Wie hygienisch muss man arbeiten bei mehren Völkern?

  • Guten Abend!
    Anfängerfrage: Wie sauber sollte man den eigentlich arbeiten, wenn man nacheinander mehrere Völker durchsieht? Wascht/desinfiziert Ihr die Hände oder Stockmeißel, etc.? Oder vielleicht nur bei unterschiedlichen Standorten? Die Imker bei denen ich über die Schulter geschaut hab, haben das nicht gemacht.
    Aber es gibt ja zahlreiche ansteckende Bienenkrankheiten, vielleicht könnte sauberes a
    Arbeiten die Ansteckung untereinander vermindern?


    Viele Grüße,


    Anne

  • Bei AFB ist Hygiene oberstes Gebot, da die Sporen z.B. auch mit dem Werkzeug, Handschuhen usw. übertragen werden.
    Ansonsten nicht übertreiben.
    Alle paar Wochen lege ich mein Werkzeug (Stockmeisel etc.) in die Spülmaschine.
    Wenn Du ohne Handschuhe arbeitest ist es sinnvoll, einen Eimer Wasser mit etwas Spüli bereit zu haben, um sich den Stockgeruch von den Fingern zu waschen.
    Gruß
    Günter

  • Also ich mach da keinen Tanz drum. Wenn ich AFB habe sollte, dann haben die vermutlich alle Völker egal ob ich einen oder mehrere Stände habe, so hygienisch kann ich gar nicht arbeiten.
    Ich hab nur eine Schleuder und auch die ausgeschleuderten Honigwaben werden nicht ganz so genau getrennt. Auch arbeite ich meist mehrere Stände in einem Tag ab und desinfiziere mir nicht jedes mal die Hände.


    Man sollte halt allgemein auf die Gesundheit seiner Völker achten, dazu regelmäßige Wabenerneuerung.


    Der Rest ist Schicksal, man kann sich auch verrückt machen.:wink:

  • Hallo!


    Sauberes Arbeiten bedeutet für mich jetzt nach Trachtende am Stand nicht offen mit Futter rumzukleckern und keine Waben unter freiem Himmel zu "lagern". Sowas fördert bei den Bienen die Räuberei.


    Und wenn im zeitigen Frühjahr die erste Frühlingdurchschau gemacht wird, dann wird der Wintertotenfall sorgfältig ausgekehrt und entsorgt. Müll wird nicht einfach in die Gegend geworfen. So ein Mindestmaß an Ordnung und Sauberkeit sollte man am Bienenstand wahren, aber klinische Hygienie wird in der freien Natur am Bienenstand nicht gelingen.


    Gruß vom Sammler

  • Hallo Sammler,


    annähernd klinisch bekommen wir schon hin.
    Nach der Ameisensäurebehandlung lebt nurch noch, was wesentlich größer wie ein Milbe ist:p


    Gruß
    Werner
    der bei dieser Diskussion an die multiresistenden Keime in den Krankenhäusern denken muss, die uns in der nahen Zukunft das Leben schwer machen werden.

  • Hallo Werner!


    Ja, mit viel Desinfizieren betreibt man im Grunde Selektion. Dabei kann man einen Zustand schaffen, der schlimmer ist als vor Einführung der Desinfektion. Deshalb meine ich, als Imker kann man es gut sein lassen, wenn man am Stand einige wenige Grundanforderungen an Ordnung und Sauberkeit erfüllt.


    Manchmal schäme ich mich, Imker zu sein, wenn ich Stände mit Haufen von Altwaben und Futtereimer vom letzen Jahr neben offenen Leerbeuten und alten Rähmchen in der Hecke sehe. Das habe ich schon bei Anfängern und auch bei "alten Hasen" erlebt.


    Ich erinnere mich, dass mein Pate vor über 15 Jahren mich mal ermahnt hat, das Wintergemüll nicht einfach am Stand liegen zu lassen. Es ist mir im Gedächtnis "hängen geblieben" und ich bin der Ansicht, dass das auch Jungimkern von heute gesagt werden sollte.


    Gruß, Sammler

  • Werner
    der bei dieser Diskussion an die multiresistenden Keime in den Krankenhäusern denken muss, die uns in der nahen Zukunft das Leben schwer machen werden.


    Hallo Werner,
    Fast richtig!:p_flower01:
    Denn die Probleme sind schon lange in der Gegenwart vorhanden.


    -Uwe

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • Hallo Uwe,


    ich weiß. Betrachte die "nahe Zukunft" als relativ. Für den einen ist es Zukunft, für den anderen Gegenwart und für so manchen schon Vergangheit.


    Entscheident ist nur was wir daraus lernen. Wenn ich die jahreszeitlich typischen Diskussionen wieder mal verfolgen, drängt sich mir der Verdacht auf: nix!


    Gruß
    Werner