Aufstellen von Bienenvolk im Feld, Wald, Straßenrand- ausserhalb des eigenen Geländes

  • Wo kann ich nachlesen ( welche Rechtsbestimmungen regeln dies?) ob und unter welchen Bedingungen das Aufstellen eines Volkes
    a u s s e r h a l b des jeweils eigenen Geländes erlaubt, bzw. verboten ist?


    Es geht mir nicht um " Anstandsfragen" ( dass man einen Grundeigentümer anständig um Erlaubnis fragt, versteht sich vn selbst, - wenn man diesen denn kennt.).


    Sondern um die rein formalen Bestimmungen. Beispiel:
    Ich befuhr heute eine Kreisstraße, die links und rechts von Linden, die derzeit blühen, bestanden ist. Hinter der Allee schließen sich Rapsfelder an, die jetzt natürlich nicht mehr blühen. Zwischen den Feldern und der Allee befindet sich ein brachliegender Streifen.


    oder:


    Zwischen Straßenrand und eingezäunter Kiesgrube liegt ein etwa 20 m breiter Streifen, Eigentumsverhältnisse unbekannt.


    Weil bei uns ja eigentlich alles irgendwo irgendwie rechtlich geregelt ist, doch sicher auch die Frage des Aufstellens?

  • Hallo,


    leider geht aus dem Profil gar nichts hervor, daher kann man auch keine genauen Angaben machen.


    z.B. hier steht was Interessantes.http://www.llh-hessen.de/compo…ufstellunginhessen51.html
    Aber das dürfte je nach Bundesland und Gemeinde verschieden sein. Ich würde mich hier von der Gemeindeebene schrittweise nach oben fragen.
    Gemeinden haben meist sogar wohlwollendes Interesse an Bienenaufstellung und wenn Brachflächen ihnen gehören, dann weisen sie auch Standplätze zu.


    Viel Erfolg


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo du Vogel,
    die Eigentumsverhältnisse lassen sich gut auf dem Katasteramt klären. Wenn Du z.B. auf einem Google-Maps-Ausdruck das betreffende Gelände einzeichnest und damit zum Katasteramt gehst, dann können die Beamten dort dir sagen, wer der Grundstücksbesitzer ist. Die Wege und meist auch die Seitenstreifen gehören meist der Gemeinde, wo es üblicherweise eine Liegenschaftsabteilung gibt. Oder sie gehören zur LPG oder zu dem Bauern, der das Feld bearbeitet. Es gibt in Deutschland wohl sehr wenig Grundstücke, deren Besitzverhältnisse unklar sind, laufende Gerichtverfahren jetzt mal ausgenommen.
    Es ist sehr verlockend, wenn man an diesen Standorten vorbei fährt. Aber Vorsicht, für alle Anderen, für Diebesgesindel und besoffene Vollidioten eben auch, und der Abtransport funzt ja auch ganz toll an diesen Stellen.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der das schon öfters gemacht hat, Google-Maps - Katasteramt - Bürgermeisterin - Neuer Stand

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • ...für alle Anderen, für Diebesgesindel und besoffene Vollidioten eben auch, und der Abtransport funzt ja auch ganz toll an diesen Stellen.


    Von wegen besoffene Vollidioten...
    Das ist Sport!
    Daher der Begriff "Abtran-sport".:cool:



    Moin übrigens...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo,


    je nachdem in welchem Bundesland Du Dich befindest, gibt es online-Viewer, die z.T. sogar eine Flurstückskarte mit Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer anzeigen mit der Du dann beim Liegenschaftsamt anfragen kannst (z.B. Hessen, Brandenburg, Thüringen, andere Bundesländer stellen sich leider ziemlich mit der Datenherausgabe an). Ansonsten kann man noch nach den "Feldblockfindern" der Landwirtschaftskammer suchen. Da würde man dann sehen, ob das Grundstück als Feldblock genutzt wird. Wegegrundstücke (Feldwege und kleine Straßen) sind meistens im Eigentum der Gemeinden und haben eine Breite von 9-11 m, wobei die Seitenstreifen oft von den Landwirten einfach mit bestellt werden, ohne dass sie die gepachtet haben*.


    Gruß, Henrike


    *) hier sehe ich übrigens eine Riesenchance für die Bienen: die Gemeinden müssten nur mal darauf bestehen, dass ihre Wegeflurstücke auf voller Breite frei bleiben, dann hätten wir auch wieder ganz viele "Ackerrandstreifen". Und beschweren könnte sich auch niemand, da die Nutzung bislang ja ohne Pacht erfolgte... aber das ist ein anderes Thema, in einem anderen Fred, zu einer anderen Zeit...:cool:

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.


  •  
    @ all , ist ganz einfach . Zum nächsten Haus gehen . Fragen wem das Grundstück gehört und ob man dort Bienen hinstellen darf . So habe ich an einem Nachmittag 3 neue Standplätze bekommen .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Moin, moin,


    mir sagt das Katasteramt in Kiel, dass es mir keine Auskünfte geben dürfe, Datenschutz. Höchstens könne es ein Anschreiben an den Besitzer weiterleiten. Ob dieses Verfahren förderlich ist, wage ich zu bezweifeln.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Danke erstmal an alle, die mir antworteten.
    Nun ist es aber so, dass ich weniger danach fragen wollte, w i e man Auskünfte darüber erhält, wer Grundstückseigentümer ist ( das ist ja auch gar nicht so problematisch innerhalb einer Stadt, acuh Straßen sind ja als Gemeinde, - Kreis- und sw. - Bundesstraßen ausgewiesen.
    Aber ich suche nach den rechtlichen Grundlagen:
    Noch einmal:nehmen wir an: Aufstellen eines Bienensandes in einem Waldgebiet, - gibt es so etwas wie einen Rechtsanspruch darauf, dort aufstellen zu dürfen?
    Ein erfahrener Imker sagte mir: Das sei so geregelt, wie das Treiben vn Schafherden.
    Wenn ein Landwirt beispielsweise nicht wolle, dass die Herde über seine ( nicht bestandene ) Weide getrieben wird, stelle dieser einen Stock mit Tuch auf, ohne dies gelte grundsätzlich eine entsprechene Befugnis.
    Mit Bienen sei dies genau so.
    Auch in jedem Wald dürfe aufgestellt werden, es handele sich dabei um seher alte Gewohnheitsrechte.
    Ich bin da skeptisch und deshalb meine Frage.


    Auch denke ich, dass womöglich seuchenrechtliche Aspekte eine Rolle spielen?

  • Hallo Werner Vogel,
    das aufstellen von Bienenvölker setzt immer und überall das Einverständnis des Grundbesitzers voraus. Egal ob Privat, Gemeinde, Land oder Bund. Es gibt hier kein Gewohnheitsrecht. Seuchenrechtlich ist ein gültiges Gesundheizszeugnis nach der Bienenseuchenverordnung erforderlich. Bei wem dies abzugeben, vorzulegen etc. ist hängt ist von Bundesland zu Bundesland verschieden.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Moin,
    natürlich hat der Eisvogel Recht, und das gilt ganz natürlich auch, wenn jetzt nicht ausdrücklich ein Paragraph dazu genannt wird. Die Eigentumsrechte, auf die wir hier so stolz sein können, und die eine der Grundlagen unseres Zusammenlebens bilden. Mein Eigentum, meine Erlaubnis, oder eben nicht.
    Mit den Katasterämtern ist das so eine Sache. Theoretisch hieß es früher kann nur ein Berechtigter die Auskünfte erhalten, und das waren erst mal die Besitzer und dann auch Architekten oder Vermesser, die ein berufliches Interesse daran hatten. Wenn man drüber nachdenkt, hat ja auch ein Imker ein begründetes Interessen an diesen Angaben. Bisweilen, und das kann von Amt zu Amt unterschiedlich sein, bekommt man den Namen wohl gesagt, oder kann ihn ablesen und aufschreiben, aber man bekommt ihn nicht schriftlich vom Amt. Wieder mal eine sehr pragmatische Ost-Zwischenlösung. Aber es funktioniert.
    Zu dem Gesundheitszeugnis, das ist ebenfalls so eine Sache. Soweit ich weiß, gilt, jedenfalls in unserer Gegend keine Gesundheitszeugnispflicht beim Erwerb, Verkauf oder Aufstellen von Völkern auf dem eigenen Stand. Lediglich zum Einwandern in einen anderen Kreis, muss man den haben. Bei uns braucht man das Gesundheitszeugnis also erst, wenn man mit seinen Bienen auswandert aus dem Kreis. Für das Bestücken meines "Heimatstandes" brauche ich das nicht.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der sich demnächst bei den Honigzargen vom Vogel bedient, weil er jetzt auf die schnelle nicht weiß, wo steht, dass das verboten ist

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Moin,
    Bei uns braucht man das Gesundheitszeugnis also erst, wenn man mit seinen Bienen auswandert aus dem Kreis. Für das Bestücken meines "Heimatstandes" brauche ich das nicht.
    Viele Grüße


    Hallo Bienenköniggibmirhonig , wenn dazu Bienen aus einem anderen Kreisgebiet eingefürt werden brauchst Du es auch .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Siehste mal,
    schon wieder was dazugelernt. Werd ich gelch den Vet.-Ämtern von Bitterfeld und dem Saalkreis weitersagen, hat mich nähmlich keiner danach gefragt. Und im Imkerverein bei der Anmeldung auch nicht?
    Viele Grüße
    Wolfgang, der hofft, dass seine neuen Schwärme diese Regel auch kennen und sich an die Kreisgrenzen gehalten haben.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Zusammen,
    sehr kooperativ sind die Forstämter.
    Dort würde ich nachfragen.
    Ein Gewohnheitsrecht ähnlich wie hier erwähnt zum Aufstellen der Bienenvölker kenne ich nicht.
    Mit dem Auftreiben von Schafen ist das auch so eine Sache:
    Damit ist eine Wiese, die man sonst nicht nutzt, plötzlich wieder landwirtschaftliche Fläche.
    Irgendwie ist mir dazu ein Fall in Erinnerung, wo so ein Ereignis zu einer Nachzahlung bei der LBG geführt hat...
    Gesundheitszeugnis:
    wir hatten (haben?) einen Kreisvorsitzenden, der sogar eines verlangen wollte oder verlangt hat,
    wenn du deine Bienen auf die andere Seite des Hauses stellen wolltest.
    Auch wenn man es nicht unbedingt bräuchte, würde ich eine Kopie am Stand anbringen.
    Die Geschichte "Wanderwart" kann man vergessen.
    Ist eh nur eine Art "Selbstschutz" von den dort ansässigen Imkervereinen.
    Noch wichtig: Schutzgebiete von anerkannten Belegstellen.
    Katasteramt: bei uns (NRW) erhälst Du dort Auskunft, meiner Erfahrung nach.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.