Arbeitsweise für Allergiker

  • Einweghandschuhe sind doch kein Hindernis gegen einen Stich, oder?


    Stimmt...Einweghandschuhe sind nicht stichfest. Obwohl ......ich finde, dass die Stiche nicht so heftig sind wie ohne.


    Nelkenölhände wären mir auch zu unsicher...


    Zitat

    Es geht mir ja nicht nur um's Zeichnen, .....


    D.h. Deine Lederhandschuhe sind Dir zu unhandlich?


    Mein Tipp....kaufe Dir dicke passende Gummihandschuhe für den Garten, oder diese säurefesten ....die Bienen stechen zwar in die Handschuhe, der Stachel kommt aber nicht durch und Du hast ein viel besseres "feeling" als mit Lederhandschuhen.:wink:


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Ich habe schon gesehen, dass es Unterschiede bei den Handschuhen gibt. Ich hab Lederhandschuhe von Müngersdorff, die sind deutlich grober als die Lederhandschuhe (vergleichbare Optik) meiner Frau, die wir beim Bienenweber gekauft haben.


    Mit Gummi mach ich's nicht so gern. :wink: Das find ich schon bei den Säurearbeiten doof.


    Grüße aus dem bergischen Land,
    Ralf



    Danke an alle, die sich hier beteiligen :p_flower01:

  • helianthus : von einer Lebendbiene? Mein Doc sprach davon, dass es manche gebe, die so etwas machen. Allerdings ist dann doch keine definierte Giftmenge und -konzentration verabreicht...


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf


    Ja....von einer echten lebendigen Biene.....Typ "Marburger Pampa". :wink:


    Es geht wohl nicht um die Giftmenge oder Konzentration....sondern darum, dass das Bienengift von einer Lebendbiene nicht "sauber" ist und noch nebenbei diverse "Inhaltstoffe" enthält.
    Das monatlich, von unserer Hautärztin, gespritze Bienengift ist ja gereinigt.....


    Von daher können die Reaktionen auch unterschiedlich ausfallen. Du reagierst z.B nicht mehr auf die Spritze , auf den Bienenstachel aber schon.
    Wenn Du auf den Stachel reagierst,( so wie mein Mann letztes Jahr) wird die Dosis "gereinigtes Bienengift" unter Aufsicht in der Klinik erhöht....


    Sonnige Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo,
    Nelkenöl habe ich erfolgreich ausprobiert. Ein Tuch mit Nelkenöl betröpfelt und die Finger damit eingerieben.
    Die Bienen halten Distanz.
    Aber man muss es schon dick auftragen und stinkt den ganzen Tag danach.
    Für mich war's eher zur Beruhigung, jetzt lasse ich es meist weg.
    Viel Erfolg und Durchhalten :daumen:
    apirita

  • Ja....von einer echten lebendigen Biene.....Typ "Marburger Pampa". :wink:


    Ach so, na die sind hier im Bergischen wohl schwer zu besorgen :wink: Deshalb tendiert mein Doc eher zum Bluttest. :p



    Es geht wohl nicht um die Giftmenge oder Konzentration....sondern darum, dass das Bienengift von einer Lebendbiene nicht "sauber" ist und noch nebenbei diverse "Inhaltstoffe" enthält.
    Das monatlich, von unserer Hautärztin, gespritze Bienengift ist ja gereinigt.....


    Von daher können die Reaktionen auch unterschiedlich ausfallen. Du reagierst z.B nicht mehr auf die Spritze , auf den Bienenstachel aber schon.
    Wenn Du auf den Stachel reagierst,( so wie mein Mann letztes Jahr) wird die Dosis "gereinigtes Bienengift" unter Aufsicht in der Klinik erhöht....


    Sonnige Grüße
    Regina


    Na, da hab ich ja wieder was gelernt. :daumen:


    Eure Hausärztin spritzt die Wiederholungen? Mein Hausarzt nicht. Das ist ihm zu heikel, er bekommt's wohl auch nicht (entsprechend?) von den Kassen honoriert. Ich bin zwar privat versichert, aber nur für einen Patienten lohnt sich's auch dann nicht.


    Meine Schwägerin arbeitet bei nem Internisten, der auch die Wiederholungen spritzt. Die haben sich extra dafür einen neuen Defibrillator gekauft. Also so ganz ohne ist das nicht mit der Hypo. Jedenfalls nach unabhängig voneinender getroffener Aussage von vier Ärzten (eigentlich noch mehr, aber die im Krankenhaus fasse ich mal zusammen, die werden wohl die gleiche Linie haben). Laut Prof. im Krankenhaus ist dabei die Biene noch gefährlicher als die Wespe, weil's eine verzögerte Reaktion geben kann.


    Grüße aus dem bergischen Land,
    Ralf

  • Hi,


    mein Sohn ist seit einigen Jahren hyposensibilisiert. Meiner Meinung nach ist er dadurch weniger gefährdet als andere Imker. Bei jedem Imker kann ein Stich möglicherweise eine allergische Reaktion hervorrufen. Bei einer hyposensibilisierten Person ist Wahrscheinlichkeit jedoch deutlich geringer. Ich kenne einen Imker, der erst nach 15 Jahren allergisch reagierte.


    Als Vorsichtsmaßnahme für uns beide tragen wir immer Vollschutz und meist auch Handschuhe obwohl wir sehr liebe Bienen haben. Wir arbeiten fast immer zu zweit und für den Super-Gau haben wir einen Anapen dabei.


    Super Handschuhe (Aus Schafshaut) gibt es übrigens bei Sherriff. Kauft man dort Kleidung gibt zur Zeit sogar die Handschuhe gratis dazu:


    http://www.bjsherriff.co.uk/beesuits.asp

  • Hallo Ralf

    Eure Hausärztin spritzt die Wiederholungen? Mein Hausarzt nicht. Das ist ihm zu heikel, er bekommt's wohl auch nicht (entsprechend?) von den Kassen honoriert. Ich bin zwar privat versichert, aber nur für einen Patienten lohnt sich's auch dann nicht.


    Unsere Hautärztin(Dermatologin) ist gleichzeitig auch Allergologin.
    Die Bienengift-Dosis wird zuerst in der Klinilk festgelegt.
    Danach spritzt sie alle 4 Wochen diese Dosis in ihrer Praxis. Mein Mann darf erst nach einer guten halben Stunde "Reaktionswartezeit" die Praxis verlassen.


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Ralf


    Unsere Hautärztin(Dermatologin) ist gleichzeitig auch Allergologin.
    Die Bienengift-Dosis wird zuerst in der Klinilk festgelegt.
    Danach spritzt sie alle 4 Wochen diese Dosis in ihrer Praxis. Mein Mann darf erst nach einer guten halben Stunde "Reaktionswartezeit" die Praxis verlassen.


    Herzliche Grüße
    Regina


    Oh... :oops: mit Brille wär das nicht passiert. :wink: Klar, so war's auch bei mir - eine Woche Klinik, dann nach 1 Woche, nach zwei Wochen, jetzt alle vier Wochen ambulant. Das mach ich, da günstig gelegen und ich keinen "Hautarzt meines Vertrauens" kannte, auch in der Klinik. Im Falle eines Falles ist dann dort alles vorhanden - Material/Geräte und Ärzte.


    Mindestens 1/2 Stunde muss ich auch warten. Am Anfang sogar eine ganze Stunde, weil ich ja in der stationären Phase zum Schluss so stark reagiert hatte.


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf

  • Hi,


    meine Güte.


    Equipment zur Reanimation hat der Hausarzt dann also nicht in der Praxis? Hm.....
    "Extra nen neuen Defi" aber nicht wegen einer Hyposensibilisierung, oder? Den sollte man so oder so da haben, wenn man täglich ganz andere internistische Kandidaten durch die Türe läßt :wink:
    Der "normale Facharzt für Allgemeinmedizin" sprizt die Hypo aber auch - wenn er will und Möglichkeiten zum Eingreifen hat (Schockbehandlung und Intubation). Die Warscheinlichkeit nach manch anderem injizierten pharmazeutischen Mittel eine allergische Reaktion mit allem Drum und dran zu bekommen ist schließlich teilweise nicht niedriger als die dieser Fortsetzungstherapie. Auch dann muß doch entsprechend reagiert werden können, und zwar genauso. Der Defi hat nichts mit ner allergischen Reaktion im speziellen zu tun.


    Und übrigens gibt es dazu sogar immer noch eine Extra-Abrechnungsziffer dafür. Beim ganz normalen Kassenpatienten, man glaubt es kaum. Privat sowieso.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wir können die Nelkenöl-Tücher nur absolut empfehlen - Scheibe weg, Nelkenöltuch drauf, nach 2-5 sec abheben, und man sieht alle Bienen nach unten krabbeln. Wir sind dieses Jahr fast stichfrei geblieben, nur der Mann hat einen Wespenstich in den Knöchel abbekommen.
    Keinerlei Attacken/Anflüge/überquellen - äußerst angenehm zum Arbeiten.
    Man muß sich nicht damit einschmieren (Nelkenöl ist hochallergen!), die kurz aufgelegten Tücher reichen völlig aus.
    Man muß sie allerdings in einem Nicht-Plastikgefäß aufbewahren, wir haben ein Schnappverschluß-Einmachglas dabei, denn Plastik zersetzt sich durch das ÄÖ.
    Das macht die Arbeit sehr angenehm, auch bei großen Eingriffen.
    Und nochmals DANKE an Hardy dafür :liebe002::p_flower01:


    Nachtrag: 20 Tropfen auf ein Geschirrtuch und im geschlossenen Behälter durchziehen lassen ist völlig ausreichend.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Equipment zur Reanimation hat der Hausarzt dann also nicht in der Praxis? Hm.....
    "Extra nen neuen Defi" aber nicht wegen einer Hyposensibilisierung, oder?


    Ich möcht's jetzt nicht zur Diskussion über die Ärzte verkommen lassen. Aber, zur Klarstellung: Der "Defi-Arzt" ist nicht meiner, sondern der Arbeitgeber meiner Schwägerin (sie wohnt und arbeitet nicht hier in der Gegend). Und er hat sich einen NEUEN angeschafft, weil er mehrere Hyposens.patienten übernommen hat und damit die Chance, ihn einzusetzen, gestiegen ist. Da wollt er halt was besseres/neues zur Verfügung haben. Die Bemerkung sollte lediglich zeigen, wie ernst auch Mediziner die Gefahren der Behandlung nehmen.


    Der "normale Facharzt für Allgemeinmedizin" sprizt die Hypo aber auch - wenn er will und Möglichkeiten zum Eingreifen hat (Schockbehandlung und Intubation).
    Und übrigens gibt es dazu sogar immer noch eine Extra-Abrechnungsziffer dafür. Beim ganz normalen Kassenpatienten, man glaubt es kaum. Privat sowieso.


    Im Krankenhaus (bei der Hypo) wurde mir abgeraten, zum Hausarzt zu gehen, weil's eben ne andere Nummer sei als die Hypo gegen z.B. Heuschnupfen. Ich solle lieber einen Internisten oder Hautarzt mit Zusatz "Allergologe" aufsuchen, der auch schon Erfahrung mit Insektengifthypo hat. Ich wollte trotzdem zu meinem Hausarzt, weil er einfach mein "Arzt des Vertrauens" ist, den ich schon 25 Jahre kenne.


    Dass es eine Abrechnungsziffer gibt, mag wohl so sein, deshalb schrieb ich "(entsprechend?) [...] honoriert", im Sinne von "angemessen". Ob es aber bei den wenigen Fällen aus Sicht des Arztes angesichts des Risikos angemessen/"lohnend" ist, ist eine andere Frage (die ich nicht beantworten kann, weil mir hierfür das Hintergrundwissen fehlt). Mein Hausarzt verneint diese Frage offenbar für sich. So ein Notfall stört den normalen Praxisablauf ja erheblich, ich war mal bei einem Arzt, als ein Notfall eintrat. Da ging nix mehr. Alles kümmerte sich nur um diesen Patienten. Ich glaube ich nicht, dass ein solcher Fall von den Kassen vollwertig bezahlt wird. Und wenn's dann noch auf das Kassenbudget angerechnet wird (weiß ich aber nicht), wird's eben trotz Abrechnungsziffer nicht honoriert.


    Insgesamt, und dies abschließend zu den Ärzten, denke ich, dass es - wie so oft - eine Frage der Philisophie ist, wie das Risiko zu bewerten ist. Einige - auch Mediziner - mögen das lockerer sehen, andere enger. Die, die mir begegnet sind, sehen es eher eng (zwei niedergelassene Ärzte und zwei "Krankenhäuser", die allesamt nichts miteinander zu tun haben und deshalb, davon gehe ich aus, eigene Meinungen vertreten).


    Da ich eine Familie mit zwei kleinen Kindern zu versorgen habe und im Beruf in leitender Stellung tätig bin, kann ich es mir nicht leisten, durch objektiv gesehen leicht vermeidbares Handeln auszufallen. Da ist das Arbeiten an den Bienen mit Schutzkleidung schon genug Risiko (100%igen Schutz gibt's nicht), denn auch dies wäre ja durch Aufgabe des Hobbys objektiv gesehen vermeidbar. Ich wähle also, auch bei der Behandlung, lieber einen sichereren Weg.


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Rallemann () aus folgendem Grund: Arzt des Vertrauens

  • Ich bin seit Dezember auch in Behandlung. In der Hautklinik, wo die Einleitungsphase durchgeführt wurde, wurde mir gesagt, dass nach 1 1/2 bis 2 Jahren eine Einladung zur Stichprovokation an mich ergeht. Bis dahin muss man sich halt, wie du schon sagst, gut schützen. Aber es ist ja nur vorübergehend.
    Gabriele