Arbeitsweise für Allergiker

  • Hallo miteinander,


    ich bin - zwischenzeitlich klinisch hyposensibilisierter - Bienengiftallergiker. Bei der monatlichen Spritze war meine Ärztin vergangene Woche nicht da. Der Vertreter hat mich nochmal eindringlich vor der Gefahr, trotz Hypo, gewarnt und darauf hingewiesen, dass die Aufgabe des Hobbys der sicherste Schutz sei. Ich möchte aber gern weitermachen.


    Wie ich gelesen habe, gibt's hier ja auch diverse andere, die dieses "Schicksal" teilen. Wer kann denn Tipps geben zur Arbeit an den Bienen?


    Ich gehe seit dem Auftreten der Allergie nur noch mit Vollschutz, Notfallset und gemeinsam mit meiner Frau (oder ggfs. jemand anderem) an die Bienen. Die nächste Rettungswache (mit Notarzt) ist ca. 2 km entfernt.


    Das Arbeiten mit Handschuhen ist schon ziemlich doof, aber ohne traue ich mich nicht. Wie z.B. zeichnet ihr Königinnen? Bisher stellte sich das Problem nicht, da ich nur zugekaufte hatte, die schon gezeichnet waren. Möchte aber nächstes Jahr auch selbst welche ziehen lassen. Wenn ich die mit Handschuhen anfasse, ist sie ja schon halb tot... (Ich weiß, man muss ja nicht zeichnen, ist auch nur ein Beispiel für die allergiebedingten Einschränkungen)


    Wer hat Tipps/Empfehlungen/Erfahrungen für dieses und andere Probleme bei der Imkerei?


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf


  • Das Arbeiten mit Handschuhen ist schon ziemlich doof, aber ohne traue ich mich nicht. Wie z.B. zeichnet ihr Königinnen? Bisher stellte sich das Problem nicht, da ich nur zugekaufte hatte, die schon gezeichnet waren. Möchte aber nächstes Jahr auch selbst welche ziehen lassen. Wenn ich die mit Handschuhen anfasse, ist sie ja schon halb tot... (Ich weiß, man muss ja nicht zeichnen, ist auch nur ein Beispiel für die allergiebedingten Einschränkungen)


    Wer hat Tipps/Empfehlungen/Erfahrungen für dieses und andere Probleme bei der Imkerei?


    Da ich am Stand ein ziemlich stechfreudiges Volk hatte (jetzt umgeweiselt), bin ich beim Zeichnen auch nur in Vollschutz an den Stock gegangen.
    Ich habe einen Zeichenstift benutzt, und die Königin auf der Wabe gezeichnet. Das ging auch behandschuht und vollverkleidet.
    Zugegeben, 2-3 Bienen des Hofstaates haben auch den einen oder anderen Fleck abbekommen als sie sich schützend und das eigene Leben opfernd dazwischen warfen, aber die hohe Dame war anschliessend gut markiert und nicht (zu sehr) eingesaut.

  • Hallo Ralf,
    am einfachsten ist es wohl, wenn Deine Frau die Kö zeichnet.:wink:


    Alternativ gibt es noch Kö.Zeichennetze oder Kö-Zeichenrohr mit Netz und Schieber.
    Du könntest, wenn Du die Kö im Rohr gefangen hast, einige Meter vom Stand weggehen oder einen bienenfreien Raum aufsuchen und dort ziehst Du Deine Handschuhe aus und zeichnest Deine Queen in aller Ruhe.


    So habe ich in meinem ersten Imkerjahr Kö gezeichnet, als ich noch zuviel Bammel vor dem Anfassen mit bloßen Händen hatte.


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Das Arbeiten mit Handschuhen ist schon ziemlich doof, aber ohne traue ich mich nicht. Wie z.B. zeichnet ihr Königinnen? Bisher stellte sich das Problem nicht, da ich nur zugekaufte hatte, die schon gezeichnet waren. Möchte aber nächstes Jahr auch selbst welche ziehen lassen. Wenn ich die mit Handschuhen anfasse, ist sie ja schon halb tot... (Ich weiß, man muss ja nicht zeichnen, ist auch nur ein Beispiel für die allergiebedingten Einschränkungen)


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf


    Hallo Ralf . Königin mit Abfangglas ( Imkereifachhandel ) abfangen und dann Zeichnen . Königin kann ohne Probleme mit den Fingern angefaßt werden. STICHT NICHT !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Insofern bin ich (noch) nicht allergisch aber stimmt es dass eine Allergie sich im Laufe der Zeit und durch vielfache Stiche aufbauen kann?

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Mich würde interessieren, ob es hier Bienengiftallergiker gibt, die Medikamente wie z.B. Betablocker einnehmen müssen.
    Nach meinen Informationen sollen diese Mittel in Verbindung mit Bienengift allergische Reaktionen verstärken.
    Peter

  • Hallo Peter,
    zum Thema Beta-Blocker und Reaktion auf Bienenstiche kann ich folgendes berichten.
    Am Anfang meiner imkerlichen Tätigkeit war ein Bienenstich immer mit einer starken 2-3 Tage andauernde Schwellung an der Einstichstelle verbunden. Also Stich in den Fuß, kein Schuh passte mehr an den folgenden Tagen. Zu dieser Zeit war ich noch Medikamentenfrei.
    Nach einigen Jahren wurden mir Beta-Blocker verschrieben. Ab diesem Zeitpunkt schwoll nichts mehr an der Einstichstelle. Aber es traten innerhalb weniger Minuten die typischen Symptome eines starken Heuschnupfens auf. Schleimhäute, Nasen, Rachen und Mund sind angeschwollen. Augen tränen und Nase läuft. Nach ein bis zwei Stunden war alles wieder normal.
    Nachdem ich einen Arztwechsel vollzogen habe und dieser erkannte wodurch meine Probleme entstanden waren und diese im Krankenhaus erfolgreich behandelt wurden, war Schluss mit den Beta-Blockern.
    Ich nehme seither nur noch einen leichten Blutdrucksenker. Da dieser Arzt wusste, dass es mit Bienengift und diesen Medikamenten zu allergischen Reaktionen kommen kann, hat er diesen in Absprache mit einem Allergologen entsprechend ausgewählte.
    Seither keine Schwellungen und keine sonstigen Reaktionen. Weh tut mir ein Stich immer noch. Aber das ist auszuhalten.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

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  • Hallo,


    noch mal zu den Handschuhen: die Lederhandschuhe aus dem Imkershop finde ich z.B. unpraktisch, weil man nicht das notwendige Feingefühl in den Fingern hat. Ich ziehe mir viel lieber normale Haushaltshandschuhe (diese langen gelben aus Gummi zum Putzen) an. Da ist bislang noch keine Biene durchgekommen, probiert haben sie's schon mal.


    Gruß, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo,


    ich würde mal nach erfolgter Hypo Rücksprache halten und mich nicht so schissig machen lassen. Erstmal mit dem Allergologen sprechen, eine aktuelle Beurteilung der Reaktionslage einholen , eventuell Naturstich unter Aufsicht. Dann weißt Du doch Bescheid und hast diese Ängste nicht mehr unbegründet.


    Ansonsten würde ich zum Königinnenzeichnen auch Latex- oder Vinylhandschuhe (Diese Einwegdinger) anziehen, damit kannst Du dann trotzdem die Königin anfassen. Ansonsten mit Zeichenrohr an ort und Stelle zeichnen, ich würde da auch den Stift bevorzugen oder brauchst Du unbedingt "Nummernschilder"?


    Viel Erfolg


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wie ist denn die Haltbarkeit der Zeichenstifte, sowohl beim Lagern, als auch auf dem Buckel der Queen?
    Gibt es da Hersteller-Unterschiede?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Hardy,


    auf dem Rücken der Queen hält es in der Regel ein (Königen)Leben lang. Wenn nicht, ist die Markierung auch schnell nachgezogen. Ich habe immer der akutellen Stift und den vom Jahr zuvor in der Tasche.


    Mitwaschen verkürzt die Lebensdauer der Stifte enorm, ansonsten hält mein Satz Stifte schon über 10 Jahre.


    Gruß
    Werner

  • Hallo,


    ich würde mal nach erfolgter Hypo Rücksprache halten und mich nicht so schissig machen lassen. Erstmal mit dem Allergologen sprechen, eine aktuelle Beurteilung der Reaktionslage einholen , eventuell Naturstich unter Aufsicht. Dann weißt Du doch Bescheid und hast diese Ängste nicht mehr unbegründet.


    Erfolgskontrolle kommt nach ca. einem Jahr. Ich habe gerade mal die klinische Phase (mit heftiger Reaktion ausgerechnet nach der letzten der 10 Injektionen) und 4 Wiederholungen hinter mir. Frau Doktor ist 'ne sehr Vorsichtige (haben selbst die Schwestern im Krankenhaus gesagt). Sie fänd auch besser, wenn ich gar nicht erst weitermachte. Hat sich allerdings auch über den Honig gefreut, den ich ihr mitgebracht habe :daumen:


    Wirklich schissig bin ich gar nicht. Mit Overall und Handschuhen fühl ich mich recht sicher. Aber eben nur mit der Kleidung. Weder für meine Familie (mit zwei kleinen Kindern) noch für meinen Job wäre ein Ausfall gut. Schon das geschwollene Gesicht mit geschlossenem Auge, das ich nach einem Stich in die Stirn hatte, war nicht gerade toll, wenn ich meinen Arbeitgeber zu repräsentieren hatte.


    Ansonsten würde ich zum Königinnenzeichnen auch Latex- oder Vinylhandschuhe (Diese Einwegdinger) anziehen, damit kannst Du dann trotzdem die Königin anfassen. Ansonsten mit Zeichenrohr an ort und Stelle zeichnen, ich würde da auch den Stift bevorzugen oder brauchst Du unbedingt "Nummernschilder"?


    Nö, Nummernschilder brauch ich nicht. Hab ich bisher nur bei einer von fünf Königinnen und das auch nur, weil der Züchter das halt so macht. Ein weißer Punkt wäre mir auch ausreichend gewesen.


    Einweghandschuhe sind doch kein Hindernis gegen einen Stich, oder? Wie ist das eigentlich mit Nelkenöl? Soll doch die Bienen "vertreiben". Kann man sich nicht einfach die Hände damit einreiben, um die Lieben fernzuhalten? Es geht mir ja nicht nur um's Zeichnen, das war nur ein Beispiel für eingeschränktes Arbeiten infolge der Schutzmaßnahmen. Die Entnahme der Honigwaben hat dieses Jahr mein Pate zusammen mit meiner Frau vorgenommen. Im nächsten Jahr will ich Fluchten verwenden. Ich meinte die "Arbeitsweise" im Titel nicht nur auf das Zeichnen von Königinnen beschränkt.


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf

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  • Hallo,


    ich würde mal nach erfolgter Hypo Rücksprache halten und mich nicht so schissig machen lassen. Erstmal mit dem Allergologen sprechen, eine aktuelle Beurteilung der Reaktionslage einholen , eventuell Naturstich unter Aufsicht.


    So isses....
    ....mein Mann ist im 3. Hypo-Jahr ( von vorhergesagten 5 Jahren).....er bekommt alle 4 Wochen seine Bienengiftspritze. Zusätzlich muss er einmal im Jahr für 3 Tage in die Klinik um sich dort unter Aufsicht von einer Lebendbiene stechen zu lassen.
    Je nach Reaktion wird danach die monatliche Bienengiftdosis verändert....
    Übrigens....es ist erschreckend, dass kein Arzt über das Verhalten der Bienen Bescheid weiß........in Marburg werden die Doktoren jetzt von uns aufgeklärt.:daumen:


    Herzliche Grüße
    Regina


    P.S. Übrigens....freilaufende Kö mit dem Stift auf der Wabe zu zeichnen, ist nicht so einfach.....das kann schon mal ins Königinnenauge gehen.:wink:

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

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