Kann Puderzuckerdie Säure ersetzen

  • Apidät : Ich halte die Puderzuckermethode für unzuverlässig. Wenn Milben fallen, weiß ich nicht wie hoch der Anteil ist. Ich denke, dass eine Fangwabe nach der Brutentnahme viel effektiver und auch wesentlich einfacher zu handhaben ist.
    Gruß Ralph

  • @ Ralph alias Kleingartendrohn: Mir ist auch klar, dass nur Puderzucker nicht zur Komplettlösung im Varroaproblem beiträgt. Ich habe nächste Saison vor Brutscheunen mit Fangwaben zu bilden. Was ich dann mit den brutfreien, varroabelasteten Bienen in Altvolk und Brutscheune mache ist noch nicht sicher. Oxalsäure, Milchsäure, Puderzucker, Wärme oder vielleicht eine Kombination mehrerer Anwendungen?


    @ Immenhalter: Ich weiß jetzt nicht, ob Resistenz der richtige Begriff ist. Aber wenn ich mir die Beiträge hier, die Vorträge bei Imkerkursen, Artikel in Imkerzeitschriften und Gesprächen mit anderen Imkern im Verlauf der letzten Jahre ansehe, gibt es die Tendenz mit immer hochprozentigeren Säuren immer öfter zu behandeln und die Problematik sich eher verschlechtert hat. Das ist keine wissenschaftlich belegte These, sondern mein persönlicher Eindruck.

  • Ich hab ganz am Anfang auch gedacht, gegen Säure hätten die Milben schlechte Karten, aber der Resistenzprozeß funzt exakt wie immer: jedesmal überleben Milben, wenn auch vielleicht nur knapp, aber sie überleben und vermehren sich (im Gegensatz zu den Dahingerafften :lol:), und so werden mit jeder Behandlung gnadenlos säurefestere Milben ausgelesen.
    Es gibt kein Gift, was eine Population von irgendwas zu 100% killt - das gilt nach wie vor.
    Und wer nicht dran stirbt, beglückt seine Nachkommen mit erhöhter Resistenz.
    Klassische Beispiele Ameisen/Termiten/Kakerlaken/Ratten, etc.


    Wenn jetzt alle anfangen würden, mit diversen Stäuben wie Puderzucker zu arbeiten, dessen Wirkung in erster Linie auf Aufhebung der Haftwirkung der Fußlappen der Varroa abzielt, würden wir damit langfristig Milben züchten, die besonders haftende Füße hätten.
    Und so leid es mir tut, bei Lothars Wärmebehandlung kämen langfristig auch nur temperaturfestere Milben bei raus.


    Wichtig wäre also ein ständiger Wechsel zwischen allen wirksamen Methoden, oder Kombinationen in einem Milbenzyklus.
    Ansonsten können wir nur die Bienen auf Varroajagd, sehr hohen Putztrieb, und Milbenfüße abbeißen auslesen, das scheint ihre eigene bevorzugte Methode zu sein.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • [...]


    Ansonsten können wir nur die Bienen auf Varroajagd, sehr hohen Putztrieb, und Milbenfüße abbeißen auslesen, das scheint ihre eigene bevorzugte Methode zu sein.:wink:


    Deswegen finde ich ja die Puderzuckermethode so interessant: Bienenvölker mit besseren Putztrieb werden größeren Erfolg haben. Natürlich "züchtet" man auch Milben mit besseren Haftbeinen, aber persönlich schätze ich eine schnelle Verträglichkeit der Milben gegen Säuren höher ein.

  • Hallo Luxnigra,
    braucht es dafür nicht:
    viel Futtersaft ergibt kürzere Verdeckelungszeit.
    Kürzere Verdeckelungszeit verhindert Paarung der Milbe in der Zelle und Heranreifen der jüngeren Milben.
    Daraus ergibt sich weniger Milben.
    Der einfachste Weg: Einkreuzen von Bienenherkünften mit kürzerer Verdeckelungszeit.
    Aber da geht keiner ran.
    Weil diese Herkünfte aggressiver sind und schwarmfreudiger.
    Aber diese Negativpunkte könnte man unter Erhalt des positiven Punktes "Kurze Verdeckelungszeit" ausmerzen.
    Wozu unterhalten wir denn eine große Anzahl sicherer Belegstellen?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Zitat

    Wozu unterhalten wir denn eine große Anzahl sicherer Belegstellen?


    :lol::lol:
    Definiere *sicher*.:cool:
    Bei 35km/Woche wandernden Drohnen....:cool:
    Seit der Nummer von Harry (schon sehr lange her), der drei Wochen lang täglich jeden frisch geschlüpften Drohn blau markierte, und welche dieser markierten Drohnen bei einem Freundesimker knapp 3 Wochen und 80km später wieder fand, hab ich ganz arge Zweifel, was begattete Königinnen definierter Herkunft angeht.....:cool:


    Und plättchenverlierende Königinnen kann es eigentlich im Zeitalter der Cyan-Kleber auch nicht mehr geben.:cool:


    Ganz brutal: die Bienen machen, was sie wollen - man kann das akzeptieren oder leugnen.
    Sich damit abzufinden, daß der Imker eben NICHT der Bienenmeister ist, dürfte das rationalste sein.:Biene:

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    Bruce Springsteen

  • Deswegen finde ich ja die Puderzuckermethode so interessant: Bienenvölker mit besseren Putztrieb werden größeren Erfolg haben. Natürlich "züchtet" man auch Milben mit besseren Haftbeinen, aber persönlich schätze ich eine schnelle Verträglichkeit der Milben gegen Säuren höher ein.


    Die Milben werden doch nicht zwingend resistenter gegen die Ameisensäure.


    Es gibt jetzt schon seit ca 100 Jahren Autos und genausolange Rehe, die von diesen angefahren werden. Manche überleben das, manche nicht. Aber bisher ist noch keine Tendenz zu erkennen, dass sich seither Wildunfallresistente Rehpopulationen aufgebaut haben.


    Was siehst du als Indiz, dass Säuren nicht mehr wirken/Milben dagegen resistent sind? Die Säuren sind nur im Herbst im Einsatz, reichern sich nicht im Wachs an, so dass eine stete Gewöhnung an die Substanzen über das Jahr (und dadurch Auslese während dieser Zeit) ausgeschlossen werden kann.


    Stefan

  • Die Milben werden doch nicht zwingend resistenter gegen die Ameisensäure.


    [...]


    Stefan


    In meinem Beitrag #17 habe ich schon versucht zu erklären warum ich an eine Art von "Resistenz" für möglich halte. Wenn ich zum Besispiel die Behandlungsempfehlungen der Imkerzeitschriften im Verlauf der letzten Jahre anschaue, werden immer hochprozentigere und öftere Anwendungen empfohlen. Ich bin kein Biologie-Wissenschafter und ich weiß, dass das kein Beweis ist, aber für mich ein Indiz.


    Deine Reh-Vergleichs-Theorie halte ich für ziemlichen Humbug. Zuerst wollte ich nicht darauf eingehen, aber jetzt trotzdem meine "Erklärung" dazu: Für Wild gefährlichen Verkehr (Anzahl, Geschwindigkeit) gibt es noch keine 100 Jahre. Schau dir mal Filme nach dem 2. WK an! Außerdem ist mit Autos nur eine zufällige und kleine Anzahl der Rehpopulation betroffen. "Resistenzen" gegen Jäger wären viel effektiver. :- ) Bei Varroamilben hingegen überleben nur die, die mit der Säure besser klar kommen. Es findet also eine bewusste Selektion statt.


    Euer Apidät

  • ...Bei Varroamilben hingegen überleben nur die, die mit der Säure besser klar kommen


    Fragt sich nur, ob die "nur" angeätzten dann noch Lust auf Vermehrung haben...
    Ich sehe in Säure und ätherischen Ölen das kleinere Übel.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.