Was tun mit kleinen Schwärmen?

  • Hallo,


    heute habe ich meine 10. Schwarmmeldung bekommen (habe aber nicht alle 10 gefangen, außerdem einige verschenkt). Ein Hotel in der Gegend hatte letzte Woche deren Bericht nach einen sehr großen Schwarm an einem Baum auf ihrem Parkplatz. Diesen Riesenschwarm hat sich irgendein mir unbekannter Imker geholt. Ich bekam erst am nächsten Tag bescheid, als im gleichen Baum erneut ein - deutlich kleinerer - Schwarm hing. Die Leute vermuteten, dass das die Restbienen des ersten Schwarmes wären, aber es war eine schön kompakte, leider ziemlich kleine Traube in einem Wipfelzweig. (ich bin vom Dach des Nachbarhauses aus ran.) Bisher keine Stifte, aber dafür wäre es vermutlich auch noch zu früh.


    Heute kam erneut ein Anruf - es saß wieder ein Schwärmchen im Baum. Leider nicht als Traube am Zweig, sondern in einer Astgabel. Es war nicht lustig, das bei Sturmböen da rauszuholen, die Bienen waren sehr unleidlich. So viel wurde ich noch nie bei einer Aktion gestochen.
    Nun sitzen sie erstmal in einem Schuhkarton, den sie vermutlich nichtmal zu einem Viertel füllen. Was mache ich jetzt damit? Begattungskästchen habe ich nicht. Was passiert, wenn man eine so kleine Menge Bienen in eine normale Zarge füllt? Die meisten Imker sind ja immer sehr darauf bedacht, dass der Raum zur Bienenmenge passt, aber mir ist noch nicht ganz klar warum das so wichtig ist. Angeblich heizen die Bienen doch im wesentlichen die Wabe auf der sie sitzen und nicht den ganzen Raum.


    Und woanders zugeben? Habe etwas von Zeitungspapier auf ein Volk gehört, Leerzarge drauf und Schwärmchen dazu? Aber ein Altimker, den ich heute sprach, meinte, man könnte die auch einfach zu einem Volk zuschütten, das gäbe nur ein kurzes Gerangel, aber kein Massaker.
    Ich hätte da noch den am 11.05. von mir gefangenen aber leider offenbar nur drohnenbrütigen Schwarm, einen missglückten Ableger meines Nachbarn, und evtl. einen kleinen Rest eines Schwarmes (vermutlich weisellos) in einem Schornstein, der möglicherweise mittlerweile in die Beute gezogen ist, die ich darüber gestellt habe (muss morgen nachsehen). Ich scheue mich, das neue Schwärmchen einfach zu einem davon dazuzuschütten, aber falls es doch ginge, könnte das vielleicht helfen?


    Grüße,
    Robert


    Edit: dieser Beitrag sollte eigentlich unter 'Juni' erscheinen, könnte ihn vielleicht ein Mod verschieben?

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  • Hallo Robert,


    hast Du schon ein kleines Volk mit einer legenden Weisel?
    Wenn ja, kannst Du kleine Schwärme (ohne Königin und ohne Drohenmütterchen) entweder über die Zeitungsmethode vereinigen oder einfach vor das Flugloch (mit Brett) kippen in welches sie rein sollen. Vorher dem auszuschlagenden Schwarm ordentlich Rauch geben und warten bis sie sich vollgesaugt haben.
    Ich hab beides ausprobiert. Funktioniert ohne Probleme.


    Gruß
    Katrin

  • Hallo Robert,


    was Du hier so aufzählst, hast Du jede Menge Winzlinge. Ich weiß nicht wie viele Völker Du überhaupt hast, aber die Schwächlinge, der Missglückte Ableger usw. sollten so schnell als möglich zusammengefügt werden (KS) und wenn nötig mit einer legenden Weisel versehen werden.


    Ehe man sichs versieht werden die Tage wieder kürzer und der Bautrieb nimmt ab.


    Schwächlinge (1/4 Schuhschachtel) bringen außer Arbeit nur Ärger.

  • Hallo,


    danke Katrin, danke Günther, Situation ist doch besser als gedacht: der vermeintliche Schornsteinschwarmrest hat sich heute morgen als fetter Schwarm in und unter der Zarge die ich auf den Schornstein gestellt habe entpuppt. Offenbar ist da noch nachträglich ein 'richtiger' Schwarm angekommen.


    Im vermeintlich drohnenbrütigen Volk habe ich heute nachmittag die zugesetzte (und inzwischen verloren geglaubte) Weisel gesichtet, und sie scheint ordentlich zu stiften.


    Dem missglückten Ableger meines Nachbarn habe ich einen kleinen Schwarm zugeführt, und den Minischwarm von gestern abend habe ich in einer Zarge mit einem anderen Minivolk untergebracht, noch unterteilt, evtl. vereinige ich sie später.


    Trotzdem bin ich noch an einer detaillierten Aufstellung von verschiedenen Zusetz- und Vereinigungsmethoden in Abhängigkeit von Jahreszeit und in Abhängigkeit von Weiselzustand (begattet, unbegattet, Weiselzelle, weisellos...) interessiert. Hat da jemand einen Literaturtipp?


    Grüße,
    Robert


  • Ja, einmal habe ich es schon durchgelesen. Das Buch ("Phänomen Honigbiene" von Jürgen Tautz) ist empfehlenswert, aber für spezifische imkerliche Fragestellungen völlig ungeeignet. Es geht darin ja tatsächlich fast nur um den Superorganismus Bienenvolk einerseits und die einzelnen Bienen andererseits, aber kaum um imkerliche Fragen. (obwohl man sich natürlich auch einige Dinge für die Imkerei ableiten kann)
    Jedenfalls habe ich es so in Erinnerung. Mein Buch ist z.Zt. noch an jemand anders ausgeliehen, wenn ich es zurückhabe werde ich es mir nocheinmal vornehmen.


    Grüße,
    Robert