Wann genau sterben die Milben nach einer OS-Bedampfung?

  • Hallo,


    ich würde gerne wissen, wann genau die Varroa-Milben nach einer Oxalsäure-Bedampfung sterben:


    - innerhalb der ersten Stunde?
    - innerhalb eines Tages?
    - innerhalb einer Woche?


    Hintergrund dieser Frage ist das Verfahren, welches ich heuer erstmals anwende, um ganz ohne AS auszukommen:


    - Nach dem Abschleudern entnehmen aller Brutwaben, schlüpfen lassen in Brutscheunen.
    - Sofortige Bedampfung der jetzt brutlosen Völker (2x im Abstand einiger Tage).
    - Nach 3-4 Wochen, wenn alle Brut geschlüpft ist, 2malige Behandlung der Brutscheunen.
    - Auflösen derselben, abkehren der Bienen vor den anderen Völkern.


    Ich stehe jetzt vor dem letzten Schritt und weiß nicht, wie lange ich nach der letzten OS-Behandlung der Brutscheune noch warten soll, um eine Reinvasion der Völker zu vermeiden. Ich habe den Verdacht, dass man aus dem Zählen der Milben auf der Windel nicht direkt auf den Todeszeitpunkt der Milben schließen kann, da es bei dicht sitzenden Bienen in den Brutscheunen einige Zeit dauern könnte, bis die toten Milben auf der Windel landen.


    Grüße,


    Gerhard


  • Hallo Gerhard , aus den Brutscheunen werden wöchentlichen Bienen entnommen deswegen können sie normalerweise nicht dicht sitzen . Außerdem werden die Brutscheunen an einen anderen Stand gebracht . 3 km entfernt .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Gerhard,
    ich weiß es auch nicht, jedocht setzt der massive Milbenfall, wenn denn welche da sind, nach meiner Beobachtung am dritten Tag ein; hab gerade meine Aufzeichnungen durchgesehen, und ich werte täglich aus


    Gruß
    B.H.

  • Hallo Gerhard , aus den Brutscheunen werden wöchentlichen Bienen entnommen deswegen können sie normalerweise nicht dicht sitzen . Außerdem werden die Brutscheunen an einen anderen Stand gebracht . 3 km entfernt .
    Gruß Josef


    Hallo Josef: Wie machst du das wöchentlich? Alle Waben in Schwarmkiste abkehren, zum Heimatstand zurück und dort ausleeren?


    Leider habe ich keinen zweiten Stand, aber selbst wenn ich das so machen würde, stünde ich vor derselben Frage, wie lange ich zwischen OS-Behandlung und Entnahme warten soll.


    Irgendwo habe ich inzwischen gelesen, dass die Bienen aus einer vollen Brutwabe drei Waben besetzen, daher verstehe ich jetzt auch warum die Kisten übervoll wurden. Wenn ich nur einmal am Schluß entnehmen will, müsste ich also pro Brut-Zarge eine oder zwei Zargen mit Leerwaben aufsetzen. Das wird aber ein großes Scheunen-Dorf! Oder ich baue Hochhäuser, da brauche ich aber dann einen Statiker...


    Grüße,


    Gerhard

  • Hallo Gerhard,
    ich weiß es auch nicht, jedocht setzt der massive Milbenfall, wenn denn welche da sind, nach meiner Beobachtung am dritten Tag ein; hab gerade meine Aufzeichnungen durchgesehen, und ich werte täglich aus
    Gruß
    B.H.


    Hallo B.H.: Bei meinen Aufzeichnungen ist die Spitze bei Brutfreiheit immer am zweiten Tag:


    600/1040/250/113
    285/590/64
    81/93/10
    etc.


    (Ich bedampfe mit 1g OS im Umluftverfahren)


    Aber wie gesagt, ob am nächsten Tag nach der Behandlung die Bienen noch viele lebende (genauer: fortpflanzungsfähige) Milben tragen, hat mir noch keiner sagen können.


    Grüße,


    Gerhard

  • Hallo Gerhard . Brutscheunen werden grundsätzlich mit AS behandelt weil das bis in die Brut wirkt . Beim bedampfen trift Du nur die Milben auf den Bienen . Also schlüpfen jeden Tag neue Milben . Außerdem werden nicht alle Waben in Schwarmkiste abgekehrt .Alte Honigeimer in Deckel Löcher bohren . Dorthinein Bienen von Waben je nach bedarf abschlagen und vor jeweiliges Volk schütten zum einlaufen . Nicht vergessen Nachschaffungszellen entfernen . Und immer genug Bienen in der Brutscheune zum brüten belassen .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von derbocholter () aus folgendem Grund: grungsätzlich / grundsätzlich verb .

  • Hallo,


    ich muss da jetzt mal ganz neugierig dazwischen fragen.
    Oxalsäurebehandlung mit der Träufelmethode soll man doch nur einmal, im Winter, machen.
    Ist das bei der Verdampfung anders? Kann man diese Methode öfter anwenden?
    Wenn ja, warum? Ist doch der selbe Wirkstoff, oder?


    Gruß
    Katrin

  • Katrin,


    bei der Träufelmethode wird die OS von den Bienen aufgenommen und belastet deren Organismus. Beim Bedampfen wirkt der extrem feine OS-Staub direkt auf die Milben. Speziell bei der Bedampfung im Umluft-Verfahren habe ich den Eindruck, die Bienen merken gar nichts davon: kein Aufbrausen, das Verhalten am Flugloch ändert sich in keiner Weise. Verwende mal die Suchfunktion: in diesem Forum und an anderen Stellen werden die Wirkungsmechanismen der verschiedenen Verfahren ausführlichst beschrieben und diskutiert. Der einzige Nachteil von OS ist, dass sie nicht in die Brut wirkt, daher die Komplikationen mit Brutscheunen oder Blockbehandlung. AS möchte ich jedenfalls nicht mehr anrühren.


    Im letzten Jahr hatte ich die richtige Methode noch nicht so recht heraußen und habe sehr oft bedampft. Es gab keine Beeinträchtigung meiner 6 Völker, alle haben bestens überwintert und waren in der Schwarmzeit sehr vital :roll: (das waren bei uns heuer die meisten).


    Gerhard

  • Bedampfen im Umluftverfahren darf oft auch in Abstand v. 4 Tagen angewandt werden ohne dass Brut, Königinnen oder Bienen schaden nehmen. Mit Oxalsäure beträufelte Bienen leben nicht lange. Die Säure zieht in den Citinpanzer ein, sie wird darüber hinaus von den Bienen aufgenommen, die Bienen Übersäuern und sterben bald. Behindre trockenen staubförmigen Einbringung ist das nicht der Fall. Man merkt es an den starken Völkern im Frühjahr. Daher stimmt der Satz: 'Ein zweites mal Beträufeln ist bereits zuviel'.



    Alfranseder

  • Spontan gedacht:


    Die Völker bei denen die Brut entnommen wurde würde ich 3x behandeln. Da keine Brut nach der Entnahme der Waben mehr vorhanden ist dürften diese Völker sowieso nach der ersten Bedampfung so gut wie milbenfrei sein. Das zweite mal spätestens nach 7-9 Tagen, vorher ist ohnehin keine neue verdeckelte Brut da und nun erwischt Du auch noch was sich bis dahin auf Flugbienen, Räuberbienen etc. wieder eingeflogen hat. Die dritte Behandlung erfolgt nach 21 Tagen gemeinsam mit der letzten Behandlung der Brutscheunen.


    Bei den Brutschenen düften alle Bienen innerhalb der 21 Tage geschlüpft sein. Hier würde ich alle 7 Tage bedampfen. Das letzte mal wie gesagt zusammen mit den Wirtschaftsvölkern.


    So dürftest Du so gut wie alles an Milben erwischt haben. Auch mit der AS werden nicht alle Milben 100%ig getötet. Wäre das so, dann gebe es schon so gut wie nirgends mehr Varroa.


    Die letzte Behandlung erfolgt dann bei allen Völkern in der Brutfreien Zeit im Dezember. Da löscht Du noch alles aus was noch da ist und es dürfte kaum mehr eine Milbe übrig bleiben.


    Gruß ChrisM

  • Auch spontan gedacht:


    Warum 3x ?


    Weils so schonend ist? Dann sofort doch zur Sicherheit noch eine Breitseite?
    Wenn man ein Antibiotikum ganz problemlos verträgt, nimmt man es deshalb doch auch nicht noch zwei Wochen länger, um ganz sicher zu gehen....
    Finde ich unüberlegt und die Vorgehensweise bei der Varroabehandlung teilweise hysterisch. Das ist jetzt gar nicht persönlich gemeint, jedoch


    wenn der Wirkungsgrad bei Brutfreiheit erwiesenermaßen 95% beträgt, dann reicht eine Behandlung des Volkes und wenn die Geschlüpften aus der Brutscheine zusammen entnommen und wieder zugefügt werden sollen, dann reicht auch hier 1x, sonst verdampfen und entnehmen, in einer Woche erneut usw.


    Denn danach geht`s bergab mit der Vermehrungsmöglichkeit der Varroa und es folgt noch eine Behandlung im Winter bei Brutfreiheit (muß sie das dann überhaupt ganz sicher?).


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • In der Broschüre: Varroa unter Kontrolle (dürfte fast jeder kennen) wird selbst bei der in die Brut wirkenden allheilenden AS empfohlen 2 Behandlungen zu machen! OBWOHL sie in die Brut wirkt und eigentlich nichts mehr da sein dürfte! Drohnenscheiden und OS im Winter natürlich noch dazu!


    Beim OS Verdampfen reden wir von einer Methode die nicht in die Brut wirkt. Daher kam ich jetzt gedanklich auf die 3x. Praktisch habe ich damit keine Erfahrung. Sollte weniger ausreichen umso besser!! So wenig wie nur irgendwie geht!! Leider geht zu wenig eben auch noch nicht!

  • Ja, aber hier reden wir von OS-Verdampfen, das steht nicht drinne :wink:. Und ich denk man sollte von a) keine Rückschlüsse auf b) ziehen.


    Aus dem Oxalsäurebericht der Fischermühle:

    Zitat

    Für die Praxis der Oxalsäure Verdampfung heißt dies: Wenn unklar ist ob die Völker Brut pflegen,
    oder wenn ein sehr hoher Varroa Befall vorliegt, sollten zwei Behandlungen gemacht werden.


    In diesem Falle ist es aber doch ganz offensichtlich klar, dass keine Brut da ist außer in der Brutscheune.


    Im "Merkblatt für Anwender" zur Verdampfung (von einem oben Postenden :wink:) ist die Rede von Kontrollbedampfung im August bei beobachteter Reinvasion, dann auf jeden Fall Mitte September alle Völker und im November zum Abschluß. Das hieße: 1x mit Brut (oder ggf zweimal) und einmal ohne.


    Das sieht doch erfreulich wenig aus. Wenn`s dann noch so schonend ist, wie geschrieben!


    Warum brutfrei also nicht nur 1x und 1x im Winter?


    Grüße


    Marion


    die einen Verdampfer besitzt, diesen aber noch nicht angewendet hat.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Warum brutfrei also nicht nur 1x und 1x im Winter?


    Wenn das reicht wäre es natürlich der Optimalfall. Es fehlt mir aber an praktischer Erfahrung um zu beurteilen ob das auch wirklich ausreicht.


    Wenn aber Brutscheune, aus der noch mind. 12 Tage lang Brut schlüpft in der Milben sein können, direkt neben den anderen Völkern steht kann es zur Reinvasion kommen. Am besten wäre es, man bringt die Brutscheune weg, lässt alles schlüpfen, bedampft 1x und verstärkt dann mit den Bienen der Scheune die Völker (oder macht Kunstschwärme). Dann reich sicher eine Behandlung völlig!


    Gruß ChrisM