Ableger - alles in Ordnung?

  • Hallo,


    ich bin der Neue. :) Ich lese hier schon länger mit. Prinzipiell werde ich im Bienenzuchtverein gut betreut, will aber zwischen den Treffen jeden Freitag meinen "Betreuer" nicht nerven, darum frage ich heute mal hier, denn ich bin etwas besorgt:


    Ich habe letzten Donnerstag (also vor 6 Tagen) einen Ableger gemacht. Mich wundern (um nicht zu sagen beunruhigen) jetzt zwei Sachen: Der Ableger fliegt nicht. Ich bin gestern eine halbe Stunde davorgesessen und habe keine einzige Biene fliegen sehen. In den Tagen davor das selbe Spiel. Heute habe ich zwei Bienchen ums Flugloch und schließlich in die Beute fliegen sehen, dann 15 Minuten nichts mehr, dann musste ich leider aufbrechen. Die andere Sache ist die, dass ich unten auf dem Kontrollbrett (oder wie auch immer man das nennt?) Köpfe von toten Bienen finde. Und zwar mit weit herausgestrecktem Rüssel. Gestern und vorgestern so ca. zehn, heute fünf. In meiner Unruhe habe ich gestern sogar den Deckel hochgenommen und reingesehen (sollte man nicht tun, ich weiß). Ich konnte nichts Ungewöhnliches erkennen, die Waben sind gut mit Bienen besetzt, die Bienen sind am Rumwuseln, sie haben schon einige Wachsbrücken zwischen Rähmchen und Abdeckfolie gebaut. In den Honigwaben befindet sich noch Honig (ich sehe ja nur den ganz obersten Teil, aber da ist noch Honig drin).


    Meine Fragen:


    • Muß ich mir Sorgen machen weil der Ableger nicht fliegt? Muttervolk nebenan ist im fraglichen Zeitraum sehr fleißig geflogen.
    • Muss ich mir Sorgen machen wegen der toten Bienen? Einerseits sind ja 5 - 10 anteilsmäßig nicht sooo viel (ich habe keinen Vergleich, im Muttervolk kann ich unten nicht kontrollieren), andererseits beunruhigt mich der herausgestreckte Rüssel.
    • Müßte ich eigentlich den Ableger abgesehen von den zwei Honigwaben die ich ihm gegeben habe füttern? Ich habe mal gelesen, erst wenn die Königin in Eilage geht. Ausserdem finden die Bienen ja generell momentan genug Futter hier (Niederbayern) - wenn sie denn mal vor die Haustüre fliegen.


    Ich beschreibe mal, wie ich den (Brut-)Ableger gemacht habe:


    11.06. 5 Brutwaben von Bienen befreit und in den Honigraum vom Muttervolk verfrachtet.
    16.06. 4 von den Brutwaben (die fünfte habe ich spontan doch dem Muttervolk gelassen) mittig in eine Zarge verfrachtet. Links und rechts davon je eine nicht verdeckelte Honigwabe als Futter. Links und rechts davon mit Mittelwänden aufgefüllt. Die Brut- und Honigwaben waren gut mit Bienen besetzt. Ausserdem habe ich noch versucht, Bienen hinzuzuschütteln, das ist aber eher nicht so gut gelaufen (die sind wie wild rumgeflogen, ich weiß nicht was davon letztlich in der Zarge gelandet ist, ich vermute eher weniger). Mein Imkerpate hat aber gemeint, bei dem was ich an bienenbesetzten Waben in die Zarge gepackt habe, bräuchte ich gar keine Schüttelbienen.
    16.06. abends: Beute vom vorläufigen Platz auf den endgültigen verstellt (damit Flugbienen die mittlerweile wieder zurück im Muttervolk sind nicht in den Ableger zum Räubern fliegen). Bienenkönigin im Zusetzkäfig mit Futterteigverschluss zugesetzt.


    Ach ja, einen hab' ich noch: Vor meinem Muttervolk fliegen "schon immer" vereinzelt so wespenartige Tierchen (ich meine sie sind etwas kleiner und weniger behaart als die Wespen die ich gemeinhin so kenne) rum. Die versuchen auch schonmal, eine tote Biene die vor der Beute rumliegt wegzuzerren. Ich habe bisher nie gesehen, dass die auch nur versucht haben, ins Muttervolk reinzukommen. Allerdings sind sie auch vor dem Ableger zu sehen und ich habe schon gesehen, dass eine in den Ableger rein ist. Dort hat sie aber nicht versucht nach oben zu kommen, sondern hat sich an einer toten Biene die unten lag zu schaffen gemacht. Gefühlsmäßig macht mir das jetzt keine Sorgen, wohler wäre mir aber wenn Ihr mir sagen würdet, dass es sich um irgendein nützliches Tier handelt das Ihr kennt und das meinen Bienen nix tut. :-)

  • Zitat

    (damit Flugbienen die mittlerweile wieder zurück im Muttervolk sind...


    Du hast in dem Ableger keine Flugbienen, deshalb fliegt da nix mein ich.

    Dance like no one is watching, love like you'll never be hurt, sing like no one is listening and live like it's heaven on earth. Osho

  • Hallo,


    zum Thema Flugbienen: Dass die anfangs keine Flugbienen hatten habe ich mir auch gedacht. Nur ich habe gedacht die sind dann flexibel und werden nach ein paar Tagen zu Flugbienen, auch wenn sie "laut Plan" erst nach ein paar Tagen Flugbienen geworden wären, allein aus der Notwendigkeit heraus, dass sie mal Wasser brauchen. Verdursten die nicht? Ich habe zwar eine der Mittelwände mit Wasser eingesprüht, aber das dürfte ja auch nach 6 Tagen mal weg sein? Mir fehlt hier einfach die Erfahrung, ob es normal ist, dass ein Ableger 6 Tage nicht fliegt.


    Hermann : Die Königin habe ich am 16.06. abends zugesetzt, das hast Du vermutlich in meinem Roman überlesen. :)

  • Schätze, sie fliegen, wenn es an der Zeit ist. Ich würde mich entspannen und den Dingen ihren Lauf lassen.

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  • Hallo,
    Hermann : Die Königin habe ich am 16.06. abends zugesetzt, das hast Du vermutlich in meinem Roman überlesen. :)


     
    Ja leider, trotz mehrmaliger Nachsuche, bin halt auch keine 20 mehr.:oops:
    Mach Dir keine Gedanken, wenn die es nötig haben dann fliegen sie schon und wegen ein paar toter Bienen würd ich auch nicht nervös werden.
    Gruß Hermann

  • Hallo MiKa!


    Das ist nicht in Ordnung!
    DREI Kilometer Abstand sollten es sein.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • luffi : Das kann man wohl so pauschal nicht sagen. Zum Einen haben wir am Lehrbienenstand den Ableger ohne den Abstand gemacht, zum Anderen kann man auch in verschiedensten Büchern nachlesen dass der Abstand nicht zwingend notwendig ist. Es klappt also generell auch ohne den Abstand. Trotzdem glaube ich wäre wohl mit Abstand besser. Ich hätte es auch mit Abstand gemacht, hätte ich die Möglichkeit gehabt. Hatte ich aber - mit vertretbarem Aufwand - nicht.


    Günther : Jawohl, soweit klar. Ich dachte nur, dass die viel schneller "nachgebildet" würden. Aber wenn ich lese was Ihr so schreibt, ist das wohl nicht der Fall und ich muß mich einfach noch etwas in Geduld üben.

  • Hallo MiKa,
    da waren Luffi und Günther B. schneller.
    Ableger nach Möglichkeit nicht am selben Standort aufstellen.
    Wenn man sie macht (Anfänger sollten sich lieber mit dem Schwärmen vertraut machen und erstmal so ihre Völkerzahlen aufstocken), dann außerhalb des Flugkreises, also mind. drei Kilometer entfernt, aufsrellen.
    Wenn man sie nur mit Jungbienen oder Honigraumbienen bildet, Futter nicht vergessen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Jawohl, das nächste Mal werde ich den Abstand einhalten, erscheint mir mittlerweile generell sinnvoller, selbst wenn's auch anders geht.


    Heute sind sie übrigens endlich geflogen, und das bei größtem Regenwetter. Zwar nur ganz wenige, aber immerhin.


    Was meinst Du mit "mit dem Schwärmen vertraut machen"? Die Bienen schwärmen lassen und sie dann wieder fangen? Schwierige Sache. Habe ich unbeabsichtigt gemacht (also das Schwärmen lassen), mit dem Fangen hat's dann aber gehapert. Wenn die dann nämlich in 10m Höhe aufm Obstbaum sitzen und (nach letzem Lösungsansatz Ast-Abschneiden) sich unauffindbar in den Wald verziehen ist den Bienen und mir nicht geholfen. :-)


    Muss ich jetzt eigentlich den Ableger füttern, wenn es noch Tracht gibt? Also abgesehen von den zwei Honigwaben die ich ihm anfangs gegeben habe?

  • Freut mich für dich! Das Warten hat nun ein Ende:Biene:

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