Die bauen überall ...

  • ... bloß nicht da, wo sie sollen :roll:


    Hallo zusammen,


    habe mir Anfang diesen Monats zwei Jungvölker besorgt.


    Eines schön stark, das andere ziemlich schwach (und war obendrein weisellos, ist aber ein anderes Thema).


    Beide Völker sitzen in der unteren Zarge. Obendrauf habe ich eine Zarge Mittelwände + 1 Futtertasche (mit Neopoll) gesetzt.


    Klar, das schwache Volk hatte bisher andere Probleme als die MW auszubauen...
    Das starke Volk allerdings platzt quasi aus allen Nähten und die Damen bauen überall hin (Baurahmen, fast postkartengroßer Wildbau im Boden), aber meine MW werden schlichtweg "ignoriert", obwohl die gefüllte Futtertasche nebendran recht gut frequentiert wird.


    Wo hakt's?
    Schwacher Bautrieb nach der Sommersonnenwende? Meint jedenfalls mein bester Imkerpate - mein Daddy mit rd. 25 Jahren Imkererfahrung...
    Oder soll ich Brutwaben zwischen die MW hängen, solange das Wetter noch einigermaßen mitspielt?


    Ich spiele unabhängig davon auch mit dem Gedanken, dem schwachen Volk 1-2 Leerwaben zu entnehmen und die dem starken Volk reinzuhängen, damit das wieder akut Platz für neue Eier bekommt - und im Gegenzug 1-2 Brutwaben aus dem starken Volk in das schwache hängen, damit die wieder mehr Bienen drin haben.


    Macht das Sinn? Was meint ihr?


    Danke im voraus!

  • Hallo Micha,
    das Problem hatte ich vor 2 Jahren mit gekauften Jungvölkern auch: Sie nahmen keine Mittelwände an. Ich habe auch in diesem Jahr Jungvölker, die von mir aber nicht mit Mittelwänden sondern mit Leerrahmen mit Anfangsstreifen erweitert wurden. Diese bauen sie problemlos nach Bedarf aus, auch jetzt noch. Ich denke, dass Bienen sich frei zu einer Bautraube oder besser Baugardine aufketten wollen und das geht bei einer Mittelwand einfach nicht. Du kannst folgendes versuchen:
    Entnimm dem Brutraum einen Teil der Brutwaben und ersetze sie durch Leerrahmen mit Anfangsstreifen, sodass Baulücken entstehen, in denen sich die Bienen aufketten können. Die entnommenen Brutwaben kannst du nach oben hängen und dazwischen wieder Baurahmen. Kontinuierlich flüssig füttern ist wichtig. Ein kräftiges Volk sollte die Baurahmen in maximal 2 Wochen komplett ausgebaut haben und das Problem wäre gelöst. Wichtig: Die Besetzung mit Bienen muss wirklich gut sein, da es in der Nacht schon recht kühl wird!
    Dem schwachen Volk würde ich nichts entnehmen.
    Viele Grüße
    Ralph

  • Danke für den Tipp!
    Werde ich demnächst mal ausprobieren...


    Wobei ich der jungen Kö (müßte vergangenes WE aus einer Nachschaffungszelle geschlüpft sein) von dem schwachen Volk jetzt mal noch 1-2 Wochen Zeit geben will, ob die überhaupt Eier legt.
    Wenn die nämlich nix taugt, entfern ich sie und hänge das schwache Volk über Zeitungspapier dem starken zu und mache nächstes Jahr davon nen Ableger.
    War zwar nicht im Sinne des Erfinders, aber dann hätte ich wenigstens unterm Strich keinen Verlust.

  • Hat sich übrigens (leider) erledigt...
    Das Völkchen war - infolge der ausgebliebenen Brut nach der Weisellosigkeit - zu schwach, um die Plünderei durch Wespen zu überstehen.


    Die letzten Tage gingen dort deutlich mehr Wespen als Bienen aus und ein und die Wespen haben sämtliche Vorräte aufs Übelste geplündert. Zwei randvolle verdeckelte Honigwaben, die drin waren, wurden regelrecht zerfetzt. Interessanterweise fanden die Wespen das Nektapoll nicht so "lecker" wie den Rest...


    Gestern morgen war die Kiste komplett leer, eine Handvoll Bienen hing noch draußen an der Europalette, auf die ich meine Magazine gestellt habe. Die junge Kö, die ich am Montag noch gesichtet hatte, war auch weg.


    Ich seh's mit einem lachenden und einem weinenden Auge - wenn das andere Jungvolk, das jetzt schon zweiraumig dasteht, aus dem Winter so gut kommt wie's jetzt ist, dann kann ich da problemlos mind. 1 Ableger ziehen. Immerhin haben die nun auf den Leerwaben, die ich rübergehängt habe, jetzt noch gut Platz für die letzte Brut...