Honig geerntet und im Nachhinein festgestellt, dass er wahrscheinlich zu feucht war

  • Hallo,
    habe als Jungimker nun das 2te Mal schon (oder erst) Honig geerntet.
    Haber aber im Nachhinein festgestellt, dass er dieses Mal wahrscheinlich beim Ernten noch zu feucht war, obwohl die Spritzprobe negativ war (also: es spritzte nicht).
    Ein Refraktometer habe ich (noch) nicht.
    Der Abschaum, den ich gestern abnahm, war nun im Vergleich zur ersten Ernte seeehr flüssig. Daher meine Befürchtung, dass ich dieses Mal zu voreilig war...
    Lange Rede... Kann ich – falls er nun wirklich noch zu feucht sein sollte – diesen irgendwie trotzdem als Honig zum Abfüllen verwenden? Wann würde denn die Gärung überhaupt einsetzen? Wenn die Gläser in 4 Wochen leergeputzt sind, wäre eine möglicher Gärungsbeginn in 1 Jahr beispielsweise ja kein Problem. Oder irre ich mich? Oder sollte ich mir nun das Zubehör für Met kaufen? Oder kann ich den Honig wieder den Bienen zurückgeben, dass die sich nochmal drüber hermachen und den ein bissl eindicken?
    Vielen Dank schon Mal für die Beantwortung meine dummer Anfängerfragen. :oops:

  • Wie lieft der Honig aus der Schleuder in das Gefäß? Gab es einen Berg oder ein Loch? Berg oder wenn der Honig wickelt ist es ok. Gibt es ein Loch, dann bedenklich.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hmmm. Berg oder Loch:
    Ich denke weder noch.
    (Ich weiß, das hilft vielleicht nicht: aber es reimt sich)
    Da ist es mir überhaupt erst aufgefallen, dass der Abschaum-Honig sich eben leider nicht aufwickeln lässt...
    Schlimm, oder?

  • Das ist kein Spaß. Trockener Honig faltet sich hin und her beim Auftreten auf trockenen Honig oder bildet einen Kegel. Nasser Honig wird verdrängt und bildet an der Oberfläche ein Loch. Imkerlein, lerne beobachten. Weder noch gibt es nicht.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ...will heißen: Hab schon beobachtet, dass der Honig hier „besser“ floss, als der nach der Rapsblüte, hab aber nicht beobachtet, ob Berg oder Tal sich bildete...
    Is mir schon klar, dass hier kein Spaß gemacht wird.
    Aber danke für den Tipp. Beim nächsten Schleudergang zieh ich auf der Talfahrt die Notbremse und schaffe die ungeschleuderten wieder zu den Völkern...

  • Ein bissl hoffe ich das, denn die Lindenblüte war gerade kurz vorher zu Ende.
    Also sollte ich mir zur Sicherheit noch n Refraktometer zulegen. Oder gibts noch einen anderen „Trick“ zum Sichergehen?

  • Du solltest Dich dringend eines Refraktometers bedienen!


    Alles andere sich Erfahrungen sehr erfahrener Imker. Heißer Rapshonig locht oder schweppert nämlich auch während kalte Robinie trotz 20% türmelt. Als Erfahrener sicht man schon an der Form der Honigtropfen auf den Waben, wo der Wassergehalt liegen wird. Wenn man nämlich schleudert isses ja schon zu spät.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin hast Du eigentlich die besagte Spritzprobe gemacht?


    Reine Neugierde. Das ist was ich immer zu erstmache. Spritz er noch und wie ist der Verdecklungsgrad...
    dann Refraktometer..

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Moin hast Du eigentlich die besagte Spritzprobe gemacht?
    Reine Neugierde. Das ist was ich immer zu erstmache. Spritz er noch und wie ist der Verdecklungsgrad...
    dann Refraktometer..


    Jupp, hatte ich. (Hatte ich, glaub ich, auch geschrieben.) Und es spritzte nicht.
    Verdeckelt war etwa 1/3 bis 1/2...

  • Okay, also danke schonma für die Tipps.
    Aber nochmal zu meinen ursprünglichen Fragen:
    Was kann ich, falls sich´s rausstellt, dass der Honig zu feucht ist, dann mit dem machen?
    Schnell verteilen? Kuchen backen? Einfrieren? Von den Bienen nachbearbeiten lassen? Und wenn letzteres geht, wie? Ich kann ja sicher nicht 30kg in ein Volk schütten... Vielleicht in kleinen Portionen oder mit der Futterzarge?
    Hmm...

  • ....Refraktometer beschaffen ? Ich finde 32 Leute im Raum Dresden(z.B Olli). Da wird Dir sicher jemand eines leihen oder Du fährst einfach mal mit einem Glas Honig vorbei.
    Du könntest einfach auch mal eines bei einem Händler testen :wink: .
    Bei der nächsten Ernte solltest Du dir dort dann aber auch eines bestellen.


    Viel Erfolg
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo,
    habe als Jungimker nun das 2te Mal schon (oder erst) Honig geerntet.
    Haber aber im Nachhinein festgestellt, dass er dieses Mal wahrscheinlich beim Ernten noch zu feucht war, obwohl die Spritzprobe negativ war (also: es spritzte nicht).
    Ein Refraktometer habe ich (noch) nicht.
    Der Abschaum, den ich gestern abnahm, war nun im Vergleich zur ersten Ernte seeehr flüssig.
    (...)


     
    Lieber Robin,
    ich fasse mal zusammen: Der Honig war bis zur Hälfte verdeckelt und die Spritzprobe war negativ. Der einzige Grund, warum Du befürchtest, dass der Honig vielleicht zu feucht sein könnte, ist Deine subjektive Wahrnehmung der Viskosität (im Vergleich zur ersten Ernte, was aber Raps war, der sehr schnell kandiert). Da Du aber noch Anfänger bist, bist Du Dir unsicher, was das jetzt zu bedeuten hat und fragst sicherheitshalber mal nach.


    Nach meiner Erfahrung ist man als Anfänger meistens überbesorgt. Ich würde auf das Gefühl, dass der Honig sehr flüssig ist, alleine nichts geben. Es würde mich sehr wundern, wenn der Wassergehalt zu hoch wäre. Klar, das kann es geben. Aber viel wahrscheinlicher ist es, dass Du mangels Erfahrung die Viskosität des Honigs falsch einschätzt. Mein Rat: geh' einfach davon aus, dass alles OK ist und falls Du die Gelegenheit hast, prüf' mal mit einem Refraktometer eines Bekannten, um Beobachtung und Messwert rückzukoppeln und etwas zu lernen. Ich würde an Deiner Stelle den Honig einfach in Gläser füllen und glücklich und zufrieden mit meinen dreißig Kilo Honig sein.


    Liebe Grüße
    Erhard


    P.S. Ich habe ein Refraktometer und messe nach jeder Ernte. Ich habe aber noch nie zu feuchten Honig gehabt, obwohl er mir manchmal auch ziemlich flüssig bei der Ernte vorkommt.