Lochschied-Methode zur Wildbaukorrektur (Problem?)

  • Hallo,


    hat einer von euch schon mal die "Lochschied"-Methode im Naturbau (zur Korrektur von Wildbau) ausprobiert?


    Def. Lochschied-Methode: Eines meiner Naturbauvölker hat sich leider nicht an die von mir vorgegebenen Anfangsstreifen gehalten und wild gebaut (insgesamt wurden 8 Dadant-Rähmchen wild ausgebaut, ob es 8 oder nur 7 Waben sind, ist unbekannt). Als Korrektur empfahl mir mein Pate, hinter die wildgebauten Rähmchen ein Lochschied zu hängen, hierbei handelt es sich um einen normalen Schied, in welchen viele Löcher gebohrt wurden, damit die Bienen durchkrabbeln können. Er sagte mir, sobald die Bienen die bisherigen Wildbauwaben komplett ausgebaut haben, würden sie durch diesen Lochschied auch auf die andere Seite wechseln und dort Waben bauen und es bestünde die Chance, dass zumindest in den Rähmchen jenseits des Lochschieds die Waben schön an die Anfangsstreifen angebaut werden (allerdings sagte er mir auch, das ist nicht 100 %ig sicher).


    Nun fiel mir über den letzten Monat auf, dass sich dieses Volk im Vergleich zu einem anderen schlechter entwickelt, deutlich weniger Bienen sind zu sehen. Bei der letzten Kontrolle vor 3 Wochen (vor Beginn der Einfütterung) waren die Rähmchen jenseits des Lochschieds noch unangetastet.


    Meine Frage daher: Was soll ich jetzt tun? Hat der Lochschied das Volk in der Entwicklung behindert, sollte ich ihn entfernen oder ist das jetzt schon zu spät, da das Bienenjahr zu weit fortgeschritten ist?
    Ein Volk auf 7-8 Waben Dadant (ausgebaut), krieg ich das gut über den Winter?


    Viele Grüße
    danke fürs Helfen
    CyberDrohn


    PS: Nein, meinen Paten kann ich leider nicht fragen, da sich dieser längere Zeit im Urlaub befindet und unerreichbar ist. Daher mein Aufruf hier an die Forengemeinde.

  • Hallo,
    möglicherweise kannst du den Wildbau in die gerade Richtung drücken, z.B. schräg eingebaute Lappen aufeinander zu drücken und miteinander verkleben. Mehr würde ich jetzt nicht tun, da die Völker sowieso nicht mehr gut bauen. Was genau zu tun ist, kannst du dir dann bis zum Frühjahr überlegen. Der Wildbau stört im Winter nicht.
    Gruß Ralph

  • Zitat

    Ein Volk auf 7-8 Waben Dadant (ausgebaut), krieg ich das gut über den Winter?


    Da brauchst Du dir nach offiziellen Aussagen keine Sorgen zu machen!


    Ich würd jetzt im Jahr auch nichts verändern. Randständige Futterwaben kannst Du nach der Überwinterung entnehmen und dann nochmal sehen, dass sie in Deine gewünschte Baurichtung kommen. Längere Anfangsstreifen nehmen?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    danke für eure Antworten. :)


    Also soll ich dieses Jahr einfach alles so lassen, wie es ist. Auch gut, ist mir das liebste, auch am unaufwändigsten. :wink:


    @ Marion
    Ah, gut zu hören, das die 7-8 Waben ausreichen. Das beruhigt mich. :)


    @ Ralph
    Dass die Bienen ihr Wildbau nicht stört, das habe ich schon bemerkt. Die Damen machen, was ihnen gefällt. :wink:
    Mir gings nur darum, ob diese Lochschied-Methode evtl. die Volksentwicklung zu sehr gehemmt hat.
    Allerdings habe ich die Methode mit den Lappen, die du mir beschrieben hast, nicht so recht verstanden. Kannst du die nochmal genauer erläutern?


    Viele Grüße
    CyberDrohn

  • Für heuer ist der Zug ohnehin abgefahren. Ich hätte die den "Wirrbau" (ich mag das Wort nicht, denn nichts was die machen ist wirr, nur wir zwingen die oft dazu wirres Zeug zu tun:wink:) einfach so belassen und sie auch weiter bauen lassen. Ist doch nur ein Volk und man kann davon nur lernen.:u_idea_bulb02:


    Wenn man auf gar keinen Fall damit leben kann, hätte ich statt des Lochschied ein Rähmchen mit MW zugegeben. Ich hab es zwar noch nicht probiert, würde aber jede Wette eingehen, das ab da normal weiter gebaut wird.:daumen:

  • @ Ralph
    Dass die Bienen ihr Wildbau nicht stört, das habe ich schon bemerkt. Die Damen machen, was ihnen gefällt. :wink:
    Mir gings nur darum, ob diese Lochschied-Methode evtl. die Volksentwicklung zu sehr gehemmt hat.
    Allerdings habe ich die Methode mit den Lappen, die du mir beschrieben hast, nicht so recht verstanden. Kannst du die nochmal genauer erläutern?


    Mitunter werden an einem Anfangsstreifen mehrere Waben angebaut, die unter einem Winkel zum Anfangsstreifen stehen. Ich habe leider kein Foto parat. Diese "Lappen" dienen dann als Orientierung im nächsten Rähmchen, wo dann ebenso gebaut wird. Wenn man diesen Zustand nicht korrigiert, verbinden die Bienen die Lappen der unterschiedlichen Rähmchen und die Waben können nicht mehr gezogen werden. Deshalb sollte man ca. 1 Woche nach der totalen Wabenentnahme den Wabenbau korrigieren. Wenn ich solche Rähmchen mit schrägen "Lappen" finde, dann stoße ich die Bienen ab und drehe die "Lappen" in eine Position parallel zum Rähmchen. An den Überlappungsstellen schneide ich die "Lappen" zurück und drücke sie mit den Fingern aufeinander, wobei sie verkleben. Jetzt bauen die Bienen die Rähmchen fertig aus und man erhält ganz normale Waben.
    Wichtig ist meines Erachtens auch, dass man an beiden Beutenwänden 1 Leerwabe belässt, da die Bienen gerne von der Beutenwand aus quer zur Ausrichtung der Rähmchen Waben bauen, die man nur entfernen kann.
    Wenn der Bau schon soweit fortgeschritten ist, dass alles miteinander verbunden ist, dann hilft nur die Trennung mit dem Messer. Dabei würde ich vom Rand her vorgehen und, wenn möglich, mit einer ordentlich ausgebauten Wabe beginnen. Dann kann man Wabe für Wabe den Wildbau auseinander ziehen und mit einem Messer trennen. Nun kann man wieder in der oben angegebenen Weise den Wildbau korrigieren. Dabei wird einiges an Brut zermatscht, es hilft aber nichts. Auch lassen sich die bebrüteten Waben schwer miteinander verkleben. Hier könnte es hilfreich sein, die "Lappen" mit einem Stück Steckdraht aneinander zu fixieren. Die Bienen stellen dann die richtige Verbindung her. Eine derartige Operation kannst du aber auch noch im Frühjahr ausführen.
    Gruß Ralph

  • Hallo,


    @ Ralph: Danke für die näheren Erläuterungen, jetzt kann ichs mir vorstellen.


    @ Günther: Du hast sicher Recht, Naturbau und die Forderung an die Bienen, die Beute gem. DIN 66025 auszubauen, passen sicher nicht zueinander. Rähmchen mit MW zugeben kann ich eh nicht, ich hab gar keine MWe. Was mir aber auch bei dem Volk auffiel, das "nicht wild gebaut" hat, ist, dass dieses ebenfalls anfängt, die Waben zwischen den Oberträgern aneinanderzubauen bzw. eher einfach mit Wachsbrücken zu verbinden (sind nicht durchgängig über die ganze Wabenlänge, sondern nur an der Oberträgerseite).


    @ Alle:
    Ich glaube, es sogar hier mal gelesen zu haben: Sind die Mädels, je mehr es auf den Winter zugeht, umso wehrhafter, sprich, Störungen wie Stocköffnen deutlich abgeneigter als noch im Sommer? Ich habe jedenfalls bemerkt, dass ich im Sommer teilweise ohne Rauch und Schutz rankonnte, daran war gestern gar nicht zu denken.


    Außerdem habe ich unterschiedliche Volksentwicklungen bemerkt. Mein Volk Nr. 1 (V1) hat 10 Dadantwaben ausgebaut, die Bienen quillen fast aus der Beute, so viele sind es (war wohlgemerkt ein diesjähriger Nachschwarm), habe ihnen deswegen noch eine weitere 11. Wabe zugehängt. Wird die überhaupt noch ausgebaut bzw. angefangen, auszubauen?
    Dafür hat sich Volk Nr. 2 schlechter entwickelt, schaute gestern nach und es war trotz Einfütterung nur auf 8 Dadant-Waben verteilt, keine davon vollständig ausgebaut. Habe ich jetzt ein Problem?


    Viele Grüße
    danke fürs Helfen und Lesen
    CyberDrohn