Wespen rauben mir 1 Volk nach dem anderen. Tipps?

  • Guten Morgen,


    Mitte August sah ich das mit der Wespenplage noch gelassen. Starke Völker. Problem Wespe erledigt sich eh in 1-2 Wochen auf natürliche Weise.


    Jetzt, 09.09.2011, sind mir von 9 Völkern schon 2 überwiegend von Wespen leergeraupt worden. 1 ist aktuell vom Wespenangriff sehr stark betroffen, sodass es fast keine Gegenwehr mehr bietet. 2 weitere Völker werden in den letzten 2 Tagen zunehmend von Wespen angegriffen. Leider hat die schlechte Regenwetterlage keine Entlastung gebracht. Im Gegenteil, die Wespen sind total fidel und die Bienen durch die Kälte schon relativ träge.


    Daher habe ich mich heute morgen Entschlossen, an dem am meisten von der Wespenplage betroffen Standort die Fluglöcher zu verschließen. Luft bekommen die Völker über offene Gitterböden.


    Gibt es irgendwelche Tipps, was ich noch oder anders machen kann?


    Grüße
    Günter


    p.s.: Da es sich um eine natürliche Auslese schwacher Völker handelt, damit will ich mich nicht abfinden.

  • Hallo Günni:


    Böden schließen.
    Fluglöcher öffen.
    Fluglöcher bis auf Bienenstärke einengen.
    Wespen fangen und in Streichholzschachtel bugsieren.
    Wespen mit ockerfarbigen Pigment bepudern.
    Eine Wespe fliegen lassen und verfolgen.
    Wenn verfolgte Wespe außer Sichtweite,
    zweite Wespe fliegen lassen,
    usw usf....


    Nun biste am Wespennest!


    Optimal wäre nun, wenn das ein schönes Neubauviertel wäre mit zugezogenen oder ähnlichen Bewohnern.
    Da kannste nämlich jetzt eine Wepenberatung veranstalten und die kann bis zu 200,-€ bringen.


    Was hälst Du davon?

  • Hallo Günter,


    wenn Wespen in Völker eindringen können, hat der Imker Fehler gemacht.


    1. Fluglöcher zu groß
    Abhilfe: Fluglöcher massiv verkleinern, damit die Bienen das wieder verteidigen können.


    2. Nach meiner Erfahrung: Meistens Massives Varroa Problem.


    Völker, die sich nicht gegen Wespen verteidigen können sind schwer geschädigt.
    Das ist in der Vergangenheit bei der Varroa Behandlung etwas schief gelaufen.
    Abhilfe: Umgehende Behandlung mit AS, in der Hoffnung, das noch etwas zu retten ist.
    ( Ein Kollege meinte vor kurzem, das Wespen Völker meiden, wenn mit AS behandelt wird. Die Ausage könntest Du ja jetzt prüfen.)


    Andere mögliche Ursache wäre noch, weisellose Völker, aber dann wären nur einzelne betroffen.


    Ich benutze die Wespen immer als Indikator:


    Werden sie vom Volk abgewehrt, ist das Volk OK.


    Können Wespen in das Volk eindringen, ist Ursachen Forschung angesagt.
    Fluglochgröße im Verhältnis zur Volksgröße?
    Weiselrichtig?
    Krankheiten im Volk?


    Die Wespen zeigen Dir, das mit den Völkern etwas nicht stimmt.


    Ich drück Dir die Daumen.


    Hubert

  • Hallo Günter, du hast das genau richtig gemacht. Auf diese Weise habe ich in diesem Jahr ein Volk vor den Wespen gerettet.
    Durch den Wespenangriff ist dein Volk so stark verstört, dass es sich nicht mehr wehrt und sich seinem Schicksal ergibt. Auch alle anderen Stockarbeiten kommen zum Erliegen. Es gilt nun, das Volk wieder zu aktivieren. Das geht so:
    Fluglöcher bleiben zu, Lüftungsgitter sind auf.
    Das Volk wird flüssig gefüttert, die Futterabnahme wird täglich kontrolliert. Am Anfang wird das Volk nichts abnehmen.
    Von Tag zu Tag wird die Futterabnahme zunehmen. Wenn das Volk richtig Futter nimmt, wird das Flugloch eine Bienenbreite geöffnet und für eine gewisse Zeit das Lüftungsgitter geschlossen oder verdunkelt, damit die Bienen sich zum Flugloch hin orientieren. Jetzt sollten sehr schnell Bienen am Flugloch erscheinen und die Wespen sollten erfolgreich abgewehrt werden.
    Wenn sich der Flugbetrieb nach einigen Tagen normalisiert hat, kann das Lüftungsgitter geöffnet und das Flugloch etwas weiter geöffnet werden.
    Gruß Ralph

  • @ Hubert


    :daumen:


    ich hab viele Völker mit komplett offenem Flugloch. Meine Ableger haben ca. 10 cm Fluglochbreite und ca. 1 Cm hoch. Ein Ableger war weisellos, bei 5 cm Fluglochbreite. Zuerst kamen die Wespen, sind einfach einmarschiert, fast ohne Gegenwehr, nach ein paar Tagen kam die "Nachbarschaft" zum Kaffee, äh Futter.
    So ist die Natur, wie im Hühnerstall, gepickt werden nur die kranken Hühner.


    Salve, Peter

  • Hallo
    Erst kommen die Wespen später die Räuberei
    AS + Flugloch kleinst hilft kurzfristig als Sofortmassnahme (danach verstellen)


    Auf einer Streuobstwiese so wie bei mir hast Du leider immer Wespen und ich schätze auch einige Nester.
    Um die loszuwerden hab ich 5 Fallen ständig im Einsatz.
    Am bestern ist die Fallen schon im Frühling aufzustellen.

    Grüßle
    Franky ( Erfinder des Apinaut-Systems )

  • Auf einer Streuobstwiese so wie bei mir hast Du leider immer Wespen und ich schätze auch einige Nester. Um die loszuwerden hab ich 5 Fallen ständig im Einsatz. Am bestern ist die Fallen schon im Frühling aufzustellen.

    Ist das nicht Bißchen übvertrieben? So'ne Wespe ist doch kein Untier und gerade auf der Streuobstwiese ist die doch dazugehörig, schließlich lebt von der so manches andere Vieh und die tilgt Frucht- und Baumschädlinge. Mach doch die Fluglöcher eng und selektiere auf wespenabwehrende Völker. Gerade wir Imker sollten doch nicht wahllos die Gegend zu entwespen versuchen. Nicht daß uns noch jemand mit Spritzmittel aus der Luft unterstützt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ... wenn Wespen in Völker eindringen können, hat der Imker Fehler gemacht. ...


    Das mag sein.


    ... 1. Fluglöcher zu groß - Abhilfe: Fluglöcher massiv verkleinern, damit die Bienen das wieder verteidigen können. ...


    Ich imkere seit über 25 Jahren. Fluglöcher sind bis auf Minimum verkleinert (2-3 Bienen breit).


    ... 2. Nach meiner Erfahrung: Meistens Massives Varroa Problem. ...


    Mit der Prognose liegt man grundsätzlich schon mal immer richtig.


    .... Das ist in der Vergangenheit bei der Varroa Behandlung etwas schief gelaufen. ...


    Letzte Behandlung vor 3-4 Wochen. Varroa-Fall deutlich, d.h. 85 % Ameisensäure hat gewirkt.


    ... Abhilfe: Umgehende Behandlung mit AS, in der Hoffnung, das noch etwas zu retten ist. ...


    Jetzt nochmal? Damit schwäche ich das Volk doch zusätzlich.


    ... Ein Kollege meinte vor kurzem, das Wespen Völker meiden, wenn mit AS behandelt wird. Die Ausage könntest Du ja jetzt prüfen. ...


    Aus Meiner Praxis der letzten 4-6 Wochen kann ich sagen, dass diese Aussage definitiv falsch ist, wenn man alle Völker gleichzeitig behandelt.


    ... Die Wespen zeigen Dir, das mit den Völkern etwas nicht stimmt. ...


    Richtig. Dann stimmt aber bei vielen Imkern bei uns in der Gegend mit den Völkern etwas nicht. Meine Theorie dazu ist, dass die Bienen in den letzten Jahren zu friedfertig gezüchtet wurden. Aggressive Stechervölker haben imho das Wespenproblem nicht.


    ... Ich drück Dir die Daumen. ...


    Danke!


  • Richtig. Dann stimmt aber bei vielen Imkern bei uns in der Gegend mit den Völkern etwas nicht. Meine Theorie dazu ist, dass die Bienen in den letzten Jahren zu friedfertig gezüchtet wurden. Aggressive Stechervölker haben imho das Wespenproblem nicht.


     
    Hallo Günter,
    das ist nun eine Theorie, die ich nicht bestätigen kann.
    Ich lege absoluten Wert auf Sanftmut.
    (Wenn ich bei der Arbeit an einem Volk überlegen muss, wo ich den Schleier das letzte mal habe liegen lassen, ist das Volk bzw. die Königin schon auf der roten Liste, dann darf es sich nicht mehr viel erlauben. )


    Ich habe ein bis zweimal im Jahr bei öffentlichen Veranstaltungen Laien an den Völkern zum "Bienenstreicheln".
    Das geht nur mit sanftmütigen Völkern.
    Und diese Völker haben keine Probleme mit Wespen oder Räuberei.


    Was mir immer wieder auffällt ist, das Imker die gegen Sanftmütige Völker plädieren, oft wilde Stecher am Stand haben und trotzdem regelmäßige Verluste beklagen.


    Andererseits kenne ich hier viele Imker, die ebenfalls absolut friedliche Bienen haben und mit schöner Regelmäßigkeit ohne Verluste übers Jahr kommen.


    Viele Grüße
    Hubert

  • Hallo Günter,


    das meiste wurde ja schon gesagt. Fakt ist aber, dieses Jahr ist ein starkes Wespenjahr! In solchen Fällen stelle ich am Bienenstand Fangflaschen auf, dazu nehme ich "normale" Flaschen, nach möglichkeit mit langem, schlanken Hals, fülle sie halbvoll mit z. B. Apfelsaft und einem Schuss Essig (ist wichtig, damit die Bienen nicht drangehen). Habe so in wenigen Tagen jede Menge Wespen gefangen (2 Flaschen zu je 2/3 vol mit Wespen!)
    Die Fluglöcher ganz zu verschliessen finde ich nicht gut, die Völker könnten verbrausen. Besser so einengen das nur noch 1- 2 Bienen durchpassen. Nach dem Abräumen kommt bei meinen vorsorglich Völkern das Mäusegitter rein.