Ferndiagnose erbeten

  • Moin Gemeinde,


    ich weiß, Ferndiagnosen sind nicht der Weisheit letzter Schluß, aber da mein Imkerpate nicht zu erreichen ist in der nächsten Zeit, hoffe ich auf euren Rat...


    Situation:
    Seit drei-vier Tagen sieht es vor dem Flugloch eines meiner Völker so aus:



    Das Ganze ist klebrig, riecht nach nix (also nicht "eklig", süß, sauer oder so) scheint aus Wachspartikeln zu bestehen, welche mit Honig vermischt sind.
    Im Stock selber ist aber nichts von dem Zeug zu sehen. Meint, wenn ich das Flugloch-Brett rausnehme, konzentriert sich der Dreck echt nur auf den Bereich der Öffnung.
    Zum Vergleich, das nebenstehende Volk:



    Nicht täuschen lassen, der Flugbetrieb ist bei allen Völkern (auch dem "dreckigen") nahezu gleich. Auch wenn das auf dem oberen Bild anders aussieht!


    Das Schmuddel-Volk selber wirkt eher klein, sehr wenig Brut, aber viel Futter eingelagert. Im Moment sitzen die Ladys aller Völker auf zwei Zargen DN zu je 11 Waben.
    Bei den anderen Völkern ist auch nur noch sehr wenig Brut (zusammen ca. 1xHandteller-groß/Volk)


    Alle Völker sind vor 3 Wochen das zweite Mal mit AS behandelt worden und dann mit Futterteig aufgefüttert.


    Irgendwelche Ideen?


    Danke an alle schon mal im Voraus.


    Der Dweezil

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  • Hi,


    wenn das Flugloch nicht so klein wäre würde ich sagen: die Krümel könnten von den Zelldeckeln stammen und das Volk wird ausgeräubert. Eines meiner Völker (welches offenbar keine taugliche Königin mehr hatte) wurde diesen Monat komplett ausgeräubert, danach war die Varroaschublade voll von solchen Krümeln (und Bienenbeinen und Flügeln...).


    Grüße,
    Robert

  • Das Thema "Räuberei" hatte ich auch im Verdacht. Aber im Stock selber ist (wie beschrieben) alles "sauber" und auch an den Waben sind keine Auffälligkeiten (keine auf- und angefressenen Waben oder so.) Und eine längere Beobachtung lies auch keine Fremdaktivitäten erkennen.
    Was mich halt so wundert, das der Dreck echt nur im Bereich des Fluglochs anfällt...


    Die Fluglöcher sind auf Grund des extremen Wespendrucks hier in Hannover so klein.


    Fragen über Fragen


    Der Dweezil

  • Hallo Dweezil,


    wie lange hast Du denn das Flugloch schon so, wie es auf dem Foto aussieht?
    Wenn Du die Verkleinerung neu angebracht hast , könnte es dann sein, dass die Bienen den Wabenbau innen an das neue Flugloch anpassen?


    Nur so'ne Idee.
    Gruß, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • OK...hat sich im negativsten aller Fälle erledigt!


    Es war/ist Räuberei.


    Gestern, wie gesagt, nix zu sehen. Heute: Hütte voll fremder Indianer, alles wird runtergefressen, das Stammvolk hat sich auf die Zuschauer-Rolle beschränkt.


    Mal sehen, wie sich das ausgeht... *Schöne Scheiße*


    Danke an alle Tipp-Geber


    Dweezil



  • Hallo Dweezil , ist Räuberei , wenn dieses Volk ausgeräubert ist , wird sich der Räuber das nächste suchen . Die Fluglöcher sind alle in der Höhe zu hoch und sollten 6 mm nicht übersteigen !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Josef,


    ob sich das Räubervolk ein anderes sucht, kann ich so nicht bestätigen.


    Mir wurde des öfteren ein Ableger mitten aus der Reihe ausgeräubert. Wenn es leer war, war Schluss. Die anderen Völker in der Reihe konnten sich der Suche der Räuber offensichtlich wiedersetzten.


    Räuberei ist eine Form der Selektion. Ein gerettetes beräubertes Volk hat noch nie ein gutes Volk ergeben.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Josef,


    wie Werner schon sagt: kein Dilemma sondern eine Form der Selektion. Muß man insofern ganz gelassen sehen.
    Das Scheunentor hat die Räuberei noch begünstigt. Das der Wabenbau jetzt, nach Veränderung des Flugloch, irgendwie angepaßt wird ( Henrike ) , kannst Du vergessen.
    Was sagt uns die Angelegenheit ? Mit starken Völkern in den Winter gehen !


    Gruß hannes

  • Sehe ich wie die anderen - wenn bei einem so kleinen Flugloch noch Räuberei passiert, hatte das Volk eh ein größeres Problem, was du nicht gesehen hast. Dann ist das Ausräumen wirklich nur noch "Ressourcensicherung".
    Hatte es noch flächig Brut (offene/verdeckelte)?
    Wenn nein, war es ein Königinnenproblem - Bienen kümmern sich bei Räuberei nicht um die Brut, das heißt, da hätte im Normalfall noch was da sein müssen.
    Wenn nicht, muß ja logischerweise die Königin schon vor mindestens 3 Wochen das Legen eingestellt haben....


    Und Alarm ist immer, sobald der Eingang nicht blitzeblank ist - wenn man diese "Matte" im Eingang sieht, ist eh schon alles zu spät.
    Bei Prügeleien am Flugloch kann man manchmal noch was retten, wenn man das Flugloch auf 1 Bienenbreite und -höhe einengt, aber meistens nicht mal dann.


    Ist einfach Natur, und das gleiche wie mit Flaschenlämmern - die Mutter weiß, warum sie es nicht aufziehen will, und der Mensch springt ein, aber aus denen werden NIE ordentliche Viecher, sondern entweder haben sie einen Schaden, oder werden zu menschenfixiert. Aber wer kann ein Lamm schon einfach sterben lassen....:oops:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • @ Alle!


    Danke an Alle für die Beschäftigung mit meinem Problem!


    Ich war jetzt ein paar Tage nicht da, daher erst jetzt ein abschliessender Kommentar meinerseits:


    Zuerst: Die Lösung:
    Im beraubten Volk war eh nur noch ein Rest Bienen, Königin nicht zu finden, Brut nahezu keine, Waben leer und runtergefressen (klar). Die Reste des Volkes habe ich stumpf in ein anderes Volk mit reingezwungen (drei-vier Waben in ne leere Zarge, Zeitungspapier gelocht dazwischn, ruff auf einen anderen Stock, fertich) Das hat gut geklappt. Damit steht es -1 für den Imker.
    Aber gut, neues Jahr, neues Volk...


    Ich bin mal so frei, das ich das unter Lehrgeld im ersten Imkerjahr abhake...


    Nochmals Dank an alle "Kümmerer"


    Der Dweezil