Lebensmittelechte (Kunststoff-)Kanister?!

  • Hallo zusammen!


    Da ich dieses Jahr erstmals eine (für mich) größere Menge Bärenfang nach bewährtem Rezept ansetzen möchte, überlege ich gerade in welchen Behältnissen ich dies am besten mache.
    Mir schweben derzeit (5l oder mehr) Kunststoffkanister vor, in denen die Rezeptur dann gelagert wird und reifen kann bis zur Abfüllung.
    Andere, ebenfalls hygienische und vielleicht natürlichere Behältnisse fände ich natürlich auch interessant.
    Die zentrale Frage ist für mich aber, wo ich entsprechende Behältnisse von guter Qualität möglichst günstig (nicht billig!) beziehen kann und ob jemand vielleicht sogar Erfahrungen auf diesem Gebiet hat?


    Dank und Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,


    ich weiß nicht, was Du genau unter günstig verstehst. Ich habe vor 2 Jahren 20l Trinkwasserkanister mit Ablaufhahn für 6,95€/St. im Campingbedarf gekauft.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo zusammen!


    Danke für eure Antworten.
    Werner und Steffen: Ich habe hier reichlich Futterkanister herumstehen, 14kg-Einheiten. Allerdings "stinken" die doch ziemlich schnell nach irgendwelchen Plastezusätzen und ausspülen würde ich die wegen des Restsirups doch gerne. Wieso meist du du (Werner), dies sei nicht nötig?


    Schöne Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,


    wie wäre es mit einem Weinballon aus Glas? Die Dinger gibt es in 5L, 10L, 15L, 20L, 25L und 54L - auf Wunsch auch noch mit Ablasshahn (was die Dinger aber nur unnötig empfindlich, schlecht zu reinigen und teuer macht)
    Glas ist, abgesehen von der Zerbrechlichkeit, das beste Material, was du kriegen kannst. Es ist durchsichtig, gibt keine Gerüche/Geschmack ab, nimmt sollche nicht an, ist gut zu reinigen und absolut gasundurchlässig. Gerade bei längerer Lagerung kann es in Plastikgefäßen duch Oxidation zur hindurchdiffundierenden Sauerstoff zu Geschmacksbeeinträchtigungen kommen.
    Zur Erhältlichkeit: jetzt ist eine gute Zeit, mal dem Baumarkt einen Besuch abzustatten, da Obstweinzeit ist. Hornbach hat Weinzubehör im Sortiment, bei anderen mußt du gucken.
    Wenn du aus einer Weinanbaugegend kommst, suche dir einen Winzereibedarfshandel. Der hat mehr Auswahl und bessere Preise.
    Ich z.B. bestelle bei www.bockmeyer.de, bzw. fahre 1x im Jahr da hin. Für einen 25L Ballon bezahlst du im Baumarkt knapp 30 Äste, bei Bockeyer nen guten Zwanni.
    Als Schnäppchen kommen Ebay, Kleinanzeigen oder Dachbodenfunde noch in Frage. Ich habe z.B. von einer Kollegin mehrere Ballons im wörtlichsten Sinne abgestaubt :-D


    Gruß Gerald

  • Hallo Patrick,


    den Sirup hat man nicht für den Imker erfunden sondern für die Süßwarenindustrie, allen voran der Getränkeindustrie (all das Pappzeugs was die jungen Leute heute so drinken). Der Sirup ist eine Lebensmittel, also kannst du die Reste im Kanister durchaus zum Süßen mitverwenden. Ich nehme z.B. den Sirup auch zum Likörmachen, super lecker!


    Wenn auf den Kanister das Messer/Gabel Symbol ist, sind die Kanister lebensmittelecht. Auch wenn du für teures Geld welche kauftst, bekommst du keine anderen.


    Ich würde die Kanister nehmen, ungespült. Bei mir blubbert einer gerade auf der Terasse mit den Zwetschgen darin.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Werner,

    Zitat

    Ich würde die Kanister nehmen, ungespült. Bei mir blubbert einer gerade auf der Terasse mit den Zwetschgen darin.


    Darf ich nach dem Rezept fragen?
    Weil, in Zwetschgen ertrinke ich gerade, und Kanister habe ich eh in riesiger Menge hier .
    PS: Du hast Post

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    Post erhalten.


    Zum Rezept:
    Man nehme Zwetschgen, zerdrücke diese und befördere sie in den Kanister (mit den Steinen). Der Kanister wird mit einem Gärspunden verschlossen. Dann sind die kleinen Hefebakterien drann den Zucker in Alkohol umzuwandeln. Wer will, kann Reinzuchthefe dazugeben. Ich kam nicht dazu, die Gärung begann vor ich richtig zu Hause war.
    Wenn der Kanister nicht sofort voll ist, kann er jederzeit wieder mit weiteren zerdrückten Zwetschen nachgefüllt werden.
    Irgendwann ist Ruhe im Gärspund. Dann, irgendwann im Herbst, sucht man den Brenner seines Vertrauens auf und füllt den Inhalt in die Brennblase. Bei meinem Brenner müssen es immer mindestens 60 Liter sein, also drei große Futtereimer voll.
    Dann wird angeheizt und nach relativ kurzer Zeit kommt des erste wasserklare Wässerchen aus dem Kühler. Dieses erste Wässerchen sollte man allerdings nur zum Einreiben verwenden, es macht sonst blind. Irgendwann kommt das Gute, dies zu erkennen liegt in der Kunst des Brenners.
    Am Schluss wird der verbliebene Rest Schweine oder Hühnerfutter und das Wässerchen geht mit nach Hause, können dann schon so 10 Liter sein. In einem Glasballon darf es dann noch ein bis zwei Jahre reifen und wird dann mit destilliertem Wasser auf die gewünschte Trinkstärke verdünnt oder zu Likör veredelt.


    Ich gehe heute abend noch ein Fläschen abfüllen, damit das fette Essen bei Guido besser verdaut wird.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Michael & Werner,


    auch auf die Gefahr hin, das wir jetzt vom Thema abdriften, aber wenn du Früchte vergären willst (Maischegärung), dann ist das Rein- und Rausbekommen bei einem Kanister eine elende Frickelei :mad:
    Je nach Ansatzmenge empfehlen sich dafür 25 oder 40 kg Hobbocks. Ich habe dafür 3x 25'er. In die Deckel habe ich mit dem Kegelbohrer ein Loch gebohrt und eine Kabelverschraubung mit Gegenmutter eingeschraubt. In die Kabelverschraubung wiederum kommt ein Gäraufsatz.
    So kann ich ganz easy im Hobbock TK-Früchte, die ich in kleineren Portionen gesammelt habe, auftauen lassen. Man kann die Maische gut umrühren bei offenem Deckel, man kann zum Abpressen die oben schwimmenden Früchte mit der Schöpfkelle rausangeln, den Hobbock leichter reinigen und man kann die Hobbocks bei Nichtgebrauch ineinander stapeln.
    Sicherlich fragt ihr euch jetzt, warum ich oben Glas empfehle und jetzt auf einmal in Hobbocks vergäre :roll:
    Die Maischegärung ist sehr stürmisch, da erzeugt der Ansatz so viel CO2, das er sich selber schützt und auch der Hobbockdeckel kein Problem darstellt. Bei der Klärung, Lagerung, etc. wo keine Gäraktivität mehr stattfindet, ist Glas die bessere Wahl. :cool:
    ... und wenn du unbedingt das Aufwaschen sparen willst - auch den Hobbock kannst du mit Honigresten verwenden :lol:
    Allerdings würde ich nicht den umgekehrten Weg wählen, wegen der Hefen! Wenn dir wirklich die Hobbocks ausgehen, dann nur nach Desinfektion mit Natronlauge, die killt die Hefen, die da noch an der Wand rumlungern könnten :wink:


    Gruß Gerald

  • Hallo Michael & Werner,


    auch auf die Gefahr hin, das wir jetzt vom Thema abdriften, aber wenn du Früchte vergären willst (Maischegärung), dann ist das Rein- und Rausbekommen bei einem Kanister eine elende Frickelei :mad:...


    Das stimmt, das befürchte ich auch. Es ist für mich diesesmal eine schnelle Notlösung, weil mir die Maischefässer ausgingen. Zur Not schneid ich sie auf und werf sie dann weg.


    Bei Bärenfang sollte das engere Loch allerdings kein Problem darstellen. Um zum Fredanfang zurückzukommen.


    Gruß
    Werner

    Id schwäza, schaffa!

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  • Hallo Werner,


    du machst da geich mehrere handwerkliche Fehler :eek:
    Zum Ersten - keine Steine (Stiele, unreifen oder schimmligen Früchte) in den Ansatz! In den Ansatz kommt nur das, was man sich auch in den Mund steckt :)
    Steine sind gleich in doppelter Hinsicht Gift bei der Vergärung. Einmal wird beim Abbau von Holz Methanol erzugt und zum anderen die Blausäure, die bei der Destillation krebserregendes Carbamat bildet!!!
    Wobei der Brennmeister mit Kupfersalzen die Blausäure noch binden kann (dann ist der Trester aber nicht mehr zum Verfüttern brauchbar)
    Zum Zweiten sollte man bei einer Maischegärung nach ca. 10 Tagen die Früchte abpressen. Denn einerseits können aus den Schalen Bitterstoffe extrahiert werden und zum anderen, wenn Schalen, verholzte Teile und Pektin abgebaut werden, erhöht sich der Methanolgehalt.
    Es ist übrigens ein Märchen, das der sich durch die Destillation abtrennen läßt. Nur Fuselöle kann man so abtrennen. Methanol, Wasser und Alkohol (als auch nur 2 dieser Stoffe) haben jeweils bei einem bestimmten Prozentsatz Mischungsverhältnis einen niedrigeren Siedepunkt als jede der 3 Komponenten für sich. Deswegen hat normaler reiner Alkohol z.B. 96% und 4% Wasser.
    Deswegen werden z.B. regelmäßig Grappas verworfen, weil sie zu viel Methanol enthalten, um sie in Verkehr zu bringen.
    Und 3. sollte man weitere Früchte nicht "aufstocken". Wenn du z.B. nach 10 Tagen abpresst, dann hast du sonst Mus und halb Vergorenes. Dann lieber 2 kleinere Ansätze und nach dem Abpressen der Maische in einem größeren Behälter den Jungwein zusammen fertiggären lassen. So mache ich das z.B. mit Brombeeren.


    Gruß Gerald

  • Hallo Gerhard,


    danke für die Hinweise.


    Das mit der Blausäure hatte ich auch im Hinterkopf. Es scheint hier aber so wie bei den Imkern zu sein: zwei Schnapser drei Meinungen. Letztes Jahr als ich mit meinem mühsam entsteinten Ansatz beim Brenner aufgedaucht bin, hat der mich mitleidig angeschaut und gemeint, diese Arbeit kannst du dir sparen. ... und jetzt du!
    Also, dann näcshte Woche abpressen. Hast du mir da vielleicht noch einen praktischen Tipp?


    Wie wird der Methanogehalt bestimmt?


    Gruß
    Werner

    Id schwäza, schaffa!

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  • Hallo Werner,


    und alle, die sonst noch was vergären/planen zu vergären, im Fruchtweinkeller www.fruchtweinkeller.de nebst angeschlossenem Forum wird einem in dieser Richtung prima geholfen :daumen:


    Zum Abpressen: irgendwo machen, wo es entweder nicht so drauf ankommt, oder wo man leicht sauber machen kann (ich mache das in der Badewanne :lol: )
    Ein Damenstrumpf, auch wenn er die richtige Maschenweite hat, ist ungeeignet, weil durch die elastischen Fasern gibt der Strumpf irgendwann nach und es spritzt zur Seite in einem Schwall raus und Dickes kommt nach :evil:
    Wenn du keinen extra Nylonpressbeutel kaufen willst, dann nimm einen Beutel aus Leinen oder Baumwolle, z.B. einen alten Kopfkissenbezug, oder sowas.
    Auch wenn eine kleine Kelterpresse ideal wäre, aber für den gelegentlichen Gebrauch reicht es auch, nicht zu viel in den Beutel zu machen und es dann mit der Hand auszuwringen.


    Gruß Gerald