Wird Sommerhonig auch irgendwann fest? Weiterrühren oder abfüllen?

  • Moin moin,


    auf die Gefahr hin, dass alle aufstöhnen, weil die Frage schon so häufig gestellt wurde:


    Mit welcher Entwicklung muss ich bei meinem Sommerhonig rechnen? Wird der auch irgendwann fest?


    Ich habe Anfang August das zweite Mal geschleudert. Standort: mittleres Schleswig-Holstein, Waldrand, Lindenallee in der Nähe (Honig schmeckt aber nicht so sehr nach Linde).
    Zunächst habe ich den Honig erstmal drei Wochen stehen lassen. Er war wunderschön, dunkelbraun, klarflüssig und richtig lecker. Einen Teil habe ich gleich so abgefüllt und verkauft.
    Dann habe ich mal wieder den Deckel gelüftet und festgestellt, dass er anfängt, kleine Kristalle zu bilden.
    Also habe ich - um die Sache zu beschleunigen - schnell geimpft und rühre nun seit einer Woche zweimal täglich. Der Honig ist mittlerweile erheblich heller, dicker und trübe geworden. Beim Rühren mit der Spirale kommt heller Honig nach oben. Die Kristalle sind geblieben: Der Honig ist etwas kriselig.
    Wie geht es nun weiter?
    Kann ich abfüllen? Wird der Honig dann im Glas noch grobkörniger? Das würde ich gerne vermeiden.
    Oder muss ich noch weiter rühren? Ich hätte gerne cremigen Honig...
    Oder lasse ich ihn im Hobbock fest werden und taue ihn später wieder auf?
    Wie bekomme ich die Kristalle aufgelöst?


    Danke schonmal
    Immchen


    P.S.: Wir haben keine Gefriertruhe...

  • Irgendwann kristallisiert jeder naturbelassene Honig.
    Raps ganz schnell (wenige Wochen),
    Robinie ganz langsam (bis über ein Jahr oder länger).
    Dazwischen ist alles möglich, je nachdem wie sich der Honig zusammensetzt.


    Beim Rühren sollten die Kristalle (Kristallisationskeime) kleiner werden, so dass bei der weiteren Kristallisierung eine cremige Konsistenz entsteht.


    Häufig liest man, dass man solange rühren soll, bis sich an der Oberfläche ein perlmutartiger Glanz zeigt. Manchmal ist der tatsächlich zu sehen - leider nicht immer. Dann wird abgefüllt.
    Ich rühre je nach Honigart oft zwei oder drei Wochen (ohne Impfung) und fülle dann ab. Der noch dickflüssige Honig wird dann im Glas cremig.


    Wenn Du ihn im Hobbock fest werden lässt und danach wieder auftaust (Melitherm), ist er wieder ganz flüssig, bleibt auch länger so und dann fängt aber der ganze Kristallisationsprozess von vorne an.


    Gruß
    Günter

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von guenter47 () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Also ohne Impfung kann es wirklich sehr lange dauern - bei mir ist selbst die Frühtracht (geschleudert 20.Mai 2011) noch flüssig; trübt sich aber sichtlich ein...die Linde (9.Juli) ist noch glasklar und leicht fliessend. Wenn ich angeimpft habe wird eine Woche gerührt und dann abgefüllt - das Ergebnis ist so wie gewünscht.


    Wenn es schon etwas grob kristallisiert ist es m.E. schwierig noch was zu machen - da müßte man lange erwärmen damit diese wieder verschwinden. Würde weiter rühren und das Ergebnis nehmen wie es ist...ev. war Dein Animpfhonig bereits zu grob?


    Melanie

  • Der Impfhonig war eigentlich wunderbar cremig, aber der Sommerhonig selbst hatte wohl schon zu lange auf's Rühren gewartet. Drei Wochen nach dem Schleudern zeigten sich die ersten Kristalle, die bis zum Ende nicht verschwanden.
    Inzwischen habe ich den Honig aber abgefüllt!


    Mal sehen, wie er sich im Glas entwickelt.


    Immchen