Zander, Schwärme und die Frau

  • Hallo an alle,


    heute morgen hab ich nach meinen Bienen geguckt. Da sie etwa 20 km vom Wohnort entfernt stehen, kann ich nicht jeden Tag nach ihnen sehen. So 2-3 mal pro Woche schaffe ich es aber doch.
    Also ich gucke gerade nach den 2 Völkern direkt am Haus der Schwiegereltern. Kommt der Nachbar und weißt mich darauf hin, dass er gestern am Bienenstand (das ist unser 2. Standort etwa 300 m entfernt) einen Schwarm gesehen hat.
    Toll! hab ich mir gedacht. Das war dann wohl der 4-Zarger?!
    Die Kisten stehen alle in einem alten Bienenstand. Bodenhöhe etwa 50 cm. Dann kommen die Beuten und der 4 -Zarger ist bei meinen bescheidenen 1,60 m natürlich größer als ich.
    Der 4- Zarger hat als unteren Brutraum noch den alten Gerstungkasten.
    So, dann wollte ich die berühmte Kippkontrolle durchführen. Pah! Ich hab mir einen Findling gesucht selbigen als Ersatzleiter benutzt und den oberen Honigraum, geschätzte 20 KG (!) heruntergehoben. Mit dem 2. Honigraum, leichter, das selbe. So, dann kam der 2. Brutraum. Kippkontrolle! Was sehen meine ungeübten Anfängeraugen? Spielnäpfchen aber keine Weiselzellen.
    Wollte trotzdem genauer nachsehen, was unten los ist, weil mir die vorhandenen Flugbienen doch zu wenig vorkamen, und den 2. Raum runterheben. NO WAY! Zu schwer!
    Voll mit Honig und Brut! Also, alles wieder zusammengebaut.
    Beim oberen Honigraum hab ich noch gedacht, dass ich den vielleicht unten lassen könnte und gleich zum Schleudern mitnehme. Aber die Zellen waren nur zur Hälfte verdeckelt und die Spritzprobe positiv. Also MUSSTE der wieder drauf.


    In diesem Moment hab ich mir die Frage gestellt, ob Zander das richtige Maß für mich ist?!
    Stell ich mich zu blöd an? Gibt es Tricks beim Heben, von denen ich nichts weiß?
    Ich arbeite seit Jahren in der Pflege und bin gut geschult, was rückenfreundliches Heben angeht. Aber mit diesen Kisten?!
    Ich muss den 4. Raum auf Brusthöhe heben, um ihn aufsetzen zu können. Wenn der voll ist, unmöglich!


    Wie machen das denn die anderen Frauen hier im Forum?
    Habt ihr alle keinen Zander? Welches Maß benutzt ihr so?
    Ich bin jetzt gerade ziemlich frustriert, weil mir Mann bei der Durchsicht wohl immer helfen muss. Nein, ich hab überhaupt nichts gegen meinen Mann. Aber allein, kann ich mit diesem Maß wohl nicht arbeiten? :-(


    Traurige Grüße
    Katrin


    P.S. Ich vermute mal, dass sie wirklich geschwärmt haben, da sich an altbekannter Stelle ein Schwarm eingefunden hat. Den werde ich dann, nachdem sie sich ein bißchen eingerichtet haben, verstellen.

  • Hallo Katrin,
    nehme doch Halbmagazine als HR, das mache ich schon lange und dein Rücken wird es dir danken.
    Zu anderen hab ich nur einen BR und damit wird der Turm schon viel niedriger und einfacher zu bearbeiten.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo beehead,


    für einen Brutraum bin wohlmöglich nicht oft genug da? Und ich wollte, ursprünglich mal den Vorteil von einem Rähmchenmaß haben? Dass MUSS doch gehen!
    Aber trotzdem vielen Dank für Deinen Vorschlag!


    Katrin

  • Hallo Katrin,


    ich benutze im Honigraum 2/3 Zander Zargen im Honigraum. Wenn die voll Honig sind, sind die immer noch ganz schön schwer. Ich muß die Zargen ca. 100m zum Auto tragen. Ich werde irgendwann die 1/2 Zargen im Honigraum probieren.


    Ich glaube nicht, dass du dich blöd anstellst, es ist einfach zu schwer. Es geht auch einigen Männern so. Ein paar einzelne (aus unserem Verein) geben das aber nur ungern zu.


    Also mach dir nichts draus und denke mal über andere Honigräume nach.


    Ich probiere dieses Jahr 1,5 Zander Bruträume aus.



    Viele Grüße


    Landbiene

  • Hallo,
    bei schweren Zargen nehme ich einige Rähmchen einzeln heraus und hänge sie in eine bereitgestellte Leerzarge.
    Dann kann ich die Zarge gut herunterheben.
    Dies schreibt ein Mann rolleyes
    Beste Grüße von Bienen-Freund

  • Also ich verstehe einfach nicht warum immer noch geglaubt wird, dass 10 Zander als BR nicht reichen.
    Ich führe meine Völker normal auf Dadant, die sind mit Schied im Augenblich auf 7-8 Waben begrenzt.
    Meine Zander führe ich ALLE mit EINEM BR und im Augenblich sind 3-4 HR drauf die alle voll sind, warum braucht man 2 BR- Zargen?
    BEi Zander 1,5 kann man gleich Dadant nehmen.
    Katrin ,
    die Kontrollen bei Einräumigen Völkern betragen genau so wenig/viel wie bei 2 -Räumigen, mit dem Unterschied, dass nur 10 Waben zu kontrollieren sind.


    beehead

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  • In diesem Moment hab ich mir die Frage gestellt, ob Zander das richtige Maß für mich ist?!
    .... Gibt es Tricks beim Heben, von denen ich nichts weiß?
    .... was rückenfreundliches Heben angeht. Aber mit diesen Kisten?!.


    Darum habe ich auf Flachzargen (2/3 Langstroth) umgestellt.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Bedeutet das dann, dass man ein einheitliches Rähmchenmaß vergessen kann?
    Da kann ich mir ja dann auch gleich Dadantkisten zulegen! :evil::confused:


    @ beehead
    Ich möchte nicht bezweifeln, dass man mit einem Brutraum Zander auch auskommt.
    Es gibt sogar Imker in unserer Gegend, die so arbeiten.
    Aber, wie schonmal erwähnt, hab ich von denen auch einige Schwärme bekommen (und auch schon wieder zurückgebracht :wink:).
    Den ersten schon Ende April!
    Und hast Du halbe Honigräume, oder ganze?
    Was machst Du dann im Herbst? Fütterst Du einräumig auf, oder kommt dann doch der 2. Kasten drauf?


    Viele Grüße
    Katrin,
    die die Zanderksiten ja erst gekauft hat. :oops:

  • Katrin ,
    ich habe noch keinen Schwarm aus diesen Völkern bekommen, aber sehr viel Honig.
    Meine Zander Honigräume sind 159er, also Langstroth. Eingefüttert werden die mit eben diesem HR aufgesetzt.
    Ende September, Anfang Oktober wird der dann untergesetzt und im Frühjahr bei entsprechender Entwicklung im März wieder weggenommen und ein HR über Absperrgitter aufgesetzt.
    Das ganze System ist einfacher als mit 2 räumig geführten Völkern.
    Vielleicht muss ich noch dazu schreiben, dass ich Buckfast Bienen habe, die können das noch etwas besser.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Katrin,


    ich verstehe nicht, wo der Vorteil von einem einheitlichen Rähmchenmaß liegt.


    Klar, ich kann die Waben lustig im Kreis hängen aber ist das Sinn der Sache?


    Vorteile von einem einheitlichen Rähmchenmaß (Zander, Normalmaß,...):


    - Brut- und Honigrähmchen sind gleich groß, können also untereinander getauscht werden (Ausgeschleuderte Honigwaben können in den BR)
    - Nur eine Zargengröße, bequem wenn ich Ableger oder Schwärme mache, da ich auch HR verwenden kann.


    Das wars dann schon.
    Nachteile:


    - Mindestens 3, meist mehr Kisten übereinander, das geht ins Kreuz
    - Bei Kontrollen müssen 20 Rähmchen gezogen werden
    - Kö suchen auf 20 Rähmchen ist auch kein Spaß
    - Ich muss für ein Volk mindestens 30 Rähmchen (meist mehr) ev. Nageln, mit Ösen versehen und drahten, eine enorme Arbeit.


    Jetzt mit einem großen BR (Dadant, Zander 1,5, Normalmaß 1,5,...)


    -10 Rähmchen, meist sind nur 7 oder 8 vor dem Schied, für eine Kontrolle ziehe ich nur 2 Rähmchen.
    - Nur 10 Stück drahten
    - Im HR habe ich halbe Zander, da kommt ein HR etwa auf 10 oder 12 Kg.
    - Die HR werden schnell angenommen und was wichtiger ist, verdeckelt.
    - Die HR drahte ich nicht, die kriegen nur Anfangstreifen und werden so im Naturbau erstellt. Spart Zeit und Geld.
    - Wenn ich 3 halbe HR nehme, kann ich auch Zwischanbodenableger machen. Oder so wie ich es mache: Wenn WZ bestiftet oder schon angeblasen sind, dann schneide ich diese aus, klebe sie mit heißem Wachs an den Oberträger eines halben Honigrähmchen und hänge dieses in den Honigraum, der an die Stelle des Ursprunsvolkes kommt. Bienen von Bruträhmchen dazukehren und für 9 Tage in Ruhe lassen. Dann in Ableger oder Minivölker verschulen und dort schlüpfen lassen.


    Ich hab mit Zander angefangen und bin auf Zander 1,5 umgestiegen. Ich bin mit 37 Jahren noch recht kräftig :wink: aber ich denke auch an später. Ich hab keine Lust mir das Kreuz mit 20 Kg und noch schwereren HR zu ruinieren.




    Nachteil:
    - Ich hab 2 Rähmchenmaße, ich seh das allerdings nicht als Nachteil

  • Hallo Katrin,


    du hörst dich so an, als ob du eigentlich 2/3 Flachzargen brauchen könntest. Wenn du zwei Langstroth 2/3 Flachzargen als Brutraum verwendest, dann hättest du darin die gleiche Wabenfläche wie ein Dadantbrutraum, was ja angeblich für jedes Volk ausreichen soll. Du könntest im Prinzip genauso imkern wie jetzt auch, nämlich mit zwei Bruträumen und einheitlichem Wabenmaß, aber die Zargen wäre leichter als deine jetzigen Zanderzargen, die Honigräume wären außerdem evtl. etwas schneller schleuderreif.
    Neu gekaufte Zanderkisten müssten sich doch recht gut wieder verkaufen lassen. Notfalls vermehrst du halt jetzt stärker und verkaufst die Kisten mit Bienen als komplette Völker.


    Ein Vereinskollege will jetzt auch auf Langstroth 2/3 umsteigen (von DNM), er sagt, dass ihn der direkte Vergleich mit einem anderen Imkerkollegen mit dem er alles zusammen und gleich macht (bis auf das Wabenmaß, bisher), überzeugt hätte.
    Falls du irgendwann doch mal einen ungeteilten Brutraum probieren willst, dann könntest du einfach zwei Zargen übereinanderstellen und Dadanträhmchen reinhängen.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Robert,


    aber passen die Rähmchen denn dann noch in die Schleuder?
    Das selbe gilt übrigens für die Dadantmaße im Honigraum.
    Passen diese in einen Schleuder, die lt. Hersteller für Zander und DNM ausgelegt ist?


    Gruß
    KAtrin

  • Hallo Katrin,
    ich habe DN und kann die Zargen voll auch nicht heben - unter anderem, weil sie zu breit sind, um sie ordentlich am Körper zu tragen - die Griffmulden sind für meine kurzen Arme zu weit weg.
    Ich habe jetzt einige Halbzargen mit Naturbau im Honigraum, aber die Mittelwandvölker haben wohl schneller und mehr eingetragen. Andererseits sind die Halbzargen wirklich besser zu handhaben.


    Liebe Grüße
    Frauke

  • Hallo Robert,


    aber passen die Rähmchen denn dann noch in die Schleuder?
    Das selbe gilt übrigens für die Dadantmaße im Honigraum.
    Passen diese in einen Schleuder, die lt. Hersteller für Zander und DNM ausgelegt ist?


    Dadant verwendet ja eigentlich niemand im Honigraum. Oder meinst du mit "Dadantmaße" die ganze Langstrothfamilie, also alle mit 482 mm Oberträger und 448 mm Rähmchenbreite?


    Weiß nicht, ob es in deine Schleuder passt. Aber Langstroth-Oberträger sind nur 7 mm länger als Zanderoberträger. Probier es doch einfach aus. Besorg dir ein entsprechendes Rähmchen und stecke es in die Schleuder.
    Ein weiterer Vorteil der flacheren Rähmchen wäre, dass sie etwas besser für Radialschleudern geeignet sind. Oder aber, bei noch flacheren Rähmchen (also 1/2 statt 2/3) kann man u.U. zwei gleichzeitig in jede Schleudertasche einer Tangentialschleuder geben. Das habe ich bei Hymenoptera/Melanie gesehen, hat mir gut gefallen. Aber sie hat 1,5er Bruträume, also kein einheitliches Rähmchenmaß. Wenn man sich die Option auf einheitliches Rähmchenmaß, also Flachzargenbetriebsweise offen halten will, dann wären mir persönlich die 1/2 Rähmchen zu flach.


    Theoretisch hättest du ja auch noch die Möglichkeit, die Anzahl der Waben pro Zarge zu reduzieren. So wie Sabi(e)ne. Dann werden deine Türme aber evtl. manchmal noch höher. Mein Vereinskollege will bei seinen Flachzargen auch auf 9 statt 10 Rähmchen setzen, die Zargen sind dann aber eine Sonderanfertigung, das wäre nichts für mich. In der Zanderwelt gibt es mit den Erlanger Beuten auch ein System mit 9 Rähmchen pro Zarge, ich habe einige davon geschenkt bekommen, aber bisher erscheint mir LS 2/3 bzw. Dadant mit LS 2/3 Honigraum sinnvoller für die Zukunft. Für dich würde das eine Rähmchen weniger wohl auch nicht genug Gewichtsersparnis bringen, da müsstest du evtl. mehrere Rähmchen im Honigraum durch Platzhalter (aus Hartschaum oder Balsaholz o.ä.?) ersetzen, um das Volumen zu verkleinern. (Weiß nicht, ob das Nachteile bringt.)


    Grüße,
    Robert