Und wieder ein Neuling mit Fragen!

  • Hallo,


    ich habe mich gestern hier (nach langem Lesen) angemeldet.


    Zu meiner Person:
    Ich komme aus dem schönen Vorgebirge Swisttal, was an der Eifel angrenzt. Ich bin 39 Jahre und bin von Beruf Trainer sowie Tech. Berater. Lebe mit meinen Zwillingen und Freundin im eigenen Haus mit Garten.


    Ab nächstes Jahr möchte auch ich mir 2 - 3 Völker halten. Nicht aus konventionellen Gründen sondern nur als Hobby, wo vielleicht noch ein Paar Gläser Honig anfallen.


    Auch wenn nicht jeder zur Bienenhaltung mit der Bienenkiste tendiert und überzeugt ist, hab ich mich dazu entschlossen damit meine ersten Gehversuche zu starten. Ich habe bewusst nicht dieses Jahr damit angefangen, weil ich nichts überstürzen wollte und schließlich auch 39 Jahre ohne ausgekommen bin. Jetzt,wo ich etwas zur Ruhe gekommen bin, denke ich das der richtige Zeitpunkt gekommen ist.



    Als Standpunkt für meine ersten Bienen dachte ich zuerst an meinem Garten, aber ich bin mir nicht sicher ob die Nachbarn keine Angst bekommen bzw.die Bienen den Nachbarn stören.


    Dann habe ich mich nach anderen Standpunkten umgesehen und von einem Bekannten angeboten bekommen, die Bienen entweder an seinen Feldern zu stellen, das im Sommer voll mit Raps steht oder an einem Standpunkt direkt an einer Obstplantage. :Biene:.
    Das Rapsfeld hat eine Größe die nicht zu überschauen ist und man schon ein Fernglas braucht um vom einen zum anderen Ende zu schauen.
    Die Obstplantage ist selbstverständlich kleiner aber trotzdem enorm Groß.


    Nun stelle ich mir die Frage ob ich die Bienen besser an dem Rapsfeld stelle oder doch besser an der Obstplantage!


    Was meint Ihr?
    weiterhin:
    wie sind gerade bei Neulingen die Erfahrungen eine Bienenkiste in den Garten zustellen in Verbindung mit der Nachbarschaft?


    Uwe

  • Also Obst oder Raps ist vermutlich nicht das einzige Kriterium. Es ist bestimmt auch wichtig, was sonst so in der Umgebung geboten ist, den Obst und Raps gibts ja nur zu ganz bestimmten Zeiten (wobei hier ein Rapsfeld stehen geblieben ist, da bedienen sie sich immer noch eifrig). Aber dazu lass ich mal die Profis schreiben.


    Zur anderen Frage: Ich habe zwar keine Bienenkiste sondern ganz normale Beuten. Ich hab die einfach mal aufgestellt und dann bei den Nachbarn gefragt (nicht nachahmenswert...). Bevor ich bei den Nachbarn gefragt habe, habe ich über Dritte erfahren, dass deren Kind eine Wespenallergie hat und darum schon die Befürchtung, dass es Vorbehalte geben können. Ich bin dann auch auf sie zugegangen mit der Info, dass die Bienen in der Regel harmlos sind, dass ich aber wenn sie es wollen die Bienen sofort anderweitig unterbringe. Davon war allerdings keine Rede, sie waren glücklich über die Bienen in ihren Obstbäumen und haben sich total gefreut, als dann der Schwarm in ihrem Birnbaum niederging. Das Kind (das auch eine Bienenallergie hat) mußte aber Sicherheitsabstand wahren (und zwar großzügigen, was im 2000m²-Garten kein Problem war).

  • @ Mika@
    ich wohne jetzt etwa 2 Jahre in dem Haus und möchte demnächst, auf der gleichen Straße, ein weiteres Haus kaufen. Die Nachbarn ( und alle Anderen ) sind super Lieb!:daumen: Das soll natürlich auch so bleiben. Das ich ein Hang zur Natur habe ( Igelhaus, Fischteich usw. ) wissen die bereits und finden das auch alles ok. Hinter meiner Garage habe ich eine Fläche von 3X3 Meter die ich eigentlich vorgesehen hatte um eine Bienenkiste aufzustellen. Rechts davon steht ein großer Kirschbaum. Ich möchte einfach nicht das SUPER NETTE Verhältnis zur Nachbarschaft stören. Trotzdem juckt es mir in den Fingern auch im Garten ein Volk zu hallten.


    Gibt es eine Faustregel in welchen Radius zur Beute ( Bienenkiste ) die Bienen überhaupt auffallen würden? Also, mal angenommen ich sage mir: " ich stelle mir eine in den Garten". Würden die Nachbarn das eigentlich überhaupt wahrnehmen könne?

  • Hallo ich habe 2 Völker im Garten neben dem Haus. die Nachbarin durch einen bewachsenen Zaun getrennt hat das glaube ich noch garnicht bemerkt. Ich finde schon 2 Meter neben der Beute sind schon kaum noch Bienen wenn sie hoch abfliegen.

    Wo kämen wir den hin wenn jeder fragt wo kämen wir den hin und keiner geht um nachzusehen wo wir hinkämen


  • Moin Uwe und willkommen hier,
    stell die 2-3 Völker erst mal in deinen Garten.
    Da kannst du öfter mal am Flugloch gucken als in der Ferne.
    In aller Regel stören die paar Völker in der Nachbarschaft nicht.
    -Uwe

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • Hallo Uwe,
    willkommen hier im Forum, wünsche viel Spass und gute Unterhaltung!
    Ich erzähle dir was ich gemacht habe:
    Ich habe zur Rechten und zur Linken einen "Lieben!!!" Nachbarn.
    Ich habe mir auch wie Du eine Ecke von 3 x 3m ausgesucht, die Beute mit dem Flugloch nach
    Osten gedreht und in zweieinhalb meter Abstand eine grün angepinselte Strohmatte von 2m Höhe am
    Zaun befestigt. Die Bienen fliegen wie ein Senkrechtstarter nicht nur hoch sondern auch runter.
    Was der Nachbar davon mitbekommt sagt folgendes:
    Der Nachbar fragt ca 4 Monate nachdem ich die Strohmatte aufgestellt hatte, was das mit der
    Matte solle? Warum ich die aufgestellt hätte?
    Wegen meinen Bienen!
    Was ? Du hast Bienen? Ich habe seit kurzem eine Bienenallergie!
    Meine Antwort:
    Ich kenne dich ja schon über 20 Jahre, ich habe mir gedacht das du eine Bienenallergie hast,
    genau deswegen habe ich die Matte aufgestellt! So lange die Matte grün ist fliegen sie nicht
    zu dir rüber, aber wenn sie wieder verblasst und ist hellbraun, dann müssen wir aufpassen,
    dann fliegen sie auch wieder zu dir rüber !!
    Nachbar:
    Ja, da hast du recht, ich habe hier noch keine Biene gesehen!


    Tja, so kann es gehen. Seit Jahrzehnten keine Bienenallergie,
    aber ab dem Moment wo der rechte oder linke Nachbar bienen aufstellt, hat er eine Allergie.
    Super ist das immer wieder :-)


    gruss
    rudi

  • :lol: Wenn du schlau bist, erzählst du deinen Nachbarn erst ein Jahr später davon, "die stehen doch schon das 2. Jahr da"...:cool:
    Wenn du die Bienen zu hohem Abflug zwingst, mittels Hecke oder Matte, wird niemand etwas merken (außer natürlich, wenn ein Schwarm abgeht).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • @HonigBombus@


    Das ist ja ein Zufall. Auch ich habe in meinen 3x3 Meter Strohmatten stehen, zwar nicht in Grün aber auch etwa 1,6 Meter hoch. Die Nachbarn rechts von mir würden bestimmt nichts sagen, da Sie ihren Garten sowieso nicht nutzen. Links von mir wohnt jemand der bei den Grünen ist. Bei diesen netten Nachbarn hatte ich schon mal angedeutet das ich Bienen toll finde und seine Antwort war " BIENEN? mhhh".


    2 Fragen hab ich aber noch, wo ich noch keine Antwort drauf habe:


    a) Warum soll eigentlich der eigentliche Arbeitsaufwand bei der Bienenkiste geringer sein als bei der herkömmlichen Bienenhaltung?
    b) Ich habe gerade bei Dir gelesen das Du das Flugloch nach Osten ausgerichtet hast. Soll das nicht Richtung Süden zeigen?



    Uwe

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von uwe jur. () aus folgendem Grund: Fehler in der Beschreibung

  • Hallo Uwe,
    erstmal auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum der Bienenverrückten.
    Zur Bienenkiste kann ich Dir aus eigener Erfahrung nichts sagen. Dafür aber zum Völker aufstellen im Garten.
    In meinem Garten stehen seit mehr als 30 Jahren meinen Völkern (durchschnittlich 8-10). Zu Nachbars Grenze sind es 12 m. Vor der Flugfront ist eine Hundsrosenhecke max. 1,30 hoch, im Frühjahr alle zwei Jahre auf Stock geschnitten. In diesem Garten tummeln sich alle Mitbewohner, z.Zt auch 4 Kleinkinder. In diesem Jahr gab es genau einen Stichunfall, nackter Fuß eines dreijährigen auf Weißkleeblüte.
    Von den Nachbarn gab es noch nie eine Aussage zu einer "Belästigung".
    Also mach Dir mal keine so großen Sorgen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Also wenn ich das soooo lese, dann kommt wieder der Gedanke zurück, mir eine Kiste in den Garten zu setzten.


    Jetzt kommt aber erst mal der Winter und eine Menge Theorie auf mich zu. Im Frühjahr werde ich das dann in Angriff nehmen und vielleicht gehöre ich ja dann zu denen ( Imker Anwärter ) die Heute noch eine Bienenkiste möchte und letztendlich dann herkömmlich Imkert :u_idea_bulb02:


    Uwe

  • Uwe, ich kann nicht nach Süden ausrichten, wenn ich dran denke wie warm es in der Beute werden könnte.
    Die armen Propellerbienchen, tun mir jetzt schon leid.
    Ich kann keinen Schatten auf die Beute bringen wenn ich sie nach Süden stelle.
    gruss
    rudi

  • Hallo!


    Als ich vor einigen Jahren mit der Bienenhaltung angefangen haben, standen meine ersten vier Völker auch im Garten hinterm Haus. Dann fing der Ärger mit den Nachbarn an. Eines der Kinder reagiert allergisch auf Stiche. Als der Nachbar dann mit Rechtsanwalt und Gerichtsverhandlung gedroht hat, habe ich um des lieben Friedens willen meine vier Völker auf eine Wiese am Ortsrand verfrachtet. Mittlerweile habe ich dort einen schönen Bienenstand, habe einige Apfelbäume gepflanzt und verbringe einen guten Teil meiner freien Zeit dort. Es ist für mich ein Rückzugsraum geworden, den ich heute sehr schätze.


    Wenn ich noch mal am Anfang mit den Bienen stünde, würde ich gleich "aussiedeln".


    Gruß vom Sammler

  • Hallo,


    auch ein Willkommen.
    Das mit dem Hohen Abflug ist schon OK aber je nach Leut und je nach Einstellung zur Biene, dem Insekt an sich und überhaupt kann es schon nüllige Menschen geben.
    Selbst wenn`s nur blöd ist, dass sie sich über die lästigen Wespen beklagen und aus versehen dann von Bienen sprechen :roll:
    Das kommt drauf an, Du kennst die Nachbarn besser.


    Mit Bienenkiste denk ich mal, ist der Raps nicht so klasse, weil der Honig in der Wabe bereits fest wird, wenn du ihn nicht abnehmen und sofort ernten kannst. Eine Bienenkiste ist vielleicht auch nicht das Optimale in so einer massiven Massentracht wegen der nicht bestehenden Möglichkeit für neuen Platz sorgen zu können.
    Obstplantagen sehen klasse aus, hören sich primär erstmal wertvoll an aber da solltest Du Dich genau umhören, denn hier wird häufig feste gespritzt ohne Rücksicht auf die Immen - und oft was anderes versprochen. Nutz hier mal die Suchfunktion zum Thema.


    Viel Erfolg schon beim Weiterbilden und der Entscheidungsfindung!


    MArion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Uwe,
    wegen der Beuten-Art:
    ich wollte auch mit der Bienenkiste anfangen zu imkern, habe mich aber nach längeren überlegen und informieren für eine Magazin-Beute mit Zander-Rähmchen (bei uns in der Gegend üblich) entschieden.


    Ich muss sagen im Nachhinein hat das Imkern in Magazinbeuten sehr viele Vorteile: du kannst Ableger kaufen, du kannst verschieden hohe Honigräume aufsetzten und das wieviele du willst, du hast als Anfänger einfach den besseren Überblick mit den einzeln ziehbaren Rähmchen und vor Allem gibt es bei mir in der Gegend niemanden der mit der Bienenkiste imkert also kann ich mich als Magazinimker besser mit anderen Imkern austauschen (Informationen und Gerätschaften).
    Aber das ist nur meine Meinung und es gibt sicher auch Vorteile bei der Bienenkiste.


    Gruß,
    Hannes