Futter selber mischen?

  • Ich hab gelesen, dass man das Futter für die Biene auch selbst mischen kann. Bei der Bienenhaltung nach demeter soll das Winterfutter auch aus mindestens 10 % Honig bestehen.
    Meine Frage ist nun, ob der Honig hierbei mit dem selbstgemachten Sirup aus BioZucker gemischt wird.
    Die Bienen sind in mitten einer Kleingartenkolonie und müssten bei den ganzen Zierstauden und Blumen jetzt doch eigentlich noch genug finden, oder? Ist da Einfüttern überhaupt schon nötig?
    Ich hab keine Waage und kann das also nicht kontrollieren, ob da immer noch fleissig gelagert wird. Die honigwaben werden aber ausgebaut und es kommt wohl noch etwas rein. Fragt sich halt, ob es genug ist.


    Wie verhält sich den die Biene, wenn sie nicht mehr genug findet?

  • Ich hab gelesen, dass man das Futter für die Biene auch selbst mischen kann.

    Ich auch. Macht aber zu viel Arbeit und erzeugt immer Saccharoselösung und eben kein Bienenfutter.

    Bei der Bienenhaltung nach demeter soll das Winterfutter auch aus mindestens 10 % Honig bestehen.

    Das Futter besteht immer aus mindestens 10%Honig, weil es nicht möglich ist den Bienen sämtlichen Honig zu entnehmen oder sie am Dazusammeln zu hindern. Folglich verbleibt immer eine gewisse Honigmenge vorm Winter im Bienenstock und das auch beim allerbrutalsten konventionellen ausbeuterische massenbienenhaltenden Intensivimker. Die die die die (eins war Reserve:wink:) gemacht haben, die Richtlinie, haben das womöglich nicht gewußt und auch nicht, daß sich Bienen verbrauchen, wenn sie Mehrfachzucker erst invertieren müssen.

    Meine Frage ist nun, ob der Honig hierbei mit dem selbstgemachten Sirup aus BioZucker gemischt wird.

    Da ist die Richtlinie wohl nicht genau? :lol: Dabei ist dem Demeterkunden doch wichtig, ob es sich um Trockenprozente handelt oder Lösungsanteile. Und wie wird das Restwasser in den 10% Honig eingerechnet? Hammer Demeter-Imker hier, die das erklären können?

    Die Bienen sind in mitten einer Kleingartenkolonie und müssten bei den ganzen Zierstauden und Blumen jetzt doch eigentlich noch genug finden, oder?

    Nee, müßten die nicht. Pollen ist kein Winterfutter. Sammeln kostet Energie und damit Bienenlebenszeit. Deshalb geben wir den Bienen das Futter und lassen sie es nicht holen.

    Ist da Einfüttern überhaupt schon nötig?

    Na wieg doch mal! Bißchen füttern würde ich immer, schon damit die wissen wos's im Notfall mehr gibt und am Futter bleiben, wenn Du Endfüttern willst.

    Ich hab keine Waage

    Dann besorg' eine! Gibt' jetzt auch im Osten. :wink:

    und kann das also nicht kontrollieren,

    Dann frage die Hellseher des Imkerforums und ruf bei Astro-TV an!

    ob da immer noch fleissig gelagert wird.

    Es wird aber auch gefressen und vorm Winter müssen 10kg Energie in der Kiste sein! Mindestens.

    Die honigwaben werden aber ausgebaut und es kommt wohl noch etwas rein.

    Wabenbauen kostet Energie. Und geschätzte Vorräte führen schätzungsweise zum Verhungern. Also geschätzt jetz'.

    Fragt sich halt, ob es genug ist.

    Frag nicht "sich" frag 'ne Waage!

    Wie verhält sich den die Biene, wenn sie nicht mehr genug findet?

    Sie verhält sich dann garnicht mehr ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo


    Das liegt nicht an dir sondern an dem Thema Bio-Imkrei.
    Musst mal sein Profil unten lesen dann verstehst du vielleicht seine Antwort.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • Danke für die Information, die ich zu dem Hohn und Zynismus bekommen habe.


     
    Hallo Liliamar,


    so ist er halt, der Henry. Er gibt auch mahnende Worte, wenn nötig.
    Und er spricht gerne deutlich. Und in deinem Falle meint er auf 3 Sätzen komprimiert:


    Selbst wenn sie jetzt noch was finden, ist es nicht soviel, als dass es genug wäre. Du musst sowieso für den Winter auffüttern, also besser jetzt als später. Jetzt können noch die Sommerbienen arbeiten, in 4 Wochen müssen die Winterbienen das Futter verarbeiten.


    Stefan

  • Hallo Liliamar,


    es gibt so gewisse Grundlagen, die sollten sich Anfänger schon anderswo beschaffen: Erforderlicher Winterspeck bei Bienenvölkern, z.B.


    Eine Waage oder das Gefühl für ausreichendes Gewicht gehört dazu, steht in jedem Anfängerbuch. Wer also einen kleinen, bunt gemischten Strauß Anfängerfragen nach dem Motto "ich habe hier Bienen und bald wird es Winter, muss ich jetzt was tun" ins Forum hält, bekommt entsprechende Antworten.


    Und das Henry so etwas auf angenehme Weise die Dinge spitz auf den Punkt bringt mach das Imkerforum doch so unterhaltsam :-) Mit zunehmender Erfahrung wissen das die meisten zu schätzen.


    Derartige Fragen habe ich anfangs immer mit meinem Friseur besprochen, der nebenbei mein Imkerpate war. Es gab Phasen meines Lebens, da hatte ich wahnsinnig kurze Haare und wenn ich mich zu blöd angestellt habe, wurde mir gleich der Kopf gewaschen ;-)


    Gruß, Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

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  • ... auf 3 Sätzen komprimiert: ...


    Es geht noch kürzer: Kaufe Du Waage! (und zwar "nau!" für die mitlesende Juchend)


    Gewichtsüberwachung bis zur sicheren Flugeinstellung ist eine wesentliche und vor allem störungsfreie Methode der Selbstberuhigung und sogar nachts und in strömendem Regen anwendbar. Sogar bei klirrender Kälte und Ostwind mit 17bft kannst Du halb zwei morgens raus und Dich mal eben vom ordnungsgemäßen Futterstand Deiner Bienen überzeugen. Durch einfaches Wiegen! Kost' 'n Zwanni und merkt sich das Gewicht sogar, was gut für den Rücken ist, sonne Waage mit Elektrick. Du überfütterst nicht. Du kanst Deine Ernte abschätzen und die Tracht und eine Räuberei entgeht Dir auch nicht. Stell Dir nur vor an heiligen Drei Königinnen wird ein Volk vom Nachbarvolke beräubert und Du merkst es nicht oder Silvester schreckst Du hoch wie von der Rakete aus der Familienpackung getroffen und Du weißt plötzlich nicht mehr, wie schwer Deine Bienen sind... Furchtbar! Du müßtest bis in den Februar mit dieser Ungewissheit leben. Deshalb wiegen! Wenn Du willst mehrmals täglich. Z.B nach dem Schwarme.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Liliamar,


    Du kannst Dein Futter selber mischen, Zucker/Wasser Gemisch im Verhältnis 3:2. Die 10% bei den Demeter Imkern beziehen sich auf den von den Bienen schon eingelagerten Honig.
    Was ist denn außerhalb der Kolonie an Trachtpflanzen vorhanden? Ich weiß ja nicht, wie es in Berlin aussieht, aber hier ist Ende im Gelände, außer Wein und Efeu kommt hier nicht mehr viel. Die Zierstauden und Sommerblumen sind hier nur ein nettes Zubrot...
    Ich bin übrigens der Meinung, Du brauchst keine Waage- mit der Zeit wirst Du ein Gefühl für das richtige Gewicht entwickeln.


    Gruß,
    zonia

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Zitat

    Ich bin übrigens der Meinung, Du brauchst keine Waage- mit der Zeit wirst Du ein Gefühl für das richtige Gewicht entwickeln.

    Huch! Echt?


    Ich aber schon.
    Jeder Anfänger sollte eine haben.
    Kostet sonst evtl. so viele Völkerhungertode bis der Schätzlernprozess für das Gefühl für das richtige Gewicht abgeschlossen ist, meine ich.
    Vor allen Dingen muß man für die Zuordnung des passenden Gefühls zum jeweils passenden Gewichtes dieses Gewicht ja erst einmal messen und mit ner Zahl belegen. Sonst weiß man erst im Frühjahr, ob`s gepaßt hat, ich erinnere dann so ein Gewichtsgefühl nicht mehr konkret.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beetic () aus folgendem Grund: Berichtigung

  • Hi,
    ich übe jeden Herbst ;). Voll aufgefütterte Beute immer mal wieder hinten anheben, mit der Zeit erinnerst Du Dich selbst im Frühjahr!

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Und um zu wissen, ob voll eingefüttert ist guckst Du halt immer rein ... Und während ich bis zum Zielgewicht Futter in die Zarge schütte und dann meiner Wege gehe und folglich füttere ohne zu stören lädt Du einen Anfänger ein Volk auseinanderbauen und nach der Flächenmethode bewerten. Schwachsinn ist das! Augenmaß und Handgewicht mögen den Deutschen Bäcker nicht trügen - ein Anfänger ist lieber auf der gemessenen und damit sicheren Seite.


    Aufgelöster Haushaltszucker ist was anderes als Bienenfutter. Das sollte jedem klar sein, der Inhaltsangaben lesen kann.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Mensch Henry,


    cool down. Wieso soll ich-er-sie-es beim Füttern ohne Waage das Volk auseinandernehmen? Ich weiß wieviel ich füttern muß, kippe genauso wie Du oben rein und gut is.
    Wer was füttert, muß jedem selbst überlassen bleiben- ich habe ja keine Empfehlung ausgesprochen.
    Last, but not least finde ich, daß man ruhig lernen kann sich ein bischen Fingerspitzengefühl zuzulegen. Anfänger sind Anfänger, aber nicht unmündig.


    So long,
    zonia

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von zonia ()

  • Behalte mal den Frager im Auge!


    Oder erkläre gleich mal was Hefen und Schleimpilze sind und wie aus Mehrfachzuckern einfache werden und alles über Kristallisationsneigung. So nem Anfänger das Einfüttern frei Schnautze zu empfehlen oder womöglich nach Einfüttermenge ist kontraproduktiv. Der soll wiegen und sicher wissen was drin ist in der Kiste

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Den Frager behalte ich selbstverständlich im Auge, ich habe das Einfüttern ja auch erst vor 5 Jahren gelernt.
    Übrigens ohne Waage.
    Also, Liliamar- make your choice.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna