Anfangsstreifen gießen

  • Hallo,
    ich möchte eine Technik zur Einbringung von Anfangsstreifen vorstellen, die ich in diesem Jahr entwickelt habe. Falls diese Technik bereits bekannt sein sollte, bitte ich um Nachsicht. Dann habe ich halt das Fahrrad noch einmal erfunden. Bitte kein Plagiatsverfahren!
    Das Verfahren ist in der angehängten Datei dargestellt.
    Ich habe diese Rähmchen an 3 Schwärmen und im Brutnestöffnungsverfahren an 7 Völkern, die bis dahin nur Mittelwände ausgebaut hatten, getestet. Die Bienen nehmen die vorgegebene Richtung einwandfrei an. Ich habe in keinem einzigen Fall Wirrbau gesehen.
    Viele Grüße
    Ralph

  • Diese Idee hier, die Anfangsstreifen der Grundlinie von Waben nachzuempfinden, ist auch gut:


    http://beenatural.wordpress.co…hives/horizontal-starter/


    Mit den Überresten abgeschnittener Waben habe ich sehr gute Erfahrung gemacht - so eine Form könnte gerade für neue Oberträger gut sein und die sichere Annahme ermöglichen.


    Mit einem Abdruck und einer Silikonform sollte das klappen.


    Anstatt eines Rollers würde ich eher acht solcher Formen hintereinander legen; heißes Wachs reingießen, das etwas über den Rand quillt und dann die Oberträger drauflegen. Abkühlen lassen und entnehmen.


    Simpel und die werden bestimmt gut angenommen.


    Gruß
    Bernhard


  • Hallo Bernhard;
    Was spricht dagegen, wenn ich in meinem Warre-Projekt (4 Zargen) die oberen beiden Zargen mit jeweils 5 Raehmchen ausstatte? Diese gedrahteten Raehmchen haengen auf Abstand und tragen den Streifen einer Mittelwand (4 cm) am oberen Rand. Werden die Bienen dann mit Naturbau fortsetzen?
    Bitte Deine Meinung dazu bevor ich im Februar starte.
    Gruesse - Klaus.

  • ...


    Ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich richtig verstanden habe, was Du vorhast. :p


    Die Warrébeute ist ja viel später entwickelt worden als die Rähmchenimkerei. Ursprünglich hatte der gute Warré ja auch Rähmchen in seiner Beute - bis er sie später aus Gründen der Vereinfachung wieder herausgeworfen hatte.


    Ganz richtig erkannt, ist der wahre Vorteil von Rähmchen die Wiederverwendung von Waben zur Honiggewinnung. Das Umbauen von Waben aus dem Brutnest für allerlei Manipulation ist weniger wichtig. Die Wiederverwendung der Honigwaben hat Warré dann auch ohne Rähmchen gemacht, indem er die Waben an den Seiten löste und am Oberträger aus der Beute entnommen hat. Die Waben wurden dann in Drahtkäfigen geklemmt und ausgeschleudert. So hatte er den gleichen Effekt, nämlich die Wiederverwendung der Waben, ohne die ganze Arbeit rund um die Rähmchenerstellung.


    Eine Schleuder für solche Oberträgerwaben ist gerade in Arbeit. Siehe auch: http://immenfreunde.de/forum/viewtopic.php?f=13&t=265


    Einige Nachfolger verwenden wieder Rähmchen in der Warrébeute, hauptsächlich im "Honigraum".


    Siehe:
    http://warre.biobees.com/delon.htm
    http://www.apiculturegatineau.fr/photo_3.html
    http://warre.biobees.com/frames.htm
    http://warre.biobees.com/denis.htm (Halbrähmchen)


    Tim Malfroy nutzt Halbrähmchen auch im Brutraum als Kontrollwaben - aber die doppelte Zargenhöhe:




    Wie im anderen Thread schon überlegt, werde ich die Brutwaben künftig über zwei Zargen laufen lassen, also 40 cm Höhe. Im März/April dann eine Zarge untersetzen, so daß der erste Bauschub des Jahres eine Art Pufferspeicher für hereinkommenden Nektar erstellt. Dann im Mai wird eine Zarge aufgesetzt. Brutzargen und untergesetzte Zargen können im Stabilbau ausgeführt sein. Die aufgesetzte Zarge dann mit Rähmchen ohne Mittelwände ausgestattet. Zwei Zargen würde ich nicht aufsetzen, sobald die Zarge gefüllt ist, kann sie ja geerntet werden. Die untergesetzte Stabilbauzarge kann dann für die letzten Trachten aufgesetzt und im Herbst geerntet werden.


    Je nachdem wie bei Dir in Spanien die Trachten hereinkommen, kann das in ähnlicher Weise funktionieren.


    Gruß
    Bernhard

  • Ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich richtig verstanden habe, was Du vorhast. :p
    Die Warrébeute ist ja viel später entwickelt worden als die Rähmchenimkerei. Ursprünglich hatte der gute Warré ja auch Rähmchen in seiner Beute - bis er sie später aus Gründen der Vereinfachung wieder herausgeworfen hatte. .........


    Danke Bernhard fuer Deine Ausfuehrungen. Was ich mir ueberlege, ist eine Kombination von Warré- und Magazinbeute. Statt der Halbraehmchen nehme ich gedrahtete Vollraehmchen, die am Oberteil einen Wachsstreifen eingeloetet haben. Hoffe dann auf einen Natur-Ausbau in keiner vorgegebenen Zellengroesse - bis auf den Anfangsstreifen.
    Durch Wabenabstand in den Honigzargen koennen die Immen Dickwaben ausbauen, die sich in den gedrahteten Raehmchen leichter schleudern lassen.
    Objektiv betrachtet beabsichtige ich eine Warré-beinflusste Magazinimkerei ohne Absperrgitter und mit Naturwaben. Ob sich mit letzteren die Varroa kontrollieren laesst, bleibt abzuwarten.
    Danke fuer die Links zu den Warrè-Seiten.
    Gruesse - Klaus.

  • Hallo,


    ich möchte jetzt meine Erfahrungen zu den gegossenen Anfangsstreifen mitteilen. Es hat sich gezeigt, dass sie schlecht am Holz haften. Das gilt sowohl für frisches Holz als auch für benutztes Holz. Die Bienen scheinen bei der Befestigung ihrer Waben einen Haftvermittler zu benutzen, wahrscheinlich eine Mischung aus Harz und Wachs. Die von den Bienen angebauten Waben halten jedenfalls wesentlich besser.
    Ich bin jedenfalls davon abgekommen, die Streifen direkt einzugießen. Das im Internet gezeigte Einklemmen oder ganz schmale Anlöten wird wohl besser sein. Mir gefällt es aber nicht, da ich die Streifen dann selbst herstellen muss - ist mir zu aufwändig. Gekaufte Mittelwände gefallen mir nicht - deren Zusammensetzung ist mir suspekt.
    Deshalb werde ich es jetzt mit Dreikantleisten versuchen, die an der unteren Kante dünn mit heißem Wachs bepinselt werden.


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,


    in meine Baurahmen habe ich oben an den Träger Dreiecksleisten genagelt, sonst nichts, kein Anfangsstreifen. Die Bienen bauen diese Rahmen hervorragend aus. Für mich es sehr arbeitssparend.


    Wolfgang, der Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Ist es eigentlich zwingend notwendig, einen höheren Anfangsstreifen in die Nut zu löten? Würde es nicht reichen, quasi die Nut mit Wachs zu begießen? Oder ist das zu wenig Wachs für die Bienen bzw. zu unattraktiv und es entsteht dann doch eher ein Quer- und Wirrbau? Kann jemand dazu vlt seine Erfahrung kurz schildern?


    Danke.

    Mit freundlichen Grüßen, Lachnide

  • Ich lasse ca. 5 mm rausstehen - bei nem Zenti kann gar nichts schief gehen.


    Ansonsten geht probieren über studieren...


    Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“