Landbiene und Völker von langjährigen Imkern

  • Meine Bienen habe ich auch vom alten Bienenonkel gekauft. Drei Volker. Alle drei recht stechfreudig. Aber der Hammer ist ein Volk, das verteilt schon Stiche zur Begrüßung am Stand. Der Gute Mann hatte auch über 40 Jahre lang Bienen und mußte "nie was behandeln". Laut der Bienenberaterin die für meine Region zuständig ist, kommt die Stechlust von jahrelanger ja jahrzehntelanger Inzucht. Mein Augenmerk liegt deshalb darauf neues Blut in die Völker zu bekommen.
    Und von wegen nie was behandelt, im Wachs wurden beachtliche Coumaphos Rückstände gefunden. Meine kompletten Mittelwände sind von seinem alten Wachs...
    Ich rechne in frühestens 3 bis 4 Jahren damit das ich rückstandsfreies Wachs habe.

    Es gibt keine Antworten - nur Querverweise

  • Meine Bienen habe ich auch vom alten Bienenonkel gekauft. Drei Volker. Alle recht stechfreudig. Der Gute Mann hatte auch über 40 Jahre lang Bienen und mußte nie was behandeln. Laut der Bienenberaterin die für meine Region zuständig ist, kommt die Stechlust von jahrelanger ja jahrzehntelanger Inzucht. Mein Augenmerk liegt deshalb darauf neues Blut in die Völker zu bekommen.
    Und von wegen nie was behandelt, im Wachs wurden beachtliche Coumaphos Rückstände gefunden (kein Wunder wenn die Milbe immer resistenter wird). Meine kompletten Mittelwände sind von seinem alten Wachs...
    Ich rechne in frühestens 3 bis 4 Jahren damit das ich rückstandsfreies Wachs habe.


     
    Ich hab die alten Schwarten letztes Wochenende alle rigoros eingeschmolzen! Das Wachs wird zu Kerzen verarbeitet. Mittelwände lass ich da nicht mehr draus machen! Du MUSST das Wachs ja nicht für die Bienen verwenden, wenn Du nicht willst. :wink:


    Viele Grüße
    Katrin

  • Ich weiß, dass das Thema gerne vehement verneint und angezweifelt wird, hab auch lang überlegt, es überhaupt im Nebensatz zu erwähnen. Deshalb bleibt es auch im Nebensatz ohne Einzelheiten, ansonsten gibt es eine PN-Funktion.


    MEINE Land-Ladies von sogar zwei Opa-Imkern (der zweite ebenso mit Standbegattung und eigener Nachzucht ohne Fremdkauf, jedoch "Fremdschwarmauffrischung") sind jedenfalls sehr umgänglich und friedfertig, bauen wie Teufel und tragen genauso ein. Gegen die habe ich erst einmal nichts einzuwenden.
    Dass es regional auch mal schiefgehen kann, hat ja niemand bestritten, mich stört bei solchen Aussagen immer die Verallgemeinerung. Auch solche Imkeropas werden normalerweise, wie Henry bereits ausgeführt hat, nicht erpicht gewesen sein, solche Stecher behalten zu wollen. Das kommt wiederum auf die Auswahl an.
    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Leute,
    ist doch klar, dass die sog. Landbiene nichts anderes ist, als eine sehr zufällige Promenadenmischung. Dabei gibt es, genau wie bei uns Imkern eben sone und solche. Also was solls, neue Königin dazu - und gut.
    Viele Grüße
    Wolfgang, dem schon klar ist, dass man nicht jedem Opa trauen kann, und dass natürlich vorher die alte Königin gefunden und bei Gegenwehr ausgeschaltet werden muss.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Die Sache ist wohl teilweise auch die, dass die "Opas" zwar willig sind, zumindest was das Besitzen von sanftmütigen Bienen angeht, aber evtl. nicht mehr in der Lage sind, daran etwas zu ändern.
    Ist so meine Theorie,denn:
    Habe meine Imkerkarriere auch mit ganz fürchterlichen Bienen begonnen - zum Weglaufen im wahrsten Sinne. Und das ganze dann auch noch weit...200 Meter sollten es dann schon sein.
    Da habe ich noch gedacht, dass ein Vollschutz deswegen so heisst, weil man darin voll geschützt wäre, aber die Damen haben immer wieder irgendwo eine Lücke gefunden....
    Jedenfalls kamen die Bienen auch von einem "alten Opa", der sich gefreut hat, dass ein Jungimker "seine" Bienen übernommen hat und quasi in seine Fußstapfen getreten ist.
    Dass ich "seine" Königinnen bei nächster Gelegenheit um die Ecke gebracht habe und gegen neue, die mir ein Imkerkollege freundlicherweise geschenkt hat, getauscht habe, habe ich ihm nicht erzählt.
    Es schien jedenfalls so, dass er auf Grund seines gesundheitlichen Gesamtzustandes gar nicht mehr in der Lage war, korrekt an den Bienen zu wirtschaften....Königinnen suchen, umweiseln oder gar selber nachzuzüchten schon lange nicht.
    Das waren Völker, die sich, bis auf Perizinbehandlung, mehr oder weniger selbst überlassen wurden.
    Stellt sich nun noch die Frage: ab wann sollte ein "alter Opa" die Biene abgeben? Ab wann kann man noch effektiv an den Völkern arbeiten?
    Wer von den Anwesenden möchte sich schon ein Leben ohne Bienen vorstellen, nach dem man es jahrelang mit Bienen hatte?


    Deswegen bin ich dem alten Opa auch nicht sauer gewesen, dass er mir derartige Biester angedreht hat...allerdings dem, der sie vermittelt hat und von den Zuständen der Völker wusste.

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Hallo zusammen,


    das ist ja witzig - mir geht es aktuell genau wie Fowi und Akira. Der Bienen-Opa von nebenan ist zwar nett, nach einem guten Jahr kann ich verschiedene seiner Statements einschätzen, aber seine Bienen sind eine Katastrophe. Wenn ich nicht schon andere sanftmütigere Völker gesehen hätte wär ich schon komplett verzweifelt. Sie greifen mich an, wenn ich ca. 5m vor den Fluglöchern stehe und verfolgen mich mindestens 50m weit. Wenn ich eine Wabe ziehe (Hinterbehandlung) und in den Wabenbock stellen will ist sie nach kürzeszter Zeit leergeflogen. Ich mußte wegen der Stecherei meinen Stand im Garten aufgeben und mit den Bienen in den Wald ziehen, wo sie neimanden stören können. Mittlerweile habe ich alle umgeweiselt und warte darauf, daß sich die neuen Bienen durchsetzen.


    Meine Hoffnung ist, daß sich evtuelle positive Eigenschaften meiner Opa-Landbienen und der neuen dazugekauften Königinnen ergänzen. Beispielsweise hatte ich mit den Stechern im 1. Jahr keine Winterverluste und auch bei der Milbenkontrolle waren sie gut.


    Viele Grüße an alle Leidensgenossen, die auch unter Vollschutz imkern müssen!

  • Bei mir hat sich das ganze relativ schnell "beruhigt".


    Mit der neuen Königin kam schon etwas mehr "Sanftmut" in die ganze Geschichte und mit deren Töchtern in Verbindung mit dem Ableben von "Opas" Bienen war das dann alles in Ordnung.


    Dass mein Imkerpate bei all den Aktionen mit den " Wildlingen" dabei war, ist ihm hoch anzurechnen ;-)

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • :-D Irgenwie hab ich das Gefühl, das Rennpferd unter den Promenadenmischungen ergattert zu haben hier!
    Auch ein versierter Opa, kann eventuell nett auslesen, soweit ihm das möglich ist.
    Und es gibt zumindest bei Hunden und Pferden ganz traumhafte Zufallsprodukte - aber auch genausolche Horrorexemplare.
    Mein besagter Opa, war gar nicht so unfit, er hatte gesundheitlich für die Zukunft Bedenken und nebenan drei Neubauten mit Kleinkindern und Spielplatzbauten, Panik vor Schwärmen, der Stand direkt hinter Sichtschutzmatten hinter der Sandkiste der Nachbarn, selbst zwei Krabbelalter-Enkelkinder.... Er wollte keinen Ärger.


    15 m am Stand bei mir geht ein Spazierweg in den Wald vorbei, das wäre schlecht, wenn die stöckeschwingenden Trupps hier regelmässig gewaltig Fahrt aufnehmen müssten :lol:
    Dann würd ich auch was unternehmen. Nur sehr schade um andere Eigenschaften (?)


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • ... Da habe ich noch gedacht, dass ein Vollschutz deswegen so heisst, weil man darin voll geschützt wäre, aber die Damen haben immer wieder irgendwo eine Lücke gefunden....


     
    Hehe Vollschutz bei mir haben die Biester sogar durch die Handschuhe und Overall gestochen. Es nervt wenn ich jedes mal den Kampfanzug anziehen muß wenn ich an die Bienen gehe. Bei den neuen Völkern mit neuen Kö´s zieh ich nur den Schleier auf und gut. Da brauche ich auch keine Handschuhe.
    Aussagen von den ImkerOpa wie: Wenn sie etwas stechen bringen sie auch mehr Honig oder einen guten Stecher sollte jeder am Stand haben, das Schützt vor neugierigen Passanten. Den Wahrheitswert dieser Aussagen, habe ich noch nicht ausreichend überprüft.



    Jedenfalls kamen die Bienen auch von einem "alten Opa", der sich gefreut hat, dass ein Jungimker "seine" Bienen übernommen hat und quasi in seine Fußstapfen getreten ist.


    Meiner hat sich auch tierisch gefreut. Wenn ich nicht bei Imkerkollegen und in vielen Kursen erlebt hätte, dass es auch anders geht, gäbe es wieder einen Jungimker weniger.

    Es gibt keine Antworten - nur Querverweise


  • Aussagen von den ImkerOpa wie: Wenn sie etwas stechen bringen sie auch mehr Honig oder einen guten Stecher sollte jeder am Stand haben, das Schützt vor neugierigen Passanten. Den Wahrheitswert dieser Aussagen, habe ich noch nicht ausreichend überprüft.
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    Sowas ist in der heutigen Zeit einfach nur unverantwortlich und bringt bloß die ganze Imkerzunft in verruf. Da kommen dann wieder die ganzen Ammenmärchen von den kampf-und morderprobten Bienen auf denen der Imker unter Lebengefahr den Honig stiehlt und wenn erst ein Fremder einen Schritt zu nahe hinkommt gehn die auf den los wie ein Kettenhund.
    Ausserdem möcht ich keinen Allergiker auf dem Gewissen haben bloß weil der 50 Meter entfernt von meinen Bienenkästen vorbeimarschiert ist und dann unter beschuß genommen wurde.
    Gruß Hermann