Reinvasion - aber so stark?

  • VDM  
    ich habe den Bericht auch gelesen, und es bestärkt mich in meiner schon lang vertetenen These, dass es die/eine Reinvarsion auf jeden Fall gibt, dass diese nicht unterschätzt werden darf, und dass nur eine Flächenbehandlung mit einem einheitlichen zugelassenen System der Varroa Herr geworden kann.


    viele Grüsse an die "Platte" aus Stuttgart Weilimdorf


    Joachim

  • Und ich bleibe dabei, das flächendeckende Völkerzusammenbrüche auch andere Ursachen haben müssen. Oben stehende Aussage bestätigt das.:wink:


    Hallo Günther,


    bin immer begeistert von Deinen Beiträgen.


    Wäre es möglich in einen neuen Thread etwas von Deiner Taktik in Sache Varroa zu erfahren?


    oder kannst Du mir per PN da was sagen, schreiben


    würde mich wirklich interessieren


    lG und schöne Weihnachten


    Ich behandle nicht mehr mit Säuren

  • Und ich bleibe dabei, das flächendeckende Völkerzusammenbrüche auch andere Ursachen haben müssen.


    Haben können, nicht haben müssen.


    Bei uns am Lehrbienenstand gabs einen interessanten Versuch: Aus einem Volk wurde eine "Handvoll" Bienen entnommen, mit Mehl bestäubt, so dass sie gut sichtbar weiß waren, dann hat man sie fliegen lassen. Wer jetzt annimmt, daß sie wieder in "ihr" Volk zurückflogen, ist aufm Holzweg. Vor jedem Flugloch der 15 Völker sah man weisse Bienen, schön verteilt auf alle Völker.


    Schönen heiligen Abend noch
    Günter

  • Zitat

    Aus einem Volk wurde eine "Handvoll" Bienen entnommen, mit Mehl bestäubt, so dass sie gut sichtbar weiß waren, dann hat man sie fliegen lassen. Wer jetzt annimmt, daß sie wieder in "ihr" Volk zurückflogen, ist aufm Holzweg. Vor jedem Flugloch der 15 Völker sah man weisse Bienen, schön verteilt auf alle Völker.


    Scherzkeks!:lol: Zurückfliegen kann nur der, der weiß, wo er wohnt.
    Über Tag sind bei Volltracht verdammt wenig Flugbienen zuhause (und die hängen meist irgendwo unten rum), und Jungbienen, womöglich noch welche, die nicht mal eingeflogen sind, wissen dann nicht wo sie hin sollen....
    Mach das mal mit alten Flugbienen, die du am Flugloch abfängst - da kommen ALLE wieder zuhause an.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Hallo Andreas,


    das es Reinvasion gibt ist einigen Bienenhaltern noch lange nicht klar, der Herbst Sep/Okt, war zum Ende sehr warm mit 25 Grad und mehr, bei solchen Temperaturen können am Tag bis zu 1000 Milben und mehr eingetragen werden.


    Es nützt wenig wenn man gut behandelt hat, aber in der Umgebung jeder macht was er will, ein gleichmäßige Behandlung schließt soetwas aus, die Imker sind sich nie einig, jeder macht was er will, da brauchen wir uns nicht wundern das es jedes Jahr viele Verluste gibt.


    Ein großer Teil hat vom rechzeitigen und richtigen behandeln nicht die Spur wie man was wann macht.
    Schaut man in den Vereinen was da los ist, da brauch man nichts mehr sagen.


    Frohes Fest!

  • SaBiene : okay, die Masterarbeit hatte ich schon, dachte mehr so an neue Erkenntnisse zur Reinvasion...trotzdem danke sehr!


    Ich wollte schon zurückrudern und nie mehr behaupten, daß die meisten Leute, die von Reinvasion reden eigentlich nur nicht mit den 70...80% Milben in der verdeckelten Brut gerechnet hatten.


    (Aber Dein Hinweis mit den Flugbienen war wirklich sehr gut! Stellt den Mehl-Versuch in frage.)


    Gruß Jörg

  • :wink: Jörg, Bienen einmehlen hab ich früher jedes Jahr mehrfach gemacht, wegen der alljährlichen Räuberei in dem Trachtloch im Spätsommer. Da ist noch nie eine anders wohin als stracks nach Hause geflogen.
    Jungbienen aus dem HR sind aber heimatlos, wenn sie beim Abfegen nicht direkt in der Kiste landen, die gehen dann zwangsläufig auch in andere Völker.
    Aber wer einmal eingeflogen ist, kommt normal immer nach Hause - sogar nach Außen-Übernachtung (siehe "Umsetzen auf kurze Distanz" im Sommer, da sind dann so zwei, drei Stunden nach Sonnenaufgang plötzlich ein paar Bienen da, die ihre Kiste am alten Standort suchen und den Umzug nicht mitgekriegt haben.


    Und Orientierungslosigkeit in großem Maßstab hat zu 99,9% was mit PSM zu tun.....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :wink: Jörg, Bienen einmehlen hab ich früher jedes Jahr mehrfach gemacht, wegen der alljährlichen Räuberei in dem Trachtloch im Spätsommer.


    Du sprichst von Räuberei und behauptest, die Bienen fliegen nur zur eigenen Haustür??!!??

    Zitat

    Da ist noch nie eine anders wohin als stracks nach Hause geflogen.


    Tja, da hast du nur nicht richtig hingesehen.


    Zu deiner und Jörgs Beruhigung: Die Bienen waren größtenteils Flugbienen. Wir haben sie nach der Einengung vor der "Haustür" zusammengekehrt.
    Daß sich Bienen auch gern mal im Flugloch irren, seht ihr auch, wenn ihr die Fluglöcher von 2 oder 3 benachbarten Völkern genau beobachtet: Da sind immer wieder mal landende Bienen dabei, die von einem Flugloch zum anderen laufen und sich irgendwie nicht so recht entscheiden können...
    Ob das nun an PSM oder anderen Scheiß liegt oder einzelne Bienen ihr Navi nicht aktualisiert haben ist völlig wurscht. Tatsache ist, daß es passiert, daß Bienen sich verlaufen/verfliegen.


    Das gleiche gilt für die Drohnen. Daß alle Völker im August ihre Drohnen rauswerfen ist sowieso ein Märchen. Ich finde nach der ersten Sommerbehandlung fast in jedem Volk noch Drohnen. Und Drohnen kennen keine Heimat. Wartet man mit der zweiten AS-Behandlung nicht bis mitte September, muß man den Milb-Eintrag der Drohnen noch dazuaddieren.


    VG
    Günter

  • Ein gesegnetes Christfest erst einmal, hallo Jörg!


    Es scheinen erste Ergebnisse ihrer Doktorarbeit zu sein (nicht Master-Arbeit, siehe 'Sabi(e)ne').
    Am Hohenheimer Tag, 11. März 2012, der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Stuttgart-Hohenheim steht sie als Referentin auf der Liste: Eva Frey, Was machen Varroamilben im Spätsommer? Invasionsdruck und Spätvermehrung an Standorten mit hoher Bienendichte.


    Herzlicher Gruß
    Andreas

  • Es nützt wenig wenn man gut behandelt hat, aber in der Umgebung jeder macht was er will, ein gleichmäßige Behandlung schließt soetwas aus, die Imker sind sich nie einig, jeder macht was er will, da brauchen wir uns nicht wundern das es jedes Jahr viele Verluste gibt.


    Michael, du sprichst mir aus dem Herzen.
    So lange es, laut Werner Eggers Umfrage: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=23480&highlight=umfrage+behandeln
    über 5% Nichtbehandler gibt, die sich über die Behandlungspflicht hinwegsetzen, sowie weitere 19%, die nicht ausreichend behandeln, wird es in Gegenden mit hoher Imkerdichte immer wieder zu katastrophalen Ausfällen kommen.
    Dazu kommt noch, daß der Nichtbehandler mehr Völker als der Durchschnitt bewirtschaften muß, weil er ja davon ausgehen muß, daß ein Großteil seiner Völker zusammenbricht.


    Wenn man Werners Umfrage als Repräsentativ ansieht, kann man sagen, daß ein Drittel der Völker eine potentielle Gefahr für andere Völker darstellt.


    Forschungen und Versuche die angestellt werden um eine Biene zu züchten die mit der Varroa fertig wird, sind wichtig. Aber bitte in Gegenden, die ähnlich Belegstellen, von normal wirtschaftenden Imkern isoliert sind. Wo man hinkommt, wenn "Hinz und Kunz" machen was sie wollen, sieht man ja an den Völkerzusammenbrüchen in Gegenden mit hoher Imkerdichte.


    Das ganze dann auf Mais und Spargel zu schieben um von der eigenen Missetat abzulenken, ist schon mehr als dreist. Meine Bienen stehen in einem der größten Spargelanbaugebiete Deutschlands. Wo kein Spargel wächst, wird Mais angebaut. Sie haben Kontakt zu hunderten Hektar Mais und Spargel (der Rest: Wald und Wiesen). Ich hab keine Varroaverluste (und auch keine "Maisverluste") weil ich relativ isoliert von anderen Imkern bin.(Außer mir noch 2 gewissenhafte Behandler)


    Im angrenzenden Naturschutzgebiet mit vielen Imkern und viel Natur (und kein Mais /Spargel) gibts regelmässig Völkerzusammenbrüche bis 100%!!!!


    Ich hab hier im Forum schon hundertmal gelesen, daß sich Nichtbehandler von Behandler angegriffen fühlen.
    Da Rücksichtnahme scheinbar ein Wort ist, daß im Wortschatz so mancher Nichtbehandler nicht vorkommt, müssen sie sich deshalb nicht wundern.


    So, habe fertig
    Ein schönes Fest noch
    Günter