Keine Varroa in Norddeutschland?

  • Ich habe 2 Bienenstandorte: Ruhrgebiet und Norddeutschland, Nähe Wismar.
    Im Ruhrgebiet mußte ich jetzt die 1. Ameisensäurebehandlung machen (mit Liebig Dispenser).
    In Norddeutschland sind bisher nach zweimaliger Kontrolle (Ende Juli und jetzt Mitte August) keine Milben abgefallen. Die WIndel ließ ich 3 Tage lang drin (Zanderbeute) und kontrollierte anschließend.
    Das ist wunderbar und überraschend zugleich. Natürlich behandle ich aus diesen Gründen vorerst dieses Volk überhaupt nicht mit Ameinsensäure und warte einfach noch mal 14 Tage ab, dann überprüf ich erneut mit der WIndel für 3 Tage.
    Vielleicht hat es folgenden Grund: das Bienenvolk steht alleine auf einer Obstwiese. Andere fremde Bienenvölker sind ca. 2 km entfernt.
    Ich habe dem Bienenvolk keine einzige Drohnenwabe gegeben oder Drohenen ausgeschnitten. Die einzigen Eingriffe waren von Mai bis 21.6. die Schwarmkontrolle und den Honigraum abnehmen.
    Wer hat auch keine Varroabelastung in Norddeutschland? Oder ist der Grund vielleicht meine Betriebsweise und dass es ein einzelnes Volk ist?
    Freu mich über Austausch mit euch.

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  • Nach diversen Kontrollen über das ganze Jahr verteilt (ich bin ein verdammter neugieriger Frischling) habe ich heute meine ersten 2 Milben gefunden. Beide an einem Ableger, die Windel war 1 1/2 Tage drin.
    Ich habe ein Wirtschaftsvolk und 3 Ableger, bei allen anderen Kontrollen bisher 0 Milben, nur heute halt an einem Ableger 2. (Zuvor an jedem Volk bestimmt in Summe jeweils 10 Tage kontrolliert.)


    Entweder habe ich hier echt einen Glücksgriff, oder (was ich eher befürchte) die Ameisen und Ohrenkneifer schleppen die gefallenen Milben weg, sobald sie auf die Windel fallen.
    Vielleicht hast Du in Norddeutschland übereifrige insektoide Müllbeseitigungs-Angestellte, die eine korrekte Gemülldiagnose vereiteln? Auf einer Obstwiese würde mich das starke Vorkommen von Ameisen und Ohrenkneifern nicht wundern.

  • Hallo Leute,


    mir wäre das zu wage.
    Wasche doch (oder wahlweise puderzuckere) eine Bienenprobe aus, dann hast du Gewissheit.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Also ich glaube, wir haben hier auch in diesem Jahr genug. Und, wenn man sich so rumhört, scheinbar überall moderater Befall mit jeweils ein, zwei deutlichen Ausreißervölkern im hohen Bereich pro Standort.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Ich hab auch im Juli vor der Behandlung Kontrolle gemacht bei 16 Völkern auf ner Streuobstwiese. Ich hatte insgesamt nicht eine Milbe, Bei der anschließenden AS-Behandlung fielen dann aber doch Milben, währenddessen räumten nämlich die Ohrenkneifer und Ameisen nicht auf und von denen gibt es dieses Jahr ne ganze Menge. Es gibt keine Volk ohne Milben!!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • @ lotus ,


    es sieht so aus als wenn ich Deine Beobachtung bestätigen kann. Ganz geringer Milbenfall . Habe die AS Behandlung vor 5 Tagen abgebrochen und prüfe jetzt was noch fällt. Allerdings gefallen mir hier auch die Ohrenkneifer überhaupt nicht.
    Werde die Windeln nochmal richtig einölen.


    Gruß hannes


    PS: Habe ständig Drohnenbrut geschnitten.

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  • Entweder habe ich hier echt einen Glücksgriff, oder (was ich eher befürchte) die Ameisen und Ohrenkneifer schleppen die gefallenen Milben weg, sobald sie auf die Windel fallen.
    Vielleicht hast Du in Norddeutschland übereifrige insektoide Müllbeseitigungs-Angestellte, die eine korrekte Gemülldiagnose vereiteln? Auf einer Obstwiese würde mich das starke Vorkommen von Ameisen und Ohrenkneifern nicht wundern.


    Es ist zumindest sicherer von der zweiten Variante auszugehen. Zwar ist es durchaus möglich dass ein Volk das mit sehr wenigen Milben ins Jahr startet und bei dem kaum Reinvasion von außen stattfindet auch jetzt noch recht gut dasteht. Aber ich würde eher darauf tippen dass die Milben weggetragen werden.


    Wer nicht spätestens im August behandelt darf sich nicht beschweren wenn er im November mit leeren Kästen da steht.


    Grüße


    Ulrich


    P.S.: Gelegentlich wird empfohlen, die Windeln mit Margarine oder ähnlichem zu fetten. Gemacht habe ich es allerdings noch nicht.

  • Interessante Idee mit dem Einölen der Windel. Verhindert man dadurch, dass die Ohrenkneifer die Milben nicht auffressen? Oder wozu dient das? Vielleicht auch, dass die Milben von der Windel nicht fortgeweht werden?

  • Moin, moin,


    also, mir scheint, die Ohrenkneifer und Asseln fressen die Milben nicht auf, sondern aus, lassen also den diagnostisch ausreichenden Rückenschild übrig, vielleicht etwas angefressen.


    Ameisen und auch die Vorgenannten interessieren sich aber auch stark für Pollenkrümel und Zuckerkristalle, die bei Reorganisation der Futterwaben immer mal abfallen... Dass einer von denen mal wirlich mit einer Milbe unterwegs war oder sich damit beschäftigte, habe ich noch nicht gesehen. Trotz vieler solcher Tiere an den Beuten, habe ich Milben auf den Windeln finden können, passend zu den Milbenfallzahlen bei der Behandlung.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ja , verehrte Hymenoptera ,


    wat iss denn nu Sache ?
    Fallen richtig Milben ? Bringt die Wegschlepperei alles aus dem Lot um wat beurteilen zu können ? oder wie oder wat ?


    Bin gespannt wie Flitzbogen


    Gruß hannes

  • Na ganz einfach: mit der Einlegezeit der Windelt iteriert die Aussagekraft gen Null. Wenn nach einer Nacht der AS-Anwendung geschaut wird und ich sehe bei 500 in der einen und 5 auf der anderen dann reicht mir das um mir zu sagen, daß das eine stark befallen ist und das andere schwach...ich würde aber nicht die Zahl der Milben irgendwie hochrechnen wollen denn womöglich sind bei den 5 schon diverse weggetragen worden...wer weiß ob die gleichmäßig stark wegtragen. Nach ein paar Tagen finde ich allenfalls nur noch die Milben die grad so mit den schlüpfenden Bienen runterrieselten und damit keine vergleichbaren Aussagen mehr. Ich zähle gar nicht mehr den Totenfall aus; ich will von den stark befallenen Völkern und ein-zwei Referenzvölkern der anderen Gruppe Puderzuckerproben machen und dann mal sehen was da noch so rumkreucht....


    Melanie