• Ich habe in diesem Jahr einen Honig ernten können, den es als Sortenhonig eigentlich nicht gibt: Weidenhonig. Das liegt an der Gunst des Standorts: Massiv Haselpollen im Spätwinter, so dass die Völker schon sehr stark waren, als die Weiden blühten. Es war Glückssache, Winterfutter war praktisch aufgebraucht. Ich habe dann unmittelbar nach dem ersten, vereinzelten Einsetzen der Kirschblüte erstmals abgeschleudert, gerührt und eingefroren. Bei einem Volk, immerhin ca. 15 kg, den anderen habe ich die Weide gelassen. (Da die massive Obstblüte absehbar war, konnte ich es wagen und das Volk ist mir nicht verhungert, im Gegenteil, es hat übers Jahr 70 Kilo geschleuderten Honigs produziert, mein produktivstes.) Bis auf ein paar Kornelkirschen hat außer der Weide bis zum Schleudern im Flugkreis nichts in nennenswertem Umfang geblüht. Darf ich diesen Honig als Weidenhonig anbieten? Er schmeckt in der Tat anders als der nachfolgende Obstblütenhonig (Streuobstwiesen mit Kirsche, Zwetschge, Mirabelle, Birne und Apfel - Raps stand glücklicherweise keiner im Flugkreis). Gruß vom Ingerich

  • Hallo !


    Puuuhhh ...


    ... also:


    Ich habe in diesem Jahr einen Honig ernten können, den es als Sortenhonig eigentlich nicht gibt: Weidenhonig.


    Nicht gibt ?
    Eigentlich ?
    Weidenhonig gibt es,
    wenn auch selten so wird er doch auf dem Markt auch angeboten.



    Darf ich diesen Honig als Weidenhonig anbieten? Er schmeckt in der Tat anders als der nachfolgende Obstblütenhonig (Streuobstwiesen mit Kirsche, Zwetschge, Mirabelle, Birne und Apfel - Raps stand glücklicherweise keiner im Flugkreis). Gruß vom Ingerich


    Anbieten kannst Du alles.
    Dürfen, Du darfst den Honig als Weidenhonig anbieten wenn er die Merkmale eines Weidenhonigs hat,
    u.a. gehört allgemein (ob das bei Weide im speziellen jetzt zutrifft ... ?) ein Pollenanteil von 60% der "Haupttrachtpflanze" dazu.
    Ein entsprechende Honiganalyse gibt da Sicherheit.
    Alternativ liese sich z.B. die Bezeichnung "Frühtracht mit Weide" vertreten,
    hierzu werden ein 30% Anteil der Haupttracht verlangt.




    Imkerei Fläming schrieb:


    Wie viel Fläche ist denn mit Weiden bestellt? Ich glaube allerdings, dass du ihn wohl als Blütenhonig verkaufen musst bzw. "Weidenhonig" nicht zugelassen ist.


    Wo nimmst DU nur Dein Wissen her, welches DU hier so falsch kund tust ?
    Wer läst Namen für Honige zu ?
    Nicht einmal der DIB macht das ... der schließ nur das vermischen von Bezeichnungen aus.
    ... Weide als Trachtbezeichnung ist sogar im DIB Merkblatt "Honigsorten-Bezeichnungen 3.4" auf Seite 5 explizit aufgeführt !



    Gruß
    der Bienen ... und nicht nur derer ...
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Ingerich,
    ich würde Dir empfehlen Deinen Weidenhonig untersuchen zulassen.
    Nach Deiner Ortsbeschreibung "zwischen Wiesen, Wengert ...." tippe ich mal auf den Württembergischen Landesteil von BW.


    Dann hilft Dir dieser Link weiter:
    http://www.lvwi.de/1864.html?&tx_drblob_pi1[showUid]=60&cHash=b572f9b4052a53412ddd63e503774324


    Sollte es doch Baden sein, dann ist dieser Link der Richtige:
    http://www.badische-imker.de/d…ds/rundschreiben20111.pdf


    Die 25 € die Dich diese Untersuchung kostet sollten es Dir Wert sein, denn ist Deine erste Schleuderung wirklich ein "Weidehonig" wäre er sicher eine Rarität, die dann auch auf dem Etikett stehen sollte und sich ggf. auch im Preis niederschlagen könnte.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • ... Wo nimmst DU nur Dein Wissen her, welches DU hier so falsch kund tust ?
    Wer läst Namen für Honige zu ?
    Nicht einmal der DIB macht das ... der schließ nur das vermischen von Bezeichnungen aus.
    ... Weide als Trachtbezeichnung ist sogar im DIB Merkblatt "Honigsorten-Bezeichnungen 3.4" auf Seite 5 explizit aufgeführt ! ...


    Der Trug der Erinnerung! Ich meine auf einem Lehrgang gehört zu haben, dass nur die in dieser Liste aufgereihten Bezeichnungen zugelassen seien. Da habe ich vorhin nachgeguckt und habe es doch wohl glatt übersehen.


    Tut mir leid! Ich werde mir merken immer mehrmals zu gucken.
    Aber immerhin hat jetzt noch jemand geantwortet.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hallo, ich hatte das gleiche in Erinnerung wie Friedrich, deshalb hatte ich vorsichtshalber hier mal angefragt. Vielen Dank für die Antworten. Ich habe es in der Tat bisher so gehalten, dass ich ihn am Ende meiner Gästeführungen (ich bin hobbymäßig ein solcher) als Weidenhonig und besondere Rarität anpreise und dafür 4 Euro pro Viertelkilo erlöse - er ist ein Selbstläufer. Aber auf dem Etikett steht in diesem Jahr nur "Blütenhonig". Nun bin ich aber angesichts des Klimawandels recht zuversichtlich, dass auch 2012 ein Weidenhonig ins Haus steht. Das Entscheidende ist meines Erachtens, dass die Bienen vor der Weidenblüte hier eine reichhaltige Haselmast nutzen können - und in diesem Jahr haben sie im Januar schon ab ca. +8 °C gesammelt wie die Wilden, denn zum reichlich vorhandenen Hasel sind es von den Beuten aus nur 2 bis 10 Meter, da verklammen sie nicht und ich stellte auch gleich eimerweise Wasser neben die Beuten, das sehr gut genutzt wurde. Wenn dann die Weide blüht (eine Bachaue mit sehr altem Bestand auf ca. 4-500 Meter Länge) sind die Völker schon kräftig genug. Risiko war natürlich, dass die Wintervorräte zur Neige gingen und ich nicht nachfüttern wollte. Nächstes Jahr werde ich eine Probe davon nach Hohenheim schicken, bin ja Imker erst im zweiten Jahr und Honigkurs bei Dr. Dr. Horn erst in diesem. Gruß vom Ingerich

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  • Ingerich, wieviel hast Du davon? 15 kg?


    Ich finde 4 Euro für ein 250 g Glas hinterhergeschmissen.
    Ich hab gerade mal herumgegoogelt und so spontan und auf die Schnelle auch unter Spezialitätenabietern mit 75 Sorten keinen Weidenhonig gefunden.
    Gib die 25 Teuronen aus für die Untersuchung und hol sie dann zigfach wieder rein.
    Guck Dir mal bitte DIE Preise an.....

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper