Viele tote Bienen nach AS-Schwammtuch

  • Hallo Zusammen,


    ich habe gestern zum erstenmal das Schwammtuch bei relativ hohen Temperaturen (etwa 25 Grad) abends draufgelegt und heute morgen bot sich mir ein Bild des Grauens, der Boden vor der Beuten war mit toten Bienen bedeckt. Habe gleich nach den Königinnen geschaut und sie nur in einigen Völkern finden können. Wie beschrieben hatte ich den Gitterboden verschlossen und das Flugloch offen gelassen, aber etwas eingeengt, weil meine relativ gross sind. Ich hatte schon nach Auflegen der Schwammtücher gesehen, dass viele Bienen als Haufen im und über dem Flugloch sassen und es somit verstopften. Wünsche mir jetzt, ich hätte da lieber gleich reagiert. Die Fluglöcher sind ja bei den Beutentypen extrem unterschiedlich gross. Gibt es eine Faustregel, wie gross es sein sollte? Oder waren die Temperaturen doch zu hoch?


    Trauernde Grüsse,


    Jan

  • Hallo Jan,


    auf jeden Fall war die Ameisensäure überdosiert.
    Wie viel hast Du denn genommen, und in welcher Konzentration?
    Die Faustregel, immer erst mal abzuwarten, wie die Bienen reagieren, hast Du dir ja selbst richtig hergeleitet.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Ein gewisser Totenfall vor den Beuten ist bei der naechtlichen Stossbehandlung nicht ungewoehnlich; wenn man das sicher ausschließen moechte empfiehlt sich eine Langzeitbehandlung mit Nassenheider oder sowas. Es ist allerdings immer ein schlechtes Zeichen wenn die Bienen vorquellen nach dem Auflegen - dann sollte man die Tuecher sofort entfernen!


    Melanie

  • Rät der Liebig nicht von dem schwammtuch ab weil es zu aggressiv ist?


    ... nicht nur der Liebig. :wink:
    Man muß die Dosierung des Schwammtuches beherrschen, ansonsten passiert obiges (bzw. das Gegenteil: Zu viele Milben überleben - und das merkt man nach der Auswinterung).
    Wer nicht richtig dosieren kann, der nehme einen x-beliebigen Verdunster. Das mache ich inzwischen schon viele Jahre und seitdem sind solche Bienen- und Königinnenverluste Vergangenheit.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Bei mir kommen die Flugkeile während der Behandlung immer rauß. Ich rechne pro Wabe 2ml also 40ml bei 2 Zargen und 20ml bei einer Zarge. Wobei ich immer 2ml abziehe also 18ml bei einer und 38 bei 2 Zargen.

  • Vielen Dank für Eure Antworten!


    Ich habe auch 40ml für 2 Zargen genommen. Allerdings waren in manchen Zargen weniger als 10 Waben. Welchen Einfluss hat das? Ich dachte, die Menge AS hägngt mit dem Volumen der Beute zusammen? Bei den letzten 4 Mal letztes und dieses Jahr ist alles gut gegangen. Aber diesmal war es vermutlich mit den hohen Temperaturen zuviel.


    soweit ich hier gelesen habe, gehen ja die Meinungen über Verdunster und Schwammtuch auseinander. Einige ziehen wohl das Schwammtuch vor, weil es die Bienen nur kurz stresst.


    Viele Grüße,
    Jan

  • Ich habe meine getränkten Schwammtücher erst eingefroren und dann in die Beuten gegeben. Somit sollte sich die Verdunstung etwas "sanfter" einstellen, es scheint funktioniert zu haben. Könnte es da einen Zusammenhang geben? War der Verdunstungs-Schock zu groß, bei der Umgebungstemperatur?

    Allerherzlichste Grüße aus Ribbeck


    - Die Photosynthese war eine gute Idee. -

  • Hallo Jan,
    wie hoch war denn die Konzentration?
    60%, mehr soll und braucht es nicht.
    Und leider hast Du Dir den heißesten Tag des Jahres ausgesucht....:-(

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Das ist ja auch mal eine elegante Idee - erst die Tücher einfrieren mit der AS...aber wie bekommst Du sie so schnell auf die Völker bevor die AS draußen verdunstet? Auf Eis gelagert transportieren? Und vermutlich gut verpackt sonst stinkt der Tiefkühler nach AS?


    Also ich kenne die Regel 2 ml/DN Rähmchen auch; benutze also 33 ml für die DN 1,5 - aber man muß da wirklich sehr genau sein; 35 ml ist bei der Stoßbehandlung schon zu viel! Eine richtige Mensur oder noch besser eine Messpipette ist zum Dosieren wichtig!


    Für mich ist das Schwammtuch praktischer weil eben nur kurze Anwendungsdauer und damit nicht das Thema Wetter, Regen und Co. Ich muß auch keinen Streß haben wie ich Behandlung und Fütterung hinbekomme. Es funktioniert so wirklich immer - allerdings eben fast immer mt Totenfall (wobei es diesen womöglich auch bei der Langzeitbehandlung gibt; er nur eben nicht erkennbar ist weil über die Zeit anfallend und schneller weggeschafft).


    Melanie

  • Das ist ja auch mal eine elegante Idee - erst die Tücher einfrieren mit der AS...aber wie bekommst Du sie so schnell auf die Völker bevor die AS draußen verdunstet? Auf Eis gelagert transportieren? Und vermutlich gut verpackt sonst stinkt der Tiefkühler nach AS?


    Große Tupperdose (wo Schwammtücher reinpassen), 1 Lage Frischhaltefolie, dann ein Schwammtuch, dann AS raufgeträufelt, dann wieder eine Lage Frischhaltefolie, erneut ein Schwammtuch plus AS und so weiter. Zum Schluß ein coolpack und Deckel zu. Das ganze einfrieren. Zum Stand dann in einer ollen Aldi-Gefrier-Einkaustüte mit zusätzlichen coolpacks. Stinkt kaum, und wenn man mit der Grillzange geschickt ist, geht´s dann ganz schnell. Die Frischhaltefolie sorgt als Trennung für einfaches Hantieren (da hatte ich mich von abgepacktem Käse inspirieren lassen).

    Allerherzlichste Grüße aus Ribbeck


    - Die Photosynthese war eine gute Idee. -

  • Irgendwo in diesem Forum wurde die Schwammtuchbehandlung mal mit einer Handgranate verglichen. Das hat sich hier bestätigt.


    Das A und O jeder Behandlung ist die Beobachtung der Rahmenbedingungen, insbesondere des Wetters! Wer da nicht aufpasst tötet nicht die Milben sondern die Völker!


    Zu kalt bedeutet unzureichende Wirkung, weil die Konzentration der Säure in der Stockluft den erforderlichen Wert überhaupt nicht erreicht. Zu warm bewirkt das gegenteil, die letale Konzentration für Bienen wird überschritten.


    Von oben oder von unten, mit welcher Säurekonzentration, mit welcher Menge, mit welcher Verdunsterfläche, Boden offen oder geschlossen, Fluglochgröße, Volksstärke und nicht zuletzt das Wetter sind alles nur Parameter, von denen die Säurekonzentration beeinflusst wird. Mit diesen Größen muss die Behandlung gesteuert werden.



    Bei Tagestemperaturen über 30 Grad sind die Bienen im maximalen Stress. Da wird alle Kraft in die Klimatiseriung des Stocks gesteckt, der zusätzliche enorme Stress einer AS-Behandlung wirkt da verheerend. Schwammtuch als brachialste aller AS-Behandlungen kann da nur den Super-Gau bedeuten. Tiefkühlen mildert da nur unwesentlich.