Anzeigen BAYER in ADIZ/Die Biene

  • Nach der letzten Anzeigenkampagne der Firma BAYER für PERIZIN und BAYVAROL in den o.g. Zeitschriften habe ich überlegt, ob das ein Grund zur außerordentlichen Kündigung meines ABO´s sein könnte.


    Heute nun kam die Ausgabe 7 mit den Leserbriefen zum Thema und der Aussage der Redaktion, dass "Die Verantwortlichkeiten für Anzeigen liegen jedoch beim jeweiligen Inserenten".


    Das war zu viel für mich und ich habe gekündigt. Erst wurde ich darauf verwiesen, dass Kündigungen nur bis 8 Wochen vor Ablauf des bisherigen Bezugszeitraumes möglich seien und Anzeigen grundsätzlich kein Grund für eine außerordentliche Kündigung darstellten.


    Ich habe meine gegenteilige Meinung dargestellt und bin mit der Mitarbeiterin verblieben, dass mein ABO für "Die Bienen" per sofort beendet ist. Vom Verlag wird es keine weiteren Forderungen an mich geben.


    Bitte geht als Leser in Euch, ob wir nicht auch an dieser Stelle die Macht des Verbrauchers nutzen, und den Verlagen klarmachen sollten, dass wir mit den Firmen, die mit ihren chemischen Substanzen unseren Bienen die Lebensgrundlage entziehen, nichts zu tun haben wollen. Zumindest nicht in unserem Fachbereich!


    Gruß
    Raph


    PS: Trotzdem Dank für die kulante Regelung seitens des ABO-Service!

  • Ich habe, zu Beginn meines Interesses für die Bienenhaltung die Zeitschriften "Die Biene", "Bienenjournal", sowie als andere deutschsprachige "Schweizerische Bienenzeitung" und die "Bienen aktuell" aus Österreich abonniert, weil ich mir einen umfassenden Eindruck von der aktuellen Art zu imkern machen wollte.
    Die Österreicher habe ich nach einem Jahr wieder abbestellt. Das was darin stand, war mir zu "tümelnd"...


    "Die Biene" und das "Bienenjournal" habe ich noch parallel, weil mir die erste gestalterisch mehr zusagte und nicht ganz so "bäuerlich" erschien. Auch wenn die meisten aktuellen Veröffentlichungen sowohl im "Bienenjournal", als auch in "Die Biene" fast gleich lautend abgedruckt wurden. Aber man wartet ja manchmal und hofft darauf, dass eine der Beiden sich in eine imkerliche Richtung entwickelt, bei der ich mich wohlfühle...


    Aber die eindeutige Richtung scheint mir zur Zeit die in die Relativierung der imkerlichen Probleme mit der Landwirtschaft zu sein. Auch fehlen mir die wirklich "neuen" Denkansätze und deren Besprechung. Die Bienenkiste und das NBL sowie Mellifera im Allgemeinen sind da schon sehr progressive Veröffentlichungen, aber in Wirklichkeit auch nur "Makulatur", das berühmte Feigenblatt. Die Veröffentlichungen der allseits bekannten "Bienenwissenschaftler" und die immer weiter gehende Verharmlosung der Pestizidproblematik, die Verharmlosung der Auswirkungen der "modernen Landwirtschaft" (siehe Abhandlung zur Pollenversorgung bei intensiver Landwirtschaft im jetzigen Heft der "Biene") und nicht zuletzt die BAYER-Werbekampagne bringen mich zur Erkenntnis, dass mir diese Zeitschriften nichts mehr bringen. Es wird nur alles zum hundertsten Mal durchgekaut und Probleme zum tausendsten Mal relativiert.


    Deshalb auch meine jetzige Reaktion.


    Gruß
    Ralph

  • Hallo Ralph,


    habe der Redaktion auch schon mal den Vorschlag gemacht, doch die Leser abstimmen zu lassen, ob sie die Werbung für die chemische Industrie und dubiose Bienenimporteuere haben wollen oder nen Euro mehr zahlen - nicht möglich wegen Pressefreiheit ...


  •  
    Hallo,
     
    ich halte eine derartige Einstellung für kleinlich und weltfremd. Auch Verlage habe berechtigte Wirtschaftliche Interessen und Printmedien haben in den vergangenen Jahren erhebliche Rückgänge zu verzeichnen gehabt. Schau doch einfach über die Anzeigen hinweg und regt dich über das Wetter auf. :wink:
     
    Gruß Natase

    Imkerei seit 2008 gemeinsam mit meinem Vater (Rentner): Im Jahr 12-15 Wirtschaftvölker - zum Überwintern ca. 30 mit neuen Königinnen

  • Hallo,
     
    ich halte eine derartige Einstellung für kleinlich und weltfremd. Auch Verlage habe berechtigte Wirtschaftliche Interessen und Printmedien haben in den vergangenen Jahren erhebliche Rückgänge zu verzeichnen gehabt. Schau doch einfach über die Anzeigen hinweg und regt dich über das Wetter auf. :wink:
     
    Gruß Natase


     
    Ja, ein Klasse Meinungsäußerung! Nur, dass ich als Leser auch Geld bezahle. Und dafür keine "verunreinigte" Leistungen bekommen möchte. Auf die hohe Qualität lege ich in diesem Metier gar keinen Wert mehr, weil journalistische Arbeit selbst im tagesaktuellen Geschäft schon nicht mehr gefragt ist und bei so "Sparten" wie der Imkerei kaum möglich sein wird...


    Zumal sich ja einige mehr "aufregen". Und das zu Recht!


    rst

  • Zwar haben mich diese Anzeigen auch schon aufgeregt, jedoch weiß ich doch, dass ich die ADIZ abonniert habe, weil mich der fachliche Inhalt interessiert. Zudem weiß ich auch, dass ich niemals eine chemische Keule von BAYER oder Co. benutzen werde, egal wie viel Werbung diese machen.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.


    Mir sind die Anzeigen auch negativ aufgestoßen.


    Aber irgendwie muss sich eine Zeitschrift ja auch finanzieren...stellt Euch vor die schalten großformatige, teure Anzeigen und keiner kauft das Zeug...


    Wir wünschen uns zeitgemäße Artikel, wissenschaftlich fundiert, und optisch ansprechend...
    Wer den teich aussaufen will, muss auch Kröten schlucken...


    Respekt aber, vor Deiner konsequenten Haltung, rst.


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo Ralph, schade.


    Ich bedaure Deine Entscheidung. Mit Deiner Einstellung könnte ich keine Zeitung mehr lesen, von der Süddeutschen über den SPIEGEL zu Literaturen etcetera.
    Für mich gehört die Abbildung gesellschaftlicher Spannungsfelder in einer Zeitschrift zur gelebten Demokratie.
    Auch in ADIZ/biene/Imkerfreund.


    Ein Anti-Anti-Anti-Verlautbarungsorgan würde ICH jedoch abbestellen.


    Beste Grüße, Bienen-Freund

  • Hallo,
    auf jeden Fall wäre das ein Anlass, einen Leserbrief an die Redaktion zu schreiben. Die Redaktion könnte die Anzeige ablehnen, allerdings nur, wenn es eine Zeitung eines "Tendenzbetriebs" wäre (zB Partei, Gewerkschaft, Kirche) und die Anzeige nicht zur Tendenz passt. Ansonsten ist das schwierig. Eine Imkerzeitschrift dürfte kein Tendenzbetrieb sein.
    Leserbriefe oder im Extremfall Abokündigungen helfen der Redaktion zu erkennen, wo die Empfindlichkeiten ihrer Leserschaft liegen.
    Überflüssig und dumm fand ich auch den Beitrag im vergangenen Monat über das Bilden eines Riesen-Kunstschwarms, dessen Gewicht dann auf einem Volksfest geschätzt werden sollte. Geht's noch?
    Leider gibt es keine Alternative aus einem anderen Verlag zu diesen Zeitschriften für Imker. Oder? Wäre für Hinweise dankbar.
    Viele Grüße
    apirita


  • Aber irgendwie muss sich eine Zeitschrift ja auch finanzieren...stellt Euch vor die schalten großformatige, teure Anzeigen und keiner kauft das Zeug...


    Zitat


    Wir wünschen uns zeitgemäße Artikel, wissenschaftlich fundiert, und optisch ansprechend...


    Problem ist, dass diese "guten" Anzeigekunden am ende auch indirekt Einfluss auf den Inhalt nehmen könnten.
    Welche Zeitung schreibt schon irgendwas, dass die Top-Anzeigekunden vergraulen könnte. Bei indirekten Zwängen hört nämlich die Pressefreiheit auf.
    Wer gern weiter lesen will teilt sich ein Abo.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Für mich gehört die Abbildung gesellschaftlicher Spannungsfelder in einer Zeitschrift zur gelebten Demokratie.


     
    Das ich nicht lache..."gelebte Demokratie". Wenn es mal darum geht, demokratisch zu sein und zur Imkerdemo zu gehen oder sich persönlich mit seinem Namen für etwas konstruktiv einzusetzen, sitzen plötzlich alle ganz hinten in der Reihe. Sogar so einfache Dinge wie die tägliche konsequente Verbraucherentscheidung fällt dem werbefinanzierten Konsumenten schwer. Demokratie ist eben das, was die Anderen einem abnehmen. Sehr bequem!


    Gehirnwäsche wird hier als normal dargestellt. Als unnormal, sich diesen Versuchen zu entziehen.


    Ich sehe daher die Entscheidung von Ralph nicht als "Anti"-Entscheidung, sondern als eine Pro-Entscheidung. Ich selbst habe aus diesen und anderen Gründen alle Bienenzeitschriften abbestellt und bin sogar bereit mehr (!) für eine Bienenzeitschrift zu bezahlen, wenn ich von solch unerwünschter "Werbung" verschont bleibe. Wer einmal die Akteure der Konzerne hautnah erlebt hat, der weiß vielleicht, mit wem wir es da zu tun haben. Und der wird auch solche Versuche der Beeinflussung nicht dulden.


    Aus diesen Gründen lese ich auch keine Zeitschriften wie Spiegel, Welt und Co. mehr. Vielmehr lebe ich die Trophallaxis, bei dem der Nektar von Mund zu Mund weitergegeben wird.


    Ich achte den Wert der Zeitschriften und die Arbeit der Journalisten. Ich erachte sie als so wertvoll, daß ich bereit bin für diese Arbeit mehr zu bezahlen und mich für weniger einschlägige Werbung einzusetzen.


    Ich finde es im übrigen gut, wenn Ralph seine Meinung und Beweggründe offen kommuniziert. Das hat viel mehr mit Demokratie zu tun, als resigniertes geistiges Zurücklehnen mit der Einstellung "Ist halt so...".


    Freundliche Grüße
    Bernhard