Ursachen des Juckreiz bei Bienenstichen und Behandlung?

  • Hallo,


    beim Schwarmfang und auch beim Abkehren von Honigwaben habe ich mir in letzter Zeit eine Menge Bienenstiche eingehandelt. (Schwärme mögen ja im allgemeinen friedlich sein, aber wenn man so wie heute bei Sturmböhen und Nieselregen von der Leiter aus den Schwarm mehrfach aus einer Astgabel bzw. vom Baumstamm fegt, dann wäre Schutzkleidung doch manchmal angebracht...)


    Ich weiß, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Stiche reagieren. Bei mir sieht es so aus: der Schmerz ist von Biene zu Biene sehr unterschiedlich, lässt aber recht schnell nach. Die Stiche sind dann erstmal oft kaum zu sehen. Nach einigen Stunden beginnt der Juckreiz, nach einem Tag die Schwellung mit leichter Rötung. Die Schwellung ist im Vergleich zu anderen Leuten nicht allzu stark, nur an den Fingern unangenehm. Der Juckreiz ist stark, erstreckt sich über die gesamte Schwellung und dauert eine Woche an.


    Zunächst mal: dieser Juckreiz samt Schwellung und Rötung ist doch eine eine durch Histamin vermittelte Reaktion, oder? Ich dachte, dann müssten Antihistaminika (bspw. Ceterizin bzw. Loratidin, normalerweise für Pollenallergiker) wirken, und ich bin auch nicht der erste, der das annimmt. Allerdings hat es bei mir bisher überhaupt nichts gebracht. Sind hier vielleicht andere Histamin-Rezeptoren verantwortlich?
    Hat jemand von Euch vielleicht Zugang zu dieser Veröffentlichung: "Beeinflussung der Bienenstichverletzung durch Antihistamine" von Herbert Geske und Fritz Jung oder anderen Artikeln dazu?


    Nächster Versuch: Fenistil-Gel (Wirkstoff Dimetinden). Hilft auch nicht, es sei denn ich trage es alle zwei Minuten erneut auf. Also zur Apotheke gegangen und die Expertin gefragt: da Fenistil mir nicht geholfen hat, hat sie mir eine Hydrocortisonsalbe verkauft. Auch das hat bisher nicht wirklich gegen den Juckreiz geholfen. (oder dauert es mehr als drei Anwendungen, bis die Wirkung einsetzt?)


    Ist es bei Euch auch so, dass sie der Juckreiz nach Bienenstichen dermaßen hartnäckig jeder medikamentösen oder auch sonstigen Behandlung widersetzt? Ach ja: einen Stichheiler ('Bite away') habe ich ebenfalls, hat es bisher auch nicht gebracht, selbst dann nicht, wenn zeitnah nach dem Stich eingesetzt.


    Grüße,
    Robert

  • Habe auch gerade heute wieder 2 Stiche kassiert.
    Die lange Juckerei hintendran nervt.
    Vorgestern hat mich eine erwischt (zwischen Daumen und Zeigefinger).
    Zufällig stand ich neben einer Dachwurz.
    Habe mal gehört, daß sie ähnliche Wirkstoffe wie die Aloe Vera hat.
    Habe mir ein Blatt abgerupft und den Saft auf dem Stich verrieben.
    15 Min. später - kein Jucken mehr.
    Jetzt frage ich mich: "War das Zufall?"
    Manchmal juckt es ja auch nach dem Stich kaum, ohne daß man was unternommen hat.
    Bei nächster Gelegenheit probiere ich`s nochmal aus.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  • Du hast den Dachwurzsaft (Sempervivum?) direkt nach dem Stich draufgegeben? Aber da juckt es doch sowieso noch nicht. Was ist einen Tag später?


    Grüße,
    Robert

  • ...Nächster Versuch: Fenistil-Gel (Wirkstoff Dimetinden). Hilft auch nicht, es sei denn ich trage es alle zwei Minuten erneut

    Hallo Robert!


    Fenistil wirkt besser ("systemisch"), wenn man die Tropfen nimmt. 3x 20 Tropfen täglich. Mich hat es Montag im wahrsten Sinne an der Achillisferse erwischt. Ursache: Gewitterluft & Rasenmäher. Schwupps, hatte ich den ersten Stich in der kurz behosten Wade. Vollverkleidung angelegt - in Sekunden hatten die wilden Mädels die wehrlose Sockenregion entdeckt, und dann ging alles ratzfatz... Der Rasen wurde in Gummistiefeln weiter gemäht. Denn ich hatte keine Lust auf die Stiche meines bepediten Mädels, der ich diese elende Mäherei schon letzte Woche versprochen hatte.:wink:
    Aber jetzt kommt der Weißklee durch - Mähstop bis nach der Blüte.
    Am ersten Abend habe ich das elende Juckenden mit eisgekühlten Fußbädern gemildert. Bin dann doch noch zum Arzt, als am nächsten Tag die Füße nicht mehr in die Birkenstöcker paßten und die Lymphknoten rumorten...
     
    MfG
    Hermann

  • Moin,


    viele Stiche habe ich als Anfänger noch nicht kassiert, aber bei mir schwellen die Stiche zunächst leicht an, sehen aus wie ein Mückenstich, nach 15 Minuten ist aber bis auf eine leichte Rötung alles weg. Am morgen danach dann kommt die Schwellung wieder und es juckt für mehrere Tage, mit roter Umrandung in Handtellergröße und mehr. Ich dachte das geht mit der Zeit weg?


    Zu dem "Bite Away" kann ich noch erzählen, was uns Pia Aumeier beim Lehrgang erzählt hat:
    Sie hat so ein Gerät zum Erhitzen des Stiches und dadurch Zerstören der Gift-Eiweise wissenschaftlich getestet (Sprich: Sie hat Studenten gequält).
    Die Test-Kandidaten wurden absichtlich gestochen und behandelt (bzw. falsch behandelt) und mussten anschliessend die Wirkung beurteilen.
    Ihre Zusammenfassung: Bei Mückenstichen hilft das Teil auch noch Stunden später angewandt, bei Bienenstichen gar nicht.

  • Du hast den Dachwurzsaft (Sempervivum?) direkt nach dem Stich draufgegeben? Aber da juckt es doch sowieso noch nicht. Was ist einen Tag später?


    Moin Robert,


    Da war ich wohl in Gedanken weiter...:oops:


    Nicht "15 Min. später - kein Jucken mehr." sondern:
    15 Min. später - keine Quaddel mehr. Jucken trat garnicht auf.


    Ob Zufall...? Ich teste beim nächsten Stich.
    Und ja, es ist eine Sempervivum.
    Gibt ja viele Sorten. Wie die heißt, weiß ich nicht.
    Angeblich sollen alle Sorten das Potential haben.
    Meine hat dickfleischige Blätter.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo,


    am allerbesten wirkt Fenistil natürlich i.v. Mein Mann hat damit schon sehr gute Erfahrungen gemacht. :wink: Allerdings schläft man(n) danach auch für mehrere Stunden. :roll:
    Das mit den unterschiedlichen Reaktionen nach Bienenstichen hab ich auch schon beobachten können. Bei mir ist z. B. alles verherend was in die Füße trifft. Der Rest macht mir nichts aus. Gegen das Jucken hilft auch Kühlen hervorragend (zumindest bei mir).
    Von Medikamenten lass ich lieber die Finger.


    Viele Grüße
    Katrin

  • Hallo,


    habe gute Erfahrungen mit der bulbine frutescens oder Stelzenbulbine, der Saft aus den, naja ich sage Blättern, gleich nach dem Stich verhindert zumindest bei mir größere Komplikationen, sowohl was Schwellung, als auch Juckreiz angeht


    Gruß B.H.

  • Moin ;moin aus Hamburg ,
    hast Du es mal mit Spitzwegerich probiert ? Hilft jedenfalls bei Mückenstichen prima. Blatt "zerknüddeln" und auf dem Stich verreiben.
    Ansonsten : Stechen lassen. Mein Pate hat mir gesagt , nach den ersten 100 Stichen wird es besser. Das war wirklich so, auch wen es ein harter Weg war :wink:
    Anfäglich hatte ich nach Stichen in den Fingern Unterarme "wie Oberschenkel" Das hielt durchaus ein bis zwei Tage an und war dann mit nachhaltigem Juckreiz nach 4-6 Tagen vorbei. Genau die richtige Zeit um wieder an die Bienen zu gehen.:wink:
    Im Nachhinein muß ich sagen :irgendwie vermisse ich es heute :cool:
    Die hingebungsvolle Pflege der mich umgebenden Damenwelt :wink: Mit dem geschwollenen Augen und Armen etc. war man in deren Augen ein echter Held. In der Zeit habe ich auch damit angefangen, das Glas Honig für 6,50 € zu verkaufen. So , wie ich manchmal aussah, hätten die Kunden mir auch 16,50 € gegeben.


    Heute schwillt bei mir nach Bienenstichen nichts mehr an und eventuelles Jucken gibt sich nach wenigen Minuten.Weh tut es immer noch :wink: Es gibt Stellen (Gesicht , Hals, Lippen, Nase, Augen insbesondere auch 45 cm oberhalb vom rechten Knie)etc, wo ich nach Möglichkeit auch heute noch Stiche vermeide. Wenn mich da eine erwischt, da kommt es dann auch schon zu den von Dir beschrieben Reaktionen.


    Solange Du nicht Schüttelfrost, Nesselsucht, Atemnot , Kreislaufprobleme etc bekommst, würde ich es als normal erachten und die Sache einfach aussitzen. Das gibt sich :daumen: 
    Die meisten Mittel habe ich damals auch ausprobiert. Da hat nichts geholfen. Bei Kindern habe ich gute Erfahrungen mit "Bite Stop". Das kannte ich damals noch nicht. Kommt aber auch hier auf die entscheidenen Stellen an.


    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Zitat

    Ansonsten : Stechen lassen. Mein Pate hat mir gesagt , nach den ersten 100 Stichen wird es besser. Das war wirklich so, auch wen es ein harter Weg war :wink:


    Kann ich nur bestätigen.
    Ich war nach ca. 3 Jahren beschwerdefrei.
    Der Stich tut manchmal noch weh, je nach "tagesform" von Biene und Mensch...aber ich habe keinerlei Schwellung oder Juckreiz mehr.


    Ich habe auch nie Tabletten/Salbe genommen. Immer nur mit frischer Zwiebel und Quarkwickel "behandelt". Den Juckreiz habe ich versucht zu ignorieren....


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

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  • Hallo Miteinander,
    "Wenn´s juckt, heilt´s!"
    hat man uns immer gesagt, als Kinder.
    Viele Grüße und tapfer das Jucken ertragen,
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Also ich behandel meine Bienenstiche mit einem Präparat, das mir vom Heilpraktiker empfohlen wurde: Colloid G von Spenglersan!
    Es dient der äußerlichen und inneren Anwendung bei Entzündungen aller Art (Schnupfen, Erkältungen und eben auch Bienenstiche)
    Die Schwellung wird bei mehrmaligem Auftragen nicht allzu heftig (kommt aber auch auf die Stelle des Stiches an) und der Jukreiz wird SOFORT unterdrückt.
    Allerdings muss ich auch ca. ne Woche lang behandeln. Ist aber ne super Alternative zu Cortisonhaltigen Präparaten!


    Gruß,
    Carsten

  • Ich mache nichts. Einfach warten, das vergeht ja irgendwann. Hände sind kein Problem, aber Gesicht und auch Knöchel schwellen wahnsinnig für ca. drei Tage an, plus Juckreiz, der auch länger anhalten kann :-)
    Auch ich bin erst seit kurzem dabei und hoffe auf weitestgehende "Immunität" ;-)


    Was mir auffiel: aufgrund eines Zeckenstiches musste ich Antibiotika nehmen. Als mich in der Zeit eine Biene stach, ist die Rötung sehr schnell vergangen, Juckreiz war nur sehr kurz da.
    Mein Arzt hat mir für den Notfall (z.B. Stich in den Rachen) Kortisontabletten verschrieben. Ich solle vier Stück auf einmal nehmen und dann ab zum Notarzt.