Varroa - ein mögliches Behandlungskonzept

  • Es steht viel geschrieben über Behandlungen, Alternativen und Möglichkeiten. Wie wäre es nun wenn man einige dieser Ideen zu einem Konzept zusammenfasst mit dem Ziel auf Säurebehandlungen komplett zu verzichten!
     
    Hier fallen mir folgende Punkte ein die sich gut kombinieren lassen würden:
     
    1. Umstellung der Völker auf die sog. Small Cells:
    Positiv auswirken könnte sich eine möglicherweise dadurch entstehende höhere Vitalität und Hygieneverhalten. Alternativ evtl. der Naturbau.
     
    2. Drohnenbrut
    Ausschneiden nur des ersten Drohnenbrutrahmens im Frühjahr um den ersten Milbendruck aus dem Volk zu nehmen. Dann kein Drohnenbrutschneiden mehr, allerdings auch keine Drohnenrahmen. Das Volk schafft dann nur so viele Drohnen wie nötig und vmtl. weniger als wenn ein Drohnenrahmen drin ist. Nur den ersten Rahmen schneiden um eine Selektion der Milben zu verhindern.
     
    3. Schwärmen lassen
    Die dabei entstehende Brutpause hemmt Varroa.
     
    4. Totale Brutentnahme:
    Bei geschwärmten Völker dann im folgenden Jahr. Bei nicht geschwärmten wird die Erneuerung vorgenommen. Aus den Brutwaben werden Ableger / Brutscheunen.
     
    5. Behandlung der Ableger / Brutscheunen
    Die Ableger / Scheunen haben den Vorteil, dass Varroa ebenfalls eingeschränkt wird bis eine neue Königin in Eilage geht. Die Ableger könnte man zusätzlich z.B. mit ApiLife Var behandeln weil dieses nur auf Basis von etherischen Ölen basiert, also wesentlich schonender ist. Eine Winterbehandlung wird weggelassen.
     
     
    Ist jetzt nur ein Gedankenspiel ohne dass ich irgendwas eindeutig belegen kann. Das es funktioniert könnte ich mir vorstellen.

  • Hallo Chris,


    Zu 1. Wird dir keine spürbare Veränderung bei unserer Bienenchichte bringen
    Zu 2. Kann man machen. Eine Selektin findet bisher nachprüfbar nicht statt
    Zu 3. Möglicherweise ist eine selbstaugelöste Brutpause durch einen Königinnenableger einfacher
    Zu 4. Gute Massnahme, aber viel Arbeit
    Zu 5. Eine Behandlung der Brutscheunen ist essentiell, sonst erfüllen sie ihren Zwecke nicht. Ableger sind zu dieser Zeit ja auch schon Jungvölker. Gerade die Winterbehandlung würde ich diesem Konzept nicht weglassen, ausser du machst Behandlungen die du nicht erwähnt hast - oder ich übersehen ...

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Zu 1: small cells sind umstritten. Dann lieber Naturbau. Denn sie wissen was sie tun.
    Zu 2: Das hast du vom Pohl, mit dem ersten Satz Drohnenbrutschneiden. Ich hatte eine angeregte Diskussion mit ihm darüber: meiner Meinung nach Quatsch. Varroa geht in D-Brut, wenn diese in kälteren Zonen ist. Also nützt eine ganze D-Wabe nichts. Ausserdem wärmt gerade die erste D-Brut in den noch kalten Nächten. Zumal bei Naturbau, wo die D-Zellen optimal angeordnet sind. Und zieht sich das Volk infolge extremer Kälterückschläge zusammen, stirbt die D-Brut als erste. = weniger Arbeiterinnenverlust.
    Zu 3: Richtig. und noch viel mehr Vorteile.
    Zu 4: ist ok bei Völkern die nicht schwärmen.
    zu 5: Ableger wirst du keine mehr machen wollen, wenn du Schwärme hast. Die Dynamik eines Schwarmes wird dich überzeugen.


    Honig wirst du insgesamt mehr, nicht weniger haben, falls es dir gelingt alle Schwärme zu fangen. Alternativ bräuchs du nicht mehr einzufüttern. Arbeit gespart!

  • Hallo Chris,


    zu small cells kann ich Dir sagen, mein Pate versucht das seit Jahren! Es funktioniert nicht! Er hat jetzt Mittelwände mit 5,1 mm. Die werden gut ausgebaut. Die kleinern, die ER gerne hätte, haben 4,9 mm. No way! Das wird alles schief und irgendwie zugebaut. Egal ob Schwarm oder Ableger. Jetzt liebäugelt er mit Naturbau. ;o)


    Gruß
    Katrin

  • Hallo Miteinander,
    kleinere Zellen bedingen einen kürzeren Wabenabstand -
    soweit kann man das aus den früheren Diskussionen hier im Forum herauslesen.
    Hallo Chris,
    6) Brutpause mit Umweiselung und evtl. anschließender Behandlung (wenn man danach keine erntefähige Tracht erwartet).
    Das noch als zusätzlichen Punkt.
    Lässt sich gut in die Betriebsweise einbauen und klappt auch sehr gut.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Und was meint ihr, wie stark der Honigertrag darunter "leiden" würde?


    Ich meine, dass dieses Konzept sicher nicht schlecht für die Bienen ist, bis auf die kleinen Zellen, die sind sinnlos.


    Freundliche Grüße
    Friedrich


    P.S. Die schmalen Zellen kriegst du auch, wenn du deinen Bienen nur ganz alte Waben mit vielen Jungfernhäutchen drin lässt.

  • Hallo! Danke für die weiteren Vorschläge. Hat mich auf ein paar mögliche neue Ideen gebracht.


    Lässt man die Small Cells weg und setzt auf Naturbau dann fällt aber auch Punkt 2, also Drohnenscheiden weg. Ich versuchs jetzt nochmal:


    1. Kompletter Naturbau
    2. Anstatt direk schwärmen zu lassen könnte man bei schwarstimmigen Völkern die "Schwarmvorwegnahme" anwenden. Zu künstlicher Schwarmvorwegnahme ein Link zur Erklärung: http://www.schwarmboerse.de/sc…vorweggenommen/index.html Man erhält dadurch einen Schwarm und ein Volk mit einer unbegatteten Königin. Somit bei beiden Völkern eine Brutpause die Varroa hemmt. Beide Völker kann man Ende des Bienen-Jahres mit ApiLife Var behandeln.
    3. Bei den verbleibenden Wirtschaftsvölkern (wieviele das sein sollen kann man durch die wöchentliche Durchsicht auch kontrollieren) hat man die "sichere" Honigernte. Hier wird die totale Bauerneuerung angewandt. Die Brutwaben in die Brutscheune. Die Weiselzellen in der Brutscheune werden gebrochen, die Behandlung erfolgt mit ApiLife Var (zur gleichen Zeit wie die o.g. Völker). Anschließend werden die Brutscheunen aufgelöst und abgekehrt. Die Bienen betteln sich dann ein und verstärken die restlichen Völker.


    Auf die Winterbehandlung wird verzichten. Durch die Schwarmvorwegnahme hat man dann einen Überschuss erhalten um mögliche Winterverluste auszugleichen oder auch Altvölker im nächsten Jahr aufzulösen. Was meint ihr dazu?

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  • Abkehren von Völkern führt meist oft dazu, dass sie wenigen Völkern, oft sogar nur einem zufliegen. Sieht so aus: Bei einem Volk hat Zufliegen der ersten geklappt, also Erfolgsmeldung (Sterzeln) auf der Beutenvorderfront an alle anderen. Eine Gleichverteilung wirst du so nicht erreichen, falls du das willst.
    Gruß Ralph

  • Nein, muss nicht sein. Man könnte sie auch zu verschiedenen Zeiten abkehren, also nicht alle auf einmal.
     
    Da die Brutscheune ohnehin weisellos ist könnte man sie bei schwachen Völkern auch mit den Waben (über Absperrgitter) vereinen, danach die Waben abkehren und einschmelzen. Das ist das wenigste Problem würd ich sagen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von gast70 ()

  • 40 Tage


    vor Trachtende, bei mir so 15. Juli, entweiseln.


    Also....6. Juni entweiseln......9 Tage später,


    15.Juni..... alle Nachschaffungszellen brechen und Eistreifen geben, 12-13 Tage später


    Weiselzellen sichten, eine stehen lassen, die anderen nutzen oder abdrücken.


    Je nach Alter der gegebenen Eier schlüpft die Jungfer zwischen dem 27. und 30. Juni.


    Rechnen wir mal 4 Tage bis zur Brunft und weitere 4 bis zur Eilage....


    8. Juli......8 Tage bis zum Verdeckeln.....14./15. Juli Oxal- oder Milchsäure.


    Vorher natürlich, 12./13. Juli, abschleudern und die unbebrüteten, honigfeuchten Honigwaben


    gegen die alten Schinken im Brutraum tauschen; Pollen- und Randwaben belassen.


    Die nächsten 14 Tage leicht füttern, ca. 1/2 l. tgl.


    Es ist immer wieder erstaunlich wie gut die Brutpause den Völkern tut....die sind friedlich und


    entspannt.....keine quengelnden Maden......Urlaub:lol:


    Geht bei mir in der Standimkerei und mit den Golzbeuten sehr gut.


    Die Methode ist variabel, so könnten die Eistreifen auch nach dem Verdeckeln entfernt


    und eine begattete Kö zugesetzt werden, oder die zuvor entnommene Kö mit ihrem


    behandelten Ableger wird mit dem Volk vereint.


    doc

    Schere das Schaf und töte den Bären. Nie umgekehrt!
    Mongolische Weisheit.