Hinterbehandlungsbeuten: Wie viel Winterfutter ist empfehlenswert?

  • Hallo Imker, die mit Hinterbehandlungsbeuten Erfahrung haben,


    Ich habe bei meinen Völkern nun 13,5kg Zuckersirup eingefüttert. Wie viel Futter brauchen Völker in Hinterbehandlungsbeuten im Winter?
    Wie lange kann man einfüttern?


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hallo Friedrich,


    ich füttere 10l Sirup bei nornalen Völkern (12 Waben). Letztes Jahr hatte ich aber auch ganz schwache, die mit deutlich weniger über den Winter gekommen sind und im Mai genau so stark waren wie die andern.
    Im Moment habe ich noch 2 solche Mickerlinge (ein zu später Ableger und ein AS-Behandlungsfehler), diese beiden werde ich so lange füttern, wie sie etwas abnehmen. Mal sehen ...


    Gruß Jörg

  • Wenn du einräumig überwinterst, sollte man so viel füttern, bis die Bienen nichts mehr abnehmen, bei diesem schönen Spätsommerwetter nehmen die Bienen auf jeden Fall noch Futter ab, wenn noch Platz in der Beute ist. Man kann ja schlecht die Kippkontrolle machen, aber man könnte den Futtervorrat schätzen. Dazu muß man aber das Volk auseinander nehmen, dies ist ja auch nicht das Beste in der Jahreszeit. Ein Grund warum ich auf Magazine umgestellt habe :-).


  • Ich habe bei meinen Völkern nun 13,5kg Zuckersirup eingefüttert. Wie viel Futter brauchen Völker in Hinterbehandlungsbeuten im Winter?
    Wie lange kann man einfüttern?


    Man sollte spätestens aufhören, wenn die Wabe am Fenster voller Futter getragen wird. Dann ist ansonsten nirgendwo mehr Platz in der Beute.


    Ich füttere in der Regel nicht mehr als 8 Liter ein.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Danke für die Antworten.
    Letztes Jahr habe ich 9kg eingefüttert. War allerdings im Oktober zu spät, jedenfalls hat nur ein Volk den Winter überlebt.


    Nun habe ich noch zweiräumige Völker, die sich dieses Jahr so prächtig entwickelt haben, hohen Milbenbefall hatten, bevor ich sie zweimal mit dem nassenheider Horizontalverdunster behandelt habe, dass sie noch immer genügend Bienen für den zweiten Raum haben. Wie viel sollte ich bei Völkern mit 20 Waben einfüttern? Gibt es vielleicht so eine Faustregel wie viel pro gut besetzter Wabe?


    Wenn ihr im Frühjahr noch überschüssiges Futter habt, entnehmt ihr es und wenn ja wann?


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hallo Friedrich,


    bisher habe ich von Anfang August bis zum 15. September gefüttert - wie bereits gesagt einfach so viel sie abnehmen. Bei meinen großen Völkern (Buckfast in 10er Dadant) waren das bis zu 25 Liter Sirup. Sicher wird davon auch ein Teil "verbrütet".
    Die Hinterbehandlungsbeuten-Völker werden entweder ökonomischer mit dem Winterfutter haushalten - weil sie ja nicht so "kalt" stehen oder sie werden früher in Brut gehen und doch ganz viel Futter verbrauchen ... oder sie passen Ihr Brutgeschäft den Futtervorräten an...
    Sicher kommt das auf sehr viele Randbedingenungen (Rasse, Jungvolk/Altvolk, Klima, Tracht/Gegend usw.) und man kann das sicher nie 100%tig vorausplanen.


    Gruß Jörg

  • Ich habe bei Bruno Becker gelesen, dass er nicht vor September einfüttert, solange die Bienen noch genügend Futter haben bzw. finden.
    Also ich werde am 06.10.2011 noch ein letztes Mal 4,5 kg geben. Danach kommt am 14.10.2011 die Resteentmilbung über 10-14 Tage mit 60%iger Ameisensäure. Wo bekommt man eigentlich 85%ige Ameisensäure?


    Wie füttert man eigentlich im Blätterstock ein? Also mit welchem Futtergeschirr?


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Danach kommt am 14.10.2011 die Resteentmilbung über 10-14 Tage mit 60%iger Ameisensäure. Wo bekommt man eigentlich 85%ige Ameisensäure?


    Hallo Friedrich,


    "Restentmilbung" mit AS im Oktober wäre mir nicht bekannt.
    Warum wartest Du nicht auf optimale Bedingungen (Brutfreiheit voraussichtlich Anfang Dezember)
    und behandelst dann mit Deinem Verdampfer?

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo Friedrich,
    egal was Herr Becker da schreibt.
    Überlege mal, wie deine AS Mitte Oktober bei Tagestemperaturen von 14,15,16° verdunsten soll. Nachts kann es deutlich gegen 0° gehen?
    So produzierst Du Dir die Völkerverluste fürs nächste Jahr, nicht für diesen Winter, wohlgemerkt.
    Ideen und Vorschläge von anderen übernehmen ist okay, aber vergiss nicht, die ersetzen nicht das eigene Denken. Und verlorene Völker schon gar nicht.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Friedrich,
    Wie viel Du einfütterst ist eine Sache, aber wie viel Futter ist denn in den Beuten eingelagert?
    Überschüssiges Futter kann man im Frühjahr mit den Waben entnehmen wenn das Absperrgitter eingelegt wird und die Waben ohnehin bewegt werden. Bei 10-15 kg eingelagertem Futter hätte ich ein gutes Gefühl, wobei wir hier nicht von Futtermengen in Magazinen reden!


    Grüße
    Thomas

  • Hallo Micheal,


    warum sollte Herr Beckers Betriebsweise nicht funktionieren, wenn er sie doch erfolgreich anwendet?
    Ich weiß nicht genau, in wie weit das Fließtuch des Nassenheider Horizontalverdunsters die Temperatur ausgleicht. Ich meine aber irgendwo etwas von "anwendbar von 10-30°C" gelesen zu haben.
    Was schlagt ihr sonst zur so genannten Restentmilbung in Hinterbehandlungsbeuten vor? Oxalsäure träufeln würde unter Umständen ja noch bei den einräumigen funktionieren, was aber tun bei den zweiräumigen?


    Hallo Thomas,


    also in "Grundwissen für Imker" steht, dass man bei Magazinbeuten bei einräumigen Völkern 10-12kg Futtersirup und bei zweiräumigen Völkern 16-18kg Futtersirup einfüttern sollte.
    Ich schließe daraus, dass wenn ich den einräumigen Völkern 10kg und den zweiräumigen 16kg gegeben habe, genug Futter für den Winter da ist. Zumal sie jetzt immer noch viel gesammelt haben.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hallo Friedrich,
    entscheidend ist immer was vor dem Winter tatsächlich in den Völkern an Futter eingelagert ist, egal was in einem Buch steht. Es gibt auch Völker die verbrüten noch viel etc.
    Deshalb Magazine wiegen oder reingucken, ich weis das das bei Hinterbehandlungsbeuten schwierig ist....aber die brauchen meist nicht so viel Futter.
    Ich hab dieses Jahr nur ein paar Liter Zuckerwasser gefüttert und sonst einfach viel Honig in den Völkern gelassen und hab nun nachdem die Bienen bei ein paar Völkern am Stand die Vorräte geholt haben, da die Völker nicht mehr überwintern, tätsächlich eher zuviel Futter drin, das habe ich vorher auch noch nie gesehen. Wie es bei Dir aussieht weist Du sicher am besten.


    Grüße
    Thomas

  • ... in "Grundwissen für Imker" steht, dass man bei Magazinbeuten bei einräumigen Völkern 10-12kg Futtersirup und bei zweiräumigen Völkern 16-18kg Futtersirup einfüttern sollte.


    Hallo Friedrich,
    derartige Angaben streuen stark und werden wohl auch vom Beutentyp abhängen. Für die Segeberger ist bei 2räumigen Beuten von Schundau ein Auffütterungegewicht von 36kg für Carnica angegeben. Da Leergewicht der Beute mit Leerwaben ist ca. 12kg, 20000 Bienen (Brut mitgerechnet) wiegen ca. 2kg. Somit wird für die Segeberger eine Einfütterungsmenge von 22kg empfohlen, was deutlich von deinen 16-18kg abweicht. Das nur zur Korrektur - zu deinem Problem kann ich leider keine Lösung beitragen. Aber der Ansatz mit der verdeckelten letzten Wabe scheint mit plausibel.
    Gruß Ralph