Varoa trotz Futter oder ohne

  • Hallo,
    ich hab mal wieder eine Frage:
     
    Momentan haben wir in jeder Beute einen Block Futter obendrin. Nun würden wir gerne die Varoabehandlung machen.
    Kann man das Futter drin lassen oder sollte man das entfernen und nach der Behandlung wieder geben???
     
    andrea


  •  
    Was für eine Behandlung?
    Rausnehmen ist sicher immer besser, während einer Behandlung nehmen die Bienen kein Futter ab und Behandlungsmittelrückstände sollten besser auch nicht ins Futter kommen.

  • Schwammtuch oben rein mit 60ml Ameisensäure. Für 2 Beuten haben wir insgesamt ca. 60ml verwendet. Vom Gefühl her denke ich, es war zu wenig um zu wirken. Allerdings haben wir im Gemüll vor einer Woche nicht eine Milbe entdeckt, kann das sein??? Sieht man die mit bloßem Auge???

  • Allerdings haben wir im Gemüll vor einer Woche nicht eine Milbe entdeckt, kann das sein??? Sieht man die mit bloßem Auge???


    Wir haben dieses Jahr auch ungewöhnlich wenig Milben. Auf der Windel zeigte sich zunächst kein natürlicher Milbenfall. Jetzt bei der ersten Behandlung mit Liebig Dispenser (85%) kam die Bestätigung. Pro Volk vielen ca. 10-20 Milben. Bin mal auf die zweite Behandlung im September gespannt.
    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg,


    ich möchte deine Euphrie nicht bremsen und hoffe, Du mögest Recht haben.
    Die Wahrscheinlichkeit und vor allen Dingen die langjährigen Erfahrungen sprechen dagegen.
    In Jahren, in denen die Tracht früh einsetzt, gibt es immer viele Milben. Du wohnst in einer noch wärmeren Gegend als ich. Also: Augen auf.
    Es kann nicht genug betont werden, dass nicht wichtig ist, wie viele Milben fallen, sondern wie viele drin sind.
    Ich hatte auch so ein Volk, bei dem nichts gefallen war. Plötzlich sah ich aber jede Menge geschädigter Brut und viele verkrüppelte Bienen, und siehe da:
    Nach einer erneutem AS-Behandlung war plötzlich die Windel braun von Milben.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Andrea,


    60ml Ameisensäure oder 60% Ameisensäure und Schwammtuch??? (in welchen Beuten? - schreib doch mal was in dein Profil...)
    Zur Behandlung mit dem Schwammtuch gibt es eine hervorragende Anleitung zum Nachlesen von Henry hier im Forum.
    Grüße


    Ute

    ...to bee or not to bee, that is the question

  • Hallo,


    ich möchte die Euphorie allerdings etwas bremsen. Ich hatte auch vor der Behandlung kaum natürlichen Milbenfall. Jetzt während der Behandlung mit 85% AS (ja - in BaWü darf man das) im Nassenheider Verdunster horizontal rieselt es. Nach wenigen Tagen 1000 und mehr...


    Seid wachsam !


    Gruß
    Christian

  • Ich habe in diesem Jahr das erste mal konsequent Drohnenbrut geschnitten (ich weis, kann man drüber streiten). Vielleicht hat das ja etwas gebracht. Dieses Jahr habe ich auch noch keine Varroen auf meinen Bienen mit blosem Auge sehen können, was letztes Jahr der Fall war.
    Unser Vereinsvorsitzender hat allerdings dieses Jahr schnon zwei Völker verloren und extrem starken Varroabefall.
    Wie gesagt, mal sehen wie es im September aussieht. Wer weis was jetzt noch in der Brut sitzt!

  • Hallo,


    Liebig schreibt in seinem Buch "Einfach Imkern" das das offene Futter die Wirkung der behandlung verschlechtert, also, Fütterung unterbrechen!
    Ich gehe auch davon aus das es dieses Jahr viele Milben gibt!


    Grüße Alfons

  • Hallo,
    physikalisch steckt folgendes dahinter:
    Offene Futterflächen enthalten an der Oberfläche Wasser, in dem sich die AS löst. Dieser Prozess erfolgt in einer dünnen Schicht sehr schnell. Von der Oberfläche aus diffundiert die AS nach dem Diffusionsgesetz nach innen, wobei die Diffusionstiefe proportional zur Wurzel aus der Zeit ist. Beispiel: Angenommen, die AS diffundiert aus der Luft heraus innerhalb einer Sekunde 1µm in das Futter. Dann braucht sie 1000000s, um 1mm in das Futter einzudiffundieren. Die Zahlen sind frei erfunden. Sie sollen lediglich die Wirkung des Diffusionsgesetzes veranschaulichen: Die AS löst sich sehr schnell in einer oberflächennahen Schicht und dringt dann sehr langsam weiter vor. Daher saugt die Futteroberfläche am Anfang viel AS aus der Luft, aber nach kurzer Zeit kommt dieser Prozess durch Sättigung der oberflächennahen Schicht praktisch zum Stehen und die Luft im Stock kann sich mit AS anreichern.
    Bei einer Fütterung tragen die Bienen das Futter zu den offenen Zellen und schichten das neue Futter über die dünne mit AS gesättigte Oberflächenschicht. Dadurch kann diese Futterzelle wieder AS aufnehmen - die AS-Konzentration im Stock sinkt ab. Außerdem enthält nach Abschluss der Behandlung das in den Zellen gespeicherte Futter viel mehr AS, als bei fehlender Fütterung und ist möglicherweise für die Bienen nicht mehr so recht bekömmlich.
    Zusammenfassung: Durch die Fütterung und die Einlagerung des Futters in die Zellen wird das Diffusionsgesetz umgangen, das normalerweise dazu führt, dass die Sogwirkung offenen Futters in den Zellen auf die AS durch Sättigung der oberflächennahen Schicht praktisch zum Stehen kommt.
    Deshalb: Während der AS-Behandlung niemals füttern! Meines Erachtens ist es für den Behandlungserfolg auch wichtig, dass keine Tracht herrscht!
    Gruß Ralph

  • Erstaunlich wie alles so einfach zu erklären ist, man muss es nur wissen. Vielen Dank für die Aufheiterung!
    Gruß, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)