Warmbau / Kaltbau

  • Hallo zusammen,


    ich möchte gerne meine Völker von Warmbau auf Kaltbau umsetzen. Laut "Pia Aumeier"
    ist das wohl besser. Muß ich da irgendwas beachten?


    vg
    Axel

  • Soweit ich weiß, ist Kaltbau im Sommer besser, da die Bienen schneller durch den Stock zum Flugloch und umgekehrt gelangen, weil sie gleich am Flugloch die richtige Wabengasse wählen können bzw. jede Wabengasse zum Flugloch führt.
    Im Winter ist der Warmbau besser. Durch die Querstellung der Waben kann die Wärme nicht so schnell durch das Flugloch entweichen. Beim Kaltbau geht eben auch viel Wärme direkt zum Flugloch.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hallo,


    daß die Bienen beim Drehen kein Schleudertrauma kriegen! :wink:


    Nun, ernsthaft gesprochen, eigentlich nicht. Vorausgesetzt, Du arbeitest mit Beuten, die Warm- und Kaltbau gleichermaßen zulassen, drehst Du einfach die Zargen. (Je nach Richtung ergibt das im Folgejahr links- oder rechtsdrehenden Honig... Hmm, ich hab' heute meinen albernen Tag.)
    Was evtl. zu beachten wäre, wenn Du die Fluglöcher schon (einseitig) eingeengt hast bzw. einengen wirst: da die Bienen den Honig eher fluglochfern lagern, sollte man so drehen, daß die Vorräte hinter der Einengung und nicht direkt am offenen Flugloch landen.


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)

  • Hallo Friedrich,
    normalerweise befinden sich die Wabenunterträger der unteren Zarge oberhalb des Fluglochs. Daher schichtet sich die Warmluft oberhalb des Fluglochs auf, unabhängig von Warm- oder Kaltbau. Ganz besonders gilt das bei Verwendung eines Hochbodens. Daher spielt meines Erachtens die Ausrichtung der Waben für den Wärmehaushalt kaum eine Rolle. Warmbau und Kaltbau sind irreführende Bezeichnungen.
    Gruß Ralph

  • Das meine ich ja. Woher stammen diese Begründungen?
    Ich meine, wer hat tatsächlich mit einem Thermometer kontrolliert, ob Warmbau tatsächlich wärmer als Kaltbau ist? Das hört sich für mich alles nach einem "eigentlich müsste es so sein" an, was noch keiner wirklich überprüft hat. Hier im Forum hatte doch irgendwo jemand seine Waben mit Temperaturmessung ausgestattet, da wäre ich echt mal an den Messwerten im gleichen Winter am gleichen Standort interessiert, einmal im Warmbau, einmal im Kaltbau.
    Da die Bienen sicherlich jedes Loch mit Propolis verschliessen so dass keine Zugluft entsteht, glaube ich dass es im Inneren gleichgültig ist, ob die Waben quer oder längst stehen...

  • Also Ich habe zwar noch keine Bienen aber die physik besagt das warme Luft nach oben steigt somit sollte es eigentlich egal sein wie die waben angeordnet sind.

    Anfänger auf der Suche nach Input!

  • Hallo,


    läßt man sie im Stbilbau mal machen wie sie wollen, dann komt so ein Mittelding zustande: schräg verlaufend, weder ganz Kalt- noch ganz Warmbau eben, Wellenartig oft, in etlichen Spielvarianten, wenn man den Zahlreichen Bildveröffentlichungen dazu glauben kann.


    Das Ganze richtet sich dann auch nach Art der Beute, Volumen und Größe und Verlauf des Flugloches aus. Danach haben sie dann den Naturbau ausgerichtet und auch die Brut und das Futter so gelagert, dass es im Gesamtkonzept Sinn ergibt.


    Irgendwo frage ich mich da seit erstem Lesen der Empfehlungen: Was soll es den Bienen bringen, wenn da der Imker hergeht und ihnen dieses ausgetüftelte Konzept durcheinanderwürfelt und einfach mal so um 90° dreht? sind die Immen echt so ungeschickt?
    Klar, die wissen ja auch nicht, dass es Winter wird, die Dusselchen - haben ja noch keinen erlebt also macht Mensch es mal für sie. So einfach ist es nicht, meine ich.


    Durchzug durch die Wabengassen gibt`s sicher erst, wenn diese frei von einem Luftzug durchgangen werden können, also müßten sie schon über das Flugloch hinaus gebaut worden sein und Bienen fehlen. Dass es in einer Warmbauweise eine wirkliche Barriere gibt oder tatsächlich wärmer ist, das wage ich mal zu bezweifeln.


    Bisher sehe ich da persönliche Vorlieben des Imkers als Hauptgrund und seien dies nur die verkehrten physikalischen Vorstellungen.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich kann folgende Beobachtung beisteuern:


    Ich habe mit einer Magazinbeute (Warré) eine Rezeptur mit ätherischen Ölen ausprobiert, mit einer wirklich intensiven Geruchsnote. Drei Zargen waren fast komplett ausgebaut. Die Magazine standen auf einem hohen Ständer und ich habe unten im Boden ein großes Guckloch (10x10cm). Deshalb hatte ich freie Sicht von unten nach oben in die Beute. Zuvor waren die Bienen über die Wabengassen verteilt und in der untersten Zarge befand sich eine Bautraube. (Der Kopf, wie der Drohn immer sagt.)


    Nachdem der intensive Geruch oben im obersten Stockwerk startete, schwenkte die gesamte Bienenmasse und der Bienenkopf auf eine Seite der Beute. Es bildete sich auf der anderen Seite eine Art Kanal. Die ersten Ventilatorbienen positionierten sich und schlugen mit den Flügeln, der am Flugloch einen merklichen Luft- und Geruchsstrom produzierte.


    Die Bienen haben astrein den Geruch nach draußen befördert. (Übrigens auch interessant für die Behandlung mit Säuren.)


    Zur Ausrichtung der Waben im Stabilbau:


    Ich habe ziemlich lange gerätselt, nach welchen Kriterien die Bienen die Waben im Stabilbau ausrichten. Ich habe die Bienen rechteckige Kästen, Trogbeuten, runde Beuten und quadratische Beuten mit Stabilbau bestücken lassen. Mal gab es Warmbau, mal Kaltbau. In den runden Beuten (Stülper) variierte es und es gab zum Teil "Vorhänge" - also eine Wabe quer zum Flugloch gezogen. Der Vorhang trat bei einem Flugloch oben auf.


    Nun gut, in der Zwischenzeit bin ich mit Hilfe von vielen Imkerfreunden auf den Trichter gekommen, daß die Bienen immer die längste Strecke innerhalb der Beute "vermessen" und entlang dieser Diagonalen die zentralen Waben ausrichten. Größtenteils unabhängig vom Flugloch. Das Flugloch hat noch einige Auswirkungen auf das Wabenwerk, aber eher "inhaltliche". Das Ziel der Bienen ist es, die Wabenfläche einer einzelnen zentralen Wabe möglichst groß zu machen. Deswegen sind in rechteckigen Bienenkästen und Stabilbau sehr oft diagonale Waben zu finden. In Trogbeuten bauen die Bienen im Kaltbau über die gesamte Länge hinweg. Ähnlich wie es die Bienenkiste simuliert. In einer runden Beute gibt es keine Unterschiede in den Diagonalen, weswegen die Bienen dort sehr schöne paralle Waben bauen - in unterschiedlichen Ausrichtungen zum Flugloch.


    Beide Beobachtungen zusammen zeigen mir, daß die Ausrichtung der Waben bei einem Flugloch unten zunächst nicht relevant sind. Die Bienen sind in der Lage, die Wabengassen mit Bienenmasse zu verschließen oder zu öffnen. Und das ist meines Erachtens entscheidend, daß die Bienen diese Gassen schließen können.


    Der Lichteinfall durch das Flugloch könnte bei der Überwinterung eine Rolle spielen. Bei einer Kaltbauausrichtung ist das Licht aus allen Wabengassen heraus zu sehen, was unvorsichtige Bienen in die kalte Wintersonne und damit in den Kältetod locken kann. Die Warmausrichtung verhindert das.


    Was für das Licht gilt, gilt für mich auch für den Luftstrom. Der Weg des Luftstroms beim Kaltbau ist recht direkt aus der Wabengasse zum Flugloch, während im Warmbau der Luftstrom immer einen Bogen unter den Waben hindurch machen muss. Der Weg ist damit länger. Und dabei nicht zu vergessen, ist der von außen eindringende Luftstrom/Wind.


    Über die Relevanz dieses Unterschiedes läßt sich streiten. Ich denke, sie ist nicht sehr hoch.


    Mit oder ohne Drehen der Magazine werden die Bienen überwintern. Zu beachten gibt es beim Drehen der Zargen nichts. Einfach anheben und drehen.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Laut Tautz haben Warmbau und Kaltbau keine Relevanz für die Bienen und zwar zu keiner Jahreszeit.
    Ist also völlig egal.
    Ich glaub dem mal, der hat's schließlich aausprobiert.

    There are 10 kinds of people. Those who understand binary and those who don't!

  • Mit oder ohne Drehen der Magazine werden die Bienen überwintern. Zu beachten gibt es beim Drehen der Zargen nichts. Einfach anheben und drehen.


    Oh doch! Da gibt es etwas zu beachten: Die Beute muss quadratisch sein, sonst entstehen übleste Löcher, die nur schwer zu verkitten sind. :wink:

  • Im Kaltbau gelangen die Bienen in der Wintertraube besser an ihre Vorräte. Sie müssen nur in den Wabengassen den Vorräten nachrücken.


    Beim Warmbau müssen sie von Rähmchen zu Rähmchen weiter klettern.


    Was die Bienen lieber machen, weiß ich nicht. Wichtig ist nur, dass genügend Winterfutter vorhanden ist.


    Gruß Jürgen

    Es ist so leicht, sich das Leben schwer zu machen !