Neuling braucht mal Rat wegen Varroabehandlung mit Ameisensäure

  • Hallo,


    ich bin noch recht neu hier im Forum und habe bislang nur Beiträge gelesen muss aber nun selber eine Frage stellen. Ich habe Anfang des Jahres mit der Imkerei begonnen und einen Kurs besucht der sich über dass Jahr 2011 gestreckt hat und habe seit einigen Wochen auch einen Ableger und ein Volk im eigenen Garten. Das Volk auf 2 Zargen Segeberger Beute DNM habe ich vor wenigen Wochen von einem anderen Imker gekauft da war es bereits einmal behandelt mit Ameisensäure 60%. Dann habe ich es eingefüttert und habe nun vor wenigen Tagen mit der 2 Ameisensäurebehandlung begonnen. Bei unserem Kurs wurde geschult das pro Rähmchen 2ml AS gerechnet wird bei 22 Rähmchen wären das ca. 40ml AS und das ganze dann 3 mal durchführen das man am Ende auf ca. 120 ml AS kommen soll. Zwischen den Durchgängen sollen immer 2 - 3 Tage liegen. Durchführen wollte ich das ganze mit der Schwammtuchmethode von oben. Bei dem 2 Durchgang mit der AS habe ich dann aber festgestellt dass viele Bienen ich schätze mal 100 Stück tot vor der Beute lagen und anscheinend die AS nicht vertragen haben. Tote Milben habe ich auch gefunden also war die Behandlung sicher in dieser Richtung erfolgreich aber die vielen toten Bienen machen mir doch etwas Sorgen wobei ich wiederum gelesen habe das die Behandlung vor allem Jungbienen zum Opfer fallen wenn dies nicht der Fall ist war die Dosierung nicht ausreichend. Bei dem Ableger habe ich mit der selben Dosierung gearbeitet allerdings nur knapp 20ml AS da der Ableger nur auf 1 Zarge sitzt. Könnt Ihr mir hierzu einen Rat geben ?

  • ich vermute die AS ist zu schnell verdunstet was zu einer erhöhten Konzentration in der Stockluft führte. Es gibt diverse Verdunster mit denen dies vermieden wird, ich für meinen Teil benutze den von Dr. Liebig mit 85% AS (Liebig Dispenser). Außerdem sei angemerkt dass eine Auffütterung im Oktober die Winterbienen zu stark beansprucht, was deren Lebenserwartung verkürzt, jedenfalls ist das eine weit verbreitete Meinung, da ich selbst noch im 1. Jahr bin kann ich nicht aus Erfahrung sprechen.


    Alles Gute

  • Hallo Lipper,


    alle beantworteten Fragen und die komplette Anleitung nochmal hier


    Es ist sehr warm gewesen in den letzten Tagen, hast Du gekühlte AS genommen und abends behandelt?
    Sonst könnte es zu schnell gegangen sein aber tote Bienen sind nicht unüblich, steht alles unter dem Link.


    Per se 3x in folge in diesen Abständen ist wieder mal "Schema F", was gar nicht unbedingt sein muß.


    Sonniges langes Wochenende


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Lipper!


    100 tote Bienen brauchen dir keine Sorgen zu bereiten. Wenn du vorher bei einem starken Volk um diese Jahreszeit 15000 Bienen hattest, dann hast du eben jetzt nur noch 14900 Bienen. Frisch schlüpfende Bienen und offene Brut vertragen die AS schlecht. Dass oftmals die offene Brut ausgeräumt wird, ist bei AS-Behandlung als normal anzusehen. Die Königin sollte die AS-Behandlung schadlos überstehen, ansonsten wäre alle Mühe umsonst gewesen. Ein Königinnenverlust kommt bei der Schwammtuchmethode aber leider immer wieder vor.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Marion,


    die AS war nicht gekühlt und behandelt habe ich beim zweiten Durchgang abends ca. 17:30 Uhr. Es war da aber doch noch warm ging aber nicht anders da wir weg mußten und erst spät wieder nach Hause gekommen sind. Bei dem ersten Durchgang war es auch abends allerdings schon fast dunkel. Mit der gekühlten AS werde ich das nächste mal arbeiten. Woher weiß ich denn ob ich noch ein drittes mal behandeln muss ? Es fallen nach dem zweiten Durchgang noch immer Milben wenn auch nicht mehr so viele wie nach dem ersten Durchgang. Was mich auch wundert einige Milben sind anscheinend noch nicht kpl. tot da sie auf dem Brett welches ich unter die Beute geschoben habe herumkrabbeln. Kann es eventuell sein dass sie sogar in die Beute zurückkrabbeln ?

  • Nach dem Link von Marion weiss ich nicht mehr, ob ich lieber eine Beschreibung vom Drohn oder von Henry haben möchte... Wieso? Lest selbst:

    Henry schrieb:

    Eigentlich basiert die gesamte Schwammtuchmethode auf dem Vorhandensein von Gras, welches dann patrtiell eingeht.


    Henry schrieb:

    Drittens fallen die Milben nur wenige Sekunden lang. Selbst wenn sie sich in einer zweizargigen Beute ganz oben direkt beim Tuche vergiften... ehe sie nach dem Sturz durch den hohen Boden auf die Windel klatschen.


    Nachdem ich aber gesehen habe dass die zitierten Beiträge von Henry aus 2006 stammen, sein qualifizierter Beitrag zum Schwarmfangrohr aber aus 2009, vermute ich mal er hat in den drei Jahren dazwischen einiges gelernt... :wink:


    Aber zum Thema:
    Um den Erfolg der Behandlung zu beurteilen, solltest Du vorher am unbehandelten Volk den natürlichen Milbenfall ermitteln, daraus kannst Du auf die Milben-Gesamtzahl im Volk schliessen (siehe Link, Seite 3).
    Wenn diese Anzahl an Milben dann gefallen ist, war die Behandlung erfolgreich.

  • :lol::lol: aber gerade diese "Tonlage" macht doch einen zusätzlichen Unterhaltungswert aus, gerade bei Sir Henrys Kommentaren.


    1:1 Inhalte ziehen is nicht.


    Gut, dass ich ein bisschen Gras vor den Beuten hatte dieses Jahr, was hätt ich sonst nur gemacht ? :wink:


    Grüße


    Marion



    Dem Beitrag von Chris braucht man eigentlich nichts hinzuzufügen. Es fallen Milben nach der Behandlung, klar. Aus den danach schlüpfenden Zellen fallen im Anschluss immer noch die mit-"eröffneten" toten Milben. Die sollte man nicht als Anlass nehmen, nochmal nachlegen zu müssen.
    Der natürliche Milbenfall setzt erst später wieder ein.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Auweia,
    auch ich habe bei ein paar Beuten kein Gras unmittelbar vor- bzw. unter den Beuten.:daumen::p
    Nun frag ich mich, ob es auch reicht einen grünen Kunstrasen für nächstes Jahr aus zulegen.
    Vielleicht reichen auch ein paar Grashalme, die zwischen den Pflastersteinen wachsen.:wink:
    "Ironie aus."
    -LG Uwe

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • Nun frag ich mich, ob es auch reicht einen grünen Kunstrasen für nächstes Jahr aus zulegen.


    Wenn der aber nicht halbwegs aus Recycling-Kunststoff ist, kannste das vergessen. Und nimm keinen nachwachsendes Plastik mit WWF-Siegel, damit förderst Du nur unnötig die Vermaisung.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter