Bienen falsch eingefüttert!? Was nun? Verluste/fragliche Überwinterung möglich

  • Hallo Kollegen!


    Seit 1 Monat habe ich nun 3 Carnica-Völker aus dem Schwarzwald übernommen, der Imker wollte seinen Betrieb etwas
    verkleinern und hat sie mir sehr kostengünstig übergeben. Hier mal schnell ein paar Fakten.


    2x Dadant
    1x Gerstung (werde ich noch umbauen auf Dadant)
    bereits vom Imker behandelt worden mit AS und mit 14 l eingefüttert


    Bei den Völkern handelt es sich um ein sehr starkes und aktives (aggressives) Volk (1 Ganz- und 1 Halbzarge).
    Dort tummeln sich auch immer gleich alle Bienen am Eingang wenn jemand kommt.


    Die beiden anderen sind relativ klein und friedlich. Ich schätze mal ein Ableger von diesem Jahr (1x Ganzzarge).
    Am Eingang herrscht sehr wenig Betrieb, was mir ab und zu Sorgen bereitet. Innen sieht aber alles ganz normal aus.


    Er hatte zu mir gemeint: "1 Woche lang nicht hingehen, damit die sich beruhigen können, dann den Rest noch einfüttern."
    Ich habe dann gewartet und mit Zuckerwasser einfüttern wollen. Bei der 1:1 Mischung hat es dann wohl gehapert.
    In den nächsten Tagen waren viele tote Bienen verteilt (Anm.: spontan habe ich das Zuckergemisch
    in kleine Schalen mit Stroh und Hölzchen gefüllt, wegen Landemöglichkeiten etc.).


    Kurz danach hab ich mir dann Futtergeschirr besorgt, ganz- und halbzargige
    und dazu noch ein Karton (12.5kg) Apifonda (das flüssige) besorgt.


    Jetzt meine Konkrete Frage (da das Passierte schon passiert ist...):
    Die Beuten sind einzargig, bzw eine Beute hat noch eine Halbzarge oben drauf. Alle sind aber voll.


    Soll ich jetzt eine neue Zarge aufsetzen zum Einfüttern? Ganz- oder Halbz.?


    Falls es dazu im Forum bereits etwas gibt und ich es übersehen habensollte,
    bitte einfach auch Links etc. dazu posten.
    Will hier nicht unnötig spammen.


    Ich hoffe ich bekomm von euch viele gute Tipps :)
    damit anderen in Zukunft schnell geholfen werden kann
    und meine Mädels gut über den Winter kommen.



    Gruß,
    Stefan

    Neueinsteiger, Holzbeute Dadant 12er

  • Hallo Stefan,
    wo waren die toten Bienen "verteilt"? Im Futtergeschirr ertrunken?
    Zu restlichen Auffüttern mit Futtergeschirr und Apiinvert keine weiteren Zargen aufsetzen.
    Wenn die Halbzarge beim Einfüttern bereits beim Vorgängerimker drauf war würde ich jetzt nichts mehr ändern.
    Die Frage ist auch noch, ist die Halbzarge auf einer Datanbeute oder Gerstungbeute.
    Du siehst wie so oft enstpinnt sich aus einer Frage eine Reihe von neuen Fragen.
    Das Beste wäre Du könntest mit einen erfahreren Imker aus Deinem Umfeld an Deinen Bienen die Situation besprechen.


    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hi Stefan,
    ich wintere bei Zander immer mit ner Halbzarge oben drauf ein.
    Die Halbzarge stelle ich Anfang Oktober unter den BR.
    Wenn du keine Halbzargen hast geht es auch mit einem BR.
    Falls du kein so aggressives Volk haben willst, bietet es sich jetzt noch ne sanftere Kö einzuweiseln.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von beehead ()

  • Hallo ,


    ich hab da mal eine Frage was das Untersetzuten angeht. Ich habe neben meinen Zandermagazinen auch 3 DN 1,5-Völker ( 10 Waben), die ich als Anfänger dieses Jahr Besser als vergangenes jahr einwintern wollte. Zum Einfüttern hab ich eine Halbzarge mit DICKWABEN ( 8 Stück) drauf gesetzt um sicher zu stellen, dass die genügend Futter bunkern können.
    Wenn ich das so Lese und vor allem Vogtländers Beitrag dann krieg ich jetzt kalte Füsse ob das denn so gut war. Muss ich Vogtländers Beitrag so verstehen, dass es sein kann dass die Bienen im Winter beim Übergang von der Halbzarge zur 1,5-Zarge vom Futter abreisen können?
    Ich wollte die Halbzargen eben auch im Oktober unter den eigentlichen Brutraum setzten.


    Wenn ich da was dummes gemacht habe, dann sollte ich wohl schnell noch handeln??


    Grüße
    Chevi

  • ...Ich habe dann gewartet und mit Zuckerwasser einfüttern wollen. Bei der 1:1 Mischung hat es dann wohl gehapert.
    In den nächsten Tagen waren viele tote Bienen verteilt (Anm.: spontan habe ich das Zuckergemisch
    in kleine Schalen mit Stroh und Hölzchen gefüllt, wegen Landemöglichkeiten etc.).


    Hallo Stefan,


    zur Auffütterung immer 3Z:2W verwenden!


    Mir sind da auch mal viele Bienen ersoffen, trotz Korken.
    Grund: 3:2 ist dünnflüssig. Korken schwimmen zwar, aber wenn eine Biene drauf läuft, drehen sie sich und die Biene geht baden.


    Besser ist Sirup.
    Der ist so zäh, daß die Korken sich nicht drehen.
    Wenn Du jetzt noch fütterst, nimm Sirup, sonst schaffen sich die Bienen einen Wolf...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • ....dieses Jahr Besser als vergangenes jahr einwintern wollte.


    Hallo Chevi,
    was war denn an der Einfütterung im vergangenen Jahr nach Deiner Erfahrung schlecht?
    Ein gut eingefüttertes 1,5 DNM-Volk hat ausreichend Platz um Futter einzulagern. Da bedarf es keiner zusätzlichen Halbzarge. Ob drunter oder drüber ist ein Halbzarge mit Dickwaben schon garnicht notwendig. Da die Wabengassen nicht übereinstimmen hätte das Volk, wollte es im Winter zum Futter in die Halbzarge überwechseln, ein zusätzliches Problem.
    Ich hatte noch keine Schwierigkeiten mit zu wenig Futter im 1,5 DNM-9-Waben-Volk.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo zusammen.


    Also wie gesagt hab ich eben 1:1 gemischt. Hab jetzt gelesen dass die aber auch Verdauungsprobleme bekommen und
    daran eben zugrunde gehen können. :(


    Ich hab sowohl Halbzargen mit Halbwabenfuttergeschirr, als auch Ganzzargen mit 20-30 cm Höhe wenn ich mich nicht irre
    und das dazu passende (auch dementsprechend voluminösere) Geschirr zum füttern.


    Jetzt will ichs aber ganz genau wissen. Möchte die Damen nicht noch unnötig etwas zumuten.


    Ich nehm eine Halbzarge (-> mit wieviel Futtergeschirren und wie viel Apifonda?) und stelle das dann unter den Brutraum, praktisch AUF das Bodenteil
    (da nur einzargig)?
    Und das lasse ich dann den Winter über unten drin (spreche ich nur wegen Volumen und eben mehr Wärmeproduktion an)?
    Oder nehmt ihr die dann danach demnächst ab?


    Grüßle aus m Schwobaländle.
    Stefan

    Neueinsteiger, Holzbeute Dadant 12er

  • Hallo Stefan!


    Anm.: spontan habe ich das Zuckergemisch
    in kleine Schalen mit Stroh und Hölzchen gefüllt, wegen Landemöglichkeiten etc.


    Landemöglichkeit? Bietest du das Futter innerhalb oder außerhalb der Beute (Bienenkasten) an? Das Winterfutter muss dickflüssig sein. Es wird den Bienen immer innerhalb der Beute gereicht. Da braucht es keine "Landemöglichkeit", sondern maximal eine sogenannte "Kletterhilfe".


    Jetzt will ichs aber ganz genau wissen. Möchte die Damen nicht noch unnötig etwas zumuten.


    Ich nehm eine Halbzarge (-> mit wieviel Futtergeschirren und wie viel Apifonda?) und stelle das dann unter den Brutraum, praktisch AUF das Bodenteil


    Bei meine Dadant-Beuten passt das Futtergeschirr in eine Honigraum-Zarge (Flachzarge). Pro Volk setzte ich eine Flachzarge auf (gemeint ist oben auf das Volk drauf, oberhalb der letzten Zarge, in der noch Bienen sind). In diesen oben aufgesetzten Leerraum gebe ich pro Volk ein Futtergeschirr. In dieses Futtergeschirr gieße ich dickflüssiges Winterfutter bis knapp unter den Rand. In mein Dandant Flachzargen-Futtergeschirr passt auf diese Weise ca. 10l Winterfutter. Gefüttert wird immer von oben.


    Insgesamt fülle ich dieses Futtergeschirr 2x auf, so dass meine Dadant-Völker ca. 20l Winterfutter erhalten haben. Wenn zum Schluss das letzte Futter von den Bienen abgenommen wurde, nehme ich das Futtergeschirr und die Flachzarge wieder vom Volk runter. Meine Dadant Völker überwintern dann auf einer Brutraumzarge.


    Du hast nun ein Problem, weil dein großes Dadant-Volk immer noch einen Honigraum oben drauf hat. Dieser sollte bei der letzten Honigernte eigentlich entnommen worden sein. Jetzt hast du darin wahrscheinlich schon Winterfutter und solltest ihn jetzt besser nicht mehr entnehmen. Die Frage, die in den Postings von Beehead und dem Vogtländer diskutiert wurde, ist, ob du diese Honigraumzarge (die dort zu dieser Jahreszeit falsch am Platze ist) nach dem Füttern zum Überwintern nicht besser ganz nach unten unter den großen Brutraum stellst.


    Du veranstaltest ein kleines Chaos mit deinen Bienen und dir fehlt offensichtlich ein Basiswissen über Imkerei. Einige deiner Bienen haben dies bereits mit dem Leben bezahlt. Deshalb ist dies mein wichtigster Tipp an dich: besorg dir Literatur über die Imkerei und lies dich über Winter erst mal richtig in das Thema ein. Schließe dich einem örtlichen Imkerverein an und bitte dort darum, ob einer der älteren und erfahrenen Imker dich als "Imkerpate" betreuen kann.


    Liebe Grüße vom Sammler

  • Die Frage, wo die toten Bienen verteilt waren, wurde nicht beantwortet. Ich glaube nicht, dass das damit zu tun hat, dass das Futter 1:1 gemischt war. Wir haben früher Futtereimer aufgesetzt, die mit Zucker gefüllt wurden, die gleiche Menge Wasser hinzu gegeben wurde und das Ganze dann umgedreht auf die Oberträger gesetzt wurde. Das gab höchstens Probleme mit Schleimpilzen, aber nicht mit toten Bienen. Wenn es draußen viele tote Bienen gegeben hat, kann das das Ergebnis von Kämpfen sein.
    Leider ist die Beschreibung zu ungenau. Deshalb ist es kaum möglich, einen vernünftig begründeten Rat zu geben. Frage einen erfahrenen Imker vor Ort, der kann sich das ansehen. Einfüttern ist normalerweise kein Problem.
    Gruß Ralph

  • ...Wir haben früher Futtereimer aufgesetzt, die mit Zucker gefüllt wurden, die gleiche Menge Wasser hinzu gegeben wurde und das Ganze dann umgedreht auf die Oberträger gesetzt wurde. Das gab höchstens Probleme mit Schleimpilzen, aber nicht mit toten Bienen.


    Na logisch,


    da können die Bienen ja auch nicht in den Eimer krabbeln...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  • Hier mal ein Bild meiner simplen Selbstbau-Futterzarge.
    Bodenzuschnitt (Baumarkt) 6 - 8mm dickes Pappelsperrholz.
    Randleisten: 1 x 6cm.


    Aus der Abwasserabteilung:
    2,5cm hohen Rohrabschnitt DN 70.
    Verschlußkappe DN 100.


    Abdichten mit Acryl und wenn es fest ist, Flüssigwachs reingießen und verteilen.
    Den Rest zurückgießen und mit der Heißluftpistole alles schmelzen und Überschuß zurückfließen lassen.
    Wichtig ist, daß alles Holz (auch die Seiten) gut getränkt wird.


    Durch die Schlitze in der Kappe dringt das Futter bis an`s Rohr.
    Nachgießen ohne Bienenkontakt ist sehr angenehm.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.