Die Landbiene und Sanftmut (war aus Zersteuber vs Smoker)

  • Weil das blöde Ding meist erst qualmt, wenn ich Ihn nicht mehr brauche.:evil:


    Ja das Problem habe ich auch. Und weil es ein toller Rauchboy ist raucht der er dann zuverlässig weiter.


    Zumindest zeigt das mir eins - die Landbienenpopulation an den verschiedenen Stellen in Deutschland ist ja wohl nicht so schlecht in Hinblick auf Sanftmut.
    Das finde ich interessant besonders wenn ich so höre, dass bei verschiedenen Imkern früher die Bienen wesentlich stichiger waren. Allerdings könnte sich auch die imkerliche Vorgehensweise geändert haben und somit ein "nur mit Wasser"-Arbeiten möglich sein.
    Ich danke mal für eure Meinungen.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Zur Landbiene:


    einmal habe ich hier ein Volk eines Altimkers, der aufhören musste, sein allerletztes, mann, war der traurig......
    50 Jahre Bienenhaltung und niemals hat er was zugekauft - auch keine Königin (und niemals hat er was zur Behandlung in seine Völker gebracht (!!), aber das ist nun völlig OT hier :-D)


    Tja, diese Sauerland-Ladys sind gaaanz brav.
    zu Beginn etwas stinkig nach dem Abfegen und Umwohnen im brutlosem Zustand aber jetzt mit Brutnest und weitem Fortschritt sind die lammfromm, ich bin echt begeistert von denen, außerdem gehen die ab wie berühmte Schmidts Katze :daumen:


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Olli,


    lass uns doch mal "Landbiene" definieren?
    "Landbiene" per Definition, wie sie in Imkerkreisen verwendet wird, ist eine züchterisch nicht bearbeitete, sich evtl. ohne imkerliches Zutun selbstständig vermehrende, wild lebende Biene.
    Und die, behaupte ich, gibt es seit Varroa nicht mehr in Mitteleuropa.
    Ich will Dir, Marion, nicht widersprechen; Du hast sicher eine hervorragende Biene. Glückwunsch.
    Aber überlegt mal, selbst wenn dein Uropa-Imker sein Leben lang nur 3 Völker hatte, von welchem hat er wohl nachgezogen bzw. welches hat er behalten?
    Doch wohl nur das -ihm- beste, oder?
    Daher stelle ich die These auf, dass ein jeder, der Bienen hält, Zucht oder Auslese betreibt. Ausgenommen vielleicht die Hardcore-Bienenkisten-Imker.
    Früher, vor Varroa, schwärmten die bösen Stecher genau so wie die frommen Bienen. Im Gegensatz zu heute konnten sie jedoch über Jahre hinweg ihre Gene weiter geben.
    Das ist heute vorbei, nur selten wird ein Schwarm in freier Wildbahn sein 2. Jahr erleben. Die Chance, seine Gene weiter zu geben, geht deutlich gegen Null. Natürlich überleben auch die "guten" Schwärme nicht, aber dadurch, dass eine Auslese nicht mehr in der Natur, sondern fast zu 100% nur noch in Imkerhand stattfindet (und der liest sicher nicht nach Stechfreudigkeit aus), ist die Chance einfach deutlich größer, einen "frommen" Schwarm zu fangen.
    Ich habe ja das seltene Glück, bereits mit 14 Jahren 1977 mit der Imkerei begonnen zu haben. Unsere ersten Völker stammten aus Funden von Völkern und/oder Schwärmen, die sichtlich teilweise mehrere Jahre wild gelebt hatten. Es existieren Fotos von mir aus jener Zeit, wo ich in Gummistiefeln, Hosenbeine mit Klebeband fixiert, BW-Parka, Palästinensertuch (für die Mitteldeutschen Kollegen:das war in den 70er Jahren sozusagen das Blauhemd der BRD, ein absolutes Muss, aber staatlich nicht vorgeschrieben), Lederhandschuhen mit Stulpen und Schleier inmitten einer Bienenwolke stehe. Da wurde manchmal in der engen Hütte der Sauerstoff knapp!
    So etwas gibt es heute gottlob nicht mehr, bis auf mein Palästinensertuch, das habe ich noch.
    Der langen Rede kurzer Sinn, und das nach Mitternacht, die Landrasse, wie wir sie gerne definieren, gibt es nicht, und daher werden unsere "vogelwilden" Schwärme auch eher stechunlustig sein.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • lass uns doch mal "Landbiene" definieren? ... die Landrasse, wie wir sie gerne definieren, gibt es nicht ...

    Das seh ich genauso.


    Wenn ich nur an die entflogenen EWK-Besatzungen der Belegstelle und meine ausgebüchsten Schwärme denke, die im Moment jedes Spechtloch und jeden hohlen Baum besiedel ... keines von denen sah ich je wieder fliegen im Frühjahr. Die wilde oder halbwilde Biene - stechlustig, schwarmfreudig, hygienisch, regional angepaßt - gibt es nicht mehr. Was wir sehen sind verwilderte Hauskatzen - Wildkatzen sind eine andere Welt ... oder so.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Interessante Gedanken. Das habe ich mir noch gar nicht so durch den Kopf gehen lassen. Dann ist die Varroa in gewisser Weise ein gewisser Vorteil (ich formuliere das vorsichtig) und Hilft diese Basiszucht voran zu bringen weil der Pool der schlechten Eigenschaften ausgedünnt wird.
    Und ich dachte ich habe ein besonderes Händchen für Bienen ;)
    Olli

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    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
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    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Dann ist die Varroa in gewisser Weise ein gewisser Vorteil (ich formuliere das vorsichtig) und Hilft diese Basiszucht voran zu bringen weil der Pool der schlechten Eigenschaften ausgedünnt wird.


    Wenn man "schlecht" definiert als "für den Imker unerwünscht", stimmt das wohl. Aber wer weiss welche notwendigen Erbanlagen und Eigenschaften, die evtl irgendwann noch gebraucht werden, durch diese Selektion verloren gehen?

  • Hallo Chris,
    genau da legst Du den Finger in eine offene Wunde.
    Wir wissen es halt nicht, und sollten daher den Genpool unserer in Imkerhand befindlichen Bienen möglichst breit
    fächern und die Biene in ihrer ganzen Vielfalt zu erhalten suchen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Zitat


    und sollten daher den Genpool unserer in Imkerhand befindlichen Bienen möglichst breit
    fächern und die Biene in ihrer ganzen Vielfalt zu erhalten suchen.


    Diese Aussage lese ich oft. Was bedeutet das genau? Aus meiner Laiensicht ist es also gerade von Vorteil wenn hier Buckfastgene in Umlauf gebracht werden. Wie ist das auch in Hinblick auf das Zitat zu sehen?
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

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    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Olli,
    jetzt bringst Du mich in leichte Schwierigkeiten. Ich möchte absolut keinen "Glaubenskrieg" vom Zaune brechen, was hier aber sehr wohl geschehen könnte.
    Aber schau mal: Es gibt wohl so um die 400 -500 verschiedene Hunderassen. Jede mit ihrer ur-eigenen Varietät. wie schlimm müsste ich mir eine Welt vorstellen, in der es nur Mopse oder Dackel gäbe, oder meinetwegen Schäferhunde?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Olli,
    jetzt bringst Du mich in leichte Schwierigkeiten. Ich möchte absolut keinen "Glaubenskrieg" vom Zaune brechen, was hier aber sehr wohl geschehen könnte.


    Keine Angst ich habe hier den Finger drauf. Mir geht es um subjektive Einschätzungen. Sofern Meinungen gut begründet sind bleiben sie stehen. Wenn jemand stenkert wird der Beitrag gelöscht.

    Zitat

    Aber schau mal: Es gibt wohl so um die 400 -500 verschiedene Hunderassen. Jede mit ihrer ur-eigenen Varietät. wie schlimm müsste ich mir eine Welt vorstellen, in der es nur Mopse oder Dackel gäbe, oder meinetwegen Schäferhunde?


    Wenn ich dich richtig verstehe dann ist es deiner Meinung nach gut so wie es jetzt ist - die Pluralität der verschiedenen Rassen und Linien.
    Du kennst ja nun die Bienen der sogenannten Landbiene schon recht lange. Wie habt sich diese Biene in den letzten Jahren verändert bei dir? Wie wirken/wirkten sich die verschiedenen Einflüsse von Buckfast und Importbienen aus? Henry ist ja von so gewissen Neuseeland "Fehlbegattungen" nicht so begeistert wenn ich mich da noch recht entsinne.
    Olli

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  • Habe die Diskussion um Landbiene und alte Waben und so hier rein ausgelagert http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=25423
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
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    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Moin,


    eine verlorengegangene Eigenschaft ist z.B. ganz aktuell die fehlende Bekämpgung von Rankmaden und von Wespen. Ein Volk in der Natur, also ein Landbiene, wäre ruck zuck weggefressen und ausgeräubert und vorbei wär's mitti Fortpflanzung. Ein solches Volk in Imkerhand wird gehegt und gepflegt und man bekämpft die bösen Wespen und toleriert angefressene Rähmchen und hochgedrückte Larven, weil das Volk ja so sanft und zutraulich ist, (... Männchen macht und spricht ...)


    Eine imkerliche Selektion auf genetisch angelegte Breite und Anpassungsfähigkeit ist unmöglich. Wir schaffen es schon nicht, einer Biene Brutnestferne Honigstapelung bei geringer Volkstärke anzuzüchten. Wie wollen wir das dann hinkriegen auf Bienen zu selektieren die Wespen und Rankmaden konsequent abstechen, rauszerren, (... zerstückeln und zur Abschreckung als Schlachtfeld sterbend um den Stock verteilen ...) den Imker aber süß umsummen und immer unter seinen Fingern Platz machen ect. Wir haben es im Moment mit einem im Freien lebenden Haustier zu tun. Wir machen die Regeln der Zucht. Wir spielen Gott und Natur und vermutlich geht es schief, weil wir noch nichtmal sehen, wieviel wir von unseren Bienen nicht wissen und dennoch dran rum züchten und gnadenlos auslesen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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