Reinvasion - aber so stark?


  • Junge Königinnen = größere Einwinterungsstärke = schnellerer Start im Frühjahr = leckerer Obstblütenhonig = insgesammt mehr Honig = ich muß weniger Völker bewirtschaften um meinen Kundenstamm zu bedienen (meine Zeit ist auch begrenzt) = mehr Rentabilität.


    Junge Königinnen = frühere Ablegerbildung im nächsten Frühjahr = bessere Entwicklung der Ableger weil längere Entwicklungszeit bis Einwinterung = sicherere Überwinterung.


    Junge Königinnen = weniger Schwärmerei = mehr Zeit für die Familie = Papa's Hobby wird eher akzeptiert.


    Also, ich glaub, das kann dir jeder, der genauso arbeitet bestätigen.


    Zu deiner 2. Frage:
    Ich wintere mehr ein als ich brauche, weil ich Völker verkaufe, weil es viele Imker gibt, die nicht erfolgreich überwintern wegen den Gründen, die ich oben beschrieben habe.
    Ich wintere mehr ein als ich brauche, weil wir in unserem Verein in den letzten Jahren viel Jungimkerzulauf haben, die auch Völker wollen.
    Ich wintere mehr ein als ich brauche, weil die zusätzliche Arbeit übersichtlich ist.
    Ich wintere mehr ein als ich brauche, weil ich so einen kleinen Zusatzeuro ohne allzuviel Aufwand hab.
    Ich wintere mehr ein als ich brauche, weil ichs kann und weils mir Spass macht, so einfach.


    Wenn du sonst noch Fragen hast, einfach fragen.
    Aber bitte ohne Abkanzelversuche mit Stammtisch oder Bier. Mit beiden kann ich mich nicht identifizieren.


    VG
    Günter

  • Danke Günter.


    Ja, ich habe noch Fragen: Hast Du selbst Probleme mit der Reinvasion in deiner Imkerei?


    ...schnellerer Start im Frühjahr......längere Entwicklungszeit bis Einwinterung


    Das bedeutet unterm Strich mehr Brut über eine längere Zeit, richtig? Welche Wirkungen hat das auf die Entwicklung der Varroapopulation?


    Welche Rolle spielt die horizontale Verteilung der Varroen mittels Ableger? Sind die Ableger im gleichen Maße fähig, daß Volk zu verteidigen und vernünftig zu versorgen? Oder sind die Ableger das schwächste Glied in der Kette?



    ......weil ich Völker verkaufe, ...


    Ich kenne eine ganze Menge Imker, die nur noch wenige Völker verkaufen. Den größten Teil der Ableger benötigen sie, um ihre Verluste auszugleichen. Das waren auch Imker, die "nie Probleme mit der Varroa" hatten.


    Deshalb bist Du in einer glücklichen Lage, wenn Du das so unbeschwert praktizieren kannst.



    ...Wenn du sonst noch Fragen hast, einfach fragen.
    Aber bitte ohne Abkanzelversuche mit Stammtisch oder Bier. Mit beiden kann ich mich nicht identifizieren.


    Wie Du in den Wald hineinrufst, so schallt es heraus. Das Posting von Dir, auf das ich antwortete, war zu verallgemeinernd und enthielt Unwahrheiten. Du hast von Dir auf Andere geschlossen, was die Ablegerbildung betrifft. Es gibt zwar Einzelne, die über Ablegerbildung ihre Völker über den Jordan retten. Doch eben lang nicht alle.


    Außerdem interessiert mich jetzt, da wir ja bei einer gesitteten Umgangsform in unserer Diskussion angekommen sind, ob Du selbst Probleme mit der "Reinvasion" in deiner Imkerei hast? Oder wenn schon keine Probleme, ob Du das Phänomen selbst in deiner Imkerei beobachtet hast?


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Tja genau da liegt das Problem: Bernhard arbeitet für den Bien,
    du für Geld.
    Mal so wertefrei festgestellt.


    Ich seh das anders: Der Bien arbeitet für mich und er bekommt dafür Gesundheit und eine höhere Überlebenschance.


    Imkern ist mit viel Investition und mit viel Arbeit verbunden und meine Kunden bekommen eins der hochwertigsten Produkte, daß man für Geld kaufen kann.
    Wenn ich schon viel investieren muß, soll auch was hängenbleiben. Warum sollte nur der Kunde nen Vorteil haben?
    Meinen Bienen gehts gut, mir gehts gut, also alles bestens.

  • Hallo, liebe Admins!


    Als ich diesen 'Faden' wieder hervorholte, wollte ich nur informieren, keinen 'Glaubenskrieg' lostreten.
    Es könnte doch zeitweise geschlossen werden? Neue Erkenntnisse sind momentan nicht zu erwarten.


    Herzliche Grüße
    Andreas

  • Ja, ich habe noch Fragen: Hast Du selbst Probleme mit der Reinvasion in deiner Imkerei?


    Servus Bernhard


    Ich weiß jetzt nicht, wie oft ich das schon geschrieben hab, aber egal, mach ichs halt nochmal:
    Meine Imkerei steht ziemlich isoliert von anderen. Im Flugkreis ist nur noch 1 Imker mit 25 Völkern und seit 2011 noch ein Jungimker mit ein paar Völkern. Beide behandeln wie ich mit AS85 im Langzeitverdunster, und mit OS im Winter. Das Reinvasionsproblem und das damit verbundene Völkersterben kennen wir nicht. Die restlichen Imker in unserem Verein, bei denen sich die Flugkreise gut überschneiden, können ein anderes Lied singen, trotz gleicher Behandlung wie ich.


    Zitat

    Das bedeutet unterm Strich mehr Brut über eine längere Zeit, richtig? Welche Wirkungen hat das auf die Entwicklung der Varroapopulation?


    Überhaupt gar keine.
    Weil meine Völker dank OS ziemlich Varroafrei auswintern,
    und weil vor der Ablegerbildung eine Drohnenwabe entnommen wird und damit der Varroabestand wieder verdünnt wird,
    und weil sie im Sommer die selbe AS Behandlung wie die anderen Völker bekommen.


    Zitat

    Sind die Ableger im gleichen Maße fähig, daß Volk zu verteidigen und vernünftig zu versorgen? Oder sind die Ableger das schwächste Glied in der Kette?


    Sie sind dank meiner Pflege genauso gut gerüstet fürs Leben wie ein Schwarm.


    Zitat

    Ich kenne eine ganze Menge Imker, die nur noch wenige Völker verkaufen. Den größten Teil der Ableger benötigen sie, um ihre Verluste auszugleichen. Das waren auch Imker, die "nie Probleme mit der Varroa" hatten.


    Deshalb bist Du in einer glücklichen Lage, wenn Du das so unbeschwert praktizieren kannst.


    Tja, so wirds sein. Vielleicht sind ja deine bekannten Imker nicht so isoliert mit ihren Ständen wie ich.....


    Zitat

    Das Posting von Dir, auf das ich antwortete, war zu verallgemeinernd und enthielt Unwahrheiten.


    Das seh ich nicht so. Es enthielt den Stand der Dinge.


    Zitat

    Es gibt zwar Einzelne, die über Ablegerbildung ihre Völker über den Jordan retten. Doch eben lang nicht alle.


    Keiner macht Ableger, um die Alten über den Jordan zu retten, sondern um den Bestand zu verjüngen, und um Völker zu verkaufen. Natürlich überleben bei mir auch 2 oder 3 jährige Königinnen mit ihren Völkern. Meine Zuchtmütter halt ich, solangs geht. Aber sie sind halt im Frühjahr nicht so der Renner bei der Entwicklung.
    Ausserdem machen das nicht einzelne, sondern das ist der Standard. Du darfst dich nicht von der Arbeitsweise der Forenimker blenden lassen, wo sich fast nur Schwarmvermehrer und solche die es werden wollen zu Wort melden. Die Wirklichkeit draussen sieht anders aus. Schwarmvermehrer, so schätz ich mal, weniger als 10%.


    VG
    Günter

  • Die restlichen Imker in unserem Verein, bei denen sich die Flugkreise gut überschneiden, können ein anderes Lied singen, trotz gleicher Behandlung wie ich.


    Komisch - wir sind mit vier Imkern in einem Radius von 3 Kilometern mit einer Gesamtvölkerzahl von 120 Völkern. Das Problem Reinvasion haben wir trotzdem nicht. Es muß also noch etwas anderes sein, was sich zwischen deiner isolierten Lage und deinen Vereinskollegen unterscheidet.



    Keiner macht Ableger, um die Alten über den Jordan zu retten, ..


    Siehst Du - Du kannst es nicht lassen. :wink: Schon wieder eine unzulässige Verallgemeinerung. Keiner ist eine ziemlich absolute Menge. Eine zu große Teilmenge an der Gesamtmenge. Nämlich alle. Du erweiterst also deine Motivation zur Ablegerbildung auf alle Anderen. Eine absolute Verallgemeinerung wird immer für Anstoß sorgen, weil es der Realität nicht gerecht wird.


    Es kann sein, daß die Ablegerbildung früher mal so begonnen hat. Heute erscheint es mir, werden Ableger auch gemacht, um sich vor Totalverlusten zu schützen. Zumindest werde ich mit großen Augen angesehen, wenn ich sage, daß ich keine Ableger mache. Mir wird nicht geglaubt, daß ein Bestand zu halten ist - ohne Ableger.


    Kannst Du auf Ableger ganz verzichten und deinen Bestand halten? Kannst Du für vier Jahre komplett auf Ableger verzichten?


    Gruß
    Bernhard

  • Nun muss ich Summsi doch glatt fragen ob wirklich der gesamte Verein mit 85% AS behandelt oder ob da der Unterschied liegen könnte?
    Dann liegt es am Mittel und dann wäre jemand anderes gefragt um den Imkern eine rechtsichere Behandlung zu ermöglichen, denn meines Wissens nach ist bislang nur 60% ige AS zugelassen.


    LG
    Andreas, der Ableger zur Bstandserweiterung bildet

  • Kannst Du auf Ableger ganz verzichten und deinen Bestand halten? Kannst Du für vier Jahre komplett auf Ableger verzichten?


    Warum sollte das nicht gehen? Ich müßte halt meine Betriebsweise umstellen und auf Schwarmvermehrung setzen.
    Die Frage ist aber: Wozu sollte das gut sein?
    Meine Imkerei würde in der Rentabilität ziemlich abnehmen, eben weil ich keine Völker mehr zu verkaufen hab,
    Weil schwärmende Völker weniger/keinen Honig mehr bringen,
    Weil ich weniger Völker halten kann, weil so eine Betriebsweise wesentlich zeitintensiver ist.
    Ergo:
    Mehr Zeit investieren
    Weniger erwirtschaften.
    Bei mir wäre dann die Grenze erreicht, wo ich sagen würde: Imkerei ist ein schlechtes Geschäft, ich reduzier meine Völkeranzahl von 15 auf 2 oder 3 und machs dann wirklich nur noch als kleines Hobby für den Eigenhonigverbrauch.
    So würden bestimmt noch etliche Andere rechnen und schwupps ist die Gesammtvölkeranzahl in Bayern wieder gesunken....


    Damit hälst du zwar deine Völker ein klein wenig natürlicher aber der Natur insgesammt hast du einen Bärendienst erwiesen.


    Auf meinen Fall bezogen: Mein Nachbarimker ist über 80. Da braucht man kein Hellseher sein um zu behaupten: Seine Imkertage sind gezählt. Ich reduzier auf 3, bleibt noch der Jungimker mit 3 Völker. Völkeranzahl reduziert von 43 auf 6 und das auf einer Fläche von ungefähr 50 km².
    Soviel zum Naturschutz
    VG
    Günter

  • Ich müßte halt meine Betriebsweise umstellen und auf Schwarmvermehrung setzen.


    Das verstehe ich nicht. Wozu brauchst überhaupt eine Vermehrung? Wenn 100 % über den Winter kommen und Du jedes Jahr neue Königinnen zusetzt? Etwaige Sturm-, Mäuse- und andere Schäden sind Ausnahmen, die gut auszugleichen sind.


    Gruß
    Bernhard

  • Moin,
    ich habe vor einigen Tagen einen Film über Heuschrecken gesehen.
    Da wurde ich an den Anfang dieses Freds erinnert,
    Die Änderung des Vermehrungsverhaltens.
    Jedes Mal, wenn die Beobachtungsposten den Schlupf der jungen Heuschrecken melden, rücken Hunderschaften mit Flugzeugen, Autos und Tankwagen mit Spritzgiften aus.
    Es sind unglaubliche Mengen/Tonnen an Insektengiften die dann versprüht werden.
    Ergebnis : Es werden jedes Jahr mehr Heuschrecken, die bekämpft werden müssen, weil........
    immer mehr, oft das zehn,-oder hundertfache und mehr an Eiern abgelegt wird, und damit die Anzahl der Milben, ääähh der Heuschrecken, sich weiterhin noch schlimmer erhöht.
    so ähnlich vermute ich das bei unserer Varroamilbe.
    BEKÄMPFUNG ZWECKLOS, nur Gewinne für die Giftmischer !!!!
    Gruß
    Helmut