Wie siehts bei Euch aus (Varroabefall 2011)?

  • Hallo Marcus,


    das ist mein Ansatz schon vor Jahren: Es gibt Völker, die können besser mit der Varroa und Völker, die kommen mit der Varroa nicht klar. Zu klären ist nur noch, was sind die besseren Völkern. Die, die einen hohen Befall überstehen, oder die, die überhaupt nicht so viele Varroen haben - und überstehen.


    Dann kommt aber wieder die Krux an der Sache. Alle werden solange behandelt, bis kaum noch Milben drin sind und wir wissen es wieder nicht.


    Gruß
    Werner

  • Hallo zusammen,


    bei mir sieht es dieses Jahr grausam aus. Ich hatte Ende Juni schon bei 3 Völkern ( von 8 Völkern insgesamt) einen hohen Milbenfall beobachtet. Für eine Brutentnahme fehlten mir zu dieser Zeit allerdings einsatzfähige Rähmchen, die erst nach langer Lieferzeit hier eintrafen. Wie ich dann Mitte Juli die Brutentnahme machen wollte, waren 2 Völker schon nicht mehr zu retten. Nach der AS Behandlung Ende Juli vielen weiterhin jede Menge Milben auf die Windel. Gestern dann, jetzt gut 2 Wochen nach der AS-Behandlung, läßt der Milben-Fall langsam nach. Allerdings habe ich 2 Völker, die schon vor der Behandlung und auch jetzt kaum Milben-Fall aufweisen. Die Völker sind ähnlich stark wie der Rest. Warum das nun so ist, bleibt mir ein Rätsel.


    Gruß


    Manfred

  • Nach 0 Problemen im Winter kam bei mir ein gutes Frühjahr mit wenig Drohnenbrutausschnitt, vor allen bei den guten Zuchtvölkern. Ich sah eigendlich kaum mal eine Milbe. Aber plötzlich war sie da einhergehend mit Flügeldevormationsvirus.. Was hab ich falsch gemacht.
    Mein Nachbarimker hatte im Frühjahr einen 22 Völker Totalschaden. Alle Umliegend angesiedelten Völker haben die Hinterlassenschaften bereinigt...auch Milben mitgebracht?
    Ich hoffe das durch AS und APILIVE jetzt alles unter Kontrolle ist.
    Gruß Peter

  • Hallo Werner,


    Zitat

    Dann kommt aber wieder die Krux an der Sache. Alle werden solange behandelt, bis kaum noch Milben drin sind und wir wissen es wieder nicht.


    Nicht nur die Crux, auch der Denkfehler:
    Es sollen nur die (und dies rechtzeitig) behandelt werden, bei denen es nötig ist. Die anderen sollen (möglichst) unbehandelt, aber kontrolliert weiter geführt werden.
    Dazu muss ich aber den nat. Milbenfall messen oder aber eine Befallskontrolle machen.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Hallo Michael,


    wenn die Imker mal soweit wären, wäre die Biene schon weit.


    Wie sieht aber die Realität aus: Abschleudern, behandeln, füttern, behandeln, jammern ...


    Das Forum bildet sicher nicht das reale Leben ab sondern nur einen Ausschnitt. Lies mal die Beiträge der letzten Wochen.


    Gruß
    Werner

  • Wie sieht aber die Realität aus: Abschleudern, behandeln, füttern, behandeln, jammern ...



    Hallo Werner,

    dazu sehe ich aber eher keine Alternative, mal abgesehen vom Jammern vielleicht...


    Das der kleine Imker mit seinen i.d.R. 5-20 Völkern Selektion betreiben kann halte ich für eine recht steile These. Und selbst wenn die gut arbeitenden Züchter noch so sehr an der Varroatoleranz feilen: Eine Lösung des Problems ist doch eigentlich nicht in Sicht. Es gibt ja nichts, was man dazu einkreuzen könnte. Selbst die angepassteste Biene - die Apis Cerana - hat reichlich Probleme mit der Varroa. Diese Milbe ist halt sehr effektiv, so dass auch bei der Cerana regelmässig der Zusammenbruch der Völker droht. Die Strategie der Cerana sieht dann so aus, dass das gesamte Volk mit Sack und Pack auszieht und Milben und Brut zurücklässt. Das ist wohl kaum ein Verhalten, dass ein Imker bei seinen Völkern haben möchte. Zumindest aber können wir diese Strategie nachbilden. Daher stammt ja schließlich die Idee der Brutentnahme begleitet durch eine Behandlung der adulten Bienen mit Oxal-, oder Milchsäure, oder deren Derivaten. Dadurch wird der Auszug vom Imker nachgestellt.


    Daher bin ich mir sicher, dass wir die Bienen bezüglich der Varroatoleranz kaum verbessern können. Daran wird ja von Züchtern, Forschern und Instituten seit Jahrzehnten herumgedoktert. Einzig was bleibt ist die Verbesserung der Behandlungsmethoden, da gibt es gewiß noch reichlich Spielraum. Und da sind dann meiner Meinung nach auch wir Imker gefragt.


    Gruß,
    Andreas

  • Einzig was bleibt ist die Verbesserung der Behandlungsmethoden, ...


    Das sehe ich anders. Ich bin kein Anhänger von Alternativlosigkeit. (TINA - there is no alternative.)


    Ich bin deiner Meinung, daß die bisherigen Zuchtversuche bezüglich Varroatoleranz nicht geeignet sind. Das liegt aber eher an der Systematik dieser Zuchtversuche. Würden die Züchter und Imker die Resistenzzucht nach dem kanadischen Pflanzenzuchtforscher Raoul A. Robinson ("Return to Resistance") betrieben, könnte das eine Verbesserung der Strategie sein.


    Eine weitere Alternative ist, nach den Ursachen für die Schwächlichkeit der Bienen zu suchen. Siehe hier: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=25808&page=8


    Das sind zumindest zwei Alternativen und Wege, was noch getan werden kann. Ich denke, es gibt noch mehr - wenn wir uns nicht selbst auf eine Alternative festlegen, sondern mit wachem Auge weiter suchen.


    Freundliche Grüße
    Bernhard

  • Hallo Werner,


    wir dürfen uns und unseren Berufsstand nicht verteufeln, sind wir doch alle nur Menschen.
    Wenn der Landwirt zur Giftspritze greift, tut er das, weil es vordergründig der einfachere und billigere Weg ist. Wir Imker schimpfen über ihn, zeigen mit dem Finger auf ihn, um uns dann um zudrehen und "schnell mal zu behandeln". Ist doch normal.
    Das Konzept der AGT, "erst beobachten, dort behandeln wo nötig, nicht behandeln wo möglich" kostet halt einen gewissen Zeitaufwand und ist für viele Imker nicht vermittelbar.
    Aber ich bin guter Dinge, und irgendwann sind wir soweit.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • ...Aber ich bin guter Dinge, und irgendwann sind wir soweit.


    Hallo Michael,


    das ist das richtige Schlusswort für mich.


    Nach einer PN habe ich mich wieder an mich selbst erinnert und weiß wieder, dass dieses Thema im Forum als Plattform nicht diskutiert werden kann.


    Ich klinke mich deshalb hier an dieser Stelle zu den Themen Varroa wieder mal aus.


    Gruß
    Werner

  • also vor ettlichen Jahren habe ich mal das hier gepostet:


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=6473&highlight=toyotafan


    An der Situation/Theorie hat sich nach meinem empfinden bis heute nichts verändert bzw. verbessert. Nein eher verschlechtert siehe dazu auch die Ereignisse von 2008.


    Mal abgesehen davon, dass es jetzt hier und da Blühflächen gibt und wir in BW am Mais null Neonics haben, finde ich, dass es meinen Bienen deutlich besser geht.


    Ohne Rapstracht und ohne Neonics am Mais beobachte ich auch eine deutlich entspanntere Varroa-Situation.


    Mag jedoch sein, dass meine Beobachtungen eher etwas suggerieren was so nicht stimmt.


    Eigenartig sind mir die Berichte von hoem Varroadruck aber nicht. Schaut man sich die Historien so einiger Völker an gibts auch plausible Erklärungen.


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Imkerfreunde


    ich habe dieses Jahr die Erfahrung gemacht, das Völker die durchgebrütet haben, sehr viele Milben hatten. Ich habe die Milben nicht gezählt,aber die weiße Windel war sehr dunkel.
    Bei Völkern die eine Brutpause von 2-3 Wochen hatten, waren zum Beispiel bei meinen Segebergern etwa nur 20-30 Milben auf der Windel. Trotz der Behandlung (AS) habe ich gestern eine Biene mit einer Milbe auf dem Rücken vor dem Flugloch gesehen und gleich noch eine Schwammtuchbehandlung eingeleitet.


    Also Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.


    PS. Ich habe auch einen Schwarm in einer Linde entdeckt, der versucht bei mir zu räubern, dem möchte ich aber nicht die Schuld für den Milbenbefall geben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Nochmals,
    einen wunderschönen guten Morgen :)


    Am Dienstag rief mich ein bekannter kleiner Imker an und wollte eine Königin.
    Was war passiert: Er hat gefüttert und der Futtertrog war undicht und hat so seine Aussage das Volk bis auf die Brut und ein paar Bienen verklebt und sie sind kapput gegangen.
    Er wollte hierfür noch eine Königin.
    Trotz meiner Aussage da hilft nichts mehr und die Brut ist tot wollte er Sie.
    Allso ich fing die Königin ab und am Mittwochabend wollte er Sie abholen.
    Er rief aber an, das das Volk ausgeräubert wurde.
    Ich hatte aber die bestellte Königin.
    Er werde Sie schon irgendwo rein tun können, da er noch nie Königinnen getauscht hat.


    Warum erzähl ich das, damit Ihr wisst warum alles so ist.
    Allso fragte ich Ihm ob ich Ihm dabei helfen soll.
    Er namm freudig an und am Abend fuhr ich zu Ihm hin.
    Natürlich hatte ich einen Hintergedanken, er steht ca. 3 km von einem Bienenstand von mir weg :roll:


    Die Völker sassen auf einen Raum Zander 10 Wa. und wahren dem Augenschein schön stark.
    Beim öffnen des ersten Volkes sah ich, das Sie schon komplett aufgefüttert, sogar überfüttert wahren.
    Die Königin konnte keine Brut mehr machen, es war nur noch die alte gedeckelte Brut da.
    Auch ein Schwammtuch für die Varroabehandlung war drinnen.
    Es wurde am Montag das 2-mal gemacht.
    Das er füttern aufhören mußte sagte ich Ihm.
    Er meinte die Völker hätten nur 6 kg. bekommen.
    Nachher stellte sich herraus, das er alle 2-3Tg. bis zu 3 Meli-waben zum aussfressen nach drausen gehängt hatte :evil:
    Ich wies in ganz "lieb" auf die Folgen seines Handelns hin, der Nachbarimker (10V.) hat es genauso gemacht :roll:
    Beim weitern durchsehen der Völker wurden nur Krüppeljungbienen gesichtet!!!
    Aber wir (in der Zwischenzeit kamm der Nachbarimker) haben doch schon 2x Ameisensäure gemacht.
    Sie hatten sogar einen Kurs dafür besucht und da wurde Ihnen erzählt , das die Völker erst 2/3 aufgefüttert sein müssen und mann dann erst mit der Behandlung anfanngen können!!!!!!!!!!
    Ich sagte das die grundsätzlich falsch ist und mann gleich nach dem Abräumen u. 1x Futtergabe damit anfangen muß.
    Der eine meinte ob den die Fachberater nicht recht haben und die währen doch auch nicht dumm und vom Fach :-(
    Was soll man hierzu sagen?
    Ich versuche die Völker zu retten, indem ich die gedecklte Brut rausgenommen und durch Leerwaben ersetzt habe.
    Ferner kommt eine neue Königin dazu und es wird nochmals Varroabehandelt.
    Ob ich Sie retten kann weiß ich nicht, aber da noch sehr viele Sommerbienen da sind und es praktisch ein KS ist habe ich doch noch Hoffnung.
    Ich hoffe auch das meine Völker nicht zum räubern rübergeflogen sind.


    Aber sollange unsere "Fachberater" dies lehren sterben immer wieder die Völker :-(
    Dann heiß es: ICH HABE DOCH BEHANDELT!!!!!!!!!!


    Einfach nur Schade.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • ich hatte meine Völker Ende Juli schon das erste mal behandelt, nachdem bei mir keine Tracht mehr vorhanden war. Auch habe ich es vollkommen ignoriert, die Völker zuvor nochmals einzufüttern, wie dies in enschlägiger Literatur immer empfohlen wird, da noch genügend Blütenhonig in den Völkern verblieben ist. (keine Sorge die Honigaufsätze habe ich nicht drauf gelassen) ich erwähne das nur, da sonst einige dies wieder inden falschen Hals bekommen würden.


    Meine Theorie und Praxis hat sich bewährt. Ich habe durch die Behandlung nach ende der Tracht im Juli auf jeden Fall schon den ersten Grundstock gelegt, meinen Bienenvölkern einen guten Start in die Winterruhe zu geben. Nach meiner Erfahrung ist jeder Tag kostbar der verstreicht ohne Behandlung und nur durch das Zählen des "natürlichen" Abfalls der / von Milben. Fakt ist, dass eine / die Behandlung gemacht werden muss - egal ob 0 oder 10 Milben "natürlich" fallen.


    Auch das Theme Toleranzzucht beschäftigt mich schon längere Zeit. Dieses Thema steckt nach wie vor in den Kinderschuhen, und der Kleinimker sollte sich nicht auf sowas verlassen. Dies sollte in erster Linie ein federführendes Thema in den Bieneninstituten sein. Ich habe teilweise schon erfahren, dass Königinnen aus dem Ausland (Tschechien, Ungarn) bezogen wurden, weil diese Mutter/Vater - Völker angeblich resistent(er) gegen die Varroa sein sollten. Einen Beweis dafür gibt es derzeit nicht.


    Aus meiner Sicht hilft nur eins striktes und konsequentes (Be-) Handeln. Einfach sich zurückzulehen und zu Glauben "meine" Bienen haben keine Milben oder meine "Rasse/Zucht" ist resistent halte ich für grob fahrlässig.


    Ich weiss, meine Aussagen sind teilweise sehr ketzerisch, aber man sollte sich endlich bemühen ein einheitliches Konzept zu entwickeln, das von allen strikt umzusetzen ist. In der Tat und wenn sich jeder mal Fragt, ist es doch so, dass jeder Imker sein eigenes Süppchen kocht, und lieber selbst Versuche unternimmt, die dann ggf. in die Hose gehen. Dass dann im kommenden Frühjahr wieder das große Jammern losgeht ist somit schon vorprogrammiert.


    So wie hier im Thema schon einmal geschrieben wurde verhält man sich mit seinem Varroaproblem lieber still unter der Decke und hofft dass es doch nicht so schlimm ist wie vorhergesagt als dass man offen im Verein / Organisation oder auch hier im Forum offen darüber redet.


    Sollte ich wegen dieser Antwort im Forum nun gesperrt oder rausgeschmissen werden, dann ist das halt so - aber ich wollte mir hier mal etwas Luft machen und MEINE Meinung kunt tuhn.


    In diesem Sinne - packen wir's an!


    Grüsse
    Joachim