Bienen nehmen Bienenkorb nicht an

  • Hallo,


    im vorigen Jahr schenkte mein Mann mir einen (neuen) Bienenkorb. Den hat er mit Hilfe eines Kumpels über´s Internet bestellt und kann mir nun leider nicht sagen, wo der genau herkommt oder hergestellt wurde.


    Dieses Jahr versuchte ich den Korb zu besiedeln.


    Beim ersten Mal fegte ich Bienen in den Korb (den hatte ich zuvor innen mit etwas Honig bestrichen), setzte die altbekannte Königin dazu, stellte das ganze mit einer Protion Futterteig für einige Tage in den Keller und hoffte, die Bienen würden anfangen zu bauen (eben wie beim EWK). Allerdings taten sie das nicht. Ich stellte den Korb trotzdem raus und am nächsten Tag war das Völkchen samt Königin ausgezogen.


    Als nächstes versuchte ich es mit der Besatzung eines EWK´s. Mit dem gleichen Ergebnis. Ich fand die Königin, setzte sie zurück, klemmte ein Stück Absperrgitter vor das Flugloch und die Bienen zogen trotzdem wieder aus. Die Königin wurde immer einsamer, da der Minischwarm Tag für Tag auszog und abends wieder einzog. Nur die Bienen wurden dabei immer weniger. Irgendwann habe ich das ganze aufgelöst.


    Warum können die Immen den Bienenkorb nicht leiden? Da er geschützt stand, habe ich ihn mit nichts eingeschmiert, weder mit Lehm noch mit Kuhmist oder ähnlichem. Was muss ich tun, damit die Bienen den Korb annehmen. Ich würde im nächsten Jahr gerne einen neuen Versuch starten.


    Viele Grüße
    Nantaku

  • Hallo,


    jo, einen Schwarm hinein. Zur not Kunstschwarm. also erst Kellerhaft und dann in den Korb.


    Ich denke auch der Korb ist noch zu neu. Vom Opa weis ich noch das der die Körbe immer mit diesen komischen großen Blättern ausgewischt hat, die mit den Pfahl Wurzeln. Ein Rest alte Waabe an die Decke vom Korb gedrückt soll auch helfen.


    MFG Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Sauerampfer? Jedenfalls gibt es viele Pflanzen mit großen Blättern und Pfahlwurzel.


    Freundliche Grüße
    Friedrich


    Hallo,


    nein ich mein den Rumex obtusifolius oder Stumpfblättrige Ampfer hat bei uns aber meist noch breitere Blätter. Hier mal den Link zum Wiki


    http://de.wikipedia.org/wiki/Stumpfbl%C3%A4ttriger_Ampfer


    MFG Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo Nantaku,


    wie schon gesagt mit einem Schwarm besiedeln. Ob Kunst od. Naturschwarm ist eigendlich egal. Wobei ein Naturschwarm in diesem Fall die bessere Wahl wäre !


    Aber !!!! : Schwarm NICHT füttern, Korb auch nicht mit Honig einstreichen. !!!


    Ein Schwarm hat seinen Futtervorrat bei sich , ( in den Honigmägen ), und dieser reicht für einige Tage.
    Ein eingeschlagener Schwarm muß zuerst einmal bauen um das mitgebrachte Futter unterzubringen.
    Das heißt, die erste Futtergabe erfolgt erst drei Tage NACH dem der Schwarm gefallen war. ( Sonst fütterst du den Schwarm aus der Beute . )
    Die Bienen haben nach dieser Zeit die ersten Wabenzungen ausgezogen, die ersten Stifte sind da , ( wenn begatte Weisel) und nun sind sie auch in der Lage mit dem fortschreiten des Wabenbaus das gereichte Futter auch unterzubringen.
    Nun MUSS sogar ständig Futter fließen. Versiegt der Futterstrom, stellen die Bienen nämlich ihre Bautätigkeit schnell ein. Was im Endeffekt dazu führt das die Königin ein zu kleines Brutnest anlegt, was in Kürze dann zu einem Mangel an neuen Jungbienen führt, was wiederum zu wenig Sammelbienen führt, was zur Folge hat das weniger Futter reinkommt , was dann wieder zu geringer Bautätigkeit führt usw, usw ...


    Das einkleistern der Beute mit irgendwelchen Mittelchen od. Honig kannst du dir sparen. Um es dir selbst etwas einfach zu machen kannst du oben im Korb drei kleine Wabenstreifen (ca 2cm hoch,10cm lang ) mit Bienenwachs ankleben. Dann bauen die Bienen gleichmäßigere Waben in dier vorgegebenen Richtung aus und du hast weniger Wirrbau.
    ( ganz ohne Korrigieren geht es allerdings nicht.)


    Schütte den Schwarm am abend in den Korb, Bienen fliegen nicht gern in die Nacht.


    Da dein Korb neu war , besteht allerdings noch eine etwas unerfreulichere Möglichkeit :
    Das Stroh , bzw. das Getreide wurde mit Pestiziden / Herbiziden od. anderen Chemischen Mitteln behandelt.
    In dem Falle ist dein Korb nur Deko.


    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Finvara ()

  • Finvara hat ja schon Wichtiges geschrieben: KEIN Futter in den ersten drei Tagen nach dem Einschlagen des Schwarmes! Schwarmbienen haben einen vollen Honigmagen. Honig an den Wänden ist auch Futter! Es ist egal ob es ein Vorschwarm mit begatteter Königin oder ein Nachschwarm mit unbegatteter Königin ist, sie werden sofort anfangen zu bauen. Wenn keine Leitwachsstreifen, ob Wabenteile oder aus Mittelwänden ist egal, vorgegeben werden, entsteht Wildbau und keine geordneten Waben.
    Toddybaer schrieb: "Ein Rest alte Waabe an die Decke vom Korb gedrückt ..." Das hält nicht am Stroh fest. Wie Finvara schrieb mit (flüssigen) Wachs ankleben. Sonst stürzt die Wabe ab. Deshalb auch nicht vergessen mindestens vier Speilen einstecken. Falsch ist: "erst Kellerhaft und dann in den Korb"; denn (siehe oben) sie beginnen sofort an zu bauen und beim Einschlagen in den Korb nach der Kellerhaft zerstörst du dann das Wabenwerk! Also sofort in den Korb und ein Wandertuch unter den Boden und liegend, geschlossene Flugloch nach oben, in die Kellerhaft ; denn sonst fehlt die Luft.


    Ein neuer Korb ist für die Bienen unwohnlich. Es ist oben schon gesagt worden, dass man diesen ausreiben muss. Dafür eignet sich auch z.B. frisches Birkengrün, mit dem der Innenraum so kräftig ausgerieben wird, das die Blätter dabei ihren Saft an das Stroh abgeben. - Ob der Korb überhaupt als Bienenkorb vom Material und seinem Aufbau her geeignet ist, kann man per Ferndiagnose nicht entscheiden.
    Das Halten von Bienen in Körben ist kein Spaß und aufwändiger als in Beuten. Bevor nochmals Bienen hineingesetzt werden, bitte ich darum, sich erst mal intensiv damit zu befassen. Was ist denn mit den ausgezogenen Schwärmen passiert? - Mir sind auch schon Schwärme abhanden gekommen, jedoch mutwillig sollte man Tiere dieser Not nicht aussetzen.


    heidjer Wolfgang, dessen Körbe gerade in der honigenden Heide stehen.

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • ....Wenn keine Leitwachsstreifen, ob Wabenteile oder aus Mittelwänden ist egal, vorgegeben werden, entsteht Wildbau und keine geordneten Waben.
    Toddybaer schrieb: "Ein Rest alte Waabe an die Decke vom Korb gedrückt ..." Das hält nicht am Stroh fest. Wie Finvara schrieb mit (flüssigen) Wachs ankleben. Sonst stürzt die Wabe ab. Deshalb auch nicht vergessen mindestens vier Speilen einstecken. ....


    Hallo,


    also bei mir hat´s wunderbar gehalten. war auch ein ganz kleines Stück, vielleicht Zigarettenschachtel groß, ist beim Andrücken ganz schon raponiert worden.
    Wirbau gabs auch nicht. War aber auch mein erster Korb. Muss dann ja nicht bei allen Bienenkorbvölkern so sein.
    Ich finde bis jetzt das Bienenhalten im Korb viel einfacher. Ich denke die Arbeit steckt im Honigernten, das hab ich da nämlich nicht gemacht.


    MFG Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo,


    danke für die Tips. Dann werde ich es im nächsten Jahr noch mal probieren. Korb ausreiben und Kunstschwarm einquartieren.


    Im übrigen war bei mir kein Schwarm aus dem Korb eingegangen, die Bienen habe ich Ablegern zugegeben und die Königinnen anderweitig verwendet. Eine habe ich z. B. einem Kollegen gegeben, der so ein nettes Völkchen hatte, bei dem man mal so auf die Schnelle ca. 200 Bienen an Hut und Schleier zu kleben hat.


    Viele Grüße
    Nantaku

  • Ich habe heuer im Frühjahr einen Korb erfolgreich mit einem kleinen Schwarm besiedelt. Das Völkchen hat sich prima entwickelt und den Kob voll ausgebaut.
    Als Starthilfe habe ich oben im Korb lediglich ein paar Holzstäbchen quer ins Stroh geklemmt.
    Bin sehr gespannt, wie das Volk über den Winter kommt.

  • Strohkörbe bekommt man aktuell neu nur un- und damit unzureichend behandelt. Was immer fehlt sich Speile. Das sind Querstäbe in rund oder freihandgeschnitzt die kreuz und (vor allem quer) durch bzw. in den Korb gesteckt werden und von den Bienen so umbaut werden, daß das Wabenwerk später nicht zusammen- d.h. aufeinanderfällt. Solche Speile schiebe ich immer erst, wenn der Schwarm baut, denn erst dann weiß ich was quer ist. Hat der Korb bereits Speile und war schon besidelt, bauen die Bienen in aller Regel genau wie die letzten.


    Zweiter wichtiger Punkt ist die Kuhscheiße. Mag sein, daß mancher Korb auch ohne über den Sommer kommt, der Winter wird das Problem. Ich kann aus eigener Erfahrung dazu raten sich ein Gemisch aus satter strohfreier flüssiger Kuhscheiße mit Lehmstaub und Wasser anzurühren, daß es etwa die Konsistenz von Sahnemerrettich bekommt. Scheiße/Erde 50/50 60/40 oder so. Der Korb muß vor dem Bestreichen feucht oder darf zumindest nicht völlig trocken sein. Mit der (latexbehandschuhten) Hand wird die Masse in Ringrichtung - also wie die Stohlagen - aufgestrichen und einmassiert. Dabei werden alle rausstehenden Halme und alle Ritzen ein und zugebettet. Dann trocknet der Korb langsam auf einer exakt waagrechten Platte z.B. unter einem Vordach oder Baum im tiefen Schatten. langsam meint, daß der Korb wirklich erst nach 3 - 4 Tagen grau sein soll. Stroh, Flechtbrombeeren und Dung sind dann rißfrei zusammengewachsen und das haben die Enzyme der Kuhscheiße gemacht - womit schon geklärt wär, dasses mit bloßem Lehm oder Fassadenputz nicht gut geht.


    Ein Korb wird normalerweise im tiefen Winter geflochten und dann bis zur Schwarmzeit irgendwo gelagert, ehe er bestrichen wird. Falls heute Stroh mit Insektiziden haltbar gemacht wurde um es immer und überall zu verflechten oder wenn die Körbe gar per Container aus Tralien oder China kommen (Treatement) ist so eine Auslüftzeit sehr anzuraten. Wenn das Stroh dabei grau wird oder der Korb naßgeregnet wird ist das folglich eher gut als schlecht. Auf angewitterter Strohlage hält die "Beschichtung" ganz hervorragend.


    Zusammenfassung:
    Auslüften, Bestreichen, Speile setzen

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Malzeit,
    Speile wachsen an jeder Straßenecke. Am besten eignet sich dazu Rosenholz (verholzte gerade gewachsene Rosenstengel) ... Hagebutte zäht auch zu den Rosengewächsen und die Stänge findet mann überall!
    Dornen ab, halbieren und fertig!
    Der Anstrich aus Kuhmist und Lehm ist erst in zweiter Sicht als Wetter Schutz gedacht.. der wichtigere, ist der UV-Schutz der Flechtware, (Rohrstreifen und Tennenwurzeln etc werden porös, spröde.-- altern viel schneller. und verliehren somit ihre Elastizität.
    Was haben Bienen im Keller zu suchen??? Selbst mit Kunstschwarm ist mir dieses Jahr kein einziger aus meinen Körben wieder ausgezogen? Mittags Kunstschwarm in Plastikeimer zusammen gefegt.. (Kö. extra)
    dann in den Korb gekippen.. Königin zusetzen.. Boden mit Tuch verschließen, Flugloch mit Gras zustopfen und seitlich hinlegen mit Flugkoch nach oben .. erst abends kurz vor Dämmerung Korb richig hinstellen und Flugloch öffnen.


    auf gutes gelinge im nächsten Jahr
    Cheers
    Thomas

    Der Mensch steht im Mittelpunkt und somit allein im Weg.

  • Bei uns werden Körbe mit von Kühen verdautem Frühjahrsgras ohne jeden Zusatz von außen und innen die unteren zwei bis drei Wickel mit blanker Hand (ohne Handschuhe, Händen lassen sich anschließend wieder waschen) eingestrichen (verschmiert). Diese Schicht dient sehr wohl als Wetterschutz und reguliert als Naturmaterial auch den Wasserhaushalt. In einem Bienenzaun bekommen die Körbe auch immer mal wieder von vorne Regen ab, der für blankes Stroh nicht gut ist.
    Wenn man in diese Bienenzäune, die gewöhnlich nach Südost oder Süden offen sind, den Korb mit dem eingeschlagenen Schwarm und dem Wandertuch darunter legt, so brausen die Bienen darin wegen der Helligkeit und der Wärme. Also werden sie im dunklen kühleren Raum geparkt. Ein Schwarmfangbeutel wird mit dem eingelaufenen Schwarm auch bis zum Abend im Schatten aufgehängt.


    Heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo,


    ich gehe mal davon aus, dass der Korb von außen mit Kuhmist eingestrichen werden muss? Oder auch von innen? Eigentlich wollte ich ja das gute Aussehen des Korbs von außen nicht versauen, aber letztlich ist mir lieber es funktioniert als dass der Korb chic ist.


    Ich vermute mal dass mein Korb für die Bienen schon komisch riecht. Ist es dann nicht von Vorteil, wenn ich den Korb jetzt demnächst bestreiche und er somit viel Zeit hat auszulüften?


    Viele Grüße
    Nantaku