Bienen zum Umtragen bewegen?

  • Hallo,


    ich habe ein Problem mit einem Volk in einer Dadantbeute: es erschien mir lange Zeit zu stark, um ihnen den Honigraum wegzunehmen, außerdem spielte ich mit dem Gedanken, dass sie den halbvollen Honigraum vielleicht noch mit Läppertracht (Goldrute, Astern, Sophoren,...) vollbekommen. Nun würde ich sie für den Winter doch gerne auf den Dadantbrutraum (10 Waben) beschränken. Kann ich die Bienen eventuell dazu bringen, den Honig aus dem halbvollen (und teilverdeckelten) Honigraum in den Brutraum umzutragen?
    Würde es z.B. gehen, wenn ich eine Leerzarge zwischen Brut- und Honigraum stelle und die Deckel des Honigraums anritze?
    Sorry, ich weiß, dass es verdammt spät ist. Gab diverse familiäre Gründe...


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,
    genau die Zeit wird knapp. Daher keine großen Experimente:
    Honigzarge runter; Volk auffüttern.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • "Umtragen". "Leertragen".


    Die Chance betrug bei mir dieses Jahr 75 zu 25 gegen das, was ICH wollte. Und das schon viele Tage vor Deiner Frage. Ich unterstütze Eisvogels Posting... Wunder Dich aber nicht, wenn nur ein Teil der Völker an das angebotene Futter geht und der andere nicht.


    Komisches Jahr. Wird ein verlustreicher Winter!


    Obwohl ich gestern wieder einen über die "Italiener" wetternden Imker-Nachfolger gehört habe, der _natürlich_ überhaupt keine Probleme hatte. Der hatte nicht mal Milben nach der Behandlung. Der arme Kerl... ;-)


    rst

  • Nach einigen Fehlversuchen hat bei mir folgendes am besten funktioniert:


    Pro Tag eine Wabe (aufgeritzt, wo verdeckelt) in den hohen Boden gelegt; damit die Bienen auch an die Unterseite kommen, habe ich drei kleine Hölzchen unten auf das Rähmchen gesteckt. Das Flugloch eingeengt, um Räuberei zu vermeiden. Meist war die Wabe am nächsten Tag leer, in 10 Tagen hast du so eine ganze Zarge geleert.


    Grüße,


    Gerhard

  • Weiß nicht, obs jetzt noch geht.
    1 oder besser mehrere Innendeckel ohne die Bienenfluchten auflegen und damit einen langen Weg vortäuschen, darauf die zu leerende Zarge mit aufgerizten Waben, oben drauf eine Plexiglasscheibe oder aber Folie und mit Panzerband zukleben. Braucht halt Flugwetter aber das solls wohl nächste Woche geben.


    Solltest Du noch gar nix gefüttert haben, dann jedoch lieber Beitrag #2, denn behandeln willst Du sicher auch noch.


    Beim 10er Dadant kannst Du den HR auch untersetzen und dort belassen und fertig. Kann dann halt sein, dass er bebrütet wird. Doch Du würdest beim Füttern vermutlich nicht Gefahr laufen, dass das Futter im HR gelagert wird.


    MfG André

  • Hallo!


    Beim 10er Dadant kannst Du den HR auch untersetzen und dort belassen und fertig. Kann dann halt sein, dass er bebrütet wird. Doch Du würdest beim Füttern vermutlich nicht Gefahr laufen, dass das Futter im HR gelagert wird.
    MfG André


    Untersetzen wäre auch mein Vorschlag. Das Futter wird in der Regel nach oben getragen. Eventuell wird die untergesetzte Zarge auch bebrütet, obwohl der Abstand größer ist.


    Im Frühjahr kannst Du die untergesetzte Honigzarge (meistens) unproblematisch wegnehmen.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo,


    so wie Gerhard das beschreibt.
    Bei mir hat gut geklappt: Honigraumwaben hinter das Schied hängen, sie wurden in Richtung andere Schiedseite umgetragen. Meine waren nicht verdeckelt und es war auch früher im Jahr.


    Gerade das würde jedoch unabgesicherte Experimente verbieten. Ist es eindeutig ohne HR zu eng mit dem Futter unten, dann einfüttern. Dazu kann ja auch der geschleuderte Inhalt des HR gegeben werden.


    Was wiegen die denn ohne diesen HR?



    Viel Erfolg


    wünscht


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    danke schonmal für die Antworten. Ich hatte mich für die Option der knappen Zeit entschieden: alles auf einmal. Ich habe die Honigraumwaben auf zwei Zargen verteilt, damit die Abstände größer wurden und die Bienen es hoffentlich weniger gemütlich darin fanden (nicht, dass sie Winterfutter dort einlagern). Einige Waben angeritzt.
    Dann eine Futterwanne oben drauf gepackt, zur Sicherheit auch noch einen Ziplockbeutel (gibt es jetzt bei Ikea in vier verschiedenen Größen!) mit Sirup gegeben.


    Ergebnis: Alle angeritzten Waben sind leer getragen, allerdings muss man wirklich jede Zelle anritzen, korrekt verdeckelte haben sie (jedenfalls in der kurzen Zeit) nicht geleert. Ziplockbeutel ist ausgesaugt. Nur die Futterwanne (eine Art Adamfütterer aus Kunststoff zum einhängen in eine Leerzarge) war nicht so der volle Erfolg. Einige Bienen sind im Sirup abgesoffen, obwohl ich die Wand des Aufstiegs vorher mit Sandpapier angeraut hatte. Und es wurde nur ein kleiner Teil Sirup aufgenommen. Ziplockbeutel scheinen z.Zt. sehr viel besser zu gehen.


    Grüße,
    Robert

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  • Hallo,


    ich habe ein Problem mit einem Volk in einer Dadantbeute: es erschien mir lange Zeit zu stark, um ihnen den Honigraum wegzunehmen, außerdem spielte ich mit dem Gedanken, dass sie den halbvollen Honigraum vielleicht noch mit Läppertracht (Goldrute, Astern, Sophoren,...) vollbekommen. Nun würde ich sie für den Winter doch gerne auf den Dadantbrutraum (10 Waben) beschränken. Kann ich die Bienen eventuell dazu bringen, den Honig aus dem halbvollen (und teilverdeckelten) Honigraum in den Brutraum umzutragen?
    Würde es z.B. gehen, wenn ich eine Leerzarge zwischen Brut- und Honigraum stelle und die Deckel des Honigraums anritze?
    Sorry, ich weiß, dass es verdammt spät ist. Gab diverse familiäre Gründe...


    Grüße,
    Robert


    Hi Robert,
    ich mache dir wegen der privaten Gründe keinen Vorwürf,aber wie hast du dir die ordentliche Varroabekämpfung vorgestellt,wenn gleichzeitig auf gefüllte Honigwaben durch Spättracht gehofft wurde? Da wird es zeitlich immer brenzlig!
    Auch wenn jetzt gleich einige Feuer schreien werden,mit Flachzargen in Brut und Honigraum ist immer eine kleine Ernte möglich.:p
    Hat die Brut dieses Dadantvolkes bis beinahe an die Oberträger gereicht?Wie viel Vorräte waren unten vorhanden,wie deren Verteilung?

    Gruß Bruno *Was wir wissen,ist ein Tropfen;was wir nicht wissen,ein Ozean.* (Newton)


  • ich mache dir wegen der privaten Gründe keinen Vorwürf,aber wie hast du dir die ordentliche Varroabekämpfung vorgestellt,wenn gleichzeitig auf gefüllte Honigwaben durch Spättracht gehofft wurde? Da wird es zeitlich immer brenzlig!


    Wenn noch nennenswert Spättracht reingekomen wäre, dann hätte ich den Honigraum kurz vor der Behandlung abgenommen. Die Völker sind alles diesjährige Schwärme, ich hatte gehofft, dass das (bzw. die daraus folgende brutfreie Zeit) die Varroaentwicklung verzögert hätte. Die zu späte Behandlung ist leider nicht folgenlos geblieben: etliche Krabbler (verstümmelte Flügel) zu sehen. Behandlung dieses Jahr mit einem Oxalsäureverdampfer. Erste Behandlung schon ca. zwei(?) Wochen vor meiner Frage hier.


    Zitat

    Auch wenn jetzt gleich einige Feuer schreien werden,mit Flachzargen in Brut und Honigraum ist immer eine kleine Ernte möglich.:p
    Hat die Brut dieses Dadantvolkes bis beinahe an die Oberträger gereicht?Wie viel Vorräte waren unten vorhanden,wie deren Verteilung?


    Dieses Dadantvolk habe ich auf 11 Bruträhmchen ohne Absperrgitter gehalten, trotzdem haben sie keinerlei Brut in der Honigzarge angelegt. Die Brut hatte (wegen Futterkranz) noch ein paar Zentimeter Abstand zum Oberträger der Brutrahmen, aber als ich jetzt nach längerer Zeit mal wieder in den Brutraum schaute, war dieser Futterkranz fast leer. Der August war viel zu nass, und der Ort hier bietet an Spättracht offenbar weniger als gedacht. In meinem Anfänger-Übermut dachte ich ja sogar im Sommer, dass ein Volk eventuell auf eigenem Honig überwintern könnte, als ich jetzt sah wie wenig sie haben bin ich erschrocken. Gut, dass die Honigzarge noch drauf war...!
    Hatte zum Glück aber trotzdem schon im Sommer vier Kanister Sirup besorgt (jetzt gibt es hier keinen mehr zu kaufen).


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,
    wenn du in dieser Zeit die Varroa mit dem Oxalsäureverdampfer bekämpfen willst, dann musst du das mit einer Blockbehandlung machen, d.h. 4x im Abstand von 3-4 Tagen, sonst ist die Behandlung sinnlos. Hast du das getan?
    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,


    anfangs habe ich die Abstände möglicherweise zu groß gewählt (hatte etwas von 7-8 Tage Abstand gelesen), mittlerweile habe ich auch anderswo etwas von 3-4 Tagen mitbekommen, in Zukunft werde ich mich daran halten. Ich habe bisher dreimal behandelt, dazwischen sind jedesmal ca. 400-500 Milben pro Volk gefallen.


    Grüße,
    Robert