Im Frühjahr übriges Winterfutter entnehmen

  • Hallo,
    vor Trachtbeginn soll man ja die übrigen Futterwaben des Winterfutters entnehmen, damit kein Zuckerwasser in den zu schleudernden Honig gelangt. Das leuchtet mir zwar ein, aber nur wenn man auch vorhat die Honigwaben aus dem Brutraum mitzuschleudern.
    Wie ist das denn wenn man zu Trachtbeginn einen leeren Honigraum mit Mittelwänden über Absperrgitter aufsetzt und nur diese Waben schleudert. Tragen die Bienen etwa das billige Zuckerwasser von unten nach oben in den Honigraum damit sie unten bei der Brut Platz haben den Honig einzulagern? Denn wenn das nicht der Fall ist dann ist mir nicht ganz klar warum man das Winterfutter nicht einfach drinnen lässt.
    Wäre nett wenn mir das jemand erklärt.


    Beste Grüße

  • Tragen die Bienen etwa das billige Zuckerwasser von unten nach oben in den Honigraum damit sie unten bei der Brut Platz haben den Honig einzulagern? Denn wenn das nicht der Fall ist dann ist mir nicht ganz klar warum man das Winterfutter nicht einfach drinnen lässt.
    Wäre nett wenn mir das jemand erklärt.


    Beste Grüße


    Hallo pizzajoe,
    ja einige Imker sind der festen Meinung, dass das Futter von unten nach oben umgetragen wird.
    Ich meine mich auch zu erinnern, dass dies irgendwann einmal von einem Institut untersucht wurde. ( Kirchhain??)
    Es gibt natürlich auch Imker, die sind der festen Meinung, dass da nix umgetragen wird.


    Deshalb, der Imker, der (wo) kein Risiko eingeht und 1A blütenreinen Superklassehonig ernten möchte, der entnimmt sicherheitshalber die überzähligen, mit billigem Zuckerwasser gefüllten Futterwaben.:wink:


    Übrigens....dieses Thema hatten wir schon mal. Frag mal beetic, unsere nette Suchfunktionsassistentin.:lol:


    Herzlichste Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Es wird nichts umgetragen. Das weiss man schon aus der Zeit des vergällten Zuckers, ist aber schon lange(40 Jahre) her. Man nimmt diese Waben heraus um:
    1) Reservefutterwaben zu haben, wenn man sie braucht.
    2) Schwarmverhinderung. Nimmt man überzählige! (nicht alle!) Futterwaben raus, hat man Platz für Mittelwände, der Bautrieb wird befriedigt und man schafft Platz für mehr Brut.


    Allerdings belasse ich selbst stets alles wie es ist. Ich enge nicht ein, und erweitere nicht. Bei gesunden Völkern und Buckfast fällt dann der erste Schwarm sehr regelmässig nach ca einem vollen Honigraum. Da kannste schon mal die Uhr nach stellen.

  • Hallo luxnigra.


    Zitat

    Bei gesunden Völkern und Buckfast fällt dann der erste Schwarm sehr regelmässig nach ca einem vollen Honigraum. Da kannste schon mal die Uhr nach stellen.


    Buckfast = gesund oder
    Buckfast = ungesund


    ???


    Verstehe ich jetzt nicht. Klär mich mal auf. :Biene:


    Auch die Buckfast schwärmt, wenn man dieser nicht genügend Raum gibt...
    Wie jede andere Bienenrasse auch.


    Es gibt aber Buckfastherkünfte wo das bei genügend Raum eher unproblematisch mit dem Schwärmen ist.


    Aber wieso hältst Du Dir eigentlich Buckfast, wenn Du sowieso schwärmen lassen willst?


    Bau doch deinen Anteil "schwarze" Bienenvölker aus oder halte Dir doch die "graue" Biene.


    Da kriegst Du genügend Schwärme. Mehr wie Du vielleicht willst.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich hätte schreiben müssen: bei Buckfastvölkern, die gesund sind. Und das sind meine, eben durch das Schwärmen. Und, natürlich würden auch diese nicht schwärmen bei konventioneller Bewirtschtaftung. Genau wie die Dunklen dann nicht schwärmen.
    Und ja, ich bin immer überzeugter von den Dunklen, deshalb wird ihr Anteil stetig grösser.



    Letzte positive Erfahrung: Die Jungvölker ziehen das Futter doppelt so schnell rein wie die B. Dunkle Altvölker brauch ich eh kaum zu füttern.

  • Vielen Dank für die Antworten, wie ich sehe gehen die Meinungen, wie bei den meisten Themen der in der Bienenhaltung, auseinander. Der einzige Grund der mir einfiele, warum Bienen Futter übers Absperrgitter tragen würden, ist wenn unterm Absperrgitter zu wenig Platz für Brut ist also wenn der Brutraum total verhonigt ist. Bei einzargigen Bruträumen wäre das wohl denkbar, bei 2 zargigen halte ich das allerdings für unwahrscheinlich. Das nötige Organisationstalent würde ich den Biens schon zutrauen, blöd sind die ja nicht, nur zu blöd um die Varroa runter zu putzen.

  • Der einzige Grund der mir einfiele, warum Bienen Futter übers Absperrgitter tragen würden, ist wenn unterm Absperrgitter zu wenig Platz für Brut ist also wenn der Brutraum total verhonigt ist..


    Würden sie dann nicht eher schwärmen?


    Zitat

    Das nötige Organisationstalent würde ich den Biens schon zutrauen, blöd sind die ja nicht, nur zu blöd um die Varroa runter zu putzen.


    Glaubst Du, dass das Varroaproblem etwas mit der Intelligenz der Bienen zu tun hat?


    Neugierige Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Würden sie dann nicht eher schwärmen?


    Da hast du wohl recht..


    Glaubst Du, dass das Varroaproblem etwas mit der Intelligenz der Bienen zu tun hat?


    Nein, das war mehr ironisch gemeint, ich glaube nichtmal dass Bienen über eine bewusste Intelligenz verfügen, ich glaube an Instinkte und an die natürliche Auslese. Jedoch imkere ich nicht nach diesem Motto, sondern behandle lieber mit 85% AS und träufele OS im Dezember, oder hab es viel mehr vor, denn dies wird meine Überwinterungspremiere als Imker. Resistenzzucht ist was für Leute die mehrere hundert Jahre Zeit haben.


    Ich will das aber keinesfalls abwerten, ich finde es auch nicht gut auf Säuren angewiesen zu sein und würde es viel besser finden man könnte alles was man zur Bienenzucht braucht selber herstellen. Am besten wäre es ein paar Resistenzzüchter würden sich ein paar Inseln reservieren auf denen sie dann hunderte Jahre lang auf Resistenz züchten, und sobald sich das Ergebnis sehen lassen kann weiseln alle Imker um auf resistente Königinnen. Man könnte allerdings auch gleich die östliche Honigbiene importieren und auf Ertrag und Sanftmütigkeit züchten, was macht das noch für nen Unterschied, die bei uns heimische Rasse wurde ja sowieso schon verdrängt.

  • Zitat

    ...ich finde es auch nicht gut auf Säuren angewiesen zu sein und würde es viel besser finden man könnte alles was man zur Bienenzucht braucht selber herstellen...


    Ich denke, dass das geht, obwohl ich es noch nicht bis zur letzten Konsequenz erprobt habe. Ich bin aber auf dem Weg dorthin und habe in diesem Jahr begonnen, das konsequent umzusetzen. Die Merkmale:
    - Verwendung von AGT-Zuchtmaterial für die Königinnenzucht
    - Naturbau ohne Einsatz von externem Wachs, auch nicht für Anfangsstreifen
    - Komplette Brutentnahme + Fangwabe + komplette Bauerneuerung
    - Weiselrichtige Brutsammler, die mit einer Variante von kompletter Brutentnahme und Fangwabe behandelt werden
    - Verzicht auf die Winterbehandlung
    Bisher habe ich kaum Varroa-Totenfall bei den Völkern mit AGT-Königinnen und auch die Auswasch-Ergebnisse an den kritischsten AGT-Völkern sind gut. Die Auswinterungsrate im Frühjahr wird der erste Schiedsrichter sein. Danach muss sich zeigen, ob die Völker bis Trachtende durchhalten. Danach ist der Zyklus abgeschlossen und man kann ein Endergebnis konstatieren.
    Ich bin nicht der Meinung, dass man 100 Jahre warten muss, bis man auf Chemikalien verzichten kann - man kann es schon jetzt.
    Beuten stelle ich nicht selbst her und das Winterfutter auch nicht. Die AGT-Auslese führe ich auch nicht selbst durch - ich verwende externes Zuchtmaterial. Mit allem Anderen bin ich autark.
    Aber eigentlich ist das Thema hier OT.
    Gruß Ralph

  • ... Resistenzzucht ist was für Leute die mehrere hundert Jahre Zeit haben. ...


    Hallo joe, (das Pizza lass ich mal weg)


    und ich behaupte du hast keine Ahnung von Zucht!
    Frag mal Bruder Adam, bez. was du über ihn in Bücher findest, vor allem den Anfang seiner Buckfastzucht. Ich glaube, der ist zwar alt geworden, aber nicht mehrere hundert Jahre.


    Gruß
    Werner


  • Ein gewagtes Experiment, vorallem wenn du es mit allen Völkern machst. Gleichzeitig bewundernswert, dass du dir die Mehrarbeit leistest und gleichzeitig bereit bist Winterausfälle und weniger Honigertrag in Kauf zu nehmen, ich nehme an geldsparend ist diese Vorgehensweise auch nicht unbedingt, dir geht es anscheinend wirklich ums Prinzip.


    Hallo joe, (das Pizza lass ich mal weg)


    und ich behaupte du hast keine Ahnung von Zucht!
    Frag mal Bruder Adam, bez. was du über ihn in Bücher findest, vor allem den Anfang seiner Buckfastzucht. Ich glaube, der ist zwar alt geworden, aber nicht mehrere hundert Jahre.


    Gruß
    Werner


    Du magst Recht haben, dass Bruder Adam eine erbfeste Zuchtrasse in weniger als hundert Jahren gezüchtet hat, jedoch hat er dies nicht allein durch Auslese geschafft, sondern in dem er gezielt Rassen eingekreuzt hat die bereits über die gewünschten Eigenschaften (z.B. krankheitsresistenz) verfügten und dann hat er wieder selektiert und zur Weiterzucht ausgelesen, usw.
    Ich denke nicht dass dies so einfach zu vergleichen ist mit einer Resistenzzucht mit nur einer Rasse, bzw. Zuchtrasse, die in ihrer Evolution bisher nie Kontakt hatte mit diesem neuen Feind, der Varroamilbe.
    Resistenzzucht nach Bruder Adam Art wäre es wenn man die östliche Honigbiene in die Buckfast mit einkreuzt und dann gezielt auf Varroaresistenz selektiert und weiterzüchtet.
    Ich denke der westlichen Honigbiene fehlt einfach die Fähigkeit einen Varroabefall zu erkennen und darauf zu reagieren. Durch den Putztrieb könnten sie die Varroa zwar loswerden, und man kann vielleicht darauf selektieren dass ein sehr starker Putztrieb vorhanden ist, aber dass der Putztrieb durch die Varroamilbe ausgelöst wird ist etwas was sich meiner Meinung nach nicht einfach anzüchten lässt.

  • ... Ich denke der westlichen Honigbiene fehlt einfach die Fähigkeit einen Varroabefall zu erkennen und darauf zu reagieren. Durch den Putztrieb könnten sie die Varroa zwar loswerden, und man kann vielleicht darauf selektieren dass ein sehr starker Putztrieb vorhanden ist, aber dass der Putztrieb durch die Varroamilbe ausgelöst wird ist etwas was sich meiner Meinung nach nicht einfach anzüchten lässt.


    Hallo Joe,


    ich werde meinen Bienen mitteilen, dass sie das was sie tun eigentlich nicht können dürften - deiner Meinung nach.


    Ansonsten sind wir hier mit dem Thema OT.


    Gruß
    Werner

  • Hallo luxnigra!


    Ich hätte schreiben müssen: bei Buckfastvölkern, die gesund sind. Und das sind meine, eben durch das Schwärmen. Und, natürlich würden auch diese nicht schwärmen bei konventioneller Bewirtschtaftung. Genau wie die Dunklen dann nicht schwärmen.


    Danke für die Klarstellung! :p_flower01:


    Zitat

    Und ja, ich bin immer überzeugter von den Dunklen, deshalb wird ihr Anteil stetig grösser.


    Letzte positive Erfahrung: Die Jungvölker ziehen das Futter doppelt so schnell rein wie die B. Dunkle Altvölker brauch ich eh kaum zu füttern.


    Also diese tiefgreifenden und positiven Erfahrungen mit der Dunklen konnte ich leider nicht sammeln. Schade!


    Aber wenn sie schon das Futter so schnell "reinziehen": Hast Du Erfahrung mit Spättrachten wie Tanne und Heide?
    Das sollen die schwarzen Mädels ja recht gut sein?


    Habt Ihr eine "g'scheite"/ordentliche Belegstelle für die Dunkle in vertretbarer Entfernung?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)