Stockwaage Eigenbau

  • Hallo Bastlerfreunde,


    hier findet ihr Fotos von meiner billigen Eigenbau-Stockwaage:


    http://www.flickr.com/photos/3…3/sets/72157626878821949/


    Material:


    - elektronische Personenwaage billigster Art (meine stammt vom Hofer/Aldi)
    - Stab der Länge 1m, möglichst steif
    - Kunststoffgehäuse passender Größe
    - einige Metallfilmwiderstände 1%
    - ein Taster
    - Kleinmaterial (Schrauben, Kabel, ...)


    Meine Waage hatte eine Anzeigeeinheit (inklusive Batterie und Elektronik) und vier Drucksensoren. Jeder Sensor war mit 3 Drähten angeschlossen und die Anzeige zeigte die Summe der vier Messwerte. Da ich nur einen Sensor verwenden wollte, ersetzte ich die anderen durch jeweils 2 Widerstände (10k in diesem Fall, wahrscheinlich ist der Wert bei anderen Waagen gleich, bitte vorher messen!). Die Anzeigeeinheit habe ich etwas zurechtgesägt und in ein Gehäuse passender Größe eingebaut.


    Auf der Platine war auch ein Bewegungssensor (zum Einschalten der Waage durch antippen), diesen habe ich durch einen Taster ersetzt.


    Zuerst hatte ich den Sensor fest am Stab befestigt und so beim Anheben der Beute gemessen. Das hat aber nicht richtig funktioniert, es ergaben sich stark schwankende Werte. Daher wird jetzt die Beute auf den Sensor abgesenkt.


    Beim Messen zeigt die Waage ca. das halbe Gewicht der Beute an, da deren Schwerpunkt etwa in der Mitte zwischen Vorderkante und Sensor liegt.


    Der Sensor ist auf einem Holzklötzchen geeigneter Dicke montiert, sodass die Beute nach dem Absenken auf dieser Seite nur auf dem Sensor aufliegt. Das funktioniert am besten, wenn alle Böden die gleichen Maße haben und auch der Abstand der beiden Auflagebalken überall gleich ist.


    Damit der Sensor nicht immer am Kabel baumelt, kann man ihn auf den Stab stecken (8mm-Holzdübel und Loch).


    Sehr genau ist da Ganze nicht, aber zum Feststellen der Tracht und Vergleichen einzelner Völker vollkommen ausreichend.


    Liebe Grüße,


    Gerhard

  • Hallo,


    gestern habe ich beim Hofer (vulgo Aldi) wieder so eine Waage im Angebot um € 7,99 gesehen, sofort zugeschlagen und daraus eine weitere Stockwaage (MK II), diesmal für meinen Imker-Freund und Paten gebaut. Die Bilder mit allen Details findet ihr am oben angegebenen Ort.


    Diesmal ging es noch einfacher:
    Neues Gehäuse habe ich keines gebraucht, ich habe gleich das an der Waage unten aufgeklebte verwendet.
    Der Taster entfiel, da die Anzeige bei Belastung automatisch anspringt.
    Durch Verwendung von zwei Sensoren übereinander zeigt die Wagge den doppelten Wert an, womit das multiplizieren des angezeigten Wertes mal 2 entfällt.


    Das Zerlegen der Personenwaage war sehr einfach: Alle Teile sind unten auf der Glasplatte angeklebt und lassen sich durch vorsichtiges Abheben mit einem Messer ganz gut ohne Beschädigung lösen.


    Meine erste Waage hat sich bis jetzt sehr gut bewährt. In den letzten Wochen habe ich fast täglich meine 6 Völker gewogen, wofür jeweils nur einige Minuten erforderlich sind. Der größte Zuwachs war am 5.Juli mit 16,2kg (alle zusammen), wobei das fleißigste Volk heuer interessanterweise ein Schwarm vom 6.Mai ist.


    Grüße,


    Gerhard

  • Sehr schöne Sache ist das. Vorallendingen wenn man sich überlegt, was für ein Gezerre und Gemehre das mit einer Obstwage jedesmal ist. Dummerweise funktioniert das bei den Dadantböden von Weber wohl nicht :(


    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • ...Dummerweise funktioniert das bei den Dadantböden von Weber wohl nicht :(


    Olli


    Bist du da sicher, Olli? Wenn deine Böden auf zwei parallelen Balken sitzen, hinten einige cm Spazi ist und die hintere Seite des Bodens so stabil ist, dass sie in der Mitte das Gesamtgewicht tragen kann, sollte das wohl funktionieren. Notfalls erweiterst du den Boden durch anschrauben von ein paar Brettchen oder Leisten.


    Grüße,


    Gerhard

  • Leute, ich fürchte, MK II war ein Flop. Im Prinzip funktioniert sie schon, aber mit den Werten kann man nicht viel anfangen:


    69,5 / 68,1 / 65,1 / 65,1 / 68,2 / 65,6 / ... bei hintereinanderliegenden Messungen derselben Beute.


    Da funktioniert wohl die automatische Nullstellung nicht. Jetzt weiß ich auch, warum der Hofer die Waage von € 9,99 auf 7,99 reduziert hat ... :evil:


    Gerhard

  • jo und ich weiß warum so manche Stockwaage sehr viel Geld kosten.


    Aber ich habe es noch nie bereut!


    Ich glaube so eine richtige Stockwaage ist die rentierlichste Anschaffung an Geräten überhaupt.


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Ich glaube so eine richtige Stockwaage ist die rentierlichste Anschaffung an Geräten überhaupt.

    ... auf jeden Fall für's Brüderchen? :cool: :wink:


    Ich hätte auch gern eine. Kannse mir aber nicht leisten. Deshaln mach ich mit der Tchibo-Kofferwaage rum. Geht. Zwingt mich aber immer Vor-Ort und zur Notation.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Jo Henry das kannste jetzt sehen wie du willst. Ich habe sie jedenfalls nicht geschenkt bekommen.


    Schon Jahre davor gabs für 2700 DM eine sogenannte Obermüllerwaage. Von denen hatte ich mir 2 Stück hintereinander gekauft.


    Die erste hatte mir noch im selben Jahr ihr Geld zurück gebracht!


    Hätte der Obermüller seine Waagen weiter hin gebaut, dann hätte ich seiner Zeit noch mehr eingekauft. Jo so kam was kommen musste.


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Jo Henry das kannste jetzt sehen wie du willst. Ich habe sie jedenfalls nicht geschenkt bekommen.

    Ich krieg' sie leider auch nicht geschenkt. Doch ich weiß wie gut die sind. Das ist ja das Problem. Eigentlich brauchte man unter jeder Beute eine. Oder hätte eine gern da oder so.


    Ich hab' auch nix dagegen, wenn man die Dinge beim Namen nennt. Die capaz ist ja nicht nur gut, weil sie mit Dir irgendwie blutsverwandt ist. Oder doch. D:


    Leider taugt sie für die Massenwiegung vieler Völker im Schnelldurchgang nicht. Zumindest nicht eine.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
    doch, das geht schon.
    Beuten mit Hebevorrichtung, dann Waage drunterfahren (vielleicht mit Schienen quer unter der Beutenreihe?),
    Beute absenken und wiegen.
    Dürfte für einen Bastler nicht schwierig sein.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Also ich weiß nicht ob Massenwiegungen dich so deutlich nach vorne bringen.


    mir reicht es wenn an jedem Bienenplatz eine unter dem besten Volk ist.


    Dann noch eins oder zwei für die Spionage wo es weiter geht. Das reicht vollkommen. Zu mindest für mich.


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Also ich weiß nicht ob Massenwiegungen dich so deutlich nach vorne bringen.


    mir reicht es wenn an jedem Bienenplatz eine unter dem besten Volk ist.


    Dann noch eins oder zwei für die Spionage wo es weiter geht. Das reicht vollkommen. Zu mindest für mich.


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo,


    hier eine neue Anleitung für Bastelfreunde mit Elektronik-Erfahrung:


    http://www.flickr.com/photos/3…3/sets/72157629909990095/


    Die aktuellen billigen Personenwaagen verfügen anscheinend über keine manuelle Nullstellung mehr. Ich habe auf der zuletzt bei MkII verwendeten Platine lange gesucht aber nichts gefunden; diese Waagen schalten sich ein, wenn man draufsteigt, wie da die Nullstellung funktioniert, ist mir unbegreiflich.
    Ich habe daher mit einigen billigen Bauteilen (das meiste von Neuhold-Elektronik) die ganze Elektronik selbst gebaut:
    Panelmeter 4,95
    Li-Ion-Akku 1,50
    LT1615 2,95 (5 Stk)
    INA126 3,12 (von RS-Components)
    Gehäuse 1,95
    der Rest aus meiner Bastelkiste


    Da das Billig-Panelmeter 9V braucht (es gibt auch teurere die mit weniger auskommen), habe ich einen Li-Ion-Akku (3,7V) + Spannungswandler verwendet. Einfacher gehts mit 9V-Batterie oder Akku (der Stromverbrauch ist nur einige mA).


    Der Nullpunkt hat leider eine starke Temperaturdrift, die teilweise vom Sensor, teilweise von der Elektronik stammt, daher kommt man ohne manuelle Nullstellung nicht aus.


    Das Prinzip mit dem Stock hat sich sehr bewährt, das Wiegen meiner (derzeit 5) Völker braucht nur wenige Minuten. Ich mache das momentan alle paar Tage, man lernt daraus nicht nur viel über die Tracht-Situation sondern auch über den Zustand der einzelnen Völker.


    Grüße,


    Gerhard

  • Hallo Gerhard, das ist sehr interessant! An anderer Stelle


    "Projekt 'erschwingliche Stockwaage'"
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=20039


    "Die neue Generation der Stockwaagen?"
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=29014


    wird über Funkwaagen diskutiert, die den Vorteil haben, dass man auch aus der Ferne seine Bienen "beobachten" kann. Meinst du ein normaler Drucksensor einer "Hofer-/Aldi-Waage" ist für so eine Dauerbelastung geeignet? Was passiert etwa, wenn du 1h / 1 Tag / 1 Woche die Waage mit dem selben Gewicht belastest?


    Was liefert denn der Drucksensor? Vermutlich keine kg oder 1/2 kg Werte? Hast du den selbst mit entsprechenden Widerständen "kalibriert"?


    Danke für die Fotos und Danke fürs teilen! :-)