Zusetzen bei erfolglosem Ableger

  • hallo,


    Wahrscheinlich gibt es hierauf schon eine Antwort, - irgendwo in der Datenflut- aber ich muss trotzdem noch einmal neu fragen.


    Ich habe im März 6 Buckfastvölker bekommen die extrem stark waren und im April im Abstand von einer Woche jeweils 2 mal stark geschröpft worden sind.


    Beim ersten Schröpfen machte ich 5 Ableger mit jeweils 5 vollen Bruträhmchen, und es waren 6 bis 8 Wabengassen stramm besetzt.


    Beim zweiten Schröpfen machte ich 7 Ableger mit wieder jeweils mindestens 4 vollen Bruträhmchen, wieder waren 6 - 8 Wabengassen stramm besetzt. Es gab Futter, Pollen und einen neuen Standort.


    Fazit heute:


    Bei den ersten Ableger sind fast 5 Wochen um, bei den anderen 4 Wochen. In verschiedenen Ablegerzargen habe ich ausgefressene Weiselzellen gefunden (teilweise bis zu 5), aber in nur einem einzigen Ableger findet sich heuer ein Brutnest.


    Eigentlich soll man ja nach 30 Tagen wiedervereinigen wenn keine Brut gefunden wird, aber die 6 Stammvölker aus denen ich die mittlerweile 12 Ableger gemacht habe sind bereits alle wieder 2 Zargig, trotz schröpfen. Denen kann ich doch die überzähligen Bienen nicht alle vor das Flugloch werfen.


    Die Risiken eine neue Königin zuzusetzen kenne ich. Aber was ist meine Alternative ?


    Ich würde die Völker gerne behalten zumal in allen Ablegern ja schon durch das schlüpfen der alten Brut sehr volksstarke Verbände zustande gekommen sind.


    Wie bekomme ich diese Ableger denn nun am sichersten beweiselt bevor sie mir Drohnenbrütig werden.


    Wäre für Hilfe sehr dankbar.


    Gruß


    Stefan

  • Hallo Stefan,


    ich hab grad das sebe Problem, da es bei uns während die WZ verdeckelt waren, empfindlich kalt war (eine Nach mit -7°C) sind bei mir auch nicht alle was geworden.


    Besorg Dir begattete Königinen, fege alle Waben am Standort des Ablegers in die leere Kiste ab (sind ja Brutfrei), schmeiß die Kö dazu (oder im Käfig dazuhängen) und gut is. Am Boden ein Stück Plastikfolie auf dem etwas Futterteig ist.
    Am nächsten Tag setzt Du eine weitere Kiste mit Anfangstreifen oder MW auf. Die Bienen werden raufziehen, wenn die Kö gekäfigt ist, dann hochhängen (zuckerverschluss, oder besser gleich befreien).
    Einen Tag später leere untere Kiste weg und füttern.


    Such mal nach totaler Bauerneuerung oder offener Kunstschwarm, ist nichts anderes.

  • Hallo,


    ich hätt`s jetzt ohne Erneuerung gemacht,
    also die Ableger in Form von zusammengefegter Bienenmasse zu entsprechend passenden Kunstschwärmen vereinigen, begattete Königin im Ausfresskäfig dazu, Kellerhaft, damit die nicht zu den alten unbesetzten Standorten zurückwollen und zusammenfinden (mit ein bisschen Futter!). Einschlagen in erweiterte Zargen (Ablegerwaben plus MW), ausfressen lassen, füttern.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Danke für die Antworten.


    Zum Kunstschwarm degradieren dachte ich mir auch schon. Ob nun der alte Wabenbau bleibt oder nicht scheint gleich viele Anhänger zu haben.


    Aber da auf jeden Fall gefüttert werden muß favorisiere ch mal eine Wabe mit etwas Honig und Wasser drin lassen, - Kellerhaft zwei Tage ist auch klar, - möglichst neuer Standort ist auch klar, den alten Wabenbau ggf. nach 14 Tage wieder zugeben, falls es geklappt hat mit der Weiselannahme ? Sonst wären ja alle bisherigen Brut- und Futterwaben für die Katz.


    Ohne Ausfresskäfig zuschmeissen wage ich nicht. Nicht mehr. Selbst mit Ausfresskäfig wurden mir im letzten Jahr zahlreiche Königinnen sauber abgemurkst und zum aufsammeln nackt vor die Beute geschmissen. Dabei kann man dann schon mal die Lust verlieren.


    Ich favorisiere da schon eher die Lösung mit dem Ausfresskäfig mit einem extra dicken Futterteigverschluss.


    Doch dabei drängt sich mir ein ganz neuer Ansatz auf.


    Was wäre denn wenn man der Gewöhnungszeit von Anfang an wesentlich mehr Zeit einräumen würde. Also zum Beispiel die neue Königin nebst einiger orientierungsloser Jungbienen eines Weiselrichtigen Volkes mit einem Zusetzkäfig zusetzen der nach frühestens 3 - 5 - 7 Tagen freigefressen sein dürfte. Quasi in einer zusätzlichen Leerzarge oben auf die Rähmchen des Ablegers stellen. Dann gäbe es einige Tage Zeit die Ablegerzarge mit Königinnenduftstoffen zu infiltrieren und vielleicht versiegt der Killerinstinkt des Ablegers ja mit fortschreitender Gewöhnungszeit und außerdem können alle Ablegerbienen recht nahe an die neue Königin heran kommen und umzu krabbeln.


    Oder der neuen Königin eine komplette neue Zarge mit Futter und Waben zur Verfügung stellen, ggf. wieder mit ein paar Jungbienen eines anderen weiselrichtigen Volkes und diese Zarge dann komplett auf die Ablegerzarge stellen. getrennt natürlich durch ein luftdurchlässiges aber durchkrabbelsicheres Vlies. ? Nach einigen Tagen dann das Vlies geringfügig perforieren und zwei Tage später ganz raus nehmen.


    Hat das schon mal einer gemacht ? Wurde so was schon mal beschrieben ?


    Oder brauchen die Bienen des Ablegers den unmittelbaren Körperkontakt zur Königin ?


    Gruß

  • Hi,


    also, ich find das nun wieder übertrieben, denn die Bienen sind ja weisellos.
    Das Zusetzen im Kunstschwarm ist eigentlich eine sichere Methode, und Du versammelst bzw. mischst doch hier im KS Bienen, die allesamt hocherfreut über eine neue Königin sind.
    Somit sind alle zusammen eben die notwendige Zeit in Kellerhaft und die Königin solange im Ausfresskäfig mit dabei.
    Sie so lange zu käfigen, wie Du beschreibst, halte ich nicht für gut und nicht notwendig.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Lass an Waben drin was Du für richtig hältst, käfige so lange Du das möchtest, bring sie in den Keller wenn Du meinst.


    Ich mach das alles nicht.


    - Kö in leere Kiste am alten Standort, von mir aus im Käfig
    - Alle Bienen rein, alle Bienen die abfliegen fliegen automatisch in die Kiste zurück, die kennen ja nur diesen Weg
    - Bienen sammeln sich in Traube um Kö und haben nur die eine Möglichkeit als Volk zu bestehen, die nehmen die an, verlass Dich drauf.
    - Nach einem Tag Kiste mit Rähmchen drauf oder halt einfach in die untere Kiste reinstapeln, ich hänge immer gleich meine Rähmchen rein, da ich nur mit Anfangstreifen arbeite, können sie sich auch so zur Traube formen
    - Kö freigeben
    - Füttern


    Wenn Du die Kö so lange käfigst, dann werden die der Guten die Beine abkauen, eben weil sie zu ihr wollen und nicht können.
    Wenn Dir früher mal welche abgestochen wurden, dann nur, weil die die Möglichkeit hatten, sich noch eigene nachzuschaffen.


    Ich hab heute meinen Schaukasten besetzt:
    2 Brutwaben (ausschließlich verdeckelt), 1 HW und eine mit Anfangstreifen.


    Nach 2 Stunden eine fremde Kö so mit Honig beschmiert, das sie kaum mehr laufen konnte. Dann hab ich durch die Scheibe zugesehen, wie sie von den Bienen saubergeleckt wurde. Sie hat dabei ganz still gehalten.


    So einfach kanns sein. Man kann es sich aber auch schwer machen. Wichtig ist nur, das sie hoffnungslos weisellos sind und das sind sie im Kunstschwarm.