    Arch. Insect Biochem. Physiol. 37:129–4

  • Siehe auch:


    http://www.friedrich-pohl.de/P…raturliste%20Varroose.pdf



    http://www.agroscope.admin.ch/…/00329/index.html?lang=de


    Edit:


    Sogar Bestandteil eines Patents auf Plastikwaben mit einer speziellen Zellenform. Siehe: http://www.freepatentsonline.com/EP0144863.pdf


    Das ist wohl die grundlegende Arbeit zu dem Phänomen des Verharrens der Milbe im Futtersaft: http://www.culturaapicola.com.…as/apidologie/19-4/06.pdf


    Zitat aus der Arbeit: (Hervorhebung von mir.)
    "Auf dem Futtersaft festgeklebte Milben findet man frühestens bei Larven von Arbeitsbienen mit mindestens 100 mg oder Drohnenlarven von 200 mg., was einem Alter der Larve von 105 bzw. 133-138 h entspricht. Daraus ergibt sich, daß die « Varroa-Falle » bei Arbeiterinnenbrut 15 Stunden bei Drohnenbrut ca. 45 Stunden wirksam ist. Allgemein läßt sich feststellen, daß der Befallsgrad bei Brutzellen beider Art vom Anfang der Funktion als Falle bis zur Verdeckelung ständig zunimmt (Tab. 1, 2 und 3).


    Die aus der Literatur bekannte Bevorzugung der Drohnenbrut durch die Varroamilbe konnte auch hier bestätigt werden (Tab. 4). Allerdings muß - wie oben gezeigt - dabei berücksichtigt werden, daß die Funktion [als Falle] bei Drohnenbrut dreimal länger anhält.


    Nach der Verdeckelung der Arbeiterinnen- bzw. Drohnenzellen werden die Milben nach spätestens 6 h bzw. ca. 20 h - dadurch, daß die Larve ihr Futter auffrißt - wieder befreit (Tab. 5).





    Siehe auch: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf


    (Schöne Bilder in dieser Arbeit.)


    Daraus: "Sobald die Streckmade den Futtersaft verzehrt, befreit sich die Milbe in dem sie sich an der Made festklammert und sich aus dem Futtersaft ziehen lässt (Donzé 1998). "


    Donzé, G., Fluri, P., Imdorf, A. (1998) „Hochorganisiertes Leben auf kleinem Raum: Die Fortpflanzung der Varroa-Milben in den verdeckelten Brutzellen der
    Bienenvölker“, Schweizerische Bienen-Zeitung 121(1): 26-33

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von BernhardHeuvel ()

  • Zitat:
    "Völker mit hohen Pollenvorräten entfernten 49 % der befallenen Zellen, Völker mit niedrigen Pollenvorräten 33 %...
    Da die Reproduktion der Milben bei höheren Pollenvorräten nicht erhöht war, könnte die Beeinflussung der Pollenvorräte möglicherweise einen Weg zur Beeinflussung der Entwicklung der Varroose darstellen." (Zitatende.)


    aus: http://www.culturaapicola.com.…apidologie/31-3/m0303.pdf


    Das nur als Ergänzung.


    Bitte fragt mal eure Lieblingsbienenwissenschaftler, inweit es eine Methode zur schnellen Erfassung der Brutversorgung mit Futtersaft gibt. Danke! :daumen:


    Bernhard

  • Auffütterungsfehler lassen die Varroa zuschlagen!
    Die Fütterung muß mit dem Polleneintrag koreallieren!
    Im Juli gibt es meist ein "Pollenloch", wird dann gefüttert bekommen die Völker einen Kohlenhydratschock!
    Es fehlt dann Eiweiß um die Brut zu versorgen!
    ....


    Meinung der sich nennt

  • Bernhard : uah, wann soll ich das alles lesen?*Haare-rauf* :lol:

    Zitat

    Wenn jemand weiß, wie der Stand des Futtersaftes am besten zu beobachten ist - immer her mit den Erkenntnissen.


    Wie haben die "alten" ausgezählt, wie viele Ammenbienenbesuche eine Larve bekam?
    Ich hab keine Ahnung, aber in manchen alten Büchern finden sich solche Angaben....und dann wär es ja einfach: zwischen verschiedenen Völkern einfach bei einem bestimmten Areal jüngster Brut (Cupularvae? Henry?) diese Besuche auszählen bis zur Verdeckelung - dann müßte man das noch in Relation zum einkommenden/gespeicherten Pollen setzen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Drohn :

    Zitat

    Die Fütterung muß mit dem Polleneintrag koreallieren!
    Im Juli gibt es meist ein "Pollenloch", wird dann gefüttert bekommen die Völker einen Kohlenhydratschock!
    Es fehlt dann Eiweiß um die Brut zu versorgen!


    Parameter 1: was passiert mit der Brut, wenn der Imker schön im Juli schlußabschleudert bis zum letzten Tropfen, und dann füttert?
    Alle Bienen kümmern sich um den fehlenden Wintervorrat - was passiert da mit Brut?


    Parameter 2: gibt es einen bedeutsamen qualitativen Unterschied zwischen Zuckerwasser/Sirup und Honig für die Bienen?
    Wie wirkt sich das auf die Brut aus?
    Haben da die Bienen ein Problem, die ganzen Stoffe, die den Honig ja grad im Unterschied zum Zuckerwasser ausmachen, zu ersetzen?
    Wie wirkt sich DAS auf die Brut aus?


    Parameter 3: wie wirkt sich die ganze Behandlerei in so einem kritischen Stadium aufs Volk aus?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ein einziges Mal gemessen, notiert oder nachgesehen ist tausendmal besser als : "Man müßte mal ..."
    Wenn jemand etwas wissen will, dann soll'er halt nachsehen und nachwiegen. Probleme dabei wird er erst dabei entdecken ... und vermutlich jede Menge mehr.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder