Schwarm, Weiselzellen und zugesetzte Königin

  • Hallo,


    ich brauche Informationen und Rat zu meinem noch weisellosen Schwarm. Bei meinem zweiten dieses Jahr gefangenen Schwarm ("Schwarm2") hatte ich den Verdacht, dass die Königin den Schwarmfang nicht überlebt hatte oder aufgrund einer Nacht im Freien unfruchtbar wurde, deshalb hing ich ein Stück Brutwabe mit junger Brut zu, als Weiselprobe. Die Bienen haben daran mehrere Nachschaffungszellen gebaut.


    An diesem Wochenende hatte ich mit einem anderen Schwarm ("Schwarm5", ich habe aber nicht alle vorherigen behalten) erhebliche Probleme (Samstag abend aus 10 m Höhe aus einer Buche, die Bienen wollten nicht runter, als ich einen Großteil unten hatte zog er nur teilweise in den Kasten und brauste stark). Ein sehr netter Dozent auf einem Lehrgang hat mir am Sonntag auf meine Bitte hin eine (unbegattete) Königin mitgegeben. Er meinte, wenn der Schwarm weisellos sei, dann würden sie die Königin besterzeln, wenn sie eine hätten, dann würden sie Stechbewegungen machen.
    Tja, die Bienen wählten eine dritte Variante: sie ignorierten den Zusetzkäfig mit der jungen Königin fast komplett. Nur einige wenige 'rochen' am Gitter. Ich wusste nichts besseres, als den Zusetzkäfig über Nacht in die Beute zu hängen, worin sich auch ein Teil der Schwarmes befand, der Rest übernachtete unmittelbar vor der Beute in einem Maschendrahtzaun. Trotz heftigen Regens. Heute morgen sah es unverändert aus. Heute Mittag jedoch flog der Schwarm davon, die Beute war wieder leer bis auf ein paar verlorene Nachzügler und den Zusetzkäfig mit Königin.
    (ich hatte keine Brutwabe, um den Schwarm damit festzuhalten. Mein älteres Volk ist auch geschwärmt und hat deshalb z.Zt. keine junge Brut mehr, die gefangenen Schwärme noch keine.)


    Ich brauchte nun einen gutes Zuhause für die Königin im Käfig und habe sie deshalb dem ganz oben erwähnten Schwarm2 zugehängt, der bisher Nachschaffungszellen pflegt.


    Nun meine Fragen:
    - ist damit zu rechnen, dass die Bienen erst den Begattungsflug der zugesetzten Königin abwarten, bevor sie die (verdeckelten) Nachschaffungszellen ausfressen? Oder zerstören sie die nun gleich? Oder nehmen sie die zugesetzte Königin vielleicht gar nicht an, wenn sie bereits mehrere verdeckelte Nachschaffungszellen pflegen?


    - wie lange hält es eine unbegattete Königin unbeschadet außerhalb eines Bienenvolkes in einem Zusetzkäfig aus? Eine der zwei Begleitbienen ist gestorben.


    - wie lange überleben verdeckelte Weiselzellen ohne Brutschrank außerhalb des Volkes?



    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,
    also ich denke das zusetzen der Königin in den Schwarm wird nicht funktionieren, so lange dort Weiselzellen vorhanden sind. Diese solltes Du vorher entfernen. Normal würde ich auch dann noch ein zwei Tage zu warten bevor die Königin in Käfig dazu kommt, aber angesichts der Tatsache das sie ja schon einige Tage in dem Käfig sitzt, würde ich wohl das Risiko eingehen und sie gleich rein hängen, aber den Käfig zum ausfressen erst am nächsten Tag öffnen, wenn denn noch Begleitbienen vorhanden sind.
    Aber ob sie die Königin annehmen werden ist so halt schon ein gewisses Risiko.

  • Hallo,


    ein Update zum Stand der Dinge:


    also ich denke das zusetzen der Königin in den Schwarm wird nicht funktionieren, so lange dort Weiselzellen vorhanden sind. Diese solltes Du vorher entfernen.


    Ich habe das Rähmchen mit der Weiselprobe und Weiselzellen sowie zwei weitere Rähmchen mit begonnenem Wabenbau, gut gefüllt mit Honig, und dicht besetzt mit Bienen in eine andere Zarge gehängt. Quasi ein Begattungsvolk für die Weiselzellen gebildet wie ein Ableger, wobei es mir in diesem Fall nur darum ging, die Weiselzellen vor der Zerstörung zu bewahren. Habe außerdem das Flugloch der neuen Zarge mit Zweigen garniert, damit sich die Bienen neu einfliegen. Hat leider nicht geklappt: viele Bienen sind zum alten Kasten zurückgekehrt, im neuen blieben nur wenige zurück.


    Zitat

    Normal würde ich auch dann noch ein zwei Tage zu warten bevor die Königin in Käfig dazu kommt, aber angesichts der Tatsache das sie ja schon einige Tage in dem Käfig sitzt, würde ich wohl das Risiko eingehen und sie gleich rein hängen, aber den Käfig zum ausfressen erst am nächsten Tag öffnen, wenn denn noch Begleitbienen vorhanden sind.
    Aber ob sie die Königin annehmen werden ist so halt schon ein gewisses Risiko.


    Ich habe den Käfig mit der Königin reingehängt, aber gleich geöffnet zum Ausfressen. Dauerte einige Tage, bis sie frei war. Bis gestern dachte ich, dass das ganze ein einziger Misserfolg sei, denn letzte Woche habe ich eine Menge verdeckelte Drohnenzellen gesehen, aber keinerlei verdeckelte Arbeiterbrut. Es sind Dadanträhmchen mit Anfangsstreifen, die Bienen können sich also Drohnenzellen bauen wie sie möchten (und haben das für meinen Geschmack auch etwas zu ausgiebig getan). Trotzdem war auch Drohnenbrut in Arbeiterinnenzellen, weshalb ich das Volk für 'drohnenbrütig' und damit für verloren hielt. Dazu kam noch, dass ein sehr erfahrener Imker aus unserem Verein mir diese Woche auf meine Nachfrage am Telefon sagte, dass ich da sowieso keine unbegattete Königin hätte zusetzen können. Also Volk verloren und die gezeichnete Königin des Dozenten ebenfalls verschwendet.


    Gestern habe ich einen sehr kleinen Schwarm gefangen. In der Hoffnung dass da vielleicht eine Weisel bei wäre, wollte ich das drohnenbrütige Volk abkehren und sich am alten Standort mit dem Schwärmchen vereinigen lassen.
    Dann endlich mal eine freudige Überraschung: in dem bisher drohnenbrütigen Volk die gezeichnete Weisel gesichtet, und auch einige ordentlich bestiftete Zellbereiche gesehen. Offenbar hat sie es doch noch geschafft. :)


    Und in der Zarge, in die ich die Weiselzellen umgehängt hatte, habe ich unter den (wenigen) Bienen ebenfalls eine Königin gesichtet, außerdem junge Brut! :-D
    Ein Völkchen wie in einem EWK, nur in einer Dadantzarge...
    Habe diese Zarge nun unterteilt (hätte ich gleich machen sollen) und in die andere Hälfte das Schwärmchen einlaufen lassen.


    Wenn das Schwärmchen eine brauchbare Königin dabei haben sollte, dann hätte ich nun die andere Königin in Reserve. Wenn nicht, dann kann ich die beiden Völkchen in der Zarge vereinigen.



    Was ist da bisher alles passiert? Meine Vermutung: die Königin des anfänglich durchaus sehr starken Schwarmes hat entweder beim Vom-Baum-holen oder in der Nacht im flachen Bienenfladen im Freien Schaden genommen und hat nur unbefruchtete Eier gelegt. Sie 'wusste' es aber nicht und hat deshalb sowohl Drohnen- als auch Arbeiterinnenzellen bestiftet.
    Die Arbeiterinnen haben es aber durchaus bemerkt und deshalb die Weiselprobe gierig angenommen und Zellen geschaffen. Ich Dämel habe das ganze gefährdet, indem ich diese schönen Zellen gegen eine unbegattete Königin im Käfig ausgetauscht habe.


    Das nächste Mal würde ich mit der gezeichneten unbegatteten Königin und Bienen aus dem Schwarmvolk eine Begattungseinheit bilden und die Weiselzellen im Schwarmvolk lassen. (Stattdessen hatte ich es genau umgekehrt gemacht.)


    Nun noch eine Frage: die Dadanträhmchen sind alle nur teilweise ausgebaut, mit mehreren 'Wabenzungen'. Dieses Bild mit mehreren Wabenzungen ist auch ein Zeichen dafür, dass dieses Volk längere Zeit ohne 'richtige' Königin war, richtig?
    Sollte ich diees Jahr noch Bereiche mit Drohnenzellen aus diesen Waben ausschneiden? Oder besser langsam gegen neue Rähmchen austauschen?


    Grüße,
    Robert