Nur ein Zander Brutraum?

  • Moin,


    das Thema ist immer das gleiche und es ist schnurz, ob die Bienen in Zander oder sonstwas sind.
    Ausführliche Erklärungen findet man auch hier in den Threads zum Einsatz des Schieds. Aber offensichtlich liegt hier immer wieder der Knackpunkt, das nachzuvollziehen.


    Einen Widerspruch zu Adam kann ich nicht entdecken. Um einen Dadantbrutraum auszunutzen braucht es starke Völker und leistungsstarke Königinnen. Mit ein paar Bienchen in welcher Kiste auch immer ist keine Honigernte zu machen.
    Wenn dann noch Platz ohne Ende ist, um selbigen um das Brutnest zu lagern, wirds schon mal weniger zu ernten.
    Und bei einer schärferen Trennung von Brut und Honiglagerung, sowie gleichzeitig aber ausreichend Nachschub und Brutumsatz plus Steuerung der Bienenmasse und Junbienen + Bau über die Honigräume
    gibt es mehr und besser zu erntenden Honug kombiniert mit weniger wahrscheinlichem Schwarmtrieb. Wenn dann noch eine schwarmträge, überkopf lagernde Biene im Spiel ist, klappts auch mit der Zargenzahl und -füllung.


    In einer Zanderzarge passt Winterkugel eines fetten Volkes plus deren notw Futter nicht. Das wollte Lzffi wohl sagen.
    Außerdem kommen starke Königinnen hier evtl an die Grenze.
    Und dass nicht brutpflegende Summsen älter werden ist schließlich bestens belegt und keine Individualauffassung.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • das Thema ist immer das gleiche und es ist schnurz, ob die Bienen in Zander oder sonstwas sind.


    Das mag im Sommer halbwegs schnurz sein, im Winter und im Frühjahr jedoch kann man Unterschiede sehen.


    Adam selbst hat ein Schied verwendet. Man lese wortwörtlich bei ihm nach - und wird entdecken, dass er keinesfalls ein ganzjährig unbeschränktes Brutnest empfohlen hat!


    Mit ein paar Bienchen in welcher Kiste auch immer ist keine Honigernte zu machen.


    Man lese bei Golz nach, wie auch dies möglich wäre.


    Zitat

    In einer Zanderzarge... kommen starke Königinnen hier evtl an die Grenze.


    Ja und? Schon mal überlegt, warum unbegrenzte Königinnen viel weniger lange leben, als in älterer Literatur angegeben?


    Und auch Adam "schonte" seine Zucht-Königinnen.


    Zitat

    Und dass nicht (Anmerkung: und weniger) brutpflegende Summsen älter werden ist schließlich bestens belegt und keine Individualauffassung.


    ...so vergib ihnen, obwohl Sie wider besseres Wissen handeln...

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Von jahreszeitliche Unterschieden war bisher nirgends die Rede, ich bin darauf auch gar nicht eingegangen, auch behauptete ich nicht, dass dem nicht so sei, darum ging es hier ja gar nicht,
    es ging bei der Ausdrucksweise "schnurz" lediglich darum darzustellen, dass das Prinzip der Begrenzung grundlegend funktioniert und immer ähnlich bleibt und zwar in einigen verschiedenen Betriebsweisen und Beuten.
    Hier ging es nun mal um den einen BR in Zander, wobei ja eigentlich zweizargig hier Standart ist. Bei 1,5-Sonstwas oder in Dadant läufts mittels Schied.


    Was Adam schrieb und verwendete bzw. empfahl, ist mir durchaus bekannt, wo ging es um etwas Gegenteiliges?
    Ein ewigseligmachendes Evangelium seh ich darin ebensowenig, es soll ja Leute geben, die sowohl in einem andern Trachtgebiet sitzen als auch andere Intentionen haben.


    Golz und auch sonst niemand kann mit einem Mickervolk eine nennenswerte Honigernte einfahren. Dabei bezog ich mich auch eher auf die weiter oben genanten Zahlen aus der Berufsimkerei.
    Man kann Leistungsproduktion betrieben, auch noch mit ganz anderen Methoden, man kann aber auch moderat fahren. Das ist klar. Und jeder muß das für sich selbst entscheiden und für seine Bienen. Jeder leistungssteigende Einzelschritt hat ggf. wieder Auswirkungen in andere Bereiche, auch das sollte man sich überlegen.
    Es ging doch hier vielmehr darum, das Grundprinzip zu verstehen.
    Und wenn das verinnerlicht ist, kann man damit arbeiten oder auch lediglich regulieren oder reagieren, oder eben nicht - ganz wie man möchte und ganz nach Priorität.


    Dass die Königin in der Zanderzarge an ihre Grenze kommt, ja und? Ganz genau: Ja und!
    Ich bezog mich auf die Aussage von Luffi dazu, und auch er hat dies ja bereits weiter ausgeführt und es muß überhaupt kein Stolperstein darstellen.
    Habe ich irgendwo behauptet, das dies ein Problem sei oder ähnliches, dass so drauf geantwortet werden muß?
    Und solche Fragen wie: "Schon mal überlegt...?" brauch ich mir nicht stellen zu lassen, wo wieder der Bezug zu meinem Geschriebenen fehlt.
    Einige Königinnen sind dabei in der Legeleistung nicht unbegrenzt. Punkt.
    Wie Adam z.B. seine Zuchtmütter maximal schonte, hab ich schon vor sehr geraumer Zeit hier zitiert und erwähnt :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Vielleicht so viel zur weiteren Erläuterung:


    Es wird nur mit einem Ableger in einer Zarge geimkert.
    Und zwar wenn dieser gebildet wurde.
    Zum Ende des Bienenjahres im August/September sollte dieser Ableger dann schon ein Volk sein.
    Ein Volk hat bei mir immer zwei Zargen.
    Sonst reicht der Platz nicht für Brüten und Winterfutter.
    Dabei wird zunächst auf den Zanderbrutraum ein 2/3 Honigraum zur Lagerung von Honig und Futter aufgesetzt.
    Das Jungvolk kann dann auf Zander richtig viele Winterbienen erbrüten, ohne eingeschränkt zu sein.
    Es wird aber noch nicht alles Futter gegeben, sondern es wird erst "richtig" aufgefüttert, wenn Anfang September die 2/3 HR-Zarge mit der BR-Zarge getauscht wird. Dann ist also der HR unten und der BR oben.
    Dann wird das restliche Futter bis Ende September aufgefüttert.


    Im zeitigen Frühjahr ist der HR leer und kann zum Einengen weggenommen werden.
    Am ersten April gibt es den Drohnenrahmen und das ASG sowie den 1. HR.
    Futter kommt raus und wird bei einsetzender Tracht entnommen.
    Dafür Mittelwände gegeben.


    Ab sofort gibt es also Kirschhonig (bei gutem Wetter im April).
    Je nach Bedarf wird weiter HR aufgesetzt.
    Ausgleich der Volksstärken erfolgt jetzt nur noch zargenweise über HR und deren Bienen.
    :wink:


    Wird es jetzt klarer Maxikaner? :Biene:


    Im Frühjahr gibt es einen Praktikerkurs von Buckfast Bayern zu dieser Betriebsweise der Mittelfränkischen Wanderimker.
    Ody ist da der Macher!


    Fazit:
    Also eigentlich immer zwei Zargen am Volk!
    Außer beim Ableger bis August.
    Aber nur ein Brutraum in Zander.
    Viele HR.
    :daumen:
    Wer es nicht schafft auf zwei Zargen wird "ausselektiert".

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Danke für die Antwort Luffi, jetzt wird es logisch wie es funktioniert.
    Ich ärger mich bloß dass ich dich nicht eher gefragt hab, denn ich hatte dieses Jahr das Gefühl, dass ich bei deinem Ableger eine 2 Zarge noch aufsetzen hätte können, da ich aber nirgendwo in der Literatur gelesen hab, das ein Ableger im 1. Jahr noch eine 2 Zarge bekommt dachte ich mir dass ich mich irre und hab es sein gelassen.
    Eine 2. Zarge hätte mir bei dem Starken Volk viel weniger Kopf zerbrechen bei der Einfütterung gemacht als nur mit einer.


    Mit Ody hab ich schon gesprochen ich freu mich auch drauf.
    Nächstes Jahr weiß ich es besser. :daumen:



    Viele Grüße


    Maxikaner


  • Ich kann Luffi nur Recht geben.......


    Nach zwei Jahren probieren, komme ich für mich zu dem Schluss, das es funktioniert mit einem Zanderbrutraum.
    Nachteile in der Volksentwicklung und Stärke kann ich nicht feststellen, der Honigertrag ist etwas höher, da ja alles in die Honigräume "gepresst" wird.


    Meine Vorgehensweise über das Jahr gesehen:


    Ich überwinter in zweizargig, denn zum überwintern reicht bei starken Völkern meines erachtens eine Zarge nicht aus.
    Nach bzw. beim auswintern, nehme ich die untere Zarge weg, die zu dem Zeitpunkt eh meist leer ist.
    Je nach Wetterlage und Entwicklung, aber spätestens (meist früher schon) zur Kischblüte, setze ich den ersten Honigraum (nur Mittelwände) auf.
    Je nach Polleneintrag entnehme ich über das Jahr gesehen einmal eine Pollenwabe aus dem BR. Brut wird nicht nach oben gehängt.


    Beim Honig abnehmen, muss man aber auf die Tracht achten, ist keine große Tracht vorhanden, bekommen sie ein bis zwei Honigwaben mit den leeren HR zurück.


    Beim letzten Honigernten im Jahr, bekommen sie danach einen leeren Honiraum (ohne ASG) wider aufgesetzt und werden gleich mit einer kleinen Portion gefüttert, so dass sie dann wieder zweizargig in den Winter gehen.


    So habe ich den Vorteil, das ich zur Schwarmkontrolle nur einen BR pro Volk durchsehen muss. Auch kann ich bei dieser Betriebsweise keine erhöhte Schwarmbereitschaft, verglichen mit zweizargigen BR, feststellen. Wichtig ist nur die HR`s rechtzeitig aufgesetzt und vorallem erweitert werden.


    Sollte es dennoch zur Schwarstimmung kommen, so mache ich von dem Volk einen Königinnenableger und lasse dem Volk eine Schwarmzelle zum nachziehen.
    Selbst duch die Brutpause in dem Volk, konnte ich bisher keinen verringerten Honigertrag bei diesen Völkern feststellen.


    Ob das mit Zander und einem Brutraum jetzt die optimlaste Betriebsweise ist...... es ist aber auf jeden Fall einfacher als mit zwei BR und hat meines Erachtens keine Nachteile gegenüber zwei BR.


    Werde aber wohl in den kommenden Jahren mal ein Volk auf Dadant probieren und mir dann überlegen komplett, zumindest so nach und nach umzusteigen, wenn sich daraus noch mehr Vorteile ergeben sollten.

    Gruß Tobias

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  • luffi , danke auch für die Beschreibung. Warum der Zwischenschritt im Herbst mit oben erweit und dann Zargen tauschen. Und nicht gleich 2/3 runterschieben und füttern. Gruß Hannes

    Das genaue Gegenteil was allgemein geglaubt wird, ist meistens die Wahrheit. [Jean de la Bruyère]

  • Reine interessensfrage würde es auch funktionieren mit einem kompletten Zander HR statt 2/3?
    Ich frag nur aus dem Grund weil ich nur komplette habe, wäre aber auch kein Problem die umzuarbeiten, da eine Schreinerei vorhanden ist. Ich möchte mir nur einfach die Arbeit sparen :-)

  • Servus!


    Natürlich kann mit ganzen Zander / LS Zargen genau so geimkert werden.


    Die Völker überwintern auf 2 Zargen. Im zeitigen Frühjahr kommt die untere Zarge weg und wird eingeschmolzen. Gleichzeitig werden in der verbleibenden Zarge 2 Leerrahmen gegeben, das ASG drauf und der 1. HR aufgesetzt.


    Übers Jahr wird immer weiter aufgesetzt, so wie es die Entwicklung erfordert. Ein HR samt Honigvorrat bleibt bei den Ernten immer dauf.
    Zu Trachtende wird ein HR als 2. BR freigegeben. Darin ist entweder Honig oder es wird aufgefüttert.