Bienen Standortwechsel um diese Zeit ohne weiteres möglich?

  • Hallo Gemeinde,
     
    schon länger lese ich anonym im Forum mit und bin seit kurzem auch angemeldet.
    Bevor ich nun mit meinem Anliegen loslege, möchte ich mich kurz vorstellen.
     
    Gestatten, mein Name ist Roland, ich bin 40 Jahre jung und ca. 25 Km westlich von Nürnberg zu Hause.
    Meine Lady und ich haben den Entschluß gefasst mit dem Imkern zu beginnen und wir besuchen demnach auch den "Lehrgang" Imkern auf Probe. In dem dortigen Verein fühlen wir uns auch gut aufgehoben (ein relativ hoher Anteil an jungen Jungimkern). Der Nachteil daran ist, der Verein und deren Mitglieder liegt ca. 30 Km von uns entfernt.
     
    Nun komme ich aber zur eigentlichen Frage.
    Uns wurden nun Bienen angeboten aufgrund einer kurzfristigen Imkereiaufgabe.
    Die Dame die die Imkerei aufgibt ist 88 Jahre und leider vor kurzem gestürzt, so dass sie nicht mehr Ihrem Hobby nachkommen kann.
    Die Betriebsweise, die Rasse, Gesundheit sowie der Sanftmut der Bienen würden unseren Vorstellungen entsprechen (wenn sich das Gesagte am Telefon denn Bewahrheitet). Auch der Preis ist aufgrund der "Notsituation" nicht zu verachten. Kurz um, es sieht so aus, als würden die Rahmenbedingungen passen.
    Das Poblem dabei (wenn es denn eines ist?) der jetzige Standort der Bienen ist ca. 100 Km von unserer Heimat entfernt.
    Nun stellt sich uns die Frage, ist ein Stondortwechsel eines Bienenvolkes um diese Jahreszeit ohne Weiteres möglich, bzw. worauf sollte man beim umsiedeln unbedingt achten?
    Den Transport würde ich am Abend mit einem Anhänger (Plane) vornehmen, gut gesichert das Flugloch natürlich verschlossen. Gibt es beim Transport aus eurer Sicht sonst noch was zu beachten?
     
    Bevor ich nun von den absoluten Profis eins übergebraten bekommen, z.B. mit einer Aussage wie ...Frage doch Deine Vereinsmitglieder etc... möchte ich daraufhinweisen, irgendwann stellt jeder die erste Frage in einer Community und wenn meine Fragen kein Einstieg sein können.... :-D
     
    Danke für eure Nachsicht.
     
    Euch allen einen schönen sonnigen Tag....
     
    Danke und Gruß
     
    Roland


  • Nun stellt sich uns die Frage, ist ein Stondortwechsel eines Bienenvolkes um diese Jahreszeit ohne Weiteres möglich, bzw. worauf sollte man beim umsiedeln unbedingt achten?


    Kein Problem. [ich habe heute Morgen gegen 4 Uhr erst wieder Bienen umgesetzt]
    Achten muß man auf Luftzufuhr, d.h. offener Gitterboden, Wandergitter o. ä.

    Den Transport würde ich am Abend mit einem Anhänger (Plane) vornehmen, gut gesichert das Flugloch natürlich verschlossen. Gibt es beim Transport aus eurer Sicht sonst noch was zu beachten?


    Warum Plane? Die Bienen können den Fahrtwind ruhig mitbekommen. Fahrwind kühlt ab und das ist gut für so eine weite Wanderung.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Standortwechsel ist jetzt völlig unproblematisch, das machen gerade alle Wanderimker.


    Transportieren solltest Du bei möglichst tiefen Temperaturen, also besser in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang als am Abend. Da die Bienen um diese Jahreszeit oft bis spät in die Nacht vorlagern, hast Du es da auch leichter mit dem Verschließen der Fluglöcher. Wenn trotzdem noch welche draußen sitzen hilft ein Wassersprüher.


    Beim Transport unbedingt auf gute Belüftung der Beuten achten, also möglichst die Plane vom Anhänger abbauen. Offener Gitterboden und/oder Deckelbelüftung sind zu empfehlen, sonst besteht Gefahr, dass die Bienen verbrausen. Ich habe mir extra Wanderdeckel in Form eines Holzrahmens der mit Fliegengitter bespannt ist gebastelt.

  • Ach ja, wenn Du die Bienen am neuen Standort aufgestellt hast, lass Dir das Schauspiel des Einfliegens nicht entgehen!


    Bei der Fluglochfreigabe quellen sie hervor fast wie beim Schwärmen (achtung erhöhte Stechlust) nach kurzer Verwirrung geht der Große Bienentanz vor der Beute los.

  • Kein Problem. [ich habe heute Morgen gegen 4 Uhr erst wieder Bienen umgesetzt]
    Achten muß man auf Luftzufuhr, d.h. offener Gitterboden, Wandergitter o. ä.


    Warum Plane? Die Bienen können den Fahrtwind ruhig mitbekommen. Fahrwind kühlt ab und das ist gut für so eine weite Wanderung.


    Hi Wald&Wiese,


    danke für den Hinweis, dann werde ich die Plane zu Hause lassen.
    Auch schön zu lesen, dass ein Wechsel kein Problem ist.


    Gruß Roland

  • Ach ja, wenn Du die Bienen am neuen Standort aufgestellt hast, lass Dir das Schauspiel des Einfliegens nicht entgehen!


    Bei der Fluglochfreigabe quellen sie hervor fast wie beim Schwärmen (achtung erhöhte Stechlust) nach kurzer Verwirrung geht der Große Bienentanz vor der Beute los.


    Hi Wulle,


    hmmm dann muss ich mir echt überlegen ob ich die Bienen am Morgen oder am Abend hole.
    Abend wäre mir sympathischer, zwecks Arbeitszeiten etc. wenn ich aber vom großen Schauspiel lese, dann sollte ich evtl. einen Tag frei machen und die Bienen am Morgen holen.


    Ich werde heute nochmals mit der Dame telefonieren, ob die Beuten mit offenem Gitterboden versehen sind (ich gehe bei Zanderbeuten aber davon aus).
    Ansonsten hat jemand Vorschläge wie man "quick and dirty" eine Deckelbelüftung hinbekommt ohne die Beuten zu ruinieren?


    Gruß Roland

  • Hi Wulle,


    hmmm dann muss ich mir echt überlegen ob ich die Bienen am Morgen oder am Abend hole.
    Abend wäre mir sympathischer, zwecks Arbeitszeiten etc. wenn ich aber vom großen Schauspiel lese, dann sollte ich evtl. einen Tag frei machen und die Bienen am Morgen holen.


    Arbeitest du auch Samstag und Sonntag?


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Hi Imkerei Fläming,


    nein ich arbeite Sa. und So. nicht. Mein Vorhaben ist jedoch die Bees heute noch zu holen.... wobei meine Frau auch schon auf das WE verwiesen hat ;-)


    Gruß Roland

  • Mein Vorhaben ist jedoch die Bees heute noch zu holen.... wobei meine Frau auch schon auf das WE verwiesen hat ;-)


    Was Du heute kannst besorgen...


    Tja, das Bienenfieber. Bereite Deine Frau schon einmal darauf vor, dass Du in absehbarer Zeit mehr Bewunderung für heimkehrende Bienen aufbringst als für sie :)


  • Ich würde wie gesagt auf jeden Fall, egal ob der Boden offen oder geschlossen ist, eine Deckelbelüftung einbauen. Meine "quick&dirty"-Lösung sieht da wie folgt aus:
    zwei Dachlatten in Beutenlänge, zwei in Beutenbreite, zwei in Beutenbreite minus 2x Dachlattenbreite. Mit 4 spax-Schrauben einen Rahmen basteln, Fliegengitter von der Rolle (ein paar Euro beim Baumarkt) drauftackern - fertig. Dauert kaum 5 Minuten Pro "Lüftungsdeckel".
    An der Beute nehme ich dann den normalen Deckel mit Folie ab und lege dafür den Wanderdeckel auf. Das Ganze wird mit einem Spanngurt um die Beute zum Transport zusammengeschnallt.
    Du kannst natürlich auch das Fliegengitter oder eine alte Gardine direkt auf die obere Zarge tackern oder mit Reißzwecken befestigen. Das ist noch schneller und billiger, dafür aber nicht ganz so zuverlässig Bienendicht.

  • zwei Dachlatten in Beutenlänge, zwei in Beutenbreite, zwei in Beutenbreite minus 2x Dachlattenbreite. Mit 4 spax-Schrauben einen Rahmen basteln, Fliegengitter von der Rolle (ein paar Euro beim Baumarkt) drauftackern - fertig.


    Hmm,


    ich muß gestehen, ich habe ein Verständnisproblem.
    Wie kommst Du bei sechs Latten mit vier Schrauben aus? :confused:


    Einfach Fliegengitter raufzutackern ist allerdings wirklich verlockend einfach - auf die naheliegenden Dinge muß man erst mal kommen. Wieder ein paar nur selten gebrauchte Dinge weniger, die fast das ganze Jahr hindurch nur herumliegen und Platz wegnehmen.


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)

  • Hi Robert,


    wenn ich es richtig verstanden habe, sind es in Wahrheit vier Latten, 2x Länge der Beute und 2x Breite der Beute (abzüglich der Dachlattenbreite, die für die Beutenlänge verbaut werden). Für vier Verbindungsstellen dannn vier Spax und gut ist´s.


    Gruß Roland