Hornissen im Rolladenkasten

  • Hallo,
     
    auf unserem Balkon fliegt seit 2 Wochen eine (sehr große) Hornisse ständig vom angrenzenden Wald in unseren Rolladenkasten. Sie kommt ca. alle 2-3 Minuten, verschwindet im Rolladenkasten und kommt kurz darauf wieder raus.
    Baut sie ein Nest? Gründet sie ein Volk? Warum ist es nur eine?
    Würde mich freuen, wenn jemand Antworten hat.:roll:

  • Moin , Moin aus Hamburg ,
    es ist am Anfang immer nur eine. :wink:
    Schau mal hier : http://www.hornissenschutz.de/kompakt.htm


    Ist eine spannende Sache. In der Regel harmlos...die erkennen Dich:cool:


    Beste Grüße
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Danke für die Info.
     
    Ich bin mir nicht schlüssig, ob ich den Rolladenkasten abdichten soll, damit die Königin nicht mehr rein kann. Dann sucht sie sich vielleicht einen anderen Platz.
     
    Ist vielleicht doch unangenehm, wenn im August oder September reger (Hornissen-)Flugverkehr auf dem Balkon herrscht. Wir müssten dann den ganzen Sommer wohl im Garten sitzen.

  • Hallo PeterB,
    Das Problem dürfte nicht der rege Flugverkehr sein, Hornissen sind sehr friedliche Tiere.
    Aber sie haben im Rolladenkasten nichts verloren!!!
    Begründung:
    Hornissen sind Fleischfresser, sie füttern ihre Brut mit erbeuteten Insekten etc.
    Die Brut kotet nach dem Verdauen einen übelrichenden, flüssigen Mist ab.
    Das ist der Grund, warum die Nester der Hornissen auch unten offen sind.
    Dieser Kot oder Gülle frisst sich durch den Rolladenkasten oder läuft aus irgendwelchen Ritzen.
    Das Resultat ist zum einen eine Verfärbung der Tapeten etc. durch einen übelriechenden Fleck, zum anderen eine Geruchsbelästigung im Haus.
    Wer den Geruch kennt, riecht schon beim betreten eines Hauses, ob da irgendwo ein Hornissennest ist.
    Deshalb ist ein Hornissen Nest im Rolladenkasten fehl am Platz.
    Fraglich ist jedoch, ob ein verschließen der Ritzen jetzt noch sinnvoll ist. Die Königin hat wahrscheinlich schon ein Nest angelegt und die ersten Arbeiterinnen erbrütet. Was Du siehst sind wahrscheinlich die ersten Arbeiterinnen, die jetzt die Königin unterstützen.
    Wenn Du da versuchst, die Tiere durch Vergraulen von dem Nest zu vertreiben erledigst Du im Erfolgsfall das ganze Völkchen, da es fraglich ist, ob sie jetzt noch einen Neuanfang schaffen. Abgesehen davon, das Du wahrscheinlich die Hornissen Königin im Nest einsperrst, da diese nach dem Erbrüten der ersten Arbeiterinnen das Nest nicht mehr zur Nahrungssuche verlässt.
    Das Vergraulen könnte auch den unangenehmen Effekt haben, das die eigentlich friedlichen Tiere plötzlich aggressiv auf menschliche Bewegungen reagieren.
    Ich wurde einmal zu einem Hornissenvolk in einem Rolladenkasten gerufen das sehr aggressiv sein sollte. Das hatte ich bis da noch nicht erlebt und schien mir übertrieben.
    Wir wurden jedoch bereits von den Hornissen angegriffen, als wir mindestens 10m entfernt in der Wohnstraße aus dem Auto stiegen.
    Die Erklärung: Das starke Volk saß neben der Eingangstür im Rolladenkasten, der Hauseigentümer hatte täglich mehrmals die Rolladen bewegt um die Tiere zu vertreiben.
    Diese ständigen Störungen hatten die Tiere offenbar sehr leicht erregbar gemacht.


    Ich empfehle Dir, den Fall von einem Spezialisten für die Umsiedlung von Hornissenvölkern begutachten zu lassen.
    Da Hornissen unter Schutz stehen, bedarf es zur Umsiedlung oder Abtötung der Genehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde.
    Wende Dich also an Deinen Kreis oder Deine Stadt, die müssten eigentlich die Adressen entsprechender Spezialisten haben.
    Bei uns in der Region ist der Einsatz solcher Umsiedler in der Regel kostenlos, da sie ehrenamtlich tätig werden.
    Gruß Hubert

  • Dieses Jahr siedelt auch bei mir eine Hornissenqueen im Rolladenkasten (Wohnzimmer/Terasse).
    Ich freue mich drauf und bewege den Rolladenkasten nicht mehr, damit sie in Ruhe schaffen können.
    Das bringt mir endlich wieder 1 Jahr Ruhe vor Wespen auf der Terasse.


    Laß sie drin. Hört eh im Herbst wieder auf.


    Hatte schon mal ein Nest im Schlafzimmer-Rolladenkasten.
    So schlimm war das mit dem Dreck nicht.
    Sie haben allerdings an der Styro-Dämmung geknabbert.
    Kann man reparieren...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Hallo !


    Ja, Hubert und Radix haben recht.


    Hornissen erkennen Dich und Deine Familie ... die stören Dich nicht außer vielleicht durch Ihren Brumton.
    Stechmücken und Fliegen werden im nahen Flugkreis zuverlässig reduziert.
    Meine Mutter war damals begeistert, so ungestört vor Fliegen und Wespen konnte sie noch keine Nachmittagskuchen auf der Terrase servieren.


    Allerdings gegen Ende des Nestes wurde es etwas unangenehm, die rausgeworfenen Maden krümten sich lange am Boden und es roch unangemehm. Das war aber nichts gegen Geruch der aus dem Rolladenkasten beim öffnen kam, da war eine Sanierung des Kastens notwendig.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Also was ich meinen derzeitigen Anrufern mit ähnlichen Problemen sage ist: Abwarten und sehen ob überhaupt was draus wird. Nur eine von zehn gründet erfolgreich und das kann ich bestätigen. Meist wird einfach nichts daraus. Aber wenn was draus wird dann rate ich auch zur Umsiedlung da wirklich ziemlich müffelnd. Wenn der Rollokasten gut zu öffnen ist, geht das schadfrei und problemlos. In der Beraterdatenbank bei www.hymenoptera.de gibt es lokale ANsprechpartner.


    Grüße
    Melanie

  • Hallo,
    ich bin auch mal wieder hier, grüß Euch!
    Ich habe eben entdeckt, daß bei uns eine Hornisse nesten möchte, bzw. schon angefangen hat zu bauen. Im Gewächshaus, so auf Augenhöhe in einer Ecke. Sehr interessant, daß sie einen erkennen werden, diese Hornisse hat sich schon vor zwei Tagen auf meinen Arm gesetzt im Gewächshaus, da habe ich sie noch begrüßt, jetzt, da sie ein Nest baut, habe ich aber trotzdem ein wenig Angst, einfach weil ich mich mit ihnen nicht auskenne, und wenn ich mir vorstelle, so ganz viele von den großen Tierchen, hm. Ich habe folgende Fragen, die sich u.a. auch aus den obigen Beiträgen noch ergeben:
    - wie groß wird so ein Nest, im Moment ist es so Tischtennisball groß, freihängend
    - Was für Maden werden irgendwann da rausgeworfen, die dann riechen?
    - Kann ich mich vermutlich im Gewächshaus noch bewegen, wenn das Nest bleibt (und was wird)?
    - Auf was muß man achten, um nicht gestochen zu werden, was mögen die Hornissen nicht? (schnelle Bewegungen usw., Wasser, wenn gegossen wird?)
    - Fressen Hornissen auch Schnecken?
    - Sollte ich das Nest dort lassen, oder umsiedeln lassen?
    - wenn umsiedeln, mal wieder die Frage, wer macht das? (Jetzt Raum München) Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich damals den Wespeneintüter gefunden habe, vermutlich über die Seite von Hymenoptera.
    - wie lange bleibt der Geruch von den Hornissen, wenn es welchen gibt? Schadet der dem Gemüse (ich denke ja mal nicht, frage trotzdem)
    - Werden sie auch das Gemüse essen? (Vorwiegend Tomaten, Gurken, Zucchini)
    - Muß ich denn überhaupt Angst haben? :-))))
    - werden sie vermutlich ab sofort jedes Jahr dort ein Nest bauen?


    Eigentlich freue ich mich ja über Hornissen, ich finde sie beeindruckend, hier sind schon die ganze Zeit über ziemlich viele, naschen von Blüten und Äpfeln, haben uns sonst ganz in Ruhe gelassen (im Gegensatz zu den aufdringlichen Wespen *gg). Aber gestochen werden möchte ich halt nicht. Und in dem Gewächshaus wäre es halt schon etwas eng beisammen mit den Hornissen, ich frage mich, ob sie sich dann nicht einfach deshalb gestört fühlen. Mich ängstigt das laute und hektische Fliegen schon ein wenig, wenn ich so gar nicht aus dem Weg kann.


    Ich weiß, es sind immer die gleichen Fragen von diesen Laien! *gg


    Liebe Grüße
    Balkonbienchen


    Ich habe mal ein Bild gemacht, leider unscharf, aber vielleicht könnt' Ihr die Tierchen (noch sind es nur zwei) dennoch identifizieren. Damals hielt ich ja die Wespen erst für Bienen. *peinlich*
    http://www.bilder-hochladen.net/files/i1u2-2-jpg.html


    Habe nochmal versucht, ein besseres Bild zu machen:
    http://www.bilder-hochladen.net/files/i1u2-4-jpg.html

  • Ja, das ist keine Hornisse, sondern eine Feldwespe. Harmlos wenn das Nest erschütterungsfrei bleiben kann - die werden auch nicht sehr groß und haben unter 40 Arbeiterinnen. Die gehen Dir auch weder ans Dessert noch an die Gurken (nein, und das ist nicht mit Ehec verbunden...die mögens halt nicht...).


    Melanie

  • Hallo,
    achte mal, wie sie fliegen. Bei mir im Garten ist eine Wespenart (sieht ähnlich aus), die schlägt beim Fliegen die Vorderbeine elegant übereinander.
    Ich beobachte sie ganz gerne. Sie fliegen meist zu meinen Brombeerbusch und lassen sich unter den Blättern nieder. Ich empfinde sie als sehr friedliebend. Es geht so keine agressivität von ihnen aus. Habe sie auch noch nie am Tisch gehabt.
    Gruß Kirstin

  • Sehen im Flug fast aus wie Weberknechte, oder wie die heißen, die man im Sommer oft in der Wohnung hat, mit den herabhängenden Beinchen, nur in gelborange. Auf jeden Fall ist nun auf der anderen Seite noch ein Nest, habe ich heute entdeckt, sieht eigentlich ganz genauso aus, nur die Wespen (?) sehen anders aus, dunkler, die habe ich noch nicht fliegen sehen, bauen bisher nur am Nest rum. Mir sind sie jetzt recht, ich habe ja bereits hier gehört und mittlerweile auch noch nachgelesen, daß Feldwespen nicht aggressiv sind, sie bestäuben ja auch (sehe ich doch richtig, oder?), und wenn es nicht gar so viele werden, ich muß da nur noch zum Gießen und ernten rein. Und zum Schnecken sammeln, die fressen sie ja leider nicht.
    Vor dem Gewächshaus ist ein kleiner Tümpel, ob sie deshalb alle dort sind, weil sie die Mücken wie eine Vorratskammer dort haben? Der Tümpel ist eigentlich nur ein unnützer Steintrog, der mit Regenwasser volläuft, vielleicht muß ich den mal mit Steinen auffüllen oder so. Ein klein wenig Angst habe ich immer noch, ob es ihnen nicht zu eng, also bedrohlich eng, mit mir zusammen wird dort, 2x3 Meter Raum. Das ist einfach die Angst der Unwissenden. Ich werde mich langsam und ruhig bewegen, Erschütterung kann ich leicht vermeiden. Wir machen Teamplay, sie bestäuben und haben den Nektar, ich die Ernte der Früchte, und wir alle etwas davon. Das wird schon gutgehen. Und daß die vielleicht auch müffelnde Maden runterwerfen könnten, das will ich jetzt mal gar nicht hören! :-))))