Temperatursturz auf der Alm

  • Hallo Freunde der Biene,


    da das mein erster Beitrag ist möchte ich mich kurz vorstellen:
    Ich habe heuer mit der Imkerei angefangen, habe momentan zwei Völker in einen Weinberg auf ca 700m stehen und ein Volk steht auf 2000 m(Eisacktal-Südtirol). Alle Carnika auf Zandermaß.
    Heute als ich das Almvolk kontrollieren wollte sagte mir ein Hirte, dass es am Morgen auf der Alm nahe meines Volkes -1 Grad gehabt hat!
    Als ich dann am Volk war so um 16:00Uhr hatte es auch nur um die 10° -wenig Flugverkehr und so um die 50 - 100 Bienen die ausserhalb saßen und sich gar nicht oder nur sehr langsam bewegten.
    Ausserdem hatten einige noch Kot am Hinterteil kleben und auch sonst sind an der Beute sehr viele Kotspritzer.


    Muß ich mir nun Sorgen machen oder verkraften die lieben Immlein einen Temperatursturz wie diesen? Es soll jetzt wieder wärmer werden, laut Wetterbericht. Kann ich überhaupt was tun, außer abwandern?


    Grüße
    Hannes

  • Moin, Moin aus Hamburg,
    ich kene mich zwar mit der Imkerei in Deiner Region nicht aus, würde aber auf Nosema tippen.
    Diese bricht immer aus wenn die Umweltbedingungen für das Bienenvolk suboptimal sind. Diese fürhren dann zur Schwächung des Bien. Insbesondere wenn die Faktoren schlechtes Wetter oder Kälteeinbruch zu Hungerperioden führen. Dieses ist in unserer Region ein typisches Problem im Frühjahr. Auch fehlende Wabenhygiene kann die Ursache sein, die wiederum auch durch vorgenannte Faktoren beinflusst wird.


    Erkrankte Biene machen einen ermüdeten Eindruck,sind häufig flugunfähig und weisen einen dicklichen angeschwollenen Hinterleib auf. Sie leiden an Durchfall. Dieser ist an den von Dir beschriebenen Kotspritzern erkennbar. Wie sehen die Kotspuren genau aus ? Durchgehende "Würste" oder eher viele Punkte / Spritzer ? Hast Du eine Tränke in der Nähe? Wassermangel könnte auch ein Problem sein.
    Vielleicht kann hier jemand der das Imkern in Höhenlagen kennt besser helfen.


    Beste Grüße aus dem Norden (6 meter über NN :wink:)


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Danke für die Antwort Daniel,
    die Kotspuren sind schon eher kleine gelbe bis grüne Würstchen. Wasser gibt es auch genug in der Umgebung: ein Bach fließt 20 m weiter vorbei und auf der anderen Seite ist ein kleines Sumpfgebiet.
    Noch was ist vielleicht zu erwähnen: als ich mit diesem Volk vor ca 2 Wochen raufgewandert bin war ziemlich viel Waldhonig im Stock. Ich habe zwar etwas rausgenommen aber ich denke da waren noch ein paar kg drinnen. Könnte das auch, in Verbindung mit einem Kälteeinbruch, zu einer solcher Erkrankung führen?
    Heute ist wieder wärmeres Wetter und ich werde mal vorbeischauen wie es den Patienten geht.


    Grüße
    Hannes

  • Hallo Han,


    was wolltest Du denn dort oben eigentlich mit deinen Bienen?
    Gletscherhonig?
    Was blüht denn da im Moment?
    Ich tippe übrigens auch auf Nosema.
    Pack den Patienten ein und bringe ihn ins Tal, dann ist er innerhalb kurzer Zeit wieder auf dem Damm.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Michael () aus folgendem Grund: "N"

  • Das ist die Rache von Montezuma!
    Ganz normal in diesem Falle.
     
    Ruhig bleiben und Alpenrosenhonig ernten!
     
     
    Zur Erklärung:
    Deine Bienen haben durch den Transport in ein anderes Klima nun mit anderen coli Bakterien zu tun!
    Das Imunsytem des Biens hat nun damit zu arbeiten!
    Sobald Tracht und der Bienenwechsel im Gange sind, wird sich das Problem lösen.
     
    .@Alle:schönes Beispiel für die Globalisierung :cool:

  • kleine gelbe bis grüne Würstchen. Grüße Hannes


     

    Ganz normal in diesem Falle.Ruhig bleiben und Alpenrosenhonig ernten!


    ....ach so sieht Alpenrosenhonig aus :roll: Ich sag ja, da haben wir hier im Norden keine Ahnung von :cool:


    Grüße von der Waterkant
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Vielen Dank erstmal für eure Antworten.


    Ich war jetzt beim "Patienten" und Drohn hat Recht: Sie fliegen wieder sehr fleißig bei heute angenehmen 18° und bringen jede Menge goldgelben Alpenrosen-Pollen ein. Die wenigen Toten Bienen werden von den Waldameisen entsorgt und an den gelben Würstchen (ich hoffe ich habe niemanden den Appetit verdorben) laben sich die Fliegen.
    Der nur mit Mittelwänden bestückte Honigraum ist schon fast voll denn es herrscht momentan beste Trachtverhältnisse im Hochgebirge da dort jetzt quasi Frühling ist: Himbeeren, Alpenrosen und jede Menge Blumen auf den Wiesen!
    Da in dem Grundstück wo meine Bienen stehen weder Vieh weidet noch gemäht wird noch sonst irgendwas gemacht wird, also Natur pur, werde ich wahrscheinlich auch zukünftig diesen Platz anwandern.


    Übrigens super Forum! Habe viel gelernt beim nächtelangen lesen!
    Viele Grüße
    Hannes

  • Himbeeren, Alpenrosen und jede Menge Blumen auf den Wiesen!
    Da in dem Grundstück wo meine Bienen stehen weder Vieh weidet noch gemäht wird noch sonst irgendwas gemacht wird, also Natur pur, werde ich wahrscheinlich auch zukünftig diesen Platz anwandern.Hannes


    .....ja , das hört sich prima an. Leider finden sich kaum Kunden für so etwas. Wenn Du den Honig loswerden willst ......ich würde Dir etwas abnehmen......damit nix umkommt :cool::wink:


    Beste Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • .....ja , das hört sich prima an. Leider finden sich kaum Kunden für so etwas. Wenn Du den Honig loswerden willst ......ich würde Dir etwas abnehmen......damit nix umkommt :cool::wink:


    Beste Grüße aus dem Norden
    Daniel


     
    Dieser, ich nenne ihn mal Almhonig da nicht nur Alpenrose drin ist, war schon bevor ich das Volk raufstellte total ausverkauft! Der Honig ist heissbegehrt und ich musste den Leuten die wie wahnsinnig vorbestellten klarmachen, dass ich nur ein Volk oben habe und dieses keine (voraussichtlich) 300 kg Honig drinne hat.


    lg
    Hannes

  • Hallo Hannes,
     
    da habe ich wieder etwas dazu gelernt.
    Danke dafür.
    Ich wünsche Dir noch recht guten Ertrag da "oben"

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Hannes,


    ich hab auch einen Außenstand in relativ großer Höhe (ca. 900 M), und hab da schon so meine Probleme mit der Temperatur. Auch hier hats im Juni mal 5 Grad am Tag, für den Ertrag ist das nicht grad förderlich.


    Von 2000 Metern würde ich sicher Abstand nehmen, die Temperatruschwankungen sind einfach zu extrem.
    MIt Sicherheit sind Standorte auch tiefer im Tal zu bekommen, auch dort gibt es Waldhonig.

  • Von 2000 Metern würde ich sicher Abstand nehmen, die Temperatruschwankungen sind einfach zu extrem.
    MIt Sicherheit sind Standorte auch tiefer im Tal zu bekommen, auch dort gibt es Waldhonig.


     
    Hallo Günther,
    Waldhonig gibs bei uns auch tiefer im Tal-mir geht es vor allem um die Alpenrose und diese wächst bei uns erst so ab 1800 m. ü. M. Ich lasse die Bienen auch nur noch bis Mitte Juli dort oben. Solche extremen Temperaturstürze gibt es bei uns sehr selten und einen solchen mit -1° am Morgen wird hoffendlich keiner mehr vorkommen.


    lg
    Hannes