Haben Mittelwände einen Einfluss auf die Überwinterung?

  • Oft habe ich gehört und gelesen, dass die Überwinterungsfähigkeit von Völkern nach einer kompletten Bauerneuerung im Sommer herab gesetzt ist. Andererseits werden Heidevölker nach der Honigernte meines Wissens in einen komplett leeren Korb gesetzt, wo sie neu bauen müssen. Sie überwintern also auf neuem Wabenbau, der allerdings Naturbau ist. Besondere Schwierigkeiten der Heideimker bei der Überwinterung sind mir aber nicht bekannt.
    Die komplette Bauerneuerung bei Mobilbau wird wohl meist mit Mittelwänden gemacht. Nun meine Fragen:


    • Gibt es das Problem schlechter Überwinterung auf jungen Waben überhaupt oder ist das eine Mär alter Imker?
    • Kann es sein, dass das Wachs der Mittelwände durch den Gehalt an angesammelten Schadstoffen und Zersetzungsprodukten die Überwinterungsfähigkeiten der Völker herab setzt und durch wiederholtes Bebrüten versiegelt wird, sodass die bebrüteten Waben verträglich für die Bienen sind, die neuen aber nicht?
    • Weiß jemand, ob bei kompletter Bauerneuerung in Mobilbaubeuten bei Naturbau das Problem schlechter Überwinterung auch auftritt?


    Gruß Ralph

  • Hallo,


    totale Bauerneuerung mache ich nicht, aber ich setze nach dem abschleudern den Honigraum ohne Absperrgitter wieder drauf (Segeberger DNM). Nach ca. 1-2 Wochen nehme ich die untere Zarge weg (die enthält die ältesten Waben) und enge das Volk auf 2 Zargen ein. Somit habe ich eine Zarge (oben) mit frischen Waben und eine (die dann untere - vorher mittlere) mit Waben aus dem letzten Jahr. Somit haben die Bienen immer relativ frische Waben und müssen dank der ausgeschleuderten Honigwaben nicht wieder bei Null anfangen.
    Je älter die Waben, desto höher ist die Belastung mit, ich sag es mal so...."allem möglichen an Dreck". Der regelmässige Tausch ist also sinnvoll. Alles andere halte ich für unnötigen Stress zu dieser Jahreszeit !

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Ralph


    Ich halte von der totalen Bauerneuerung, ab dieser Jahreszeit nicht viel. Die Bienen sollten jetzt auf mindesten ein mal bebrüteten Waben sitzen. Unbebrütete Waben wirken im Brutnest wie eine Trennwand. Durch gute Reizfütterung (Fütterung) und junge Königin kann man auch die Trennwand überbrücken. Totale Bauerneuerung Ende Juni ist OK.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Drobi,


    etschuldige wenn ich es so direkt sage aber ich denke, Du bist noch ein Imker vom alten Schlag. Meine Vereinskollegen denken da ähnlich.


    Ich mache seit ich angefangen hab die Vermehrung um diese Jahreszeit mit Kunstschwärmen. Bestimmt gibt es "Bienengemäßere" Möglichkeinte aber ich sehe an den Heideimkern, das es kein Problem darstellt und auch ich hab diese Erfahrung gemacht. Und grad zu dieser Jahreszeit gibt es Bienenmasse in Überfluss.


    Ich habe letztes Jahr beste Erfahrungen mit der totalen Bauerneuerung gemacht (Naturbau) und bin auch heuer wieder dabei. Ist ja nichts anderes als ein Kunstschwarm.
    Wenn jemand sagt, er macht das aus diesem oder jenem Grund nicht, dann ist das OK.


    Zu sagen, das es aber nicht funktioniert sollte man sich aber verkneifen, eben weil es nicht so ist.
    Ein großer Teil meiner Bienen überwintert auf völlig neuem Wabenwerk, das übrigens im Brutbereich immer mindestens einmal bebrütet ist, weil sie ja eben brüten müssen und die Futterwaben am Rand, die nicht bebrütet werden, von denen wird das Futter ebenso angenommen.


    Sie Sache mit den unbebrüteten Waben ist einfach nur ein Märchen.
    Kann sein, wenn ich eine einzelne unbebrütete Wabe in ein Volk hänge, das lauter dunkle Waben hat, das die Kö da nicht gern reinlegt und diese Wabe wie ein Schied funktioniert.
    Das gilt aber nicht für den Zehrweg im Winter, die gehen genauso an das Futter aus den unbebrüteten Waben.
    Wenn ich aber ein neues Volk bilde, dann sind alle Waben neu und alles schaut ganz anders aus.


    Im übrigen kann man dem so oft ins Feld geführte Argument, es sei unnatürlich um diese Zeit Völker zu bilden folgendes entgegensetzen:


    Vorgeprägte Mittelwände mit nur einem Zellmaß sind alles andere als Natürlich, das selbe gilt für das Recycling von Waben und Wachs, dem Umlarven, dem Ableger bilden, dem einbringen von Säuren in das Volk, dem Umweiseln und noch einigem mehr.


    Also alles reine Ansichtssache.:wink:

  • Unsere Erfahrung, die und meiner steinalten Imkerfreunde:
     
    Bei dem Verfahren Teilen und Behandeln überwintert der Volksteil auf den alten Waben besser. Es könnte sein, dass bei jungen Imkern das Ergebnis diametral ist.:lol:
     
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Kann schon sein,
    das in dem Fall, der Teil mit den alten Waben besser überwintert
    muss aber nicht an den Waben liegen.
    Ein Vergleich von mehreren Kunstschwärmen, auf
    alten oder neuen Waben würde Da Klarheit bringen.


    Meine Kunstschwärme auf neuen Waben überwintern bisher bestens,
    sogar besser als Vollvölker.


    Auf keinen Fall bei neuen Waben, einige wenige Alte dazugeben


    Gruß Uwe

  • Hallo zusammen,


    ich habe darüber auch schon nachgedacht, allerdings Naturbau im Zusammenhang mit ganz neuen Rähmchen in ganz neuer Beute - also alles neu. Könnte es sein, dass die Bienen dabei nicht die richtige Menge oder Zusammensetzung an Mikroorganismen mitnehmen? Vielleicht meldet sich ja Bernhard mal dazu.:p_flower01:


    Ich habe aus dem Grund immer doch noch eine der ganz alten (schwarzen) Waben vom Imkerpaten drin gelassen und hoffe, dass sich die Mikros von dort aus auf die neuen Waben und das Holz verteilen. Ich kann den Erfolg zwar nicht sehen, aber erhoffen...


    Viele Grüße, Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Unsere Erfahrung, die und meiner steinalten Imkerfreunde:
     
    Bei dem Verfahren Teilen und Behandeln überwintert der Volksteil auf den alten Waben besser.


    Hallo Herbert,
     
    was heißt Erfahrung?
    Habt Ihr gezielt die Überwinterung auf "total bauerneuerten" Waben mit denen auf alten Waben verglichen bzw. getestet? Statistik?



    Ich habe nicht das Gefühl, dass meine Völker auf neuen Waben schlechter überwintern.
    Im Gegenteil....bis jetzt sind die immer alle super über den Winter gekommen.


    henrike ....
    ich überlege immer, was sich noch so auf den alten Schwarten tummelt.
    Es sind ja nicht nur "die Guten", die auf den alten Waben wohnen....was ist mit den Rückständen von Pestiziden, Behandlungsmittel ect?


    Deshalb gilt für mich: Wenn neu, dann alles neu.


    Ist aber Ansichtssache....:wink:



    Herzliche Grüße
    Regina


    P.S. Hoffnung ist wie Zucker im Tee; zwar klein, aber sie versüßt alles.

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

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  • Wenn ein Schwarm abgeht, lassen sie alles zurück.
    Nur das, was sie auf und in sich tragen kommt mit.
    Ein paar millionen Jahre hat das funktioniert...


    Also weg mit den alten Schinken!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo Regina,
    in diesem Fall gingen wir nicht wissenschaftlich vor, sondern haben (3 Imker) unabhängig festgestellt, dass bei "Teilen und Behandeln" der Teil auf den alten Waben besser überwinterten.


    Was mich beunruhigt, dass man von den Nichtbehandlern nichts mehr hört.


    Gruß
    Herbert

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Herbert,


    sind denn beide Volksteile (die ja nicht gleiche Teile sind, sondern sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen) sowohl bei Dir als auch bei Deinen beiden Partnern auch gleich behandelt worden (was wiederum vom Zeitpunkt ja schon nicht geht)? Also z. B. initial nicht etwa der "Flugling" mit Milchsäure und der "Brutling" mit Ameissensäure?


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)