Reinvasion - aber so stark?

  • Ein schönes Beispiel für Reinvasion hatte grade mein Nachbar:


    Drei Völker - schon AS behandelt, alle gleich, aufgefüttert, alle gleich. Anfang September dann 40 kg und 0 nat. Milbenfall


    Jetzt Sonntag gemessen:
    Zwei Völker haben 0-1 Milben/d und ~38kg
    Ein Volk hat 15 Milben/d und 52kg (!)


    Er hat dann wieder AS behandelt:
    aus den ersten beiden Völkern sind ~10 gefallen
    aus dem einen sind eher ~400 gefallen


    Also aus meiner Sicht hat das Volk ein anderes sterbenden Volk beraubt und sich dabei
    viele kleine Krabbler geholt.


    Gruß von der Förde
    Heese

    .. und es gibt doch ein Leben vor dem Tod! (Prediger 3,22)

  • Hallo zusammen,


    kann man die sog. Reinvasion eigentlich auch zusammen mit der Einfütterung sehen? Ich meine, welchen Brutanreiz wird den Völkern mit der Auffütterung gegeben ? Sie brüten noch mal verstärkt, was die Vermehrung der Varroa beschleunigt, jetzt nimmt die Bienenmasse wieder ab und man hat das Gefühl, es wären plötzlich mehr Milben vorhanden...?


    Grüße, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Moin Henrike,


    das sehe ich sonst auch so wie Du. Immer wird Reinvasion geschrien, weil, man hat ja behandelt und es war nix mehr.
    Mit oder ohne vorher Brutanreiz (das verstärkt natürlich nochmal), so wie Sabine schon schrieb. Auf einmal fällt mehr aber es ist nicht immer von außen reingekommen.


    Bei solchen Geschichten wie bei Heese ist es allerdings denn offensichtlich, wo die Milben her sind. War bei mir ja auch so, und das ganz schlagartig direkt nach dem Raubzug, da hatten sie auch plötzlich viel mehr Bienenmasse. Die umgezogenen Milben dürften sich dann aber auch flugs wieder in der Brut verkrümeln und erst verzögert beim Schlupf zu höherem Fall auf der Windel führen, oder?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ... Brutanreiz ... der Auffütterung ... Sie brüten noch mal verstärkt, was die Vermehrung der Varroa beschleunigt ...

    Moin,


    das mit dem Viel Brut - Viel Milben ist irgendwie nicht raus zu kriegen, aus den Köpfen und wird immer auch mit der Wirksamkeit mit Behandlungsmitteln verbunden, vermischt und verwechselt.


    Die Reproduktionsrate der Milben ist nicht abhängig vom Brutstand im Bienenvolk solange dieser nicht gänzlich gegen null geht oder die Mehrfachparasitierung ein Schlüpfen der Brut schon nicht mehr erlaubt (=Zusammenbruch) Für die vollständige Fortpflanzung von 5.000 Milben werden eben nicht 5.000 Brutzellen gebraucht, sondern es reichen auch 2.500 oder 2000 oder noch weniger. Und dennoch entstehen dann 10.000 Milben daraus. Das ist ja gerade das Problem. In 8 Waben Brut vermehren sich die Milben eben nicht besser als in dreien. Und in einer Brutwabe, deren Bienen gerade noch schlüpfen, konnte sich unter Umständen, die ganze Milbenpopulation verdoppeln. (Das ist doch gerade der Trick dem Fangwabenverfahren) Diese Stelle ist auch der Regulator, der auf der Cerana das Zusammenleben Biene - Milbe ermöglicht, weil sich dort die Milbe über nichtmehr schlupffähige Drohnen bei Mehrfachparasitierung selbst reguliert.


    Viel Brut bis in den Winter ist also ohne Belang für die Milbenentwicklung, aber wichtig, für die Erzeugung gesunder Bienen an der Milbenbesiedelung ihrer Zellen vorbei. Brut ist unter dem Aspekt immer gut!


    Wenn 5.000 Milben in einem Volke rumvarroisieren und gleichzeitig gibt es da 15.000 Brutzellen, dann werden notgedrungen 10.000 topfitte Jungbienen schlüpfen, denen es bis zum Frühjahr wenig ausmacht, daß auch 10.000 Milben auf ihnen auf ihre die Perizin- oder Oxalsäuredusche warten. Hat das Volk nur 5.000 Brutzellen ist Ende Aliende und Schluß mit Lustig und die Milben ziehen fröhlich ins Nachbarhaus oder werden mangels Flügeln der Wirtsbienen von Räubern führsorglich abgeholt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ist schon was dran, aber andererseits breiten sich Populationen unter optimalen Bedingen doch immer stärker aus, als wenn sie an irgendwelche begrenzenden Faktoren treffen. Und wer weiß schon ,was bei der Milbe alles als positives Vermehrungssignal wirkt.


    Irgendwer schrieb doch mal, dass die Milben auf das Königinnenpheromon reagieren (bzw. auf das Fehlen desselben) Vielleicht wandern bei größeren Brutflächen auch mehr Milben in die Zellen ein, sind fruchtbarer o.ä, so dass die Reproduktionsrate steigt.
    Immerhin brauchen sie eine Larve in einem bestimmten Stdium und je größer die Brutflächen, um so mehr passende Larven stehen bereit.


    Gruß, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Das wurde gut untersucht. Es gibt beim Vorhandensein offener Brut kein Limit. Notfalls besiedeln 4 Milben oder mehr eine einzige Zelle. (Drohnenbrut wäre eine Optimierung) Milben optimieren die Zellenbesiedelung nämlich nicht. Sind viele Zellen da werden viele nicht besiedelt. Die Reproduktion ist gleich, ob nun eine oder drei Milben der Biene das Leben versauen.


    Brut ist nur im Grenzwert ein limitierender Faktor.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry , nach deiner Theorie müssten dann die brutkargen Dunklen ja eher zusammenbrechen, und mehr Milben pro Bieneneinheit haben.
    So iss es aber nicht. Sondern genau andersrum: Starke, lange Brüter haben die meisten Milben und machen am ehesten schlapp.
    Es kommt auf die Versorgung mit reichlich Futtersaft an. Und die war schlecht, diesen Herbst. Dann kam der Imker mit seinen leeren Zuckerkalorien, die Queen legte noch mehr Eier die unterversorgt waren, wegen Pollenmangel, der ja bei modernen Linien herausgezüchtet wurde, der Pollensammeltrieb, und schwupps gabs ne Massevermehrung der Milbe.

  • Ich lege dar, daß es auf Brutmenge nicht ankommt und zeige auf, warum das so ist. Du behauptest nun, daß das bei Deinen Bienen anders sei. Vermehren sich in Deiner Brut Milben anders als in meiner? Ergibt eine infizierte Zelle Deiner Arbeiterinnen keine Nachkommen einer monatlichen Verdopplung gleich? Hast Du nur andere Bienen oder auch andere Milben?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Also dieses "Es gibt keine Reinvasion - nur Imker die nicht richtig behandeln" lasse ich nicht gelten.
    ...
    Leider habe ich auch in der Nähe (ca. 1km Luftlinie) einen Bienenopa ...


    Ja sowas gibts. Was mich wundert ist nur, dass die sich soooo lange halten; die müßten doch schon ewig keine Bienen mehr haben!!!!! :confused:



    @ Lothar: ich bin deiner Meinung. Und wie einige in diesem Fred schon geäußert haben denke ich, die Behandlung nach dem Abschleudern hat nicht richtig gegriffen. Warum ist die Frage, dies den Imkern in die Schuhe zu schieben ist sehr einfach. Dabei sind die Anleitungen ("Varroa unter Kontrolle" oder die reichlich umtriebigen Berater) für mich die Hauptursache. Die Anwendung von Ameisensäure oder Thymolpräparaten ist zu sehr von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig um eine EINFACHE Anleitung zu geben die für alle Witterungsbedingungen zutrifft.
    MM helfen da nur andere Mittel. :oops:


    Alois

  • Alois : Leider halten sich die beratenen Imker nicht an die Ratschläge. Da liegt das Problem.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Tja Henry, hättest du Dunkle, könntest du dergleichen Beobachtungen machen und Vergleiche ziehen.
    @WaldundWiese: wieso muss ICH hier immer alles beweisen. Dass der Pollensammeltrieb bei gewissen Zuchten anders ist als bei anderen, weiss jedes Kind. Und dass gewisse B-Zuchtlinien und Dunkle sich im Pollensammeltrieb diametral gegenübersteheh

  • Hallo Nico,


    wer nur behauptet, wie Du zur Zeit, wird nicht mehr ernst genommen. Daher ist es ab und zu ganz gut,
    seine Behauptungen auch mit Beweisen zu untermauern.

    Zitat

    Dass der Pollensammeltrieb bei gewissen Zuchten anders ist als bei anderen, weiss jedes Kind. Und dass gewisse B-Zuchtlinien und Dunkle sich im Pollensammeltrieb diametral gegenübersteheh


    Ich nicht. Aber ich befasse mich ja erst seit knapp 20 Jahren mit der Zucht der Biene.
    Wo gibt es dafür auch nur den Hauch eines Beleges?
    Welcher Züchter unterdrückt den Pollensammeltrieb seiner Völker ?
    Das wäre ja absolut kontraproduktiv!

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Hallo Michael,
    es gab mal Vergleiche zwischen verschiedenen Bienenherkünften.
    Auch von Privatimkern.
    Mir ist erinnerlich, das Herr Golz zu der Erkenntnis kam, das die Buckfastbiene zwar auch viel Pollen sammelt,
    diesen aber nicht in Zellen speichert, sondern im Bauch.
    Ähnlich auch bei Raymond Zimmer, der beschreibt, das die Buckfast für Pollenspeichern eigentlich keinen Platz im Brutraum hat;
    und Bruder Adam deswegen eine Biene rausgezüchtet hat, die diesen eher gleich verbraucht.
    Bekannt dürfte auch sein, das Dunkle Bienen ein breiteres Spektrum an Pollenarten sammeln,
    bei gleichem Standort, wie andere Bienenherkünfte.
    Auch dürfte Dir als Züchter aufgefallen sein, das manche Völker eher Pollenhamsterer sind, andere nicht.
    Auch das man Völker daraufhin ausliest, das sie Pollen lieber brutnestnah als -fern in die Honigräume lagern,
    setze ich mal als bekannt voraus.
    Letzteres wird in einigen Ländern als qualitätsmindernd angesehen.
    Auch sprechen dort arbeitstechnische Argumente dadegen.
    (Wenn die Filter sich zu sehr mit Pollen zusetzen)
    Und wenn Luxnigra solche Bienen mit seinen vergleicht, billige ich ihn seine SChlussfolgerungen durchaus zu.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.