Imkern mit zwei Bruträumen, Sinn oder Unsinn?

  • Hallo Imkerfreunde,


    Mich würde es brennend interessieren ob es Sinn macht einem Wirtschaftsvolk einen zweiten Brutraum zu geben? Spielt es dabei denn eine rolle ob der zweite Brutraum (neu und unbestiftet, evtl. aus ausgeschleuderten Honigwaben) direkt unter dem Honigraum sitzt, oder sollte man ihn direkt auf den Gitterboden setzen???
    Sollte man diesem zweiten dann sogleich auch einen Baurahmen zuhängen für die Drohnenbrut?


    Viele Fragen:-), aber wie ich es gewohnt vom Imkerforrum bin erhalte ich bestimmt aussagekräftige Antworten.


    Vielen Dank im Vorraus.

  • Aus Deinem Profil sehe ich Du imkerst auf Zander mit Hohenheimer Einfachbeuten.


    Liebig und Aumeier sagen dass Wirtschaftsvölker zur Salweide-Blüte einen zweiten Brutraum kriegen sollen.


    Wenn es sich also nicht um einen Ableger handelt (und Du schreibst ja Wirtschaftsvolk), hätte das Volk schon seit Monaten einen 2ten Brutraum bekommen sollen.
    Diesen einfach oben aufsetzen, dann muss man nicht soviel umbauen. Der Baurahmen sollte wohl auch spätestens zur Kirschblüte rein, wie z.B. in der März-Monatsbetrachtung beschrieben (ist also auch überfällig).

  • Ich imkere immer mit einem BR, auch bei Zander, egal was Pia schreibt oder sagt und ich bin immer gut damit zurecht gekommen.
    Keine Probleme mit Annahme des HR und ebenso massig Bienen und damit auch Honig.
    Vorteil, nur ein BR zu Kontrollieren.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Ich imkere immer mit einem BR, auch bei Zander, egal was Pia schreibt oder sagt und ich bin immer gut damit zurecht gekommen.


    Die Fläche von einem BR Zander reicht ja auch für die legefreudigste Königin.
    Soweit ich das verstanden habe ist die zusätzliche Fläche des zweiten BR für Pollen, den Futter-Sicherheitspuffer und besonders für den Platz bei der Winterfütterung.


    beehead
    Wie kommst Du mit dem einen BR bei der Winterfütterung zurecht, bzw. wie gehst Du da vor? Angeblich geht da halt zu viel Platz verloren und die Bienen haben im schlechtesten Fall keinen Platz mehr um die Winterbienen auszubrüten.

  • @ beehead:


    Ich kann das bestätigen. Ich überwintere immer einige Königinen auf Halbrähmchen, die ich in eigenen kleinen Beuten halte, ähnlich Mini plus.


    Da ich heuer grobe Verlusste und damit einen Mangel an Trachtvölkern hatte, habe ich einfach diese Völker als Trachtvölker verwendet.
    Da sie das selbe Maß haben, wie meine HR hab ich alle BW in normale HR gehängt und auf einen normalen Boden gestellt, einen zweiten mit leerrähmchen mit Anfangstreifen, wie ich sie im Honigraum verwende, erweitert.
    So hatte ich in etwas so viel Raum wie eine normale Zanderzarge, zieht man das Holz ab, sogar etwas weniger.



    Dann ASG und wieder Leerrähmchen drauf. Mit dem Ergebnis, das sie mindestens so stark sind, wie meine 2 Zarger oder auch meine Völker auf Zander 1,5.


    Ich hab letztes Jahr eine Kö von Uwe Eichholz gekauft, eigentlich nur um frisches Blut zu bekommen. Diese ist in einem der besagten "Kleinvölker" und hat als einziges Volk am Stand drei halbe Honigzargen voll gemacht.


    Ich führe die Tatsache das die Völker trotz weniger BR auf die selbe Menge Bienen kommen darauf zurück, das im BR so gut wie kein Honig eingelagert ist. Alles zusammen vielleicht 2 Halbrähmchen am Rand, und eines mit Pollen. Der Rest ist fast nur Brut von oben bis unten.


    Den selben Effekt beobachte ich bei meinen Zander 1,5 die ich im Schnitt auf 8 Rähmchen führe.
    Auch da ist nur die erste Wabe mit Pollen und etwas Futter, die letzte mit Futter voll. Der Rest ist nur Brut.


    Hong gibt es nur oben.


    Ich jedenfallst werde heuer meine Restlichen Völker vom normalen Zandermaß auf das große umstellen.
    Umständliches BR kontrollieren und wuchten gehört dann der Vergangenheit an.


    Außerdem wird weniger eingefüttert, was in Zeiten von steigenden Futterpreisen auch nicht zu verachten ist.

  • Die Fläche von einem BR Zander reicht ja auch für die legefreudigste Königin.
    Soweit ich das verstanden habe ist die zusätzliche Fläche des zweiten BR für Pollen, den Futter-Sicherheitspuffer und besonders für den Platz bei der Winterfütterung.


    beehead
    Wie kommst Du mit dem einen BR bei der Winterfütterung zurecht, bzw. wie gehst Du da vor? Angeblich geht da halt zu viel Platz verloren und die Bienen haben im schlechtesten Fall keinen Platz mehr um die Winterbienen auszubrüten.


    Ich bin zwar nicht beehead, aber ich sehe keine wirklichen Nachteile bei der Überwinterung mit einem Brutraum. Für die Brut eines normalen Volkes ist ein Zander-Brutraum vollkommen ausreichend, es wird halt fast kein Honig im Brutraum abgelagert. Das hat den Vorteil, dass der Honigraum schneller ausgebaut und gefüllt wird. Die Bienen gehen auch deutlich williger übers ASG. Nachteil sind die geringen Reserven, deshalb lasse ich bei meinen einzargigen Bruträumen bei der Honigentnahme meistens eine Randwabe, die in der Regel ohnehin den feuchteren Honig enthalten, als Reserve im Volk.


    Winterfütterung ist kaum ein Problem, auch da ist ein Brutraum in der Regel ausreichend. Du solltest halt nicht gerade schon Anfang Juli die volle Menge einfüttern. Eine Futterkontrolle im Frühjahr ist auch empfehlenswert, weil es schon sein kann, dass bei einzargiger Überwinterung im einen oder anderen Volk das Futter knapp wird.
    Mein früherer Imkerpate, der jetzt seine Imkerei endgültig altershalber aufgehört hat, hat grundsätzlich einräumig auf nur 9 DNM-Waben (eine Wabe entnommen, damit die Randwaben Luft haben und nicht schimmeln) überwintert. Das ging auch.

  • Kann es denn auch sein das ein zweiter Brutraum gefüllt mit den besagten ausgeschleuderten Honigwaben von der Königin nicht angenommen wird?
    Vielen Dank für die zahlreichen beiträge:-)
    Gruß

  • Nachtrag:
    Zum Überwintern stell ich eine Halbzarge auf den BR und Ende Sept. Anfang Oktober wird die unter den BR gesetzt.
    Anfang/Mitte März wieder wegnehmen, AS drauf und HR oben aufsetzen.
    Diese Völker haben bei mir nahezu die gleiche Menge Honig gebracht wie meine Dadant.... nicht ganz, deßhalb hab ich Dadant.
    Bei Zander ist diese Beriebsweise sehr Effektiv und meines Erachtens sind die Bienen SChwarmträger zu führen.


    beehead

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  • Kann es denn auch sein das ein zweiter Brutraum gefüllt mit den besagten ausgeschleuderten Honigwaben von der Königin nicht angenommen wird?
    Vielen Dank für die zahlreichen beiträge:-)
    Gruß


     
    Das ist nahezu ausgeschlossen. Die Königinnen legen bevorzugt in solche Waben.

  • Hallo Leute,


    ich Imkere mit Zander in HH-Einfachbeute (also 10 Zander). Ich würde nun gerne von zwei BR auf einen BR gehen, weil in den BRs wie bereits oben geschrieben zu viel Honig eingelagert wird. Wie soll ich das "drücken" am besten anstellen??? Von den zwanzig Rähmchen in den beiden BRs sind 7 von diesem Jahr, d.h. die haben noch keine behandlung (behandle nur mit AS) abbekommen und könnten direkt in den Honigraum.


    Wie stelle ich das am besten an dass ich aus dem BR einen "reinen" HR bekomme??


    Vielen Dank schonmal

  • ich arbeite mit der Segeberger Beute und habe grundsätzlich nur einen Brutraum. Zusätzlich habe ich generell bei jedem Volk einen Halbrahmen, der mit Absperrgitter getrennt, mit Blütenhonig bzw. Futter gefüllt ist als Futtervorrat.
    Grundsätzlich nehme ich diesen Futtervorrat dem Volk nie weg. Somit ist immer sichergestellt, z.B. bei Trachtausfall etc. dass genügend Nahrung vorhanden ist.
    Auf den "Halbrahmen" kommen dann ganz normal die Honigaufsätze. Vor der Sommer/Herbstbehandlung setze ich diesen Halbrahmen nach ganz unten (ohne Absperrgitter) somit kann ich sicherstellen, dass der Futtervorrat umgetragen wird. Nach der Bahandlung mit AMS wird der Rahmen wieder nach oben gesetzt, und dann Eingefüttert.
    Im Frühjahr zur Löwenzahnblüte kommt dann das Absperrgitter wieder drauf ...
    Mit dieser Betriebsweise bin ich ganz gut gefahren

  • Hallo,


    bisher habe ich mit nur einem Brutraum gearbeitet. Aus Neugier hab ich dieses Jahr bei einem Volk einen 2ten Brutraum gegeben. Mir sind bisher folgende Dinge im Vergleich aufgefallen:
    - Honigraum wird schlechter angenommen
    - Im Brutraum wird deutlich mehr Honig abgelagert
    - es entstehen riesige Vorräte mit Pollen
    - mehr Arbeit bei der Durchsicht
    - Rähmchen werden nicht so toll ausgebaut
    - Schwarmzellen waren zeitgleich mit dem Volk das nur einen Brutraum hatte vorhanden
    - neue, ungezeichnete Königin ist schwieriger zu finden
    - Honigertrag ist auch nicht grösser
    - Materialbedarf ist deutlich grösser mit zwei Bruträumen


    Für mich ist es einfacher nur mit einem Brutraum zu arbeiten. Zumindestens blick ich noch nicht die Vorteile des zweiten Brutraums. Ich bin auch am überlegen, wie ich wieder von zwei Bruträumen auf einen Brutraum komm. Für Tips dazu bin ich dankbar.


    Grüsse


    Janker


  • Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Janker!
    Imkern geht sehr gut mit nur einem Brutraum.
    Damit die Schwarmstimmung nicht so schnell kommt nimm einfach die Pollenbretter in der Frühtracht / Raps heraus.
    Sind diese auch bebrütet? Nach oben hängen und auslaufen lassen und mit dem Honig schleudern (Achtung Unwuchtgefahr!)


    Ich würde das Wabenwerk neu ordnen und gleich zur totalen Bauerneuerung nutzen. Das ist der Vorteil, wenn Du nur ein Wabenmaß hättest - wovon ich in unserer Gegend ausgehe? Wahrscheinlich Zander? Wenn Du mehr wissen willst, eventuell auch am Telefon dann schick einfach eine PM.
    Wohne nicht weit weg von Dir...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)